{"id":18785,"date":"2023-07-13T15:10:02","date_gmt":"2023-07-13T13:10:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04128-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:03","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:03","slug":"04128-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04128-01\/","title":{"rendered":"Abkl\u00e4rung und Systematisierung der Inhalte, Arbeitshilfen, methodischen Instrumentarien und Bewertungsmodelle der Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung projektierter Anlagen der Massentierhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel und wissenschaftliche Aufgabenstellung des Forschungsprojekts bestehen in der Abkl\u00e4rung und Systematisierung der Inhalte, Arbeitshilfen, methodischen Instrumentarien und Bewertungsmodelle der Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung projektierter Anlagen der Massentierhaltung sowie wesentlicher \u00c4nderungen bereits bestehender Anlagen, und zwar auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme und Analyse des umfangreichen Fundstellenmaterials zu Beeintr\u00e4chtigungen und Belastungen der Umwelt, die von real existierenden Anlagen ausgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenHinsichtlich der anlagenspezifischen UVP-Besonderheiten von Anlagen der Massentierhaltung gilt, da\u00df sich die gesetzlich vorgeschriebene Projekt-UVP nicht auf physisch existente Anlagen, sondern auf geplante Anlagenprojekte richtet. Voraussichtliche Umwelteinwirkungen des betreffenden Vorhabens sind also prinzipiell nicht durch direkte me\u00dftechnische Untersuchungen erfa\u00dfbar, sondern nur durch Analogieschl\u00fcsse und vermittels gedanklicher Antizipation zuk\u00fcnftig zu erwartender Wirkungen, und zwar in einer Weise<br \/>\n\u00b7 die erstens von einem medien\u00fcbergreifenden, d.h. ganzheitlich-interdisziplin\u00e4ren (holistischen) Ansatz ausgeht,<br \/>\n\u00b7 die zweitens den Stand der Technik ber\u00fccksichtigt,<br \/>\n\u00b7 die drittens die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung nicht auf eine Gesetzesvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung reduziert, sondern die Beschreibung von Wirkungsketten (von den Emissionen umweltbelastender Stoffe \u00fcber deren Transmission bis hin zur Immission im Aufnahmemedium) und von Dosis-Wirkungsbeziehungen und deren umweltrelevanten Beinflussungsm\u00f6glichkeiten durch strukturelle und BAT-Ma\u00dfnahmen in den Mittelpunkt der Analyse r\u00fcckt und<br \/>\n\u00b7 die viertens in die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung umweltbelastender Stoffaustr\u00e4ge gro\u00dfer Tierhaltungsanlagen (und\/oder eines \u00f6rtlich bzw. territorial \u00fcberh\u00f6hten Viehbesatzes) nicht nur Ger\u00fcche und andere Schadgasemissionen, sondern auch jene anthropogen bedingten Austr\u00e4ge einbezieht, die in Form fl\u00fcssiger und fester Abg\u00e4nge in den Boden und die Gew\u00e4sser gelangen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind ausf\u00fchrlich in drei Teilabschlu\u00dfberichten dokumentiert. Ausschnittsweise seien aus den Berichten II und III jene Aspekte des Forschungsprojekts herausgestellt, die die mit Nutztierhaltung einhergehenden Stoffflu\u00dfanalysen und Kreislaufbilanzen der N\u00e4hrstoffe Stickstoff und Phosphor zum Gegenstand haben, wobei das Schwergewicht auf der Frage liegt, welcher Stellenwert der Nutztierhaltung innerhalb der nationalen Stickstoff- und Phosphorbilanz des Bereichs Landwirtschaft zukommt und auf welche Weise sich N\u00e4hrstoffbilanzen und Stoffflu\u00dfanalysen f\u00fcr die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung von Tierhaltungsanlagen (sowie der Nutztierhaltung insgesamt) nutzbar machen lassen. Ihren Impetus empf\u00e4ngt die Analyse hierbei aus einem kreislauforientierten Umweltqualit\u00e4tsziel, dessen Philosophie sich wie folgt skizzieren l\u00e4\u00dft:<br \/>\n Je effizienter die N\u00e4hrstoffe Phosphor und Stickstoff von Tier und Pflanze verwertet werden (und je verlust\u00e4rmer der von den Tieren unverwertet ausgeschiedene Anteil dieser N\u00e4hrstoffe als organischer D\u00fcnger in den landwirtschaftlichen N\u00e4hrstoffkreislauf zur\u00fcckkehrt), umso weniger belasten P und N die Umwelt. Mithin steht c.p. das Ma\u00df der Umweltvertr\u00e4glichkeit UVP-pflichtiger Tierhaltungsanlagen (und der Nutztierhaltung generell) im umgekehrten Verh\u00e4ltnis zu den N\u00e4hrstoff\u00fcbersch\u00fcssen, die &#8211; als Verluste den Kreislauf verlassend &#8211; auf dem Luft- und\/oder Wasserpfad in die Umwelt ausgetragen werden.<br \/>\n Um dies zu quantifizieren, wird unter der Annahme, da\u00df die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che der Bundesrepublik Deutschland quasi von einem einzigen Betrieb bewirtschaftet werde, aus der Bruttobodenproduktion, der tierischen Bruttoeigenerzeugung, dem Futteraufkommen und weiteren Prim\u00e4rdaten zun\u00e4chst (im Sinne einer gesamtbetrieblichen Bilanz) die aktuelle N- und P-Bilanz des Bereichs Landwirtschaft erarbeitet und durch Einbeziehung des Innenumsatzes alsdann in komplement\u00e4re Teilbilanzen f\u00fcr die Bereiche Nutztierhaltung (Stallbilanz) und Pflanzenproduktion (Fl\u00e4chenbilanz) untergliedert.<br \/>\n Die Analyse der Bilanzen best\u00e4tigt, da\u00df im bundesweiten Durchschnitt von den Nutztieren nur rd. 20 % der aufgenommenen N\u00e4hrstoffe retiniert werden. Alles \u00fcbrige findet sich in den tierischen Ausscheidungen wieder und kann bei P nahezu vollst\u00e4ndig, bei N zu etwa zwei Dritteln zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Diese N\u00e4hrstoffr\u00fcckf\u00fchrung stellt trotz des auf 0.85 GV\/ha LF zur\u00fcckgegangenen Viehbesatzes mit etwa 66 kg N\/ha LF\u00d7a und nahezu 17 kg P\/ha LF\u00d7a einen beachtlichen Beitrag zur N\u00e4hrstoffversorgung des Pflanzenbaues dar.<br \/>\nAndererseits erweist sich die Nutztierhaltung auch als Mitverursacher umweltbelastender N\u00e4hrstoff\u00fcbersch\u00fcsse, vor allem auf Standorten mit regional \u00fcberh\u00f6htem Viehbesatz und in Massentierhaltungsanlagen ohne ausreichende Fl\u00e4chenausstattung<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben den in Kleinauflagen von jeweils 150- 200 Stck. herausgebrachten o.a. Teilabschlu\u00dfberichten wurden die erzeilten Ergebnisse in vier Ver\u00f6ffentlichungen publiziert, so im K\u00fchn-Archiv, der Zeitschrift f\u00fcr angewandte Umweltforschung und dem Archiv f\u00fcr Acker- und Pflanzenmbau u. Bodenkunde. Ferner wurden die Ergebnisse auf verschiedenen Posterausstellungen pr\u00e4sentiert. Hinzu kommen zwei 1997 vorgesehene Vortr\u00e4ge auf dem 106. VDLUFA-Kongre\u00df in Leipzig und  auf der 48. Jahrestagung der Europ\u00e4ischen Vereinigung  f\u00fcr Tierproduktion.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Umweltbelastende Stoffaustr\u00e4ge sind der Landwirtschaft nicht schlechthin wesenseigen, sondern erweisen sich als Begleiterscheinung ungebremster Intensivierung sowie fortschreitender Spezialisierung und Konzentration der Produktion. Dabei gilt, da\u00df gro\u00dfgliedrige Strukturen und Umweltschutz sich im Agrarsektor ebenso wenig a priori ausschlie\u00dfen, wie sie dies in den \u00fcbrigen Bereichen von Wirtschaft und Verkehr tun.<br \/>\nBeim N\u00e4hrstoff Phosphor tritt eine \u00f6rtliche \u00dcberversorgung dann auf, wenn die Menge des j\u00e4hrlich aus der Stall- in die Fl\u00e4chenbilanz zur\u00fcckzuf\u00fchrenden P unter Ber\u00fccksichtigung der N\u00e4hrstoffversorgungsstufe den j\u00e4hrlichen P-Entzug \u00fcber l\u00e4ngere Zeit hinweg \u00fcbersteigt. \u00c4hnliche Beziehungen sind bei Stickstoff zu beobachten, wobei bei N neben der Nitratbelastung auch gasf\u00f6rmige Emissionsverluste eine erhebliche Rolle spielen k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Das m\u00f6gliche Umweltbelastungspotential \u00fcberfrachteter Stallbilanzen betrifft viehstarke Gebiete und Betriebe mit hoher bis sehr hoher P-Versorgung und N-Nachlieferung der B\u00f6den, unzureichender Fl\u00e4chen-ausstattung und \u00fcberh\u00f6htem Minerald\u00fcngereinsatz, w\u00e4hrend viehschwache Betriebe und Gebiete mit weniger als 0.8 bis 1.0 GV\/ha LF und unterdurchschnittlicher N\u00e4hrstoffversorgung hiervon nicht tangiert werden.<br \/>\nAbschlie\u00dfend ist festzustellen, da\u00df unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen der Umfang der Nutztierhaltung auf P-Basis weit fr\u00fcher an die Grenzen \u00f6kologischer Unbedenklichkeit st\u00f6\u00dft als auf N-Basis; denn gegen\u00fcber den N-Bilanz\u00fcbersch\u00fcssen erweisen sich die P-Bilanz\u00fcbersch\u00fcsse in der Mehrzahl der F\u00e4lle als die erstlimitierenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel und wissenschaftliche Aufgabenstellung des Forschungsprojekts bestehen in der Abkl\u00e4rung und Systematisierung der Inhalte, Arbeitshilfen, methodischen Instrumentarien und Bewertungsmodelle der Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung projektierter Anlagen der Massentierhaltung sowie wesentlicher \u00c4nderungen bereits bestehender Anlagen, und zwar auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme und Analyse des umfangreichen Fundstellenmaterials zu Beeintr\u00e4chtigungen und Belastungen der Umwelt, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,69],"class_list":["post-18785","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-sachsen-anhalt"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"04128\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-04128.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"13.293,59","dbu_projektdatenbank_firma":"Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-WittenbergDezernat V, Abt. 3 (Forschungsangelegenheiten)","dbu_projektdatenbank_strasse":"Universit\u00e4tsplatz 10","dbu_projektdatenbank_plz_str":"06108","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Halle","dbu_projektdatenbank_p_von":"1994-01-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"1996-12-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 12 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"\/832505","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen-Anhalt","dbu_projektdatenbank_foerderber":"9","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/18785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/18785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31788,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/18785\/revisions\/31788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}