{"id":18775,"date":"2023-07-13T15:10:11","date_gmt":"2023-07-13T13:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04401-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:13","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:13","slug":"04401-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04401-01\/","title":{"rendered":"Solare Trocknung von Kl\u00e4rschlamm"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist es, den Betreibern von kleineren Kl\u00e4ranlagen ein Verfahren anzubieten, mit dem Kl\u00e4rschlamm sicher, umweltneutral und kosteng\u00fcnstig getrocknet werden kann. Die Zielgruppe sind Kl\u00e4ranlagen unter 20.000 EGW &#8211; prinzipiell auch bis ca. 50.000 EGW -, sofern gen\u00fcgend Platz vorhanden ist. Mit dieser Art der Trocknung soll das Volumen und die Masse reduziert und die Akzeptanz von Abnehmern in der Landwirtschaft erh\u00f6ht werden. Das System soll vermarktet werden, wobei nicht nur Kl\u00e4rschlamm, sondern alle Arten von Sch\u00fcttg\u00fctern getrocknet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm wesentlichen handelt es sich um den Bau einer transparent \u00fcberdachten Halle in Art eines  Gew\u00e4chshauses, welches auf einer geteerten, stra\u00dfen\u00e4hnlichen Fl\u00e4che errichtet wurde.<br \/>\nEingebaut  ist eine Wendehaspel, die auf seitlichen Rollen l\u00e4uft und das Trockengut wendet und pro Wendevorgang zum Tunnelende transportiert. Durch Wechseln der Drehrichtung l\u00e4\u00dft sich die Sch\u00fctth\u00f6he und damit die Verweildauer des Schlammes im Trockner ver\u00e4ndern.<br \/>\nDa die Trocknungsleistung \u00fcber das Jahr von den Wetterbedingungen abh\u00e4ngt, wird der Solartrockner auch gleichzeitig als Zwischenlager f\u00fcr den Kl\u00e4rschlamm ausgelegt. Beispielsweise wird bei einer Sch\u00fctth\u00f6he von 40 cm die Schlammenge ca. 5 Monate zwischengelagert. Die Wende- und F\u00f6rdermaschine ist automatisiert und wird so parametriert, da\u00df ein Wochenprogramm abgearbeitet wird. Die Betreuung beschr\u00e4nkt sich auf \u00dcberpr\u00fcfung der Funktion und auf Abschmierarbeiten. W\u00e4hrend des ersten Betriebsjahres wurde die Anlage kontinuierlich energetisch vermessen. Die Universit\u00e4t Stuttgart-Hohenheim hat 1996 hygienische Untersuchungen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Me\u00dfergebnisse zeigen, da\u00df pro m\u00b2 Trocknergrundfl\u00e4che zwischen 600 und 700 kg Wasser pro Jahr verdunstet werden k\u00f6nnen. In Hammerstein wird der getrocknete Schlamm in der Halle zwischengelagert, so da\u00df im Sommer Teilfl\u00e4chen nicht zur Trocknung beitragen. Im Winter sind Lagerzeiten bis 6 Monate ohne Geruchsbel\u00e4stigung m\u00f6glich.<br \/>\nEs war notwendig, zus\u00e4tzlich zur Schwerkraftentl\u00fcftung Ventilatoren einzubauen, die eine elektrische Anschlu\u00dfleistung von 3 x 650 W besitzen. Der elektrische Jahresverbrauch liegt um 6.000 kWh. Umgerechnet auf  den Wasserentzug bedeutet dies ca. 25 kWhel. pro Tonne Wasser. Es entsteht ein Granulat, welches vergleichsweise geruchsfrei ist und mit marktg\u00e4ngigen Methoden in der Landwirtschaft ausgebracht werden kann.<br \/>\nDie interne Luftbelastung ist gering und erfordert keine Arbeitsschutzma\u00dfnahmen. Eine Belastung der Umgebung durch Austrag von Keimen konnte nicht festgestellt werden. Eine Hygienisierung des Rohschlammes tritt nur teilweise ein. Die Universit\u00e4t Hohenheim schl\u00e4gt vor, durch gezielte Zugabe von Kohlenstofftr\u00e4gern &#8211; wie S\u00e4gemehl und einer Anhebung des pH-Wertes durch Kalk &#8211; gezielt eine Selbsterw\u00e4rmung durch Komposteffekte zu bewirken und damit eine Hygienisierung zu erreichen.<br \/>\nDas Verfahren wurde unter der Nummer P 43 15 321 erfolgreich patentiert.<br \/>\nDie Kostenseite zeigt, da\u00df die Finanzierungskosten im wesentlichen die Trocknungskosten beeinflussen. Werden Abschreibungszeiten nach der VDI-Richtlinie 2067 zugrunde gelegt, belaufen sich die Kosten pro Tonne Massenreduzierung auf 120,- bis 190,- DM\/t. Damit ist das Verfahren sehr konkurrenzf\u00e4hig zu industriellen Gro\u00dfanlagen.<br \/>\nBetreffend der Vermarktung der Trocknungsanlage hat es sich gezeigt, da\u00df ein Gro\u00dfteil der Kl\u00e4rschl\u00e4mme zur Rekultivierung in die neuen Bundesl\u00e4nder transportiert wird und die Kl\u00e4ranlagenbetreiber deshalb wenig Anla\u00df sehen, sich eigene Trocknungsanlagen anzuschaffen.<br \/>\nInwiefern das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz sich auf die Verbreitung des Verfahrens auswirkt, ist abzuwarten. Gro\u00dfes Interesse besteht in Spanien. Es wird 1997 ein gemeinsames EU-Verbreitungsprojekt mit einer spanischen Firma beantragt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Anlage wurde in allen bekannten Fachzeitschriften vorgestellt. Auf der Mustermesse in Basel MUT 1995 war die IST Anlagenbau GmbH mit dem Verfahren selbst vertreten. Bislang haben etwa 40 Gemeinden, Planungsb\u00fcros und Industrievertreter aus dem In- und Ausland die Anlage besichtigt. Eine weitere Anlage wurde verkauft und wird im Fr\u00fchjahr 1997 in Iffezheim bei Baden-Baden gebaut.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Verfahren hat sich bew\u00e4hrt. Die austreibbare Wassermenge pro m\u00b2 Grundfl\u00e4che liegt in der Anlage  um 600 kg\/m\u00b2\/Jahr, dies entspricht einem Platzbedarf von ca. 1,0 &#8211; 1,2 m\u00b2 pro Tonne Rohschlamm. Eine Zwischenlagerung \u00fcber 6 Monate ist auch im Winter problemlos und ohne Geruchsbelastung erfolgreich praktiziert worden. Pro Tonne Wasserentzug m\u00fcssen 20 bis 30 kWh elektrische Antriebsenergie aufgebracht werden. Die Kosten f\u00fcr die Massenreduzierung liegen in Hammerstein bei 188,- DM\/t, bei gr\u00f6\u00dferen Anlagen kann dieser Betrag auf 120,- DM\/t gesenkt werden. Damit ist die solare Kl\u00e4rschlammtrocknung nach dem Verfahren IST konkurrenzf\u00e4hig zu industriellen Gro\u00dfanlagen.<br \/>\nBesonders geeignet sind Kl\u00e4ranlagen bis ca. 3.000 t Schlamm pro Jahr. Die Vermarktung gestaltet sich schleppend, weil gro\u00dfe Kl\u00e4rschlammengen in die neuen Bundesl\u00e4nder transportiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist es, den Betreibern von kleineren Kl\u00e4ranlagen ein Verfahren anzubieten, mit dem Kl\u00e4rschlamm sicher, umweltneutral und kosteng\u00fcnstig getrocknet werden kann. Die Zielgruppe sind Kl\u00e4ranlagen unter 20.000 EGW &#8211; prinzipiell auch bis ca. 50.000 EGW -, sofern gen\u00fcgend Platz vorhanden ist. 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