{"id":18770,"date":"2023-07-13T15:10:25","date_gmt":"2023-07-13T13:10:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04849-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:27","slug":"04849-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04849-01\/","title":{"rendered":"Versuchsreihe zur Denitrifikation von Abwasser nach dem AmRoTec-Vefahren auf der Verbandskl\u00e4ranlage in Kappel"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes bestand in dem Nachweis, dass das im Trinkwasserbereich bereits bew\u00e4hrte, sogenannte AmROReC-Verfahren zur biologischen Nitratentfernung auch im abwassertechnischen Bereich auf Kl\u00e4ranlagen als nachgeschaltete Denitrifikation in sehr leistungsf\u00e4higer und \u00f6konomischer Weise einsetzbar sein k\u00f6nnte. Kernst\u00fcck des Verfahrens ist der patentierte, mit Bl\u00e4hton gef\u00fcllte, drehende Bioreaktor. Kleinen und mittleren Kl\u00e4ranlagen sollte damit ein Verfahren zur Verf\u00fcgung gestellt werden, das die Umr\u00fcstung von Kl\u00e4ranlagen m\u00f6glicherweise \u00fcber die gesetzlichen Anforderungen der Stickstoffelimination hinaus sowie bei geringem Platzbedarf und ohne gro\u00dfen baulichen Aufwand erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Versuchsreihen wurden in mehrere Arbeitsschritte zur Ermittlung ver-schiedener Parameter unterteilt: maximale Belastung des Reaktors, Untersuchung verschiedener Kohlenstoffquellen, Reduzierung externer Kohlenstoffquellen und Nutzung von im zu kl\u00e4renden Abwasser enthaltenen Kohlenstoffquellen und im Langzeittest die Ermittlung der Wartungs- und Reparaturanf\u00e4lligkeit des Systems. Die Anlage wurde manuell gefahren.<br \/>\nMesswerte wurden zum Teil von der Messeinreichung der Kl\u00e4ranlage \u00fcbernommen sowie von extra installierten Messeinrichtungen abgegeben bzw. photometrisch bestimmt. Die Eingangswerte wurden den jeweiligen Ablaufwerten des Reaktors gegen\u00fcbergestellt. Zus\u00e4tzlich wurden die entsprechenden Werte im Ablauf der Flotation erfasst. Da die Versuche \u00fcber den Zeitraum von 1 Jahr liefen, konnten alle f\u00fcr das AmRoTec-Verfahren wesent-lichen betrieblichen Zust\u00e4nde auf der Kl\u00e4ranlage beobachtet werden, wie beispielsweise geringe Abwassermengen im Zulauf, hohe Zulaufmengen bei starken Regenf\u00e4llen, hohe Abwasserbelastungen, geringe Belastungen, tiefe und hohe Abwassertemperaturen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegt der Abschlussbericht vom September 2000 vor. <\/p>\n<p>Im Ergebnis des Projektes konnte festgestellt werden, dass der Roto-Bio-Reaktor f\u00fcr die nachgeschaltete Denitrifikation gut geeignet ist. Der Reaktor verstopfte nicht; auch das Tr\u00e4gergut neigte auch dann nicht zur Klumpenbildung, als zur Kohlenstoffeinsparung Belebtschlamm aus dem Vorkl\u00e4rbecken eingespeist wurde.<br \/>\nDie Abbauleistung des Reaktors erreichte die Werte der bereits bekannten Versuche aus dem Trinkwasserbereich. Eine konstante Abbauleistung wie beim Trinkwasser konnte aber auf der Kl\u00e4ranlage nicht erreicht werden, da viele Faktoren auftraten, die das Ergebnis beeinflussten. Besonders zu nennen ist die schwankende Temperatur von ca. 6\u00b0C bis etwa 22\u00b0C, wobei die Abbauleistung bei 6\u00b0C  0,017 kg N pro m2 Durchsatz betrug und bei 22\u00b0C  0,029 kg N\/m3 Durchsatz.<br \/>\nAuch die stark schwankenden Eingangswerte von Nitrat bzw. NO2 und NH4 lie\u00dfen eine gleichm\u00e4\u00dfige Reaktorleistung nicht zu, da sich die Biolo-gie erst anpassen musste. Hierbei kommt der Steuerung der Anlage eine besondere Bedeutung zu. Die Versuchsanlage wurde im Projekt manuell gesteuert, d. h. die Anlagenparameter wurden nach den Messwerten manuell angeglichen. Dies f\u00fchrte zu Verz\u00f6gerungen im Abbauverhalten, da nur in bestimmten Abst\u00e4nden gemessen wurde. Bemerkbar machte sich dies durch Unter- bzw. \u00dcberdosierung der Kohlenstoffquelle (erh\u00f6hte CSB-Werte). Dies bedeutete, dass ein vor dem Reaktor angeordnetes Speicherbecken den Mess- und Regeltechnikaufwand erheblich beeinflussen w\u00fcrde, da die Stickstofffracht &#8211; bestimmt durch Wassermenge und Stickstoffkonzentration &#8211; gleichm\u00e4\u00dfiger anf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die Wahl der Kohlenstoffquelle hatte keinen Einfluss auf die Leistung des Reaktors. Begonnen wurde mit Ethanol; dann wurde auf Essigs\u00e4ure umgestellt. Die Verbrauchsmessungen best\u00e4tigten Literaturwerte. Eine deutliche Senkung durch in der Kl\u00e4ranlage (Vorkl\u00e4rstufe) vorhandene Kohlen-stoffquellen konnte nicht erreicht werden. Als Erkl\u00e4rung ist anzunehmen, dass sich in erster Linie Bakterien ansiedelten, die auf Essigs\u00e4ure ausgerichtet waren und deshalb der Schlamm durch die Anlage durchlief. Die erh\u00f6hten CSB-Werte konnten auch in der Flotation nicht gesenkt werden. In diese Richtung sieht die Firma Ambs noch Bedarf f\u00fcr k\u00fcnftige Untersuchungen zur Anpassung der Bakterien bei wechselnden Zusatzkohlenstoffquellen.<br \/>\nDie Dimensionierung des Reaktors kann auf Basis der Projektergebnisse durchgef\u00fchrt werden. Sie verh\u00e4lt sich \u00e4hnlich wie im Trinkwasserbereich, da die Abwasserwassertemperatur im Jahresmittel nur unwesentlich h\u00f6her als die des gef\u00f6rderten Grundwassers liegt. Die Flotation wurde beim Versuch nur am Rande mit betrachtet, da der Schwerpunkt der Untersuchun-gen dem Roto-Bioreaktor selbst galt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nFirma Friedrich Ambs GmbH &#038; Co. KG Apparate &#8211; Rohrleitungsbau, Karl-<br \/>\nFriedrich- Strasse 89 \/ 91, 79312 Emmendingen, Ansprechpartner: Herr Hoppe, Tel. 07641 \/ 58 01 &#8211; 90, Fax  -49.<\/p>\n<p>Auf die im Projekt geplanten Versuche auf der Kl\u00e4ranlage Kappel wurde im Vorfeld in der \u00f6rtlichen Presse hingewiesen. Auch waren Beh\u00f6rden, wie Landkreis, Regierungspr\u00e4sidium und Landesregierung auf das Projekt und bestehende Besichtigungsm\u00f6glichkeiten auf der Kl\u00e4ranlage hingewiesen worden. Die IHK und verschiedene Ingenieurb\u00fcros nahmen Besichtigungsgelegenheiten war. Gemeinsam mit einem anderen Ingenieurb\u00fcro konnte in Form einer Diplomarbeit die Versuchsreihen durch \u00e4hnliche Untersuchungen auf der Kl\u00e4ranlage Oberwesel erweitert werden. Nach Abschluss der Versuche wurden verschiedene Artikel ver\u00f6ffentlicht und das Verfahren auch auf der IFAT 99 in M\u00fcnchen gezeigt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die nachgeschaltete Denitrifikation mit dem Roto-Bio-Reaktor ist grunds\u00e4tzlich sowohl mit Essigs\u00e4ure sowie mit Ethanol als Kohlenstoffquelle ohne Einschr\u00e4nkung m\u00f6glich. Es gelang allerdings nicht, eine nennenswerte Ein-sparung von externen C-Quellen durch Einsatz von Schlamm der Nachkl\u00e4-rung zu erreichen. Zudem war eine Erh\u00f6hung des CSB\/ BSB-Wertes am Reaktorablauf messbar, so dass dieses Wasser nicht direkt dem Ablauf der Kl\u00e4ranlage zugeleitet werden kann, ohne vorher \u00fcber die Nachkl\u00e4rung oder Flotation behandelt zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projektes bestand in dem Nachweis, dass das im Trinkwasserbereich bereits bew\u00e4hrte, sogenannte AmROReC-Verfahren zur biologischen Nitratentfernung auch im abwassertechnischen Bereich auf Kl\u00e4ranlagen als nachgeschaltete Denitrifikation in sehr leistungsf\u00e4higer und \u00f6konomischer Weise einsetzbar sein k\u00f6nnte. Kernst\u00fcck des Verfahrens ist der patentierte, mit Bl\u00e4hton gef\u00fcllte, drehende Bioreaktor. 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