{"id":18761,"date":"2025-06-25T10:32:03","date_gmt":"2025-06-25T08:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03307-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:04","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:04","slug":"03307-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03307-01\/","title":{"rendered":"Voruntersuchungen f\u00fcr die Pilotanlage zur Ascheverwertung nach dem DISPERSOPT-Verfahren"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die IVU GmbH hatte das so genannte Dispersopt-Verfahren zur komplexen Verwertung von Verbrennungsprodukten westelbischer Rohbraunkohle im kleintechnischen Bereich in erster Linie durch Empirie entwickelt. Das Verfahren wurde als \u00f6kologisch sinnvolle Verwertungsl\u00f6sung f\u00fcr kompliziert aufzubereitende Kraftwerksreststoffe angesehen. Das umweltfreundliche, abwasser- und emissionsfreie Ascheverwertungsverfahren sollte hochwertige Produkte liefern, die zum Abdichten von Tagebaurestl\u00f6chern, zur B\u00f6schungs- und Hangstabilisierung und &#8211; in Abh\u00e4ngigkeit von stra\u00dfenbaulichen Zulassungen &#8211; im Komplexrecycling mit gebrochenem Altbeton f\u00fcr Stra\u00dfenbauma\u00dfnahmen eingesetzt werden k\u00f6nnten. Zur erstmaligen Demonstration des Verfahrens sollte eine gro\u00dftechnische Pilotanlage zu Forschungs- und Produktionszwecken gebaut und in Betrieb genommen werden. Zur Umsetzung des Verfahrens schloss sich die Firma IVU 1992 mit der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgungs GmbH MUEG unter Wahrung der betriebsspezifischen Eigenst\u00e4ndigkeit beider Partner zur intensiven Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verwertung von Kraftwerksreststoffen in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) zusammen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen der ersten Phase des Projektes sollten folgende Leistungen erbracht werden:<br \/>\n&#8211;\tTechnische Versuche mit simulierter Behandlungstrommel; zur Verarbeitung stehen differenzierte Verbrennungsprodukte der Profener Rohbraunkohle an;<br \/>\n&#8211;\tHerstellung von Probek\u00f6rpern und Formst\u00fccken unter Verwendung der vorbereiteten Asche; Grundlagenpr\u00fcfung auf Dichtigkeit und Best\u00e4ndigkeit bei Unterwasserlagerung;<br \/>\n&#8211;\tFestlegung spezifischer Parameter des Behandlungselementes auf der Grundlage der Versuchsergebnisse;<br \/>\n&#8211;\tKonstruktion des Behandlungselementes mit Einlaufbauwerk und -mechanik sowie Auslaufbauwerk;<br \/>\n&#8211;\tKonstruktion des spezifischen Anlagenkreislaufbehandlungselements, Br\u00fcdenabsaugung, Nassentstaubung, Wasserr\u00fcckf\u00fchrung;<br \/>\n&#8211;\tKonstruktion der Gesamtanlage unter Ber\u00fccksichtigung der G\u00fcteparameter, des Maschinenaufstellungsplanes und des Erd- und Stahlbaus;<br \/>\n&#8211;\tWirtschaftlichkeitsgutachten;<br \/>\n&#8211;\tWissenschaftliche Begleitung durch das Erdbaulabor G\u00f6ttingen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Pilotanlage wurde in der ersten Projektphase hinsichtlich der konstruktiven Auslegung von Anlagenkomponenten optimiert und in betriebswirtschaftlicher Hinsicht gepr\u00fcft und qualifiziert. F\u00fcr folgende Aufgabenkomplexe wurden L\u00f6sungen entwic kelt und wie beantragt planerisch bzw. konstruktiv umgesetzt:<br \/>\n&#8211;\tBaugrundverbesserung f\u00fcr den Standort der Anlage, (aufgesch\u00fcttetes Gel\u00e4nde),<br \/>\n&#8211;\tFestlegung der Verfahrenswege und -varianten, Konstruktion der Anlage;<br \/>\n&#8211;\tBestimmung der chemisch-physikalischen Eigenschaften von verfestigten Aschedispergaten und Einsatzbedingungen auf der Grundlage relevanter Vorschriften und Richtlinien (Eignungsnachweise);<br \/>\n&#8211;\tGutachten des vereidigten Wirtschaftspr\u00fcfungs-B\u00fcros Schnelle &#038; Partner, Bielefeld.<br \/>\nNach den Ausf\u00fchrungen der IVU GmbH wurde die Homogenisierung verschiedener Materialien (Filteraschen- und Komplexdispergate) durch Dispersoptimierung im Rahmen der Voruntersuchungen gutachterlich (Erdbaulabor G\u00f6ttingen; Wisstrans Umwelt Th\u00fcringen GmbH) best\u00e4tigt.<br \/>\nAus den verfahrenstypisch sich ergebenden M\u00f6glichkeiten, Kraftwerksaschen verschiedener Energieerzeugungsst\u00e4tten multivalent so aufzubereiten, dass ein breit gef\u00e4chertes Spektrum von Verwertungs-, Recycling- und Sanierungsvarianten erfasst werden kann, folgte die Auslegung der Pilotanlage. Die Bew\u00e4ltigung des Aufgabenkomplexes sollte mit hochleistungsf\u00e4higer innovativer Anlagentechnik erfolgen, die variable Betriebs- und Prozessf\u00fchrungsvarianten erm\u00f6glicht. Dar\u00fcber hinaus wurden Fragen des Korrosionsschutzes, des Verschlei\u00dfes, der Entstaubung, der Anlagensteuerung und der Weiterbehandlung von Fehlchargen im Rahmen der ersten Projektphase in der Theorie beantwortet.<br \/>\nDie IVU gestaltete die Anlage mit einer Annahmekapazit\u00e4t f\u00fcr BFA von 100 t pro Schicht konstruktiv und steuerungstechnisch so, dass sie flexibel auf verschiedene Aschetypen eingestellt werden konnte, den sicheren Winterbetrieb garantierte und als Produktionsanlage gleichberechtigt auch den gro\u00dftechnischen Versuchsbetrieb erm\u00f6glichte. Auf der Grundlage dieser gro\u00dftechnischen Versuche sollten k\u00fcnftig weitere spezifisch zugeschnittene Recyclinganlagen f\u00fcr andere Standorte konzipiert und realisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Voruntersuchungen der ersten Projektphase wurden gemeinsam mit Gutachtern diskutiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Gutachter waren aus wissenschaftlicher Sicht die grundlegenden Fragen nach den phasenmineralogischen bzw. physikochemischen Umwandlungsprozessen, die das Dispersopt-Verfahren ausmachen, offen geblieben. Die Gutachter best\u00e4tigten insgesamt den innovativen Charakter des Verfahrens, empfahlen jedoch vor dem Bau einer gro\u00dftechnischen Pilotanlage dringend, die tats\u00e4chlichen Umwandlungsprozesse bei der Behandlung der Aschen  zu untersuchen, um gesicherte wissenschaftliche Aussagen zu den stofflichen Ver\u00e4nderungen innerhalb des Dispersopt-Verfahrens machen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDas im Vorfeld von der DBU als Gutachter einbezogene Institut f\u00fcr Gesteinsh\u00fcttenkunde der RWTH Aachen erarbeitete daraufhin einen Projektantrag, um gemeinsam mit der IVU GmbH die wissenschaftlichen Voruntersuchungen der Verfahrensgrundlagen durchzuf\u00fchren. Damit sollte das Verfahren einerseits optimiert und andererseits insgesamt wissenschaftlich-technisch abgesichert werden. Der Projektantrag AZ 05871 Wissenschaftliche Voruntersuchung der Verfahrensgrundlagen f\u00fcr die Ascheverwertung nach dem Dispersopt-Verfahren der RWTH Aachen wurde der DBU im Juni 1994 vorgelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die IVU GmbH hatte das so genannte Dispersopt-Verfahren zur komplexen Verwertung von Verbrennungsprodukten westelbischer Rohbraunkohle im kleintechnischen Bereich in erster Linie durch Empirie entwickelt. Das Verfahren wurde als \u00f6kologisch sinnvolle Verwertungsl\u00f6sung f\u00fcr kompliziert aufzubereitende Kraftwerksreststoffe angesehen. 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