{"id":18756,"date":"2023-07-13T15:13:01","date_gmt":"2023-07-13T13:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08835-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:02","slug":"08835-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08835-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (2): Optimierung der an Ausl\u00e4nder gerichteten \u00d6ffentlichkeitsarbeit zur Einf\u00fchrung der Biotonne am Beispiel der Stadt Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war es, ausl\u00e4ndische Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger bei der Einf\u00fchrung der Biotonne in der kommunalen \u00d6ffentlichkeitsarbeit so zu integrieren, dass Ihr Bewusstsein f\u00fcr dieses Thema verbessert und ihre Teilnahmequote an der Biom\u00fcllsammlung m\u00f6glichst erh\u00f6ht wird. Dazu sind sprach-, kultur- und sozialspezifische Voraussetzungen zu ber\u00fccksichtigen. Angesichts der Tatsache, dass in deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten inzwischen bis zu 25 % und mehr nicht-deutsche Einwohner\/innen leben, sollte f\u00fcr diese Zielgruppe eine spezielle Kommunikationsstrategie entwickelt werden. Anlass des Projektes bietet die Einf\u00fchrung der Biotonne in der Landeshauptstadt Stuttgart.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Informationsbeschaffung \/ Umfrage<br \/>\n&#8211; Konkretisierung der Planung und Abstimmung mit den Kooperationspartnern<br \/>\n&#8211; Auswahl der Stadtteile in Absprache mit der Stadt Stuttgart<br \/>\n&#8211; Sichtung der verf\u00fcgbaren Quellen, bundesweite Recherche bei kommunalen Abfallexperten<br \/>\n&#8211; Umfrage unter ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrger\/innen in Stuttgart<br \/>\n&#8211; Entwicklung einer Kommunikationsstrategie<\/p>\n<p>2. Pilotversuch in Stuttgart<br \/>\n&#8211; Die in der ersten Phase entwickelte Kommunikationsstrategie wird in einem Stadtteil Stuttgarts umgesetzt und getestet. Dabei sollten vor allem innovative Ans\u00e4tze oder herk\u00f6mmliche Methoden in neuen Zusammenh\u00e4ngen zur Anwendung kommen.<\/p>\n<p>3. Leitfaden f\u00fcr andere Kommunen<br \/>\nAls Ergebnis des Projektes wurden Handlungsempfehlungen f\u00fcr Kommunen erarbeitet, die in einem bun-desweit verteilten Leitfaden \u00fcbersichtlich zusammen gefasst wurden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bausteine des Projekts im \u00dcberblick<br \/>\n\u00b7 Bundesweite Recherche zu den Erfahrungen anderer Kommunen beim Thema abfallbezogene \u00d6ffentlichkeitsarbeit und ausl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung<br \/>\n\u00b7 Befragung ausl\u00e4ndischer Haushalte im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt<br \/>\n\u00b7 Haushaltsanschreiben in jeweiliger Muttersprache zur Einf\u00fchrung der Biotonne gezielt an nicht-deutsche Haushalte<br \/>\n\u00b7 Mehrsprachige Informationsbrosch\u00fcre an alle Biotonnen-Nutzer<br \/>\n\u00b7 Farbige Aufkleber f\u00fcr Vorsortiergef\u00e4\u00dfe bildhaften Sortierhinweisen<br \/>\n\u00b7 Presseartikel in italienischen, griechischen und t\u00fcrkischen Medien in Stuttgart<br \/>\n\u00b7 Presseartikel in deutschsprachigen Medien<br \/>\n\u00b7 H\u00f6rfunkbeitrag im Ausl\u00e4nderradio<br \/>\n\u00b7 Angebot von Info-Veranstaltungen mit ausl\u00e4ndischen Kulturvereinen<br \/>\n\u00b7 Schulstunden in Klassen mit hohen Ausl\u00e4nderanteilen<br \/>\n\u00b7 Infoverteilung an Kinderarztpraxen<br \/>\n\u00b7 Gezielte Ansprache von Wohnbau- und Verwaltungsgesellschaften<br \/>\n\u00b7 Infoveranstaltung mit Hausmeister\/innen<br \/>\nAktion mit Gem\u00fcseh\u00e4ndlern als Multiplikatoren<br \/>\nAnpassung der klassischen Medien der \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr die Zielgruppe:<br \/>\nUm die Zielgruppe der nicht-deutschen Bev\u00f6lkerung bei der Einf\u00fchrung der Biotonne optimal anzusprechen, ist es notwendig, die klassischen Medien und Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit entsprechend anzupassen. Dazu geh\u00f6ren mehr muttersprachliche Informationen, eine m\u00f6glichst verst\u00e4ndliche und klare Sprache. Weiter ist eine bildgest\u00fctzte Kommunikation zu empfehlen.<br \/>\n\u00dcber 90 Prozent der interviewten Personen hielten es f\u00fcr sinnvoll und wichtig, dass Migrant\/innen in ihrer jeweiligen Muttersprache \u00fcber kommunale Angelegenheiten informiert werden (Informationsschriften der Stadt, Einbeziehung fremdsprachiger Medien etc.)<br \/>\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit \u00fcber Multiplikatoren:<br \/>\nDie bei uns lebenden Migrant\/innen sprechen sehr viele verschiedene Sprachen. Vor allem die \u00c4lteren der ersten Generation mit eingeschr\u00e4nkten Deutschkenntnissen sind \u00fcber die herk\u00f6mmlichen Wege der \u00d6ffentlichkeitsarbeit nur bedingt zu erreichen. Bei der Befragung rangierte der Wunsch nach pers\u00f6nlicher Information an erster Stelle. Dies sollte jedoch vorrangig durch bekannte Personen und weder durch Fremde noch an der Haust\u00fcre geschehen. Auch unter Kostengesichtspunkten sollte deshalb versucht werden, den Kontakt zu ihnen \u00fcber Multiplikatoren zu suchen.<br \/>\nSpezielle Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Gro\u00dfwohnanlagen:<br \/>\nDie bundesweite Recherche bei verschiedenen Kommunen hat eindeutig gezeigt, dass vor allem in stark verdichteten, innerst\u00e4dtischen Bezirken Probleme mit der Abfallsortierung auftreten. Dies liegt nach \u00fcbereinstimmender Aussage der Entsorgungstr\u00e4ger vor allem an der Sozialstruktur in diesen Gebieten. Um bei diesen ung\u00fcnstigen Rahmenbedingungen Akzeptanz f\u00fcr abfallwirtschaftliche Ma\u00dfnahmen zu gewinnen, sollten spezielle Konzepte zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr Gro\u00dfwohnanlagen entwickelt werden. Dabei spielen die Hausmeister\/innen als Multiplikatoren eine Schl\u00fcsselrolle.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Verbreitung der Projektergebnisse soll der Leitfaden mit den Handlungsempfehlungen f\u00fcr Kommunen (s. o.) \u00fcber den deutschen St\u00e4dtetag, den Landkreistag und den Verband der kommunalen Stadtreinigungsbetriebe verteilt bzw. angeboten werden. Hinzu kommt noch die Bewerbung des Leitfadens \u00fcber einschl\u00e4gige Medien.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bei der an die ausl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung gerichteten \u00d6ffentlichkeitsarbeit ist es unabdingbar, die einzelnen Bausteine nicht isoliert durchzuf\u00fchren, sondern in ein umfassendes Gesamtkonzept einzupassen, das seinerseits in das Integrationskonzept der Kommune eingebettet ist. Vereinzelte Ma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit mit der Zielgruppe Migrant\/innen k\u00f6nnen aufgrund der Rahmenbedingungen in der Kommunikation mit der Stadtverwaltung scheitern, da sie als isoliert wahrgenommen werden und ihre Zielrichtung gegebenenfalls falsch interpretiert wird. Die Einbettung der abfallbezogenen \u00d6ffentlichkeitsarbeit in ein integrationspolitisches Gesamtkonzept sehen wir als eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine weitgehende und effektive Vermittlung der abfallwirtschaftlichen Inhalte an diese gro\u00dfe Minderheit in deutschen Kommunen. Vor allem die erfolgreiche Einbeziehung von Multiplikatoren h\u00e4ngt stark von der Existenz eines schl\u00fcssigen Integrationskonzeptes ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war es, ausl\u00e4ndische Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger bei der Einf\u00fchrung der Biotonne in der kommunalen \u00d6ffentlichkeitsarbeit so zu integrieren, dass Ihr Bewusstsein f\u00fcr dieses Thema verbessert und ihre Teilnahmequote an der Biom\u00fcllsammlung m\u00f6glichst erh\u00f6ht wird. Dazu sind sprach-, kultur- und sozialspezifische Voraussetzungen zu ber\u00fccksichtigen. 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