{"id":18745,"date":"2023-07-13T15:14:43","date_gmt":"2023-07-13T13:14:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11519-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:44","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:44","slug":"11519-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11519-01\/","title":{"rendered":"Trocknung von wasserl\u00f6slichen Lacken mit trockener Luft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zur Zeit werden wasserl\u00f6sliche Lacke mit einem hohen Energieaufwand bei Temperaturen zwischen ca. 60 und 150\u00b0C getrocknet. Um diesen Energieaufwand zu reduzieren, soll die Trocknung dieser Lacke mit trockener Luft erfolgen. Dazu sind die abs. Feuchte und Temperatur der Trocknungsluft und die Trocknungszeiten theoretisch sowie auch in Versuchen zu ermitteln. Es soll eine Versuchsanlage entwickelt werden, mit der dieses Trocknungsverfahren unter Produktionsbedingungen durchgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden- Zur Durchf\u00fchrung des Vorhabens m\u00fcssen verschiedene theoretische Grundlagen erarbeitet werden.<br \/>\n&#8211; Die von Lackherstellern und Anlagenbauern gestellten Anforderungen an die Lacktrocknung sind zu kl\u00e4ren. Auf Basis dieser Anforderungen soll der Trocknungsproze\u00df festgelegt werden.<br \/>\n&#8211; Parallel ist eine Laboranlage zu berechnen, zu konstruieren und zu bauen.<\/p>\n<p>\u00dcber einen Zeitraum von ca. 5 Monaten werden Trocknungsversuche durchgef\u00fchrt. Dabei sollen Auslegungskenngr\u00f6\u00dfen ermittelt und die theoretischen Grundlagen best\u00e4tigt werden. Es sollen die Einfl\u00fcsse verschiedener Fakten wie z.B. Luftfeuchte, Temperatur, Luftgeschwindigkeit, Qualit\u00e4t und Trocknungszeiten untersucht werden, um sie f\u00fcr sp\u00e4tere Anlagenauslegungen zugrunde legen zu k\u00f6nnen.  Diese Versuche sind mit verschiedenen Lackmaterialien durchzuf\u00fchren. Die Ergebnisse sind jeweils mit Lackherstellern und Anlagenbauern zu diskutieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das neuentwickelte Trocknungsverfahren weist gegen\u00fcber dem Stand der Technik folgende Vorteile auf:<br \/>\n&#8211; Geringere Investitions- und Betriebskosten:<br \/>\nNach Bewertungen der Investitionskosten, auch von Seiten unabh\u00e4ngiger Anlagenbauer ergeben sich Reduzierungen um bis zu 40 % sowie eine Reduzierung der Betriebs- und Energiekosten von bis zu 70 %.<br \/>\n&#8211; Reduzierung der Trockenzeiten und Anlagenl\u00e4ngen:<br \/>\nDie Reduzierung der reinen Trockenzeit ist unwesentlich. Beim Vergleich der Anlagenl\u00e4ngen (konventionelles System mit K\u00fchlzone zu Hygro-System ohne K\u00fchlzone) ergibt sich jedoch eine Reduzierung um ca. 20 %.<br \/>\n&#8211; Keine K\u00fchlstrecke:<br \/>\nDurch die niedrigen Temperaturen kann eine K\u00fchlzone komplett entfallen. Allein hieraus resultieren erhebliche Einsparungen an Energie (K\u00fchlzonenventilatoren und K\u00fchlregister entfallen).<br \/>\n&#8211; Kein Aufheizen des Trocknungsgutes:<br \/>\nDurch das Entfeuchten der Luft wird der Dampfpartialdruck der Umluft gesenkt, ein Aufheizen der Umluft und somit des Trockengutes ist nicht erforderlich. Hieraus resultiert eine erhebliche Einsparung von Energie (Materialaufw\u00e4rmung, Transmissionsverlust, Schleusenverlust, Aufheizen der Frischluft).<br \/>\n&#8211; Keine \u00dcberhitzungsgefahr des Trockengutes:<br \/>\nDurch die niedrige Trockentemperatur (20 -40 \u00ba C) besteht keine Gefahr der \u00dcberhitzung des Trockengutes bei einem eventuellen F\u00f6rderstillstand.<br \/>\n&#8211; Unproblematisches Trocknen von temperaturempfindlichen Teilen:<br \/>\nDurch die niedrige Trockentemperatur ist es unproblematisch, temperaturempfindliche Teile (Kunststoff, fertig montierte Teile mit Schmierstoffen und Dichtungen usw.) zu trocknen.<br \/>\n&#8211; Keine Kondensatbildung:<br \/>\nDurch ein Kleinklima mit definierter Feuchte ist sichergestellt, da\u00df die Unterschreitung der Taupunkttemperatur im Trocknertunnel nicht erfolgen kann und somit Kondensatbildung ausgeschlossen ist.<br \/>\n&#8211; Stabile Trockenverh\u00e4ltnisse:<br \/>\nDurch das geregelte Kleinklima im Trockentunnel ist das Verfahren vollkommen unabh\u00e4ngig von der witterungsabh\u00e4ngigen Feuchte der Hallen- oder Umgebungsluft.<br \/>\n&#8211; Die L\u00f6semittelemission bzw. L\u00f6semittelbelastung der Umwelt kann bei einem geeigneten Verfahren zum Trennen der Restl\u00f6semittel aus dem ausgetragenen Kondensat nahezu g\u00e4nzlich entfallen. Allerdings sind hier noch Langzeitversuche unter Produktionsbedingungen erforderlich.<br \/>\n&#8211; Festgestellt wurde, da\u00df der Lackaufbau bei dem Hygro-Trockenverfahren mit wesentlich geringeren L\u00f6semittelmengen auskommen kann. Angeregt durch unsere Trockenversuche widmen sich bereits einige Lackhersteller dieser Aufgabenstellung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; Gezielte Information von Anlagenbetreibern, Anlagenbauern und Lacklieferanten, um die neue Technik vorzustellen.<br \/>\n&#8211; Versuche mit Anwendern.<br \/>\n&#8211; Zur European Coating Show 99 in N\u00fcrnberg wurde ein Prospekt aufgelegt.<br \/>\n&#8211; Publikation in I-Lack 9\/99.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus technischer Sicht sind die Projektergebnisse positiv zu bewerten. Die gesteckten Ziele wurden erreicht. Hinsichtlich der zuk\u00fcnftigen Vermarktung des neuen Trockenverfahrens sind aber noch wesentliche Aufwendungen erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zur Zeit werden wasserl\u00f6sliche Lacke mit einem hohen Energieaufwand bei Temperaturen zwischen ca. 60 und 150\u00b0C getrocknet. Um diesen Energieaufwand zu reduzieren, soll die Trocknung dieser Lacke mit trockener Luft erfolgen. Dazu sind die abs. Feuchte und Temperatur der Trocknungsluft und die Trocknungszeiten theoretisch sowie auch in Versuchen zu ermitteln. 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