{"id":18738,"date":"2023-07-13T15:08:29","date_gmt":"2023-07-13T13:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01561-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:30","slug":"01561-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01561-01\/","title":{"rendered":"Errichtung einer bau- und dachkeramischen Produktionsst\u00e4tte im Kreis Bautzen (Sachsen) unter Ber\u00fccksichtigung umweltrelevanter Gesichtspunkte und rationeller Energienutzung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der steigende Anteil von Tondachziegeln an den Eindeckmaterialien des steilen Daches geht einher mit der Forderung nach verbesserten G\u00fcteeigenschaften. Durch den Einsatz innovativer Technologien soll sowohl eine Scherbenversinterung erreicht werden (Ausgangspunkt der Qualit\u00e4tsoptimierung) als auch eine Prim\u00e4renergie- und CO2-Reduzierung nachgewiesen werden. Schlie\u00dflich soll das Entwicklungsvorhaben im Rahmen einer \u00f6konomisch-\u00f6kologischen Bilanzierung unter Ber\u00fccksichtigung der erfa\u00dfbaren verfahrens- und anwendungstechnischen Kriterien analysiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurch eine qualit\u00e4tsorientierte Rohstoffauswahl, Versatzentwicklung sowie Anwendung der Trocken-Feinaufbereitung wurden zun\u00e4chst die Voraussetzungen f\u00fcr die Herstellung eines keramisch hochwertigen und extrem leichten Strangdachziegels geschaffen.<br \/>\nAuf der Basis einer Massestabilisierung wurden analog der Spaltplattenherstellung die verschiedenen Strangdachziegelarten als r\u00fcckseitig mit Soll-Trennstellen verbundene Doppelexemplare vertikal stehend steifextrudiert. Abl\u00e4ngen, Rundstanzen, Vorkerben und Nasenschneiden erfolgte nach einer neuen Schneidetechnik.<br \/>\nDie Merkmale dieses innovativen Formgebungsverfahrens erm\u00f6glichten bei den weiteren Verfahrensstufen Trocknen und Brennen einen formlingstr\u00e4ger- und brennhilfsmittelfreien Produktionsablauf mit signifikanter Energie- und damit CO2-Reduzierung.<br \/>\nIn einer projektbegleitenden \u00d6kobilanzierung wird anstelle der seither g\u00e4ngigen Betrachtung des Wertes kg CO2\/kg Ziegel die volkswirtschaftlich relevantere Kennziffer kg CO2\/m\u00b2 Dachfl\u00e4che ermittelt und \u00fcber die Bildung eines CO2-Koeffizienten mit konventionellen Branchen-Daten verglichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Auswahl der Rohstoffkomponenten (Tone und Hartstoffe) erm\u00f6glichte in Verbindung mit der plastizit\u00e4tsf\u00f6rdernden Trockenfeinmahlung das Extrudieren eines steifen Pre\u00dfstranges mit einem Anmachewassergehalt von ca. 17 %. Die hierbei erreichte Eigenstandfestigkeit konnte f\u00fcr die vertikale Ausformung eines r\u00fcckseitig mit Trennstegen verbundenen Biberschwanz-Zwillings nach Vorbild der Spaltplatten-Fertigung genutzt werden. Diese Formgebungsmethode wiederum ist Voraussetzung f\u00fcr die Energie- und CO2-mindernde Modifizierung der herk\u00f6mmlichen Verfahrensstufen Trocknen und Brennen. Die Funktion des entwickelten Spezialabschneiders, die aus Impulsregelung, pneumatischem Vorkerben, Rundungs- und Nasenschneiden, Stanzen und Abl\u00e4ngen besteht, konnte erfolgreich getestet werden.<br \/>\nDie durch Sinterkomponenten, Rohstoffkonditionierung sowie Grad des Feinaufschlusses gewonnenen Eigenschaftsverbesserungen erm\u00f6glichten eine Reduzierung der beim Biberschwanzziegel \u00fcblichen Dicken um 20 &#8211; 25 %. Die Verringerung des Scherbengewichtes hat signifikanten Einflu\u00df auf die anwendungstechnische Komponente eines CO2-Koeffizienten, \u00fcber dessen Vergleichscharakter das Demonstrationsvorhaben in einer ganzheitlichen \u00d6kobilanzierung bewertet wird.<br \/>\nAm Beispiel des Biberschwanzziegels konnte nachgewiesen werden, da\u00df die nach einer modifizierten Spaltplattentechnologie gefertigten Strangdachziegel formlingstr\u00e4ger- und brennhilfsmittelfrei getrocknet bzw. gebrannt werden k\u00f6nnen. Die Formlinge werden in steifplastischem Zustand zweilagig direkt auf Tunnelofenwagen-Leichtkonstruktionen abgesetzt und durchlaufen ein w\u00e4rmeenergetisch optimiertes zweietagiges Verbundaggregat aus Trocken- und Brennkanal.<br \/>\nBeim Strangdachprodukt S-Pfanne ergaben sich durch das geschwungene Oberfl\u00e4chendesign auspre\u00dftechnische Schwierigkeiten, die doppelpaarig bedingt zu unterschiedlichem Strangvortrieb f\u00fchrten. Das abhilfsweise angewendete horizontale Extrudieren erforderte trotz steifplastischer Konsistenz einen separaten Formlingstr\u00e4ger-Umlauf, wohingegen der Verzicht auf Brennhilfsmittel durch den gew\u00e4hlten einlagigen Ofenwagen-Flachbesatz beibehalten werden konnte.<br \/>\nDie w\u00e4rmeenergetische Vermessung des Projekts am Produkt Biber durch ein neutrales Institut best\u00e4tigte das erwartete Energie-Einsparpotential der neuen Verfahrenstechnik.<br \/>\nHauptbewertungsfaktor des Vorhabens in einer \u00f6kologisch-\u00f6konomischen Bilanzierung ist ein CO2-Koeffizient, der sich aus einer Zahlenwertgleichung errechnet, die sowohl die spezifischen Kennziffern des CO2-\u00c4quivalents aus der Produktion als auch aus der Anwendung ber\u00fccksichtigt. Hiernach erf\u00fcllt das Demonstrationsobjekt den Anspruch auf Vorbild.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Tag der offenen T\u00fcr f\u00fcr die Fachbranche, Darstellung des Projektes in den Fachzeitschriften: ZI-Ziegelindustrie International, Keramische Zeitschrift, CfI-Ceramic forum International, DDH-Dachdeckerhandwerk, DDM-Dachdeckermeister, DZ-Dachdeckerzeitung.<br \/>\nGesonderte breitgestreute Presse-Aktion zum Thema \u00d6ko-Vorbildfunktion.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Demonstrationsobjekt best\u00e4tigt f\u00fcr Strangdachziegel die durch Anwendung einer neuartigen Technologie erwartete Energie- und CO2-Reduzierung. Zus\u00e4tzliches Potential besteht bei der S-Pfanne in der Weiterentwicklung der vertikalen Extrusion. Die verfahrenstechnische Innovation f\u00fchrt zusammen mit dem anwendungstechnisch optimierten Produkt zu einer positiven Beurteilung des durchgef\u00fchrten Projektes in einer durch neue Bewertungs-Ans\u00e4tze gekennzeichneten \u00d6kobilanz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der steigende Anteil von Tondachziegeln an den Eindeckmaterialien des steilen Daches geht einher mit der Forderung nach verbesserten G\u00fcteeigenschaften. Durch den Einsatz innovativer Technologien soll sowohl eine Scherbenversinterung erreicht werden (Ausgangspunkt der Qualit\u00e4tsoptimierung) als auch eine Prim\u00e4renergie- und CO2-Reduzierung nachgewiesen werden. 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