{"id":18675,"date":"2023-07-13T15:08:29","date_gmt":"2023-07-13T13:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01545-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:30","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:30","slug":"01545-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01545-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Umsetzung integrierter Pflanzenschutzverfahren in wiedereingerichteten Feldbaubetrieben Ostdeutschlands."},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In 2 Demonstrationsbetrieben sollten komplexe Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes erprobt und analysiert werden. Dabei galt es nachzuweisen, da\u00df Landwirte f\u00e4hig sind, ein Konzept des IPS mit Hilfe der Beratung in praktizierten und im Vergleich zu nicht gef\u00f6rderten Betrieben mindestens 20 % weniger chemische Pflanzenschutzmittel anzuwenden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wurden schriftliche Konzeptionen des integrierten Pflanzenschutzes im Feldbau ausgearbeitet und 2 junge Landwirtschaftsbetriebe (Wiedereinrichter) in Ostdeutschland ausgew\u00e4hlt, ein Betrieb im Land Brandenburg auf einem weniger fruchtbaren Standort (Fl\u00e4ming) und ein anderer in Sachsen-Anhalt auf einem sehr fruchtbaren Standort (Magdeburger B\u00f6rde).<br \/>\nDie Betriebe erhielten eine allgemeine und Vorortberatung und Unterst\u00fctzung bei der \u00dcberwachung. F\u00fcr einige \u00f6kologisch begr\u00fcndete Ma\u00dfnahmen gab es auch materielle Unterst\u00fctzung.<br \/>\nSchlie\u00dflich wurde ein Bewertungsmodell entwickelt und damit die Umsetzung des IPS-Konzeptes durch die Landwirte analysiert.<br \/>\nZu einem Vergleich mit anderen Betrieben sollten die Umweltentlastung und die \u00f6konomischen Effekte des integrierten Konzeptes gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ausarbeitung der betriebsbezogenen Konzepte f\u00fcr den integrierten Pflanzenschutz erwies sich als kein entscheidendes Problem. Aber die Landwirte akzeptierten nur einfache, gut gestaltete Anleitungsmaterialien.<br \/>\nDie Landwirte der j\u00fcngeren Betriebe waren im Pflanzenschutz besonders unsicher und sch\u00e4tzten die Vorortberatung sehr. Sie lie\u00dfen sich in der Regel in ihren Entscheidungen beeinflussen. Im Zweifelsfall entschieden sie zumeist f\u00fcr eine Bek\u00e4mpfung.<br \/>\nDas Monitoring eines Fachmanns beanspruchte ca. 15 min\/ha (15 DM\/ha), zus\u00e4tzlich fielen 25 % f\u00fcr Fahrten und Beratung an. F\u00fcr eine Bonitur waren 1-2 h\/Feld erforderlich.<br \/>\nRealisierte der Landwirt das Monitoring selbst, wurde wesentlich mehr Zeit ben\u00f6tigt,<br \/>\ner mu\u00dfte sich z. B. belesen. Zeit f\u00fcr die \u00dcberwachung hatte der Landwirt in der Regel genug. Im Herbst hatte er aber keine Zeit.<br \/>\n\u00d6konomische Zw\u00e4nge bestimmten Fruchtfolge, Aussaatzeiten und Sorten. Deshalb hatten entsprechende Idealvorstellungen des integrierten Pflanzenschutzes kaum eine Chance.<br \/>\nDie Optimierung der Unkrautbek\u00e4mpfung stellte sich f\u00fcr die Landwirte als sehr anspruchsvoll aber machbar heraus. Herbizidverzicht trug ein hohes Risiko.<br \/>\nDurch Konzeption und Beratung des integrierten Pflanzenschutzes konnte die Intensit\u00e4t der Pflanzenschutzmittelanwendungen bei allen Kulturen gesenkt werden. Das galt vor allem bei Herbiziden.<br \/>\n\u00d6kologische Wirkungen (N\u00fctzlinge) wurden vom Landwirt kaum und \u00f6kologische Forderungen (Landschafts- Natur- und Artenschutz) nur restriktiv oder als bezahlte Leistung ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nDie Erfahrungen mit dem speziell entwickelten Bewertungsmodell, das von einem idealisierten Leitbild des integrierten Pflanzenschutzes ausgeht, waren gut.<br \/>\nDas Konzept des integrierten Pflanzenschutzes wurde trotz extrem hoher Beratung nur zu 70 &#8211; 80 % umgesetzt. Das war aber angesichts der harten \u00f6konomischen Rahmenbedingungen kein schlechtes Ergebnis.<br \/>\nAuf der Grundlage der Erfahrungen und Ergebnisse des Projektes wurde f\u00fcr Landwirte eine methodische Anleitung zum integrierten Pflanzenschutz im Feldbau zusammengestellt und als Arbeitsheft publiziert. Sie soll 1997 gemeinsam mit den Amtlichen Pflanzenschutz-Diensten erprobt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pluschkell, U. (1996): Untersuchungen zur Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes am Beispiel wiedereingerichteter Feldbaubetriebe Ostdeutschlands.<br \/>\nDiss. Univ. Halle\/S., 102 S.<\/p>\n<p>Pluschkell, U. u. Pallutt, B. (1996): Z. Pflanzenkrankh. Pflanzenschutz, Sonderh. XV,<br \/>\nS. 141-147<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Durchsetzung eines Konzeptes des integrierten Pflanzenschutzes in Feldbaubetrieben erwies sich als machbar, allerdings nur auf der Grundlage einer Anleitung und st\u00e4ndigen Beratung.<br \/>\n\u00d6konomische Zw\u00e4nge schr\u00e4nkten die Praktizierung nichtchemischer Pflanzenschutz-Verfahren stark ein. \u00d6kologische Wirkungen und Forderungen wurden vom Landwirt nur restriktiv oder als bezahlte Leistungen ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nDas Konzept des integrierten Pflanzenschutzes konnte zur Reduzierung der Pflanzenschutzmittelanwendung beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In 2 Demonstrationsbetrieben sollten komplexe Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes erprobt und analysiert werden. 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