{"id":18665,"date":"2023-07-13T15:14:07","date_gmt":"2023-07-13T13:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10640-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:08","slug":"10640-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10640-01\/","title":{"rendered":"Begleitung des Demonstrationsvorhabens zur ganzheitlichen \u00f6kologischen Siedlungsplanung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die DBU hat im Jahr 1995 ein Demonstrationsvorhaben zur \u00f6kologischen Siedlungsplanung ausgeschrieben. Dabei wurden 16 Projekte von einer Fachjury f\u00fcr eine F\u00f6rderung ausgew\u00e4hlt. Vom IES wurde eine kontinuierliche Zielkontrolle und Qualit\u00e4tssicherung vorgenommen, um die Einhaltung der formulierten Qualit\u00e4tsstandards in einzelnen Handlungsfeldern sicherzustellen. Die ausgew\u00e4hlten Projekte wurden fachlich und beratend begleitet. Weiterhin wurden nachgereichte F\u00f6rderantr\u00e4ge in einer Vorpr\u00fcfung bewertet und qualifiziert, damit die Jury die besten Konzepte daraus nachtr\u00e4glich f\u00fcr die F\u00f6rderung ausw\u00e4hlen konnte. <\/p>\n<p>Zur Bewertung und Qualifizierung wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, der folgende Bereiche umfa\u00dft:<br \/>\n\u00b7 Integration der Umweltbereiche Energie, Hochbau, Verkehr, (Ab-) Wasser, Boden, Abfall;<br \/>\n\u00b7 Kooperation der Planungsbeteiligten, insbesondere Arbeitsformen der projektbezogenen Zusammenarbeit;<br \/>\n\u00b7 Ber\u00fccksichtigung der Erfahrungen aus Modellprogrammen zum kosten- und fl\u00e4chensparenden Bauen, zur Selbst- und Gemeinschaftshilfe.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Beratungs- und Begleitkonzept beinhaltet:<br \/>\n\u00b7 Bewertung und Qualifizierung der in den Jahren 1996 bis 1997 nachgereichten F\u00f6rderantr\u00e4ge (Vorpr\u00fcfung);<br \/>\n\u00b7 Durchf\u00fchrung von zwei Beratungs- und Vernetzungswerkst\u00e4tten zum Erfahrungsaustausch;<br \/>\n\u00b7 Dokumentation der kontinuierlichen Projektberichterstattung und im Proze\u00df entstandenen fachlichen Beratungsbedarfe.<\/p>\n<p>Inhaltlich orientiert sich das Beratungs- und Begleitkonzept an neuen umweltrelevanten Qualit\u00e4tsstandards verschiedener Handlungsfelder. Es handelt sich um folgende Bereiche: St\u00e4dtebau, Energie, Hochbau, Verkehr, (Ab-) Wasser, Boden\/Freifl\u00e4che, Klima\/Luft, Abfall, \u00f6rtliche Vernetzung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Innerhalb des Demonstrationsvorhabens wurde deutlich, da\u00df sich f\u00fcr Kommunen, die sich im Bereich einer nachhaltigen Siedlungsplanung engagieren, weitreichende Chancen ergeben:<br \/>\n\u00b7 Imagegewinn durch glaubhafte Vorbild- und Multiplikatorfunktion;<br \/>\n\u00b7 Schaffung zukunftsf\u00e4higer (regionaler) Arbeitspl\u00e4tze (Qualifizierung des Handwerks);<br \/>\n\u00b7 Innovative und nachhaltige Siedlungskonzepte entlasten kommunale und private Haushalte;<br \/>\n\u00b7 Gestiegene Umweltqualit\u00e4t gewinnt als Wirtschafts- und Standortfaktor zunehmend an Bedeutung. <\/p>\n<p>Anhand der Erfahrungen wurden folgende wesentlichen Erfolgsfaktoren abgeleitet:<br \/>\n\u00b7 Je eher die Planungsentscheidungen getroffen werden, desto weniger Kosten entstehen (Fehlplanungen f\u00fchren zu Mehrkosten);<br \/>\n\u00b7 Eine fr\u00fchzeitige Beteiligung aller Akteure ist notwendig, denn jede Ma\u00dfnahme ist nur so effizient, wie sie von den Nutzern mitgetragen wird (Nachhaltigkeit durch Partizipation);<br \/>\n\u00b7 Schaffung professioneller Strukturen f\u00fcr konstruktive Ideen (Lernende Planung);<br \/>\n\u00b7 Eine interdisziplin\u00e4re und fach\u00fcbergreifende Planung ist f\u00fcr die Entwicklung und Gew\u00e4hrleistung \u00f6kologischer Qualit\u00e4tsanforderungen entscheidend (Qualit\u00e4tsanw\u00e4lte);<br \/>\n\u00b7 Verwaltung sollte sich als Dienstleister verstehen (das kommunikative Rathaus);<br \/>\n\u00b7 Es sollte vermittelt werden, da\u00df trotz hoher \u00f6kologischer Qualit\u00e4tsstandards individuelles Bauen m\u00f6glich ist (Einheit in der Vielfalt);<br \/>\n\u00b7 \u00d6kologische Qualit\u00e4tsstandards sollten rechtlich bindend festgeschrieben werden (F- und B-Plan);<br \/>\n\u00b7 Es sollte aufgezeigt werden, da\u00df Wirtschaftlichkeit durch den Einsatz einer intelligenten Kombination von Ver- und Entsorgungssystemen m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durchf\u00fchrung von zwei Workshops zum Thema: \u00d6kologische Siedlungsentwicklung am 14.-15. Januar 1998 und 1.-2. Dezember 1998 in Hannover. Ziel der Veranstaltungen war es, innovative Ans\u00e4tze ausgew\u00e4hlter Beispiele einer \u00f6kologischen Siedlungsplanung vorzustellen und vertiefend zu diskutieren. Dabei waren die zentralen Fragestellungen:<br \/>\n\u00b7 Welche kommunalen Handlungsspielr\u00e4ume bestehen f\u00fcr eine Umsetzung \u00f6kologischer Siedlungsplanung?<br \/>\n\u00b7 Welche neuen Beteiligungsformen f\u00f6rdern die Umsetzung?<br \/>\n\u00b7 Welche Qualit\u00e4tsstandards gibt es in den verschiedenen \u00d6kobausteinen?<br \/>\n\u00b7 Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es zur Umsetzung \u00f6kologischer Qualit\u00e4tsstandards?<br \/>\n\u00b7 Welche Konflikte und Hemmnisse sind zu \u00fcberwinden?<br \/>\n\u00b7 Welche kreativen L\u00f6sungsans\u00e4tze k\u00f6nnen entwickelt werden?<br \/>\nWeiterhin erhielten die Projekttr\u00e4ger die Gelegenheit, ihre Vorhaben auf einem Markt der M\u00f6glichkeiten zu pr\u00e4sentieren. Zur Unterst\u00fctzung des Dialogs und des kontinuierlichen Kommunikations- und Informationsprozesses war es wichtig, da\u00df je Modellvorhaben sowohl die beteiligten Kommunalvertreter als auch Vertreter der dazugeh\u00f6rigen Planungsb\u00fcros miteinander vernetzt werden. Durch die Diskussionen und die Pr\u00e4sentation verschiedener Projekte konkretisierten sich w\u00e4hrend der Workshops die Vernetzungsstrukturen projekt\u00fcbergreifend.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzliche Erfahrungen, die die Projekttr\u00e4ger zwischen 1995 und 1998 gesammelt haben sind u. a.:<br \/>\n\u00b7 Steuerungsm\u00f6glichkeiten der \u00f6ffentlichen Hand werden noch unzureichend genutzt;<br \/>\n\u00b7 \u00d6kologische Qualit\u00e4tsanforderungen sollten im Grundsatz bereits im Fl\u00e4chennutzungsplan und in der Konkretisierung im Bebauungsplan festgeschrieben werden;<br \/>\n\u00b7 Baugenehmigungen und die Vergabe von F\u00f6rdermitteln sollten an die Einhaltung von Qualit\u00e4tsstandards gebunden werden;<br \/>\n\u00b7 Wert des \u00f6kologischen Bauens mu\u00df f\u00fcr die Nutzer erkennbar und nachvollziehbar sein;<br \/>\n\u00b7 Informations- und Moderationsaufgaben sollten zuk\u00fcnftig als Planungskosten angerechnet werden;<br \/>\n\u00b7 Sobald Preise die \u00f6kologische Wahrheit sagen, verbessern sich die Chancen einer nachhaltigen Siedlungsplanung wesentlich, da sie im Vergleich zum konventionellen Bauen konkurrenzf\u00e4hig wird;<br \/>\n\u00b7 Sonderprogramme und steuerliche Anreize sind weiterhin erforderlich, um von den Innovationen zur fl\u00e4chendeckenden Umsetzung einer nachhaltigen Siedlungsplanung zu gelangen.<br \/>\nAu\u00dferdem hat sich gezeigt, da\u00df eine erfolgreiche Umsetzung ma\u00dfgeblich von engagierten Schl\u00fcsselpersonen und politischen F\u00f6rderern abh\u00e4ngt (Planungssicherheit).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die DBU hat im Jahr 1995 ein Demonstrationsvorhaben zur \u00f6kologischen Siedlungsplanung ausgeschrieben. 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