{"id":18660,"date":"2023-07-13T15:11:33","date_gmt":"2023-07-13T13:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06601-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:34","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:34","slug":"06601-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06601-01\/","title":{"rendered":"Mobil im Saarpfalz-Kreis (Modellprojekt Querverkehr)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entwicklung eines innovativen Mobilit\u00e4tsmanagements f\u00fcr den Saarpfalz-Kreis: Entwicklung eines Kon-zeptes f\u00fcr die konventionelle Mobilit\u00e4tsberatung, Erprobung innovativer Formen der Mobilit\u00e4tsberatung im Rahmen einer erfahrungsvermittelnden Mobilit\u00e4tsberatung und enge Verzahnung der Verkehrsplanung mit der Mobilit\u00e4tsberatung. Ziel des Projektes ist es, dieses innovative Mobilit\u00e4tsmanagement in Form einer Mobilit\u00e4tszentrale f\u00fcr den Saarpfalz-Kreis zu institutionalisieren und langfristig zu etablieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt Mobil im Saarpfalz-Kreis gliederte sich in drei Phasen. In Phase 1, Mobil im Alltag &#8211; Aktion Der TEST, wurden durch konkrete Handlungsangebote (Bereitstellung qualitativ hochwertiger Fahrr\u00e4der, Fahrradausstattung und Bustickets) ausgew\u00e4hlten Testpersonen die Gelegenheit gegeben, ohne Autoverzicht Erfahrungen mit dem Umweltverbund zu sammeln. Die Aktion Der TEST wurde durch eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit vorbereitet und begleitet. Eine externe wissenschaftliche Evaluierung erfolgte mit Unterst\u00fctzung des saarl\u00e4ndischen Ministeriums f\u00fcr Umwelt, Energie und Verkehr. Weiter wurde das Ziel verfolgt, Aussagen dar\u00fcber zu machen, welche neuen und unkonventionellen Elemente der \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr die Verkehrsmittelwahl zugunsten des Umweltverbundes im Rahmen eines institutionalisierten Mobilit\u00e4tsmanagements im Saarpfalz-Kreis dauerhaft eingesetzt werden k\u00f6nnen. Mit der Test-Aktion wurde dar\u00fcber hinaus das Ziel verfolgt, Informationen \u00fcber die Nutzerfreundlichkeit der Infrastruktur des Umweltverbundes im Saarpfalz-Kreis zu erhalten.<br \/>\nIn Phase 2 Mobil zur Arbeit war das Ziel, aufbauend auf den Ergebnissen von Phase 1 durch Handlungsanreize wie eine Verbesserung der Erreichbarkeit von Arbeitsst\u00e4tten mit Verkehrsmitteln des Umweltverbundes im Saarpfalz-Kreis, die Bereitstellung von Schnuppertickets und Job-Tickets und eine betriebliche Mobilit\u00e4tsberatung den Anteil der Nutzer des Umweltverbundes auf dem Arbeitsweg zu erh\u00f6hen.In Phase 3 Mobil in der Freizeit war das Ziel, durch konkrete Angebotsverbesserungen des \u00d6ffentlichen Personennahverkehrs die Erreichbarkeit von attraktiven Freizeitzielen im Saarpfalz-Kreis zu erh\u00f6hen und dadurch den Anteil des Umweltverbundes am Freizeitverkehr zu steigern.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Aktion Der TEST stie\u00df aufgrund der breit angelegten \u00d6ffentlichkeitsarbeit auf eine hohe Resonanz in der Bev\u00f6lkerung und bei Institutionen. Obwohl die wissenschaftliche Evaluation, teils bedingt durch die angewandte Methodik, eine verhaltensstabilisierende Einstellungs\u00e4nderung der TEST-Teilnehmer zugunsten des Umweltverbundes nicht feststellen konnte, wurde w\u00e4hrend der Testphase eine signifikante Steigerung des Radverkehrsaufkommens festgestellt, die mit einer hohen Akzeptanz der zur Verf\u00fcgung gestellten Verhaltensangebote (qualitativ hochwertige Fahrr\u00e4der und Zubeh\u00f6r), der Schaffung eines positiven Meinungsklimas durch \u00d6ffentlichkeitsarbeit und der Betreuung durch das Projekt begr\u00fcndet werden kann. Die Kritik an der Radverkehrsinfrastruktur (kein Radwegenetz, fehlende Beschilderung) blieb verhalten. Dagegen verbesserte sich der \u00d6PNV-Anteil am Verkehrsaufkommen der Befragten nicht nennenswert, eine Folge zum Teil massiver Kritik an der Angebotsqualit\u00e4t des Busverkehrs in den Bereichen Fahrzeuge, Fahrplan und Tarif.<br \/>\nSchlu\u00dffolgerung: Der Erfolg einer erfahrungsvermittelnden Mobilit\u00e4tsberatung steht und f\u00e4llt mit einer f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bemerkbaren nutzerfreundlichen Optimierung der Verkehrsinfrastruktur im Umweltverbund. Aufgrund dieser Erkenntnisse, die bereits w\u00e4hrend der Testphase durch die Projektmitarbeiter aufgrund der R\u00fcckmeldungen der Test-Teilnehmer gewonnen wurden, wurde im Projekt ein weiterer Schwerpunkt auf die Verbesserung der Angebotsstrukturen im \u00d6PNV und im Radverkehr gesetzt. Das Projekt entwickelte sich einerseits zu einer Koordinationsstelle im \u00d6PNV zwischen dem Landkreis Saarpfalz als Aufgabentr\u00e4ger im \u00d6PNV Bus und der im Saarpfalz-Kreis t\u00e4tigen Regionalbus Saar-Westpfalz GmbH als Verkehrsdienstleister und andererseits als Koordinationsstelle zwischen den f\u00fcr die Radverkehrsinfrastruktur zust\u00e4ndigen kommunalen Stellen, der Saarpfalz-Touristik und der saarl\u00e4ndi-schen Landesregierung.<br \/>\nSchwerpunkt von Mobil im Saarofalz-Kreis in der zweiten Projektphase war die betriebliche Mobilit\u00e4tsberatung des Kooperationspartners Universit\u00e4tskliniken Homburg, mit rund 6000 Besch\u00e4ftigten, 2000 Studierenden und t\u00e4glich 600 ambulanten Patienten einer der bedeutendesten Verkehrserzeuger im Saarpfalz-Kreis. Ziel der Beratung war die Initiierung geeigneter Ma\u00dfnahmen zur Verlagerung gr\u00f6\u00dferer Verkehrsanteile auf den Umweltverbund wobei die Einbeziehung von Verwaltungsspitze und Belegschaft in den Diskussionsprozess im Rahmen einer Projektsteuerungsgruppe und von Arbeitsgruppen zur Erh\u00f6hung der Akzeptanz der Ma\u00dfnahmen ein Schwerpunkt war. Die optimale Anbindung der Universit\u00e4tsklini-ken an den neuen Stadtbus Homburg (Start: Oktober 1998) und die Einrichtung von 850 Fahrradabstellanlagen sind wesentliche Ergebnisse des Projektes. Entsprechend den Projektinhalten und -zielen wurde in der dritten Projektphase die Akzeptanz einer Angebotsverbesserung im Freizeitverkehr in Kombination mit einem intensiven Marketing getestet. Ergebnis: Die Konzeption, mit einem sehr guten Fahrplanangebot, g\u00fcnstigen zielgruppenorientierten Tarifen und hochwertigen Fahrzeugen in den Freizeitbus-Test einzutreten verbunden mit einer intensiven \u00d6ffentlichkeitsarbeit hat sich bew\u00e4hrt und hat zu einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen im Freizeitverkehr gef\u00fchrt. Diese vier Komponenten verbunden mit einem touristisch interessanten Raum sind Voraussetzung f\u00fcr einen Erfolg von Freizeitbusverkehren im l\u00e4ndlichen Raum. Der Verkehr ist aufgrund des positiven Ergebnisses seit 1999 Bestandteil des Linienfahrplanes.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation des Projektes Mobil im Saarpfalz-Kreis soll im Rahmen eines Abschlu\u00dfworkshops mit den beteiligten Kooperationspartnern erfolgen. Die wesentlichen Projektergebnisse sollen vorgestellt, die Methoden und Ergebnisse unter dem Aspekt der Praxistauglichkeit im Rahmen eines Mobilit\u00e4tsmanagements\/Mobilit\u00e4tsberatung einer einzurichtenden Mobilit\u00e4tszentrale im Saarpfalz-Kreis diskutiert werden. Die Ergebnisse sollen in Form einer Brosch\u00fcre ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Mobil im Saarpfalz-Kreis kann als gelungener Einstieg in das Aufgabengebiet des Mobilit\u00e4tsmanagements und der Mobilit\u00e4tsberatung im Saarpfalz-Kreis gewertet werden. Ein Mobilit\u00e4tsmanagement bestehend aus den Komponenten konventionelle Mobilit\u00e4tsberatung und erfahrungsvermittelnder Mobilit\u00e4tsberatung sowie die enge Verkn\u00fcpfung mit der Nahverkehrsplanung und der Radverkehrsplanung des Landkreises und die Koordination unterschiedlicher Planungstr\u00e4ger von der kommunalen bis zur Landesebene haben sich bew\u00e4hrt. Zahlreiche Projekte zur F\u00f6rderung des Umweltverbundes wurden initiiert. In der Umsetzung des Nahverkehrskonzeptes des Saarpfalz-Kreises und der Entwicklung des Radwegenetzes im Saarpfalz-Kreis entstand eine Eigendynamik, die \u00fcber das Projekt hinaus wirkt. Die geplante Einrichtung einer Mobilit\u00e4tszentrale in gemeinsamer Tr\u00e4gerschaft des Regionalbusunternehmens RSW und dem Saarpfalz-Kreis soll im Jahr 2001 erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entwicklung eines innovativen Mobilit\u00e4tsmanagements f\u00fcr den Saarpfalz-Kreis: Entwicklung eines Kon-zeptes f\u00fcr die konventionelle Mobilit\u00e4tsberatung, Erprobung innovativer Formen der Mobilit\u00e4tsberatung im Rahmen einer erfahrungsvermittelnden Mobilit\u00e4tsberatung und enge Verzahnung der Verkehrsplanung mit der Mobilit\u00e4tsberatung. 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