{"id":18657,"date":"2025-04-10T10:32:10","date_gmt":"2025-04-10T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09815-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:11","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:11","slug":"09815-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09815-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zur Optimierung der biologischen Bodenbehandlung im Mietenverfahren im Hinblick auf eine gezielte Wiederverwertung des zu behandelnden Bodenmaterials"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die biologische Reinigung mineral\u00f6lkontaminierter B\u00f6den im Mietenverfahren findet aufgrund ihrer einfachen Handhabung und ihres geringen verfahrenstechnischen Aufwands eine breite Anwendung. Derzeit wird in Deutschland ein Gro\u00dfteil der sanierten B\u00f6den nur einer niederwertigen Nutzung, bezogen auf die Bodenqualit\u00e4t, zugef\u00fchrt. Ziel des Vorhabens war es, durch einfache verfahrenstechnische Ma\u00dfnahmen (sauerstoffgeregelte Hochdruckbel\u00fcftung, mechanische Bodenbehandlung, gezielter Einsatz von Zuschlagstoffen) die Effektivit\u00e4t des Mietenverfahrens im Hinblick auf eine gezielte Wiederverwertung des zu behandelnden Bodenmaterials zu steigern. Vergleichende Untersuchungen in Sanierungsmieten und Laborreaktoren sollten eine bilanzierende Beurteilung der Ma\u00dfnahmen auf den biologischen Schadstoffabbau erm\u00f6glichen. Die hierbei gewonnenen Ergebnisse sollten die Grundlage f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Ent-wicklung von Nutzungs- und Behandlungsstrategien f\u00fcr eine gezielte Wiederverwertung biologisch behandelter Bodenmaterialien bilden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Erprobung und Beurteilung der verfahrenstechnischen Ma\u00dfnahmen zur Optimierung des Mietenverfahrens (mechanische Vorbehandlung, sauerstoffgeregelte Hochdruckbel\u00fcftung, Zugabe organischer und anorganischer Additive) wurden vergleichende Untersuchungen an Sanierungsmieten und in Labortestsystemen durchgef\u00fchrt. Die Wirksamkeit der umsatzf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen wurde dabei anhand zweier unterschiedlicher Sanierungsf\u00e4lle mit einer Laufzeit von 220 bzw. 328 Tagen in der Sanierungspraxis erprobt und mittels parallel durchgef\u00fchrter Laboruntersuchungen bilanzierend beurteilt. Um eine \u00dcbertragung der Laborergebnisse auf die Sanierungspraxis zu gew\u00e4hrleisten, wurden beide Untersuchungsbereiche mit einem umfangreichen Monitoringprogramm begleitet und die Rahmenbedingungen des Mietenverfahrens im Labor m\u00f6glichst weitgehend simuliert. Neben den Untersuchungen zum biologischen Schadstoffumsatz, wurden Untersuchungen zum \u00f6kotoxikologischen Verhalten der Bodenmaterialien w\u00e4hrend und nach Abschlu\u00df der Sanierungsphasen durchgef\u00fchrt (Wasserpfad &#8211; Leuchtbakterien- und Algenwachstumshemmtest, direkte Bodentoxizit\u00e4t &#8211; Feststoffkontakttest). Betrachtungen zur techni-schen Realisierung und Wirtschaftlichkeit der einzelnen Optimierungsans\u00e4tze vervollst\u00e4ndigen das Untersuchungsprogramm. Anhand der ermittelten Ergebnisse wurden schlie\u00dflich anhand der behandelten Bodenmaterialien m\u00f6gliche Wege der Wiederverwertung aufgezeigt und diskutiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten und Grenzen des Mietenverfahrens zur Behandlung mineral\u00f6lkontaminierter B\u00f6den werden ma\u00dfgeblich durch die Bioverf\u00fcgbarkeit der Schadstoffe bestimmt. Die untersuchten Ma\u00dfnahmen zur Optimierung des Mietenverfahrens zielten nicht auf eine Erh\u00f6hung der Bioverf\u00fcgbarkeit, sondern in erster Linie auf eine Verbesserung der Milieubedingungen ab. Daher war das Ziel der Ma\u00dfnahmen nicht ein weitergehender, sondern ein beschleunigter Schadstoffumsatz. Dies konnte u.a. durch die sauer-stoffgeregelte Hochdruckbel\u00fcftung f\u00fcr Hochmieten mit einer H\u00f6he von 3,20m erreicht werden. Als Nebeneffekt zeigte sich, da\u00df durch gezielte Anwendung der aktiven Hochdruckbel\u00fcftung und Zugabe organischer Zuschlagstoffe ein von der Au\u00dfentemperatur unabh\u00e4ngiger, wirtschaftlicher, ganzj\u00e4hriger Mietenbetrieb realisiert werden kann. Die Zugabe der organischen Zuschlagstoffe (Kompost, ET20) wirkte sich im zweiten Behandlungsfall weder auf den biologischen Schadstoffumsatz noch auf die \u00f6kotoxikologischen Eigenschaften positiv aus. Dem hingegen verbesserte die Zugabe von Bauschutt die physikalischen Eigenschaften des Bodenmaterials und unterst\u00fctzte dadurch den biologischen Schadstoffumsatz im Mietenverfahren. Gleichzeitig erh\u00f6hte der Bauschutteintrag jedoch auch die \u00d6kotoxizit\u00e4t des Bodenmaterials, so da\u00df der generelle Einsatz von Bauschutt als Zuschlagstoff wiederverwertungsspezifisch diskutiert werden mu\u00df. Die in Kooperation mit der TU Braunschweig durchgef\u00fchrten Laboruntersuchungen verdeutlichen, da\u00df mit Hilfe einer gezielten mechanischen Vorbehandlung des Bodenmaterials eine Beschleunigung des biologischen Schadstoffumsatzes realisiert werden kann. Aufwand und Nutzen einer derartigen Vorbehandlung unter technischen Bedingungen m\u00fcssen jedoch in Abh\u00e4ngigkeit vom Bodenmaterial anlagenspezifisch abgewogen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichungen:<br \/>\nHupe et al., (1998, 1999), Koning et al., (1998, 1999, 2000): TerraTech, altlasten spektrum, Erich Schmidt Verlag<\/p>\n<p>Konferenzen, Workshops:<br \/>\nConSoil (Edinburg 1998, Leipzig 2000), In situ and on-site Bioremediation (San Diego, 1999), Expo (Munster 1998, 1999), 1st Int. Conf. on petroleum Biotechnolgie (Mexiko City, 2000), SFB-Abschlu\u00dfveranstalung (Hamburg, 2000)<\/p>\n<p>Messen:<br \/>\nTerraTec (Leipzig, 1999: Gemeinschaftsstand der Deutschen Bundesstiftung Umwelt)<\/p>\n<p>Studien- und Diplomarbeiten:<br \/>\n4 Studien-, 3 Diplomarbeiten<\/p>\n<p>Detaillierte Quellenangaben (s. Abschlu\u00dfbericht)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Projekt gewonnen Ergebnisse best\u00e4tigen und erg\u00e4nzen das bisher vorhandene Wissen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten und Grenzen des Mietenverfahrens in Bezug auf die biologische Reinigung mineral\u00f6lkontaminierter B\u00f6den. Aus den gewonnenen Ergebnissen wurden Handlungsempfehlungen f\u00fcr einen optimierten Mietenbetrieb in der Sanierungspraxis abgeleitet und diskutiert.<\/p>\n<p>Zur Beurteilung der Wiederverwertbarkeit der biologisch behandelten Bodenmaterialien wurden die Materialeigenschaften der Bodenmaterialien nach der Behandlung rechtlichen Vorgaben zur Wiederverwertung gegen\u00fcbergestellt und \u00f6kotoxikologische Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Dabei zeigte sich, da\u00df ohne einheitliche Regelungen f\u00fcr die Einordnung der biologischen ex-situ Bodensanierung sowie alternativer Verfahren im Abfallrecht (Ma\u00dfnahmen zur Abfallverwertung \/ Ma\u00dfnahmen zur Abfallbeseitigung) eine Entwicklung \u00fcbergreifender Wiederverwertungsstrategien nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen weiterhin, da\u00df zuk\u00fcnftige Optimierungen des Mietenverfahrens im Bereich einer thermophilen Betriebsf\u00fchrung liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die biologische Reinigung mineral\u00f6lkontaminierter B\u00f6den im Mietenverfahren findet aufgrund ihrer einfachen Handhabung und ihres geringen verfahrenstechnischen Aufwands eine breite Anwendung. Derzeit wird in Deutschland ein Gro\u00dfteil der sanierten B\u00f6den nur einer niederwertigen Nutzung, bezogen auf die Bodenqualit\u00e4t, zugef\u00fchrt. 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