{"id":18647,"date":"2023-07-13T15:11:48","date_gmt":"2023-07-13T13:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07078-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:50","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:50","slug":"07078-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07078-01\/","title":{"rendered":"Grenz\u00fcberschreitende binationale Umwelterziehung in der Agrarausbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zentrales Ziel des Projektes war es, gemeinsame deutsch-niederl\u00e4ndische Module f\u00fcr die Umweltbildung im Agrarbereich zu entwickeln und zu erproben. Zur Demonstration und praktischen Vertiefung des theoretisch Erlernten sollten die Sch\u00fcler\/innen in binationalen dreit\u00e4gigen Kompaktseminaren zusammen kommen, um fachlich zusammenzuarbeiten und miteinander grenz\u00fcberschreitende Kontakte zu kn\u00fcpfen. F\u00fcr den Unterricht als auch f\u00fcr die gemeinsame Arbeit in den Kompaktseminaren sollten Materialien entwickelt werden, die dann auch einem breiteren interessierten Fachpublikum zug\u00e4nglich gemacht werden sollten.In der Verl\u00e4ngerungsphase sollten insbesondere die wirtschaftlichen Perspektiven einer \u00f6kologisch orientierten Betriebsf\u00fchrung in Landwirtschaft, Gartenbau und Floristik bearbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich zun\u00e4chst in zwei Phasen. In einer ersten einj\u00e4hrigen Phase wurde das Basismodul entwickelt, das die pers\u00f6nlichen Erfahrungen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im allt\u00e4glichen h\u00e4uslichen Bereich zum Ausgangspunkt nimmt und aus den Bausteinen Wasser, Energie, Abfall und Naturschutz besteht. Ausgehend von den betrieblichen Erfahrungen wurden aufbauend auf das Basismodul in einer zweiten Phase &#8211; ein weiteres Jahr &#8211; dann zwei berufsspezifische Aufbaumodule f\u00fcr die Berufsbereiche Floristik und Landwirtschaft konzipiert. Auf ein berufsspezifisches Aufbaumodul Gartenbau wurde verzichtet, da die f\u00fcr dieses Berufsfeld wichtigen Aspekte in den beiden anderen Aufbaumodulen ausf\u00fchrlich bearbeitet sind, so dass auch im Gartenbau darauf zur\u00fcck gegriffen werden kann. Basis- und Aufbaumodul wurden zun\u00e4chst konzipiert, im Unterricht der beteiligten berufsbildenden Schulen erprobt und dann in den Kompaktseminaren handlungsorientiert vertieft. Die dabei eingesetzten Methoden sind in den ver\u00f6ffentlichten Materialien ausf\u00fchrlich beschrieben. Diese Materialien sind praxis- und gebrauchsorientiert. Sie sollen und k\u00f6nnen dazu beitragen, die Umweltbildung enger zu verkn\u00fcpfen mit der allt\u00e4glichen Lebens- und Erfahrungswelt der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die sich bestimmte Fragenkomplexe selbst\u00e4ndig und selbstorganisiert erschlie\u00dfen. Dabei wird der Lehrer zum Lernberater, der den Sch\u00fclern bei Schwierigkeiten weiter hilft. In der Verl\u00e4ngerungsphase wurden vier deutsch-niederl\u00e4ndische Seminare f\u00fcr Berufssch\u00fcler und Fachsch\u00fcler durchgef\u00fchrt, die bereits die im Projekt entwickelten Grund- und Aufbaumodule durchlaufen hatten. Die Seminare waren im Unterricht der Berufsbildenden Schulen in Meppen und im Terra-College Emmen vorbereitet worden und wurden in den Seminaren der Historisch-\u00d6kologischen Bildungsst\u00e4tte vertieft. Erg\u00e4nzt wurden diese Seminare durch grenz\u00fcberschreitende Be-triebsbesichtigungen. Ausgangspunkt der Erarbeitung war eine St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse der emsl\u00e4ndischen und niederl\u00e4ndischen Landwirtschaft. Darauf aufbauend wurden Zukunftsszenarien entwickelt, wie die Landwirtschaft im Jahre 2020 aussehen k\u00f6nnte, um dann unterschiedliche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr zus\u00e4tzliche alternative Einkommensquellen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die erarbeiteten und ver\u00f6ffentlichten Materialien sind gedacht f\u00fcr den Einsatz im Unterricht. Das Basismodul ist einzusetzen im Politikunterricht des Berufsgrundbildungsjahres oder der Grundstufe der Berufsschule, die Materialien des berufsspezifischen Aufbaumoduls vor allem in einer Fachstufe des Berufsschule Landwirtschaft bzw. Floristik. Insbesondere das Basismodul kann dar\u00fcber hinaus Verwendung finden im Politikunterricht der Grundstufen anderer beruflicher Fachrichtungen, sowie in der Sekundarstufe I des allgemeinbildenden Schulwesens.<br \/>\nDie Materialien erm\u00f6glichen den Sch\u00fclern ein weitgehend selbst\u00e4ndiges Arbeiten &#8211; das aber an einige Voraussetzungen gekn\u00fcpft ist. So ist insbesondere darauf zu achten, dass die den Sch\u00fclern vorgelegten Texte von ihnen auch verstanden werden.<br \/>\nNach unseren Erfahrungen erfreuen sich die einzelnen Elemente des Basismoduls bei den Sch\u00fclern unterschiedlicher Beliebtheit. W\u00e4hrend Wasser und Energie hoch im Kurs stehen, erwies sich vor allem Abfall als ein Baustein, f\u00fcr den die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler kaum zu begeistern waren.<br \/>\nAls uneingeschr\u00e4nkt positiv beurteilen wir die Verkn\u00fcpfung von eher theoretisch orientiertem Unterricht in der Schule und der eher praktischen Vertiefung der entsprechenden Themenbereiche in den Kompaktseminaren in der H\u00d6B. Dabei wurde deutlich, welche M\u00f6glichkeiten sich aus einer solchen Zusammenarbeit und Verkn\u00fcpfung unterschiedlicher Lernorte mit ihren je spezifischen Lernkulturen er\u00f6ffnen.<br \/>\nUm einen g\u00fcnstigen Rahmen f\u00fcr konstruktive binationale Arbeit zu schaffen, ist eine sorgf\u00e4ltige didaktische Planung notwendig. Die Gruppen m\u00fcssen vorbereitet und in den Stand versetzt werden wirklich zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die in dem Projekt erarbeiteten Materialien wurden in zwei B\u00e4nden in deutscher und niederl\u00e4ndischer Sprache zusammen gefasst und der \u00d6ffentlichkeit im Januar 1999 vorgestellt. Sie wurden allen Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen zur Verf\u00fcgung gestellt. Im November 1999 wurden sie dar\u00fcber hinaus allen Schulen im Landkreis Emsland pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDie Projekterfahrungen wurden auch aufgenommen in das vom Adolf-Grimme-Institut herausgegebene Handbuch Europa &#8211; interkulturell gesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass der binationale Zugang zur Umweltbildung, wie ihn dieses Projekt gew\u00e4hlt hat, sich bew\u00e4hrt. F\u00fcr Auszubildende in den Agrarberufen ist es interessant, \u00fcber unterschiedliche umweltrechtliche Regelungen in den jeweiligen L\u00e4ndern zu erfahren und praktische Tipps zum umweltschonenden Verhalten auszutauschen. Auch das angesto\u00dfene Nachdenken \u00fcber kulturelle Unterschiede haben wir als bereichernd erlebt.<br \/>\nEs zeigte sich, dass sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden die Vereinbarung betriebswirtschaftlicher Interessen mit einer \u00f6kologisch orientierten Produktionsweise gelingen kann. Die jungen Menschen stehen Innovationen durchaus wohlwollend gegen\u00fcber, notwendig ist die direkte Konfrontation mit bereits erfolgreich realisierter Praxis umweltfreundlichen Wirtschaftens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zentrales Ziel des Projektes war es, gemeinsame deutsch-niederl\u00e4ndische Module f\u00fcr die Umweltbildung im Agrarbereich zu entwickeln und zu erproben. 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