{"id":18642,"date":"2023-07-13T15:10:36","date_gmt":"2023-07-13T13:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05210-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:38","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:38","slug":"05210-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05210-01\/","title":{"rendered":"Realisierungsgrundlage f\u00fcr die Entwicklung und modellhafte Umsetzung eines Sortiermoduls f\u00fcr ganze Wein- und Sektflaschen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In anbaufernen Gebieten gibt es die vor 30 Jahren \u00fcberall verbreitete Mehrwegflasche bei den Getr\u00e4nken Wein und Sekt kaum noch. Die Mehrwegquote f\u00fcr das Getr\u00e4nk Wein betrug 1993 rund 29% f\u00fcr ganz Deutschland (Mittelwert der regional unterschiedlichen Quoten von 3,5% bis zu 62%). Wein ist das einzige Getr\u00e4nk, bei dem in den letzten Jahren ein Sinken der Mehrwegquote beobachtet wurde.<br \/>\nZwar hat Wein mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von ca. 21 Litern nicht die Umweltrelevanz von Bier mit \u00fcber 130 Litern. 2 Milliarden Flaschen mit einem Gewicht von 1 Mio. Tonnen f\u00fcr den bundesdeutschen Weinkonsum eines Jahres verdeutlichen jedoch die enormen Auswirkungen der Art der Verwertung der anfallenden Verpackungen auf die Umwelt.<br \/>\nWein und Sekt werden im Unterschied zu anderen Getr\u00e4nken nicht \u00fcber einen regionalen Fachgro\u00dfhandel einschlie\u00dflich der Logistik des Leergut-R\u00fccktransportes zu beispielsweise Brauereien vertrieben. Das Sp\u00fclen einer Flasche erfordert unter 0,1 Kilowattstunden Energie (ohne Ber\u00fccksichtigung des Energieaufwandes f\u00fcr den R\u00fccktransport) im Gegensatz zur Neuherstellung einer Flasche aus dem Scherbenrecycling mit 1,1 Kwh Energiebedarf. Dieses verdeutlicht das enorme Energieeinsparungspotential.<br \/>\nMehrwegweinflaschen m\u00fcssen in der Regel in die Anbaugebiete, die die Abf\u00fcllkapazit\u00e4ten vorhalten, transportiert werden, ebenso wie auch die neuen Weinflaschen von den Glash\u00fctten. Die flaschenherstellenden Glash\u00fctten sind \u00fcber ganz Deutschland verteilt, w\u00e4hrend die Weinabf\u00fcllbetriebe in den Weinanbaugebieten im S\u00fcden angesiedelt sind. Beim Neuglastransport w\u00e4re eine Entfernung von 350 km als eher unterdurch schnittlich anzusehen. 1992  wurden \u00fcber 450.000 Tonnen Flaschen importiert; die hier zur\u00fcckgelegten Entfernungen betragen im Einzelfall mehrere Tausend Kilometer. Aber auch bei einer Entfernung von 400 km bis zur Abf\u00fcllregion unterscheidet sich der Energieverbrauch des LKW-Flaschentransportes noch erheblich von der Neuproduktion in einer Glash\u00fctte in der Abf\u00fcllregion. Da Sortierzentren nach dem Bielefelder Modell immer in Zentren des Weinverbrauchs liegen, ergibt sich f\u00fcr die Spediteure die M\u00f6glichkeit, Wein aus den Weinbauregionen zu liefern und ohne zeit- und energieaufwendige und damit umweltbelastende Umwege gebrauchte Flaschen als R\u00fcckladung aufzunehmen.<br \/>\nSeit \u00fcber 10 Jahren erprobt das GGZ das Modell eines regionalen Sortier- und Verteilzentrums f\u00fcr ganze Wein- und Sektflaschen. In dieser Zeit wurde ein patentierter Transportbeh\u00e4lter entwickelt. Mit 150 Sammelbeh\u00e4ltern in sozial sehr unterschiedlich strukturierten Quartieren konnten aussagef\u00e4hige Erfahrungen \u00fcber die Akzeptanz dieser Art der Sammlung gemacht werden. Vor allem tragf\u00e4hige Abnehmerbeziehungen zu allen Abf\u00fcllregionen in Deutschland und f\u00fcr den internationalen Verkehr bis nach<br \/>\nFrankreich wurden entwickelt. Diese vielf\u00e4ltige Struktur erm\u00f6glicht es, fast 40 Flaschentypen zu vermarkten und den Output vergleichbar mit der Mehrwegquote in Rheinland-Pfalz auf ca. 70% zu erh\u00f6hen.<br \/>\nEine weitere Ausweitung der Ganz-Glas-Erfassung scheitert jedoch an den unzureichenden Sortierm\u00f6glichkeiten, da die angelieferten Flaschen von Hand sortiert werden. Die Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Mitarbeiter sind durch L\u00e4rm, Staub und ung\u00fcnstige K\u00f6rperhaltungen stark belastend und nur f\u00fcr wenig qualifizierte Mitarbeiter geeignet. Die Einf\u00fchrung der Ganz-Glas-Erfassung k\u00f6nnte auch an anderen Stellen verbesserte Arbeitsbedingungen biete.<br \/>\n\u00b7 Aus Gr\u00fcnden kurzer Transportwege und mit dem Ziel, die belastenden Arbeiten wegzurationalisieren, soll in einem Projekt ein Sortiermodul entwickelt werden, das an jedem Verbrauchszentrum von Wein und Sekt mit einer Einzugsgebietsgr\u00f6\u00dfe ab 500.000  bis zu 1 Mio. Einwohnern adaptiert werden kann. Es erscheint m\u00f6glich, den Output an ganzen Flaschen auf \u00fcber 80% zu erh\u00f6hen, wenn es gelingt, die Sortierung zu mechanisieren. In Bielefeld sowie den Kreisen Lippe und G\u00fctersloh ist die Ganz-Glas-Sammlung eingef\u00fchrt worden. Das GGZ bekommt f\u00fcr die Einsammlung einen tonnenbezogenen Preis auf dem Niveau des Scherbenrecyclings und hat gleichzeitig das Recht, die ganzen Flaschen selbst zu vermarkten. Bevor das Sortiermodul modellhaft f\u00fcr ganze Weinflaschen entwickelt und umgesetzt werden kann, sind in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bielefeld folgende Arbeitsschritte im Rahmen einer ersten Phase als Realisierungsgrundlage geplant:<\/p>\n<p>\u00b7 Erstellung eines Lastenheftes unter Ber\u00fccksichtigung der Aspekte:<br \/>\n Leistung des Systems, Sortierkriterien, Realisierungsstufen, Fl\u00e4chen vorgaben, Module, Wareneingang \/ Verteilung, Pr\u00fcfung \/ Qualit\u00e4t, Mechanisierung \/ Automatisierungsgrad.<br \/>\n\u00b7 Markt- bzw. Patentrecherche \u00fcber schon vorhandene Anlagen bzw. Anlagenteile.<br \/>\n\u00b7 Angebotseinholung von Firmen.<br \/>\n\u00b7 Bewertung des Gesamtsystems sowie eine Auswahl von Einzelkomponenten.<br \/>\n\u00b7 Nach Festlegung der Systemkonfiguration wird eine Simulation des gesamten Systems an der FH ins Auge gefa\u00dft.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Industrielle Bewegungstechnologie, FML F\u00f6rdertechnik\/Materialflu\u00df\/Logistik (Herr Professor Dr.-Ing. Ralf H\u00f6rstmeier ) f\u00fchrte die Bewertung und Auswahl von Teil- bzw. Gesamtsystemen durch.<br \/>\nDie FH recherchierte in einem ersten Schritt Anbieter von Sortiermaschinen und Logistikl\u00f6sungen der Getr\u00e4nkeindustrie. In einem zweiten Schritt wurden einzelne Firmen um Angebote f\u00fcr die festgelegte Aufgabenstellung gebeten. Angebote f\u00fcr die einzelnen Funktions- und Schnittstellentr\u00e4ger bzw. f\u00fcr komplette Anlagen wurden nach einem Punkteraster mittels Nutzwertanalysen bewertet. Dazu legte das FML folgende Kriterien fest: Automatisierungsgrad, Preis, Erweiterungsf\u00e4higkeit, gegebene Kompatibilit\u00e4t und Zug\u00e4nglichkeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das GGZ mu\u00dfte gemeinsam mit der FH Bielefeld feststellen, da\u00df kein Hersteller von Komplettanlagen oder Einzelkomponenten ein Konzept geliefert hatte, da sofort umsetzbar war bzw. ist. Alle Konzepte erscheinen f\u00fcr das augenblickliche Aufkommen \u00fcberdimensioniert und sind damit  \u00f6konomisch nicht zu rechtfertigen. Es stellte sich insbesondere heraus, da\u00df keiner der Anbieter ein befriedigendes Konzept f\u00fcr die Zuf\u00fchrung der ungeordneten Flaschen in Gitterk\u00f6rben auf ein F\u00f6rderband erstellen konnte.<br \/>\nDennoch hat sich gezeigt, da\u00df vorhandene Komponenten aus der Getr\u00e4n-keindustrie zu-sammen mit Neuentwicklungen zu einer L\u00f6sung der Aufgaben f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Lieferfirmen und die Ergebnisse sind im einzelnen dem Projektbericht der FH vom Oktober 1995 zu entnehmen. Zur Auswertung der Nutzwertanalyse sei auf die Seite -21- des Berichtes verwiesen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nGGZ Ganz-Glas-Zentrum, Hakenort 65, 33609 Bielefeld<br \/>\nAnsprechpartner ist Herr Andreas Thiel, Tel. + Fax  0521 \/ 322488.<\/p>\n<p>Das GGZ hat in der Zwischenzeit mit dem Anbieter, der von der FH Bielefeld am besten bewertet wurde, eine erste einfache Konzeption erstellt. F\u00fcr die Aufgabe der Flaschen auf ein Prim\u00e4rf\u00f6rderband mu\u00df ein optimales Verfahren gefunden und entwickelt werden.<br \/>\nDas vom GGZ im November 1996 beantragte Anschlu\u00dfprojekt AZ 05120\/02 bezieht sich vor diesem Hintergrund auf eine Umsetzung der Sortiertechnik. In einem ersten Schritt soll die FH Bielefeld wiederum als Kooperationspartner die Flaschenaufgabe auf das Prim\u00e4rsortierband entwickeln. In einem zweiten Schritt soll eine teilmechanisierte Sortieranlage mit Optionen zu weiteren Mechanisierungssschritten umgesetzt werden. Diese Anlage soll gleichzeitig im GGZ Bielefeld und in einem kurz vor der Gr\u00fcndung stehenden GGZ in Berlin umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die gemeinsame Vorauswahl des GGZ und der FH Bielefeld ist im Hinblick auf das geplante eigentliche modellhafte Umsetzungsprojekt wichtig gewe-sen (siehe auch Kapitel B., Punkt 5.) und war angesichts der konkreten Benennung eines geeigneten Anlagenherstellers als m\u00f6glicher Kooperations-partner sowie des vom GGZ vorgelegten Folgeantrages erfolgreich.<br \/>\nDas Vorprojekt zeigt, da\u00df ein kleiner, durch die Gesch\u00e4ftsstelle mit F\u00f6rdermitteln unterst\u00fctzter erster Schritt f\u00fcr den Projektdurchf\u00fchrenden und den F\u00f6rdermittelgeber gleicherma\u00dfen eine gute Grundlage f\u00fcr weitere Arbeiten liefern kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In anbaufernen Gebieten gibt es die vor 30 Jahren \u00fcberall verbreitete Mehrwegflasche bei den Getr\u00e4nken Wein und Sekt kaum noch. 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