{"id":18630,"date":"2023-07-13T15:14:52","date_gmt":"2023-07-13T13:14:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11807-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:53","slug":"11807-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11807-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Sanierung eines von extremen Umweltsch\u00e4den belasteten Turmbereichs der Annenkirche unter Einsatz von Schaumm\u00f6rtel"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das aufgehende Mauerwerk des Turmes der St. Annenkirche in Eisleben zeigt erhebliche Erosionssch\u00e4den (Eislebener Kruste) infolge von Umweltbelastungen und Ri\u00dfbildungen. Als Mauerm\u00f6rtel wurde extrem gips- und anhydrithaltiges Material verwendet, da\u00df mit modernen Baustoffen (Zemente) unvertr\u00e4glich ist. Diese Problematik ist bei sehr vielen historischen Bauwerken des \u00f6stlichen Harzvorlandes anzutreffen.<br \/>\nZiel der Ma\u00dfnahme ist die Erprobung von Verfahren zur segmentweisen Ri\u00dfsicherung (Schaumm\u00f6rtel) und zum Umgang mit derart extrem erodierten Maueroberfl\u00e4chen im Bereich der West- und S\u00fcdwand im oberen Turmteil.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ma\u00dfnahme soll in folgenden Arbeitsschritten ausgef\u00fchrt werden:<br \/>\n1. Steingerechte Kartierung der Turmoberfl\u00e4che mit Angaben zu den Erosionsteilen<br \/>\n2. Einbau eines Zugankers im oberen, stark gerissenen Bereich der Westwand mit Schaffung eines<br \/>\n    Schaumm\u00f6rtelsegmentes als Druckzone<br \/>\n3. Sanierung eines ausgew\u00e4hlen Bereiches der Fassade im extrem erodierten Bereich (Abstimmung mit<br \/>\n    Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege) mit Erprobung verschiedener Methoden, wie Steinaustausch<br \/>\n    Antragung, Oberfl\u00e4chenabdeckung u.\u00e4.<br \/>\n4. Langzeitkontrolle der Ergebnisse (Patinabildung, Verformungskontrolle, Haltbarkeit u.\u00e4.).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch die steingerechte Kartierung der Turmoberfl\u00e4che (Kartierung der Gesteinsarten und Erosionstiefen) konnten Schadensbereiche pr\u00e4zise modifiziert und so der Umfang der Sanierung entsprechend durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDurch zus\u00e4tzliche Kernbohrungen wurde die innere Mauerstruktur erkundet. Es zeigte sich, da\u00df im Bereich der extrem erodierten S\u00fcdwand, trotz Erosionstiefen von ca. 30 cm, der Kern erstaunlich gut gef\u00fcgt war. In Abstimmung mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege wurde deshalb in diesem Bereich auf Steinaustausch verzichtet, um das noch intakte statische Gef\u00fcge des Mauerwerkes nicht zu st\u00f6ren. Stattdessen wurde das Mauerwerk hier mit einer Putzschicht gesch\u00fctzt, die eine verzinkte Bewehrungsmatte, die im dahinterliegende Mauerwerk r\u00fcckverankert wurde, sicherte. Diese Variante konnte gew\u00e4hlt werden, da die Entscheidung der Turmoberfl\u00e4chengestaltung zugunsten eines steinf\u00fchligen Putzes in beiger Sandfarbe fiel. Aus Gr\u00fcnden der extremen Oberfl\u00e4chenbelastung wurde der Putz durch dunklen Sand und geringe Beigaben mineralischen Farbringementes eingef\u00e4rbt, auf Anstriche wurde verzichtet.<\/p>\n<p>Bei statischen stark belasteten, jedoch abgewitterten Eckquaderungen kam es ausschlie\u00dflich zum Steinaustausch, um eine sichere Lastabtragung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>In der Westwand wurde im oberen stark gerissenen Turmteil ein Horizont aus Schaumm\u00f6rtel geschaffen und anschlie\u00dfend der Anker eingesetzt und gespannt. Dieses Verfahren hat sich trotz der kl\u00fcftigen Struktur dieser Wand, bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Anlagen:\t&#8211; Kartiertung der Erosionstiefen, S\u00fcdwand<br \/>\n                    &#8211; Fotobericht<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; Pressebericht<br \/>\n&#8211; \u00d6ffentlicher Vortrag zur Sanierungskonzeption in der Kirchengemeinde durch Herrn Kowalski<br \/>\n&#8211; Bericht an die Datei MONUFAKT des Umweltbundesamtes<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>1. Durch eine gesteinsgerechte Kartierung der Oberfl\u00e4che kann der tats\u00e4chliche Sanierungsaufwand reduziert werden.<br \/>\n2. In Bereichen gro\u00dfer Erosionsstufen ist bei gutem Gef\u00fcge des Kernmauerwerkes ein Schutz durch bewehrte Putze ausreichend (detaillierte Voruntersuchungen notwendig!).<br \/>\n3. Der partielle Einsatz von Schaumm\u00f6rtel ist auch bei kl\u00fcftigem Mauerwerk m\u00f6glich und f\u00fchrt beim Einbau von Ankern zu betr\u00e4chtlichen Reduzierungen des Bauaufwands.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das aufgehende Mauerwerk des Turmes der St. Annenkirche in Eisleben zeigt erhebliche Erosionssch\u00e4den (Eislebener Kruste) infolge von Umweltbelastungen und Ri\u00dfbildungen. Als Mauerm\u00f6rtel wurde extrem gips- und anhydrithaltiges Material verwendet, da\u00df mit modernen Baustoffen (Zemente) unvertr\u00e4glich ist. Diese Problematik ist bei sehr vielen historischen Bauwerken des \u00f6stlichen Harzvorlandes anzutreffen. 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