{"id":18605,"date":"2023-07-13T15:11:37","date_gmt":"2023-07-13T13:11:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06785-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:39","slug":"06785-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06785-01\/","title":{"rendered":"Pilotanlage zur automatischen Sortierung und Aufbereitung von Restabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Pilotanlage ist eine wesentliches Element bei der Entwicklung des integrierten Restm\u00fcllbehandlungskonzeptes der Stadt M\u00fcnster. In dieser Anlage werden die Siedlungsabf\u00e4lle mit mechanischen Verfahren sortiert, um Wertstoffe zu gewinnen, die dem Wirtschaftskreislauf wieder zugef\u00fchrt werden sollen. Der Betrieb der RMA und die Optimierung der einzelnen Aggregate wurde verantwortlich vom Ingenieurb\u00fcro Dr. Neu Verfahrenstechnik begleitet, w\u00e4hrend die Konzipierung der Versuche und deren Auswertung dem INFA-Institut f\u00fcr Abfall- und Abwasserwirtschaft oblag. Die wesentlichen Ziele der wissenschaftlichen Begleitung des Pilotanlagenbetriebes sind wie folgt zu beschreiben:<br \/>\n\u00b7\tErmittlung von Auslegungsdaten f\u00fcr die Gro\u00dfanlage<br \/>\n\u00b7\tAussagen \u00fcber die Output str\u00f6me<br \/>\nProdukte hinsichtlich Verwertbarkeit<br \/>\nAbf\u00e4lle hinsichtlich weiterer Behandlungsschritte und\/oder Ablagerungsf\u00e4higkeit<br \/>\nAbwasser hinsichtlich weiterer Behandlungsschritte<br \/>\n\u00b7\tErmittlung von Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t der umweltrelevanten Emissionen und Immissionen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Anlehnung an die 4 Phasen des Pilotbetriebes sind auch die begleitenden Untersuchungen des INFA zu differenzieren. In den Phasen I und II wurden vom INFA die Versuche 1-5 mit den relevanten, in M\u00fcnster anfallenden Abfallarten durchgef\u00fchrt. Schwerpunktm\u00e4\u00dfig wurde hierbei der zuk\u00fcnftig als besonders mengenrelevant einzustufende Hausm\u00fcll untersucht, wobei hier ausschlie\u00dflich Abfall aus Stadtteilen eingesetzt wurde, in denen die Papier- und Biotonne neben den \u00fcbrigen Sammelsystemen bereits eingef\u00fchrt ist.<br \/>\nZur Ermittlung der f\u00fcr eine Auslegung einer gro\u00dftechnischen Anlage ben\u00f6tigten Angaben zur Betriebssicherheit und Verf\u00fcgbarkeit wurden, nachdem die Phase zur Optimierung der Produktqualit\u00e4t weitgehend abgeschlossen werden konnte, Dauerlastversuche (DLV) im Mai\/Juni 1998 durchgef\u00fchrt, bei denen schwerpunktm\u00e4\u00dfig spezielle betriebstechnische Daten (Anlagendurchsatz, Betriebs-, Wartungs- und St\u00f6rungszeiten) erhoben wurden.<br \/>\nW\u00e4hrend des gesamten Pilotbetriebes wurden die grundlegenden betriebstechnischen Daten sowie die Angaben zu den Massenbilanzen durch das Betriebspersonal aufgenommen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Folgende Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung k\u00f6nnen zusammengefasst festgehalten werden:<br \/>\n\u00b7\tWerkstoffpotentiale im Input<br \/>\nDer Anteil der trockenen Wertstoffe (Papier, Kunststoffe, Metall, Glas, Holz) liegt zuk\u00fcnftig in Summe bei maximal 50 %, sofern davon ausgegangen wird, dass diese Anteile hinsichtlich ihrer Qualit\u00e4t auch f\u00fcr eine stoffliche Verwertung geeignet sind. Insbesondere beim Holz sind nach vorliegenden Untersuchungen aufgrund der Schadstoffgehalte jedoch bei der stofflichen Verwertung deutliche Einschr\u00e4nkungen vorzunehmen, so dass das f\u00fcr eine Absch\u00f6pfung zur Verwertung zur Verf\u00fcgung stehende Potential geringer ausf\u00e4llt.<br \/>\n\u00b7\tAnlagendurchsatz und Verf\u00fcgbarkeit<br \/>\nW\u00e4hrend des 3-j\u00e4hrigen Versuchsbetriebes wurden insgesamt ca. 4.600 Mg der in M\u00fcnster relevanten Abfallarten aufbereitet. Die Auslegungsgr\u00f6\u00dfe der Anlage von 3 Mg\/h im Mittel wurde w\u00e4hrend ca. 1.500 Produktionsstunden erreicht. In der \u00fcbrigen Zeit fand wegen Umbauma\u00dfnahmen und sonstigen T\u00e4tigkeiten kein Betrieb statt. Im Rahmen der Dauerlastversuche wurde eine Verf\u00fcgbarkeit der Pilotanlage von ca. 80 % (inkl. 5 % f\u00fcr An-\/Abfahren der Anlage) erreicht. Erfahrungen von Anlagenherstellern und -betreibern zeigen, dass aufgrund der Abfallbeschaffenheit und dessen Heterogenit\u00e4t bei anlagen zur mechanischen Abfallaufbereitung im Dauerbetrieb Anlagenverf\u00fcgbarkeiten deutlich gr\u00f6\u00dfer als 80 % als nicht realistisch erscheinen (Willing, 1992, N. N. 1998).<br \/>\n\u00b7\tEnergieverbrauch<br \/>\nDie in den Langzeit- und Dauerlastversuchen ermittelten Werte f\u00fcr den Verbrauch an elektrischer Energie liegen in Abh\u00e4ngigkeit der Abfallart bei 210-220 kWh\/Mg. Dieser Verbrauch sowie der von der Dr. Neu Verfahrenstechnik f\u00fcr die Gro\u00dfanlage angegebene Wert von ca. 164 kWh\/Mg liegen deutlich \u00fcber den Angaben, die in der Literatur f\u00fcr mechanisch-biologische Anlagen angegeben (ca. 26 kWh\/Mg) werden. Hierbei ist jedoch zu ber\u00fccksichtigen, dass in den herk\u00f6mmlichen mechanischen Stufen \u00fcblicherweise nach der Gro\u00df- und Feinzerkleinerung, der Siebung und Sichtung keine weitergehenden Aufbereitungsstufen installiert sind (Tegtmeyer, 1998).<br \/>\n\u00b7\tMassenbilanz<br \/>\nDer Anteil der Outputstr\u00f6me, die einer stofflichen Verwertung zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, liegt f\u00fcr den mengenrelevanten Hausm\u00fcll bei zwischen 20 und max. 30 %, inkl. der Fraktionen (z. B. Fasergemisch ca. 7 %) f\u00fcr die eine weitergehende Aufbereitung (intern oder extern) erforderlich ist. Bei den \u00fcbrigen Abfallarten ist eher der h\u00f6here Wert ermittelt worden.Der Anteil der organischen Fraktionen (Feingut + Schlamm), die einer weiteren Behandlung zu unterziehen sind, liegt f\u00fcr Hausm\u00fcll in Summe bei ca. 70 %.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung wurden im Rahmen verschiedener Veranstaltungen, z. B. M\u00fcnsteraner Abfallwirtschaftstage 1999 sowie in der Fachliteratur der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Sofern die im Rahmen des Pilotbetriebes aufgetretenen und bei der Verwertung noch offenen Fragestellungen abschlie\u00dfend beantwortet werden k\u00f6nnen, ist grunds\u00e4tzlich eine Umsetzung der geplanten Konzeption aus technischer Sicht m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Pilotanlage ist eine wesentliches Element bei der Entwicklung des integrierten Restm\u00fcllbehandlungskonzeptes der Stadt M\u00fcnster. In dieser Anlage werden die Siedlungsabf\u00e4lle mit mechanischen Verfahren sortiert, um Wertstoffe zu gewinnen, die dem Wirtschaftskreislauf wieder zugef\u00fchrt werden sollen. 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