{"id":18558,"date":"2023-07-13T15:14:03","date_gmt":"2023-07-13T13:14:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10579-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:04","slug":"10579-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10579-01\/","title":{"rendered":"Umsetzung der Biotop- und Landschaftspflege durch Integration in landwirtschaftliche Nutzung und durch Vermarktung regionaler Produkte &#8211; exemplarische Untersuchungen in ausgew\u00e4hlten Landkreisen der nordrhein-westf\u00e4lischen und rheinland-pf\u00e4lzischen Eifel"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist es, die Biotop- und Landschaftspflege durch Integration in landwirtschaftliche Betriebe umzusetzen (Prinzip Naturschutz durch Nutzung).<br \/>\nWeiterhin soll gezeigt werden, dass die Biotop- und Landschaftspflege nicht nur einen wichtigen Beitrag zum landwirtschaftlichen Einkommen leisten kann, sondern durch die angemessene Honorierung \u00f6kologischer Leistungen ein Beitrag gegen den unerw\u00fcnschten R\u00fcckzug der Landwirtschaft aus den \u00f6kologisch bedeutsamen Mittelgebirgsr\u00e4umen geleistet werden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Beispielregionen wurden sechs Landkreise der Eifel (NRW und RLP) ausgew\u00e4hlt: Aachen-Land, Ahrweiler, Bitburg-Pr\u00fcm, Daun, D\u00fcren und Euskirchen.<br \/>\nAnhand repr\u00e4sentativer Untersuchungsfl\u00e4chen und -betriebe sollen die bisherigen Ma\u00dfnahmen der Biotop- und Landschaftspflege analysiert und entsprechend der naturr\u00e4umlichen Voraussetzungen ausgewertet werden. Hierbei sind insbesondere Untersuchungen hinsichtlich der kulturlandschaftlichen bzw. \u00f6kologischen Bedeutung sowie der praktischen Durchf\u00fchrbarkeit und \u00f6konomischen Effizienz geplant.<br \/>\nNeben einer Bestandsaufnahme und Bewertung der bisherigen Aktivit\u00e4ten zur Integration der Biotop- und Landschaftspflege in die landwirtschaftliche Nutzung sollen Optimierungsvorschl\u00e4ge und ggf. neue Konzepte entwickelt werden. Wesentliche Ans\u00e4tze hierf\u00fcr sind:<br \/>\n\u00b7\tErweiterung der Vermarktungsm\u00f6glichkeiten von Produkten aus der Biotop- und Landschaftspflege<br \/>\n\u00b7\tVerwertung der Fl\u00e4chenaufw\u00fcchse in ortsnahen Kreisl\u00e4ufen,<br \/>\n\u00b7\tErschlie\u00dfung erweiterter Finanzierungsquellen f\u00fcr Ma\u00dfnahmen der Biotop- und Landschaftspflege,<br \/>\n\u00b7\tAus- und Weiterbildung von Landwirten in den Beispielregionen (Seminare, etc.) sowie<br \/>\n\u00b7\tF\u00f6rderung der Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen, Beh\u00f6rden, Landwirten und Naturschutzverb\u00e4nden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Naturschutz durch Nutzung<br \/>\nIn \u00fcber 300 einzelbetrieblichen Beratungen wurden Informationen zu den Vertragsnaturschutz-Programmen, zur Verwertung der Aufw\u00fcchse im Betrieb und zur Grundextensivierung des gesamten Betriebes gegeben. Es konnten \u00fcber 700 ha geeignetes Gr\u00fcnland naturschutzfachlich bewertet und zum Vertragsabschlu\u00df (Naturschutzprogramme) vorgeschlagen werden. F\u00fcr mehr als die H\u00e4lfte der Fl\u00e4chen wurden bereits Vertr\u00e4ge abgeschlossen. Mehr als 30 Betriebe konnten f\u00fcr die Extensivierung des gesamten Betriebes (insgesamt \u00fcber 1.500 ha) gewonnen werden.<br \/>\nIm Rahmen einer umfangreichen Akzeptanzuntersuchung wurden mehr als 250 Betriebsleiter zu ihren Erfahrungen mit dem Vertragsnaturschutz, ihren Anregungen und ihren Einsch\u00e4tzungen zu Vermarktungsaktivit\u00e4ten befragt.<br \/>\nDie bestehenden Programme wurden in zahlreichen Versammlungen und Einzelgespr\u00e4chen mit mehr als 1.000 Landwirten, Vertretern der Landesanstalten und der Fachabteilungen der Bezirksregierungen und Kreisverwaltungen diskutiert. Vorschl\u00e4ge zur Weiterentwicklung der Programme wurden erarbeitet und fanden z.T. Eingang in neue Richtlinien der zust\u00e4ndigen Ministerien.<br \/>\nVermarktung regionaler Produkte<br \/>\nDas Produktpotential des Projektgebietes, die Absatzwege und -m\u00e4rkte sowie das K\u00e4uferpotential wurden ermittelt und mit den Erfahrungen und Ergebnissen anderer regionaler Vermarktungsinitiativen abgeglichen. Die im Rahmen des DBV-Eifelprojektes erarbeiteten Vermarktungskonzepte zielen auf die zentral-regionale Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse.<br \/>\nHeu<br \/>\nGemeinsam mit der Firma Heiliger aus Z\u00fclpich-Propstm\u00fchle wurden verschiedene Konzepte zur Vermarktung der Aufw\u00fcchse von Vertragsnaturschutzfl\u00e4chen entwickelt. Das Eifeler Kr\u00e4uter-Heu wird seit Februar 1998 als solches und als Bestandteil von Spezialfuttermischungen f\u00fcr Pferde vermarktet. Seit November 1998 wird es als Naturschutzheu mit Herkunftsnachweis in Kleinpackungen f\u00fcr Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster in den Zooabteilungen der KNAUBER-Hobbymarktkette angeboten.<br \/>\nRindfleisch<br \/>\nGemeinsam mit der CMA und der ERAG (Eifel-Rindfleisch-Absatz-Gemeinschaft w.V.) wurde ein Konzept zur Rindfleischvermarktung entwickelt, welches sowohl die Herkunft Eifel als auch eine gute homogene Qualit\u00e4t garantiert. Anfang Oktober 1999 begann in vier Filialen der HIT-Lebensmittelm\u00e4rkte die Vermarktung unter der Marke Nat\u00fcrlich Eifelrind. Im M\u00e4rz 2000 und Mai 2001 konnten zwei weitere HIT-Filialen angeschlossen werden. Es werden w\u00f6chentlich bis zu 30 Rindern vermarktet. Zudem wird das Fleisch an Gastronomen und Mensen vertrieben. Die Landwirte erhalten mind. 0,40 DM\/kg Schlachtgewicht mehr als die aktuelle Durchschnittsnotierung.<br \/>\nMilch<br \/>\nEin regionaler Vermarktungsansatz wurde aufgebaut. Alle f\u00fcr die Vermarktung notwendigen Partner sind gefunden (Erzeugung-Verarbeitung-Handel). Eine umfassende Marktforschung sowie ein Kommunikationskonzept liegen vor. Ob bzw. wann mit der Vermarktung begonnen werden soll, ist derzeit wegen struktureller Ver\u00e4nderungen in der Molkerei (Fusion) noch nicht entschieden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das DBV-Eifelprojekt wurde den beteiligten Landwirten in Versammlungen, Einzelgespr\u00e4chen und \u00fcber Ver\u00f6ffentlichungen in den landwirtschaftlichen Zeitschriften vorgestellt. Andere Interessierte wurden durch die Auftaktveranstaltung, Pressekonferenzen, Fachtagungen, Ausstellungen und Vortr\u00e4ge im gesamten Bundesgebiet, Radio- u. TV-Berichte sowie Publikationen \u00fcber die Ziele und Ergebnisse informiert. \u00dcber 800 schriftliche und unz\u00e4hlige telefonische Anfragen zum Projekt wurden beantwortet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektziele konnten erreicht werden. Die Ergebnisse lassen sich nicht nur an den bunten, artenreichen Wiesen, Weiden und Magerrasen in der Eifel, sondern auch an den Frischfleischtheken in den Filia-len der HIT-Handelsgesellschaft, auf den Tischen der Gastst\u00e4tten und in den Zoo-Fachm\u00e4rkten der Knauber-M\u00e4rkte erkennen. Zudem konnte die Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz verbessert und ein Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft geleistet werden. Durch die T\u00e4tigkeit des Projektes konnten mehrere Mio. DM zus\u00e4tzlich in die Region geholt bzw. dort zus\u00e4tzlich erwirtschaftet und ein Beitrag zur Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen bei den Vermarktungspartnern geleistet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist es, die Biotop- und Landschaftspflege durch Integration in landwirtschaftliche Betriebe umzusetzen (Prinzip Naturschutz durch Nutzung). 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