{"id":18556,"date":"2023-07-13T15:12:52","date_gmt":"2023-07-13T13:12:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08674-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:55","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:55","slug":"08674-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08674-01\/","title":{"rendered":"Verbesserung der Applikationstechnik zur Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwandes in Gew\u00e4chsh\u00e4usern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Untersuchungen im Unterglasanbau \u00fcber die Spritzmittelverteilung ergaben eine schlechte Wiederfindungsrate (ca. 70 bis 80 % Wiederfindung). Die Biologische Bundesanstalt hat in Versuchen festgestellt, dass die luftunterst\u00fctzte Applikation von Pflanzenschutzmitteln die Wiederfindungsrate erheblich erh\u00f6ht(ca. 90 bis 95% Wiederfindung), wodurch der Spritzmittelaufwand geringer wird und die Umwelt geschont wird.<br \/>\nZiel der Entwicklung war es, f\u00fcr einen wesentlichen Anteil von Kulturen akzeptable L\u00f6sungen zu erstellen. Derzeit wird nicht mit Luftunterst\u00fctzung gearbeitet. Durch die Anwendung dieser Technik ist eine erhebliche Einsparung an Spritzmitteln und damit ein verbesserter Umweltschutz m\u00f6glich. Au\u00dferdem soll diese Technik sich f\u00fcr den Anwender wirtschaftlich darstellen.<br \/>\nAufgrund der Vielzahl an Kulturen in Gew\u00e4chsh\u00e4usern konnte zun\u00e4chst in Fl\u00e4chen und Raumkulturen unterschieden werden. Die Applikation an Raumkulturen ist grunds\u00e4tzlich schwieriger. Das Spr\u00fchen von oben auf die Pflanze reicht nicht aus, da die erforderliche Durchdringung der Kultur nicht gew\u00e4hrleistet ist.<br \/>\nDie Firma SBS Sondermaschinen GmbH befasste sich aufgrund der umfangreichen Thematik ausschlie\u00dflich mit der Entwicklung eines Spritzger\u00e4tes f\u00fcr Raumkulturen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der viermonatigen Entwurfsphase wurden zun\u00e4chst die Anforderungen an ein Spritzger\u00e4t festgelegt.<br \/>\nUm ein praxisgerechtes Spritzger\u00e4t entwickeln zu k\u00f6nnen, wurden mit dem Entwurf in einem Zeitraum von 3 Monaten unterschiedliche Gartenbaubetriebe besucht. Hierbei wurden die Anforderungen an ein Spritzger\u00e4t mit dem G\u00e4rtner er\u00f6rtert. Mit den Erkenntnissen wurde ein Spritzroboter \u00fcber einen Zeitraum von 10 Monaten entwickelt. Dieser hat im Gegensatz zur bisherigen Technik luftunterst\u00fctzte Spritzd\u00fcsen, kurze Leitungswege mit kleinem Querschnitt und f\u00e4hrt automatisch durch das Gew\u00e4chshaus.Ein Prototyp wurde innerhalb von 5 Monaten gebaut.<br \/>\nMit unserem Kooperationspartner, der Biologischen Bundesanstalt Braunschweig, wurde das neue Spritzgest\u00e4nge an verschiedenen Pr\u00fcfst\u00e4nden untersucht. F\u00fcr eine gleichm\u00e4\u00dfige Mittelverteilung ist eine gleichm\u00e4\u00dfige Spr\u00fchnebelverteilung \u00fcber die H\u00f6he zu gew\u00e4hrleisten. Dies wurde bei der BBA an einem Pr\u00fcfstand mit unterschiedlichen Parametern (Spritzdruck, Anstr\u00f6mungswinkel der Luft, Luftgeschwindigkeit, D\u00fcse) untersucht. F\u00fcr eine weitergehende Kenndatenerfassung wurde eine Volumenstrommessung der L\u00fcfter mit der Drehzahl als Me\u00dfgr\u00f6\u00dfe durchgef\u00fchrt.<br \/>\n\u00dcber einen Zeitraum von 10 Monaten wurde der Prototyp auf Messen ausgestellt, in verschiedenen Gew\u00e4chsh\u00e4usern erprobt und dabei den G\u00e4rtnern vorgestellt. Bei den Tests sollte die Funktionsweise gepr\u00fcft werden und der Nachweis erbracht werden, dass die Umweltbelastung mit Pestiziden durch eine gezieltere Verteilung verringert wird.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Oberstes Ziel war der Umweltschutz durch Reduktion des Pestizidbedarfs. Weiterhin sollte der Anwender den Giften m\u00f6glichst nicht ausgesetzt werden. W\u00e4hrend der Entwicklung wurden die wirtschaftlichen Aspekte (Arbeitsersparnis, Spritzmitteleinsparung, Anschaffungspreis) weitgehend ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nEs entstand ein Spritzroboter mit Spritzgest\u00e4nge mit luftunterst\u00fctzten D\u00fcsen, der nachfolgend n\u00e4her beschrieben wird. Der Roboter besteht aus Basisstation und Satellit. Die Basisstation versorgt den Satelliten mit elektrischer Energie und Spritzfl\u00fcssigkeit. An den Einsatzort wird die Basisstation mit dem darin geparkten Satellitenfahrzeug manuell gefahren und bewegt sich dann automatisch von Reihe zu Reihe, wobei sie sich an den Heizungsrohren orientiert. Der Satellit wird auf die Heizungsrohre gesetzt und kann dadurch wie auf einer Schiene die einzelnen Reihen (bis 100 m) abfahren. Um die Gefahr der Bodenverseuchung durch Spritzmittelkonzentrate in den Gew\u00e4chsh\u00e4usern bei Leckagen m\u00f6glichst gering zu halten, wurde ein gro\u00dfer Br\u00fchebeh\u00e4lter (1000 l) verwendet, in dem nur die verd\u00fcnnten Spritzmittel transportiert werden. Bei \u00fcblicher Dosierung reicht der Tankinhalt f\u00fcr die Behandlung von 0,5 bis 1 ha Anbaufl\u00e4che, f\u00fcr die der Roboter rund 4 Stunden ben\u00f6tigt. Die Arbeitsh\u00f6he des Spritzbalkens kann zwischen 2 und 4 m eingestellt werden. Durch die Wahl von Fahrgeschwindigkeit und D\u00fcsengr\u00f6\u00dfe ist die Aufwandmenge zwischen 300 und 3000 l\/ha variabel. Die maximale Intensit\u00e4t der Luftunterst\u00fctzung kann der jeweiligen Kultur angepa\u00dft werden. Nachdem der Prototyp gebaut war, stellte ein G\u00e4rtner sein Gew\u00e4chshaus zur Verf\u00fcgung, um die einzelnen Funktionen zu pr\u00fcfen. Bei den Versuchen stellten wir fest, dass die Erkennungsmerkmale f\u00fcr die Positionierung des Satelliten durch Pflanzen verdeckt waren. Um dennoch unsere Fahrversuche durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, mu\u00dften wir den Applimate in Programm und Sensorik an das Gew\u00e4chshaus anpassen. Wir durften den Applimaten zun\u00e4chst praxisnah nur ohne Spritzversuche testen.<br \/>\nZu Spritzversuchen wollte sich kein G\u00e4rtner bereit erkl\u00e4ren, die Gew\u00e4chsh\u00e4user der BBA stellten sich daf\u00fcr als zu klein heraus. Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein marktf\u00e4higer Spritzroboter entwickelt wurde, der durch das luftunterst\u00fctzte Spritzverfahren eine umweltschonende Technik verspricht. Durch den Automatikbetrieb in den Gew\u00e4chsh\u00e4usern ist der Schutz f\u00fcr den Anwender gew\u00e4hrleistet. Wirtschaftlich interessant ist der Applimate f\u00fcr Gartenbaubetriebe ab einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 1 ha. Um die Wirtschaftlichkeit zu erh\u00f6hen, haben wir als Transportfahrzeug einen Elektrohubwagen verwendet, der im Betrieb auch f\u00fcr andere Einsatzf\u00e4lle verwendet werden kann.<br \/>\nBei den Messen und Vorf\u00fchrungen wurde von vielen G\u00e4rtnern Interesse f\u00fcr dieses Ger\u00e4t bekundet, aber die Voraussetzung f\u00fcr den Kauf war bei allen G\u00e4rtnern eine Referenz mit dem Nachweis der verbesserten Spritztechnik.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Applimate wurde erstmals auf der Gartenbaumesse NTV in Amsterdam vorgestellt, es folgte eine Vorf\u00fchrung bei der Lehr- und Versuchsanstalt in Straelen. Abschlie\u00dfend war der Satellit auf der Hortec`99 in Karlsruhe ausgestellt. In zahlreichen nationalen und internationalen Zeitungen (\u00fcberwiegend G\u00e4rtnerfachzeitungen) wurden Berichte ver\u00f6ffentlicht. Hierzu geh\u00f6rten: Der Forschungsreport 1\/1999, Der Gartenbau 46\/98 Schweiz, Taspo 46\/98, Horti Culture 1\/1999, Flora Culture International 12\/98 USA. Im August 1999 wurde ein Beitrag \u00fcber den Applimate in der Sendung Polylux im Regionalsender ORB ausgestrahlt. Der NDR filmte den Spritzroboter im September 1999 und will den Bericht noch in der Sendung Markt im Dritten senden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Unterglasanbau f\u00fcr Gem\u00fcse findet zur Zeit ein Umbruch statt. Die Gartenbaubetriebe vergr\u00f6\u00dfern ihre Anbaufl\u00e4chen und die Transportsysteme werden von der Deckenschiene auf die Bodenschiene verlagert. Der Bedarf f\u00fcr einen Applimaten ist im kleineren Rahmen vorhanden und w\u00e4chst mit gr\u00f6\u00dfer werdenden Betrieben. Der Verkauf von einigen Applimaten wird erst nach Untersuchungen mit der luftunterst\u00fctzten Spritztechnik und positiven Ergebnissen m\u00f6glich. Es empfiehlt sich, weitere Versuche in Form einer Forschungsarbeit \u00fcber mehrere Jahre mit wissenschaftlicher Betreuung durchzuf\u00fchren. Abschlie\u00dfend ist festzustellen, dass der Entwicklungsbedarf auf diesen Sektor noch gro\u00df ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Untersuchungen im Unterglasanbau \u00fcber die Spritzmittelverteilung ergaben eine schlechte Wiederfindungsrate (ca. 70 bis 80 % Wiederfindung). Die Biologische Bundesanstalt hat in Versuchen festgestellt, dass die luftunterst\u00fctzte Applikation von Pflanzenschutzmitteln die Wiederfindungsrate erheblich erh\u00f6ht(ca. 90 bis 95% Wiederfindung), wodurch der Spritzmittelaufwand geringer wird und die Umwelt geschont wird. 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