{"id":18554,"date":"2023-07-13T15:13:26","date_gmt":"2023-07-13T13:13:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09565-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:27","slug":"09565-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09565-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Bau einer Pflanzenkl\u00e4ranlage in Miroslawice und Begleitung durch die mecklenburgische Firma \u00d6koland GmbH"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vergleichbar mit der Ausgangssituation in den neuen Bundesl\u00e4ndern sind in der Republik Polen der Anschlussgrad und der technische Stand der Abwasserreinigungsanlagen im l\u00e4ndlichen Raum sehr niedrig. \u00d6kologisch und \u00f6konomisch sinnvoll erscheinen auch in Polen dezentrale und insbesondere naturnahe Verfahren zur Behandlung der anfallenden Abw\u00e4sser. Gegenstand des Vorhabens ist daher die grenz\u00fcberschreitende Fortentwicklung eines in der Gemeinde Ahrenshagen entwickelten Pflanzenkl\u00e4rverfahrens mit standortspezifischem Material f\u00fcr die Filtermatrix. Als Projektstandort im Nordwesten Polens wurde eine von der Vorflut bzw. Gew\u00e4sserg\u00fcte her empfindliche, d.h. anspruchsvolle K\u00fcstenregion etwa 90 km \u00f6stlich des deutschen Ostseebades Ahlbeck ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nDie Aspekte der Darstellung der Leistungsf\u00e4higkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Umweltvertr\u00e4glichkeit eines solchen dezentralen Verfahrens waren dort als Alternative zu konventionellen Kl\u00e4rtechniken von hoher Bedeutung. Das Projekt verfolgte das weitere Ziel, die Reinigungswerte f\u00fcr h\u00e4usliches Abwasser entsprechend den Mindestanforderungen f\u00fcr Direkteinleiter nach polnischem Wasserhaushaltsgesetz in Miroslawice, einem Ortsteil in der Gemeinde Trzebiatow, zu unterbieten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt beinhaltete die Planung, Bauleitung, die  Materialauswahl und -beschaffung insbesondere der mechanischen Vorkl\u00e4rung in Form von Dreikammerabsetzgruben, sowie den Einfahrbetrieb der Anlage \u00fcber ein Jahr. F\u00fcr Miroslawice wurde f\u00fcr 280 Einwohner mit einem Tagesschmutzwasseranfall von 26 m3 gerechnet. F\u00fcr die geplante Anlage waren antragsgem\u00e4\u00df 10 horizontal durchstr\u00f6mte Pflanzenbeete mit einer Fl\u00e4che von je 168 m2 vorgesehen (Bemessung nach dem ATV-Hinweisblatt H 262).<br \/>\nNeben der direkt im Projekt stattfindenden Umweltentlastung durch den Bau der PKA sollte das Vorhaben sowohl f\u00fcr die dortige Region als auch f\u00fcr viele l\u00e4ndliche Kommunen in Polen beispielhaft sein und zum Nachahmen anregen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die umfangreichen Voruntersuchungen der \u00d6koland GmbH f\u00fchrten zu einer Umprojektierung des geplanten Beetaufbaus und der Reduzierung der erforderlichen Beetfl\u00e4che von urspr\u00fcnglich 5 m2 pro EW auf 2 m2 pro EW mittels Vertikalfilter an der Stelle des urspr\u00fcnglich vorgesehenen Horizontalfilters sowie zu einer Einsparung von 840 m2 Beetfl\u00e4che bei gleichzeitiger Kostenreduzierung f\u00fcr die Beetf\u00fcllung und dem erforderlichen Landkauf der Gemeinde.<br \/>\nBei der Suche nach einem idealen Bodenk\u00f6rper mit eng definierten Eigenschaften f\u00fcr eine PKA fand die \u00d6koland GmbH in der N\u00e4he von Miroslawice im Ostseebad Mrzezyno diesen Bodenk\u00f6rper in Form des dort vorkommenden Seesandes, der im Projekt erstmalig in 2 von 10 Beeten eingesetzt werden soll. Dieser Bodenk\u00f6rper konnte bisher nur n\u00e4herungsweise mit bestimmten Abstrichen \u00fcber eine Mischung verschiedener B\u00f6den hergestellt werden.<br \/>\nIm Vorfeld der geplanten baulichen Umsetzung in Miroslawice konnte durch die Recherchen der \u00d6koland GmbH mit den m\u00f6glichen Baustoff- und Bauteilelieferanten in Polen erreicht werden, dass 95% des ben\u00f6tigten Baumaterials f\u00fcr das Projekt insgesamt kosteng\u00fcnstiger als in Deutschland in Polen h\u00e4tten bezogen werden k\u00f6nnen. Die Transportkosten aus Deutschland und die erhebliche Zollgeb\u00fchren w\u00e4ren somit eingespart worden. Lediglich die ben\u00f6tigte UV-best\u00e4ndige und wurzelfeste Beetfolie h\u00e4tte aus Deutschland bezogen werden m\u00fcssen.<br \/>\n\u00dcber die Deutsche Botschaft in Warschau, die Polnische Botschaft in Berlin und den Bundesgrenzschutz wurde 1999 f\u00fcr s\u00e4mtliche Fahrzeuge der \u00d6koland GmbH eine zeitlich begrenzte Sondergenehmigung zum Benutzen des Grenz\u00fcbergangs Ahlbeck\/ Swinem\u00fcnde erwirkt, was eine erhebliche Kilometer- und Fahrzeitreduzierung bedeutet h\u00e4tte.<br \/>\nDie \u00d6koland GmbH musste das Projekt leider durch den Wechsel im B\u00fcrgermeisteramt und die \u00c4nderung bei den k\u00fcnftig priorit\u00e4ren Investitionen der Gemeinde im Mai 2000 abbrechen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6koland GmbH, Naturnahe Abwasseranlagen, Rennbahnallee 21, 18059 Rostock, Telefon: 0381\/203 6826, Fax: 0381\/203 6826, Ansprechpartner: Herr Dipl.-Ing. Helmut Wassatsch.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt konnte insgesamt nicht antragsgem\u00e4\u00df umgesetzt werden.<br \/>\nDas Genehmigungsverfahren f\u00fcr die naturnahe Abwasserreinigungsanlage durch die Umweltbeh\u00f6rde Stettin dauerte insgesamt 2 \u00bd Jahre statt wie urspr\u00fcnglich geplant ein halbes Jahr. Aus dieser Erfahrung heraus empfiehlt die \u00d6koland GmbH der DBU, bei k\u00fcnftigen eventuellen abwassertechnischen F\u00f6rderungen in MOE-Staaten nur solche Projekte zu unterst\u00fctzen, wo von vornherein von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden deutsches Wasser- und Baurecht akzeptiert werde.<br \/>\nMit dem B\u00fcrgermeisterwechsel 1999 in der Gemeinde Trzebiatow ver\u00e4nderten sich zudem schlagartig die Priorit\u00e4ten bei den Investitionen der Gemeinde, die sich im April 2000 gegen den Bau der dezentralen PKA in Miroslawice entschied. K\u00fcnftig soll die Abwassermitbehandlung zentral in der kommunalen Kl\u00e4ranlage in Trzebiatow erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vergleichbar mit der Ausgangssituation in den neuen Bundesl\u00e4ndern sind in der Republik Polen der Anschlussgrad und der technische Stand der Abwasserreinigungsanlagen im l\u00e4ndlichen Raum sehr niedrig. \u00d6kologisch und \u00f6konomisch sinnvoll erscheinen auch in Polen dezentrale und insbesondere naturnahe Verfahren zur Behandlung der anfallenden Abw\u00e4sser. 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