{"id":18549,"date":"2024-11-27T10:32:18","date_gmt":"2024-11-27T09:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00892-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:20","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:20","slug":"00892-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00892-01\/","title":{"rendered":"Integrierte Umweltschutzma\u00dfnahmen innerhalb des Programmes zur Sanierung  des Tollensesees mit gleichzeitigem Ausbau bestehender Kooperationen und  Unterst\u00fctzung von Existenzgr\u00fcndungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Errichtung einer Pilzzuchtanlage zur Produktion von Austernseitlingen, dessen nach der Ernte der Pilze \u00fcbriggebliebenes Pilz-Stroh-Gemisch zur Sanierung von kontaminierten B\u00f6den eingesetzt werden soll. Dabei ist zu erforschen, f\u00fcr welche Art der Kontamination sich der Austernseitling eignet. In einem weiteren Teilabschnitt sollen ehemalige S\u00f6lle auf Fl\u00e4chen \u00f6stlich des Tollensesees wieder hergestellt werden, die fr\u00fcher durch landw. Gro\u00dfbetriebe beseitigt wurden. Weiterhin soll im Bereich des Tollensesees eine umweltgerechte Schafhaltung aufgebaut werden, wo ehem. landw. Fl\u00e4chen schonend beweidet werden k\u00f6nnen. Dabei sind Umweltbeh\u00f6rden einzubeziehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs ist eine neue Anlage zur Produktion von Austernpilzen zu errichten (Neubau eines Geb\u00e4udes).<br \/>\nDie Herstellung der Pilzbrut ist die wichtigste Grundlage. Dazu sind Kooperationsbeziehungen zur INUMA GmbH Papenburg aufgebaut worden. Hierbei sollen die Erfahrungen von Dr. M\u00fcller, der sich ebenfalls mit der Pilzproduktion befa\u00dft  genutzt werden. Mitarbeiter werden in Papenburg vor Ort sich entsprechende Kenntnisse aneignen. In Teilbereichen wird die Universit\u00e4t Greifswald einbezogen. Mit der Errichtung des Geb\u00e4udes zur Pilzproduktion sollen alternative Energien, hier Solarenergie, zur Anwendung kommen. Mit Fertigstellung der Anlage sind Feldversuche zur Eignung des Pilz-Stroh-Gemisches f\u00fcr die unterschiedlichen Arten der Kontamination vorgesehen. Dabei sind Entsorgungsunternehmen mit einzubeziehen. Im Bereich der Landwirtschaft wurden fr\u00fcher durch die sogenannten LPG ehemalige Wasserl\u00f6cher (S\u00f6lle) auf den Feldern beseitigt um Gro\u00dffl\u00e4chenwirtschaft zu betreiben. Mit der Regenerierung dieser S\u00f6lle sollen Ausgleichsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt und der nat\u00fcrliche Wasserhaushalt reguliert werden. Dabei entstehen zahlreiche Biotope.<br \/>\nUm den Tollensesee ist das Gel\u00e4nde sehr bergig, die Landwirtschaft kann diese Fl\u00e4chen kaum bearbeiten. Es handelt sich z.T. um Trockenrasenfl\u00e4chen die zu einen Landschafts- bzw. Naturschutzgebiet ge-h\u00f6ren. Um die Fl\u00e4chen trotzdem zu bewirtschaften kommt nur eine dem Landschafts- und Naturschutzgebiet entsprechende Beweidung durch umweltgerechte Schafhaltung in Frage. Dazu  wird ein Schafstall errichtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurde ein Geb\u00e4ude zur Produktion von Austernpilzen errichtet. Das nach Aberntung des Pilzes \u00fcbrig gebliebene Pilz-Stroh-Gemisch wird zur Dekontamination schadstoffbelastender B\u00f6den verwendet.  Bei der Produktion des Pilz-Stroh-Gemisches werden Luftkollektoren als alternative Energiequellen eingesetzt. In der Anlage wird die Pilzbrut selbst hergestellt. Dabei sind verschiedene St\u00e4mme gez\u00fcchtet worden. 5 St\u00e4mme konnten als geeignet f\u00fcr die Umweltsanierung best\u00e4tigt werden.<br \/>\nDer unspezifische Angriff der ligninolytischen Enzyme auf Xenobiotika erm\u00f6glicht deren oxidativen Abbau  unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Konzentration, der Anwesenheit von Schadstoffgemischen. Die M\u00f6glichkeit zum Abbau einer Vielzahl von Verbindungen wurde unter Laborbedingungen untersucht und Abbauwege charakterisiert. Erste Untersuchungen im Bodensystem im Laborma\u00dfstab zeigten u. a. die Mineralisierung von PAK nach Einbringung des Pilz-Stroh-Gemisches. Um das Einwachsen von Pilzsubstrat bzw. Pilz-Stroh-Gemisch  auf verschiedene Bodenarten bei verschiedenen Bedingungen zu kl\u00e4ren, wurden umfangreiche Kleinversuche gefahren. Dazu liegen entsprechende Ergebnisse vor. Es wurden Kleinstmengen von kontaminierten Material verschiedener Konzentrationen mit einem Pilz-Stroh-Gemisch angesetzt und das Einwachsen der Pilzst\u00e4mme in diesen Bodenarten untersucht. Im Ergebnis wurde positiv festgestellt, da\u00df das Pilz-Stroh-Gemisch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum stabil in verschiedenen Bodenarten und Zus\u00e4tzen eingewachsen war.<br \/>\nDie Ausscheidung der Enzyme in das extrazellul\u00e4res Milieu sowie ihr urspr\u00fcnglicher Angriff auf aromatische Substanzen lassen Wei\u00dff\u00e4ulepilze \u00e4u\u00dferst geeignet f\u00fcr die Dekontamination schadstoffbelasteter B\u00f6den erscheinen.  Eingehende Versuche sind in Modellmieten vorgenommen worden.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universit\u00e4t Greifswald werden auch nach Abschlu\u00df des Projektes weitere Forschungen im Rahmen von Gro\u00dfversuchen unter Einbeziehung von Entsorgungsunternehmen vorgenommen. <\/p>\n<p>Im Teilobjekt S\u00f6lle wurden im Gro\u00dfraum Gro\u00df Nemerow insgesamt 5 gr\u00f6\u00dfere S\u00f6lle wiederhergestellt, regeneriert. Dazu mu\u00dften gr\u00f6\u00dfere Entr\u00fcmpelungen, d. h. Entfernen von M\u00fcll, Feldsteinen und anderen Gegenst\u00e4nden, vorgenommen werden. Zugesch\u00fcttete S\u00f6lle wurden zum Teil wieder ge\u00f6ffnet und neu angelegt. Dazu geh\u00f6rige Rohrleitungen wurden gereinigt und freigelegt. Inzwischen haben sich diese S\u00f6lle wieder mit Wasser gef\u00fcllt und Lebewesen angesiedelt. Es wurde festgestellt, da\u00df jetzt nicht mehr so viele Fl\u00e4chen auf den Feldern unter Wasser stehen. Sie regulieren nicht nur den Wasserhaushalt auf den Feldern sondern entwickeln sich auch zu Biotopen. <\/p>\n<p>F\u00fcr das Teilprojekt umweltgerechte Schafhaltung wurde eine Stallanlage einer ehemaligen LPG angekauft und f\u00fcr einen Schafstall hergerichtet. Zur Bewirtschaftung wurde ein Sch\u00e4fermeister angesiedelt. Das Gebiet um den Tollensesee ist ein landschaftlich sehr sensibles Gebiet. Es ist sehr bergig. Landwirtschaftlich kann das Gebiet au\u00dfer durch Beweidung kaum genutzt werden. Deshalb wurde die M\u00f6glichkeit geschaffen hier eine Schafherde anzusiedeln um das Gebiet, welches \u00fcber 1000 Hektar gro\u00df ist, umweltgerecht zu bewirtschaften. Die Schafherde umfa\u00dft 1000 Mutterschafe. Mit dieser Schafherde werden mehr als 1000 ha Land beweidet. Mit der Ansiedlung der Schafherde wird auch eine Existenzgr\u00fcndung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Forschungen auf dem Gebiet der Pilzzucht wurden regional \u00f6ffentlich dargestellt. Der Ministerpr\u00e4sident und der Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben Interesse bekundet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es kann nachgewiesen werden, da\u00df Wei\u00dff\u00e4ulepilze f\u00fcr die Sanierung kontaminierter B\u00f6den geeignet sind. Nach Abschlu\u00df des Projektes werden zusammen mit der Ernst-Moritz-Arndt Universit\u00e4t Greifswald unter Einbeziehung eines Entsorgungsunternehmens weitere Forschungen im Rahmen von Gro\u00dfversuchen vorgenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Errichtung einer Pilzzuchtanlage zur Produktion von Austernseitlingen, dessen nach der Ernte der Pilze \u00fcbriggebliebenes Pilz-Stroh-Gemisch zur Sanierung von kontaminierten B\u00f6den eingesetzt werden soll. Dabei ist zu erforschen, f\u00fcr welche Art der Kontamination sich der Austernseitling eignet. 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