{"id":18539,"date":"2024-11-27T10:32:12","date_gmt":"2024-11-27T09:32:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00411-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:14","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:14","slug":"00411-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00411-01\/","title":{"rendered":"Erarbeitung einer Konzeption zur Erstellung und Erprobung kommunaler Abwasserkataster mit Schwerpunkt der Beratung der abwassererzeugenden u. verarbeitenden Betriebe &#8211; untersucht und dargestellt am Beispiel der Kommunen Stadt Greifswald, Stadt Wolgas[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anla\u00df: Schwerwiegende Umweltbelastungen in den FNL durch erhebliche und dauerhafte M\u00e4ngel bei der Abwasserbehandlung. Zielsetzung: Aktiver Umweltschutz durch Verbesserung der kommunalen Abwassersituation im gewerblichen Bereich mit Hilfe des Instruments `Abwasserkataster\u00b4 &#8211; Da Abwasserkataster keine gesetzliche Pflichtaufgabe und in den FNL weitgehend unbekannt, Schaffung von Beispielen in Form von Abwasserkatastern f\u00fcr 3 direkt in die Boddengew\u00e4sser der Ostsee einleitende Kommunen &#8211; Verallgemeinerung der Untersuchungsergebnisse &#8211; Beratung und Unterst\u00fctzung der Klein- und Mittelbetriebe im Abwasserbereich zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs und der Abwassermengen, Optimierung der Abwasseranlagen, Einf\u00fchrung innovativer Betriebstechnik, Verbesserung der Abwasserqualit\u00e4t, Vermeidung von St\u00f6rf\u00e4llen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenLiteraturrecherche &#8211; Qualifizierung und praktische Einweisung der kommunalen Mitarbeiter &#8211; Datensammlung, Sichtung der Daten und Vorstrukturierung der Auswertung &#8211; Strukturierung des Projektablaufs f\u00fcr den Untersuchungsbereich und Projektzeitraum &#8211; Erstellung einer Systematik zur Beurteilung der kommunalen Abwasserentsorgung &#8211; Erstellung einer Struktur der indirekteinleitenden Gewerbebetriebe und einer branchenbezogenen Auswertungsstruktur f\u00fcr die Einzelunternehmen &#8211; Situationsanalyse der kommunalen Kl\u00e4ranlagen (Art, Abwassermenge, Qualit\u00e4t, Zu- und Abl\u00e4ufe), des Kl\u00e4rschlamms (Menge, Qualit\u00e4t, Verwertung), der g\u00fcltigen Abwassersatzungen, der Kanalsituation (System, Kanalpl\u00e4ne), des Planungsstandes f\u00fcr notwendige und vorgesehene Ver\u00e4nderungen &#8211; Auswertung der Betriebsdaten &#8211; Erstellung eines Priorit\u00e4tenplanes &#8211; projektbegleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit &#8211; Beratung und Schulung der kommunalen Mitarbeiter &#8211; Anleitung, Beratung und Einarbeitung der kommunalen Mitarbeiter bei der Erstellung des Abwasserkatasters &#8211; Betriebsbefragungen und -begehungen &#8211; Analyse der betrieblichen Abw\u00e4sser, Bewertung der Betriebe, Beratung der Betriebe und Kommunen, Vergleich der 3 Kommunen &#8211; Erstellung des Endberichts.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausreichende Umweltvorsorge bei der Gew\u00e4sserreinhaltung kann von Kommunen im Abwasserbereich nur gew\u00e4hrleistet werden, wenn neben modernen Kl\u00e4ranlagen auch konsequente Erfassung, Beratung und Kontrolle der Indirekteinleiter erfolgt. Die direkt oder indirekt in die Boddengew\u00e4sser der Ostsee einleitenden Kommunen Greifswald, Demmin und Wolgast ben\u00f6tigten in Verbindung mit der Modernisierung und Erneuerung ihrer veralteten und \u00fcberlasteten Kl\u00e4ranlagen f\u00fcr diese Aufgabe ein Instrument zur Erfassung, Beratung und gezielten Einflu\u00dfnahme auf gewerbliche Abwasserproduzenten. Dabei ging es u.a. auch um die schnelle Verbesserung der Wassersituation im Bereich der Laichgebiete des Ostseeherings, die durch die Einleitung schlecht gekl\u00e4rter Abw\u00e4sser in den letzten Jahrzehnten schwerwiegend belastet worden waren. Da Abwasserkataster bisher keine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommunen waren, konnte dieses in den FNL vorwiegend unbekannte Instrument nur mit Unterst\u00fctzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen eines Pilot- und Modellprojektes realisiert werden. Zun\u00e4chst wurden alle Gewerbebetriebe im Untersuchungsraum ermittelt, erfa\u00dft und begangen. Hier ergaben sich bereits erhebliche Probleme aus der Dynamik der Ver\u00e4nderungen der Gewerbesituation in der Nachwendezeit. Vor allem Betriebe in Altliegenschaften hatten erheblichen Investitionsbedarf f\u00fcr Abscheidetechnik und Vorbehandlungsanlagen. Ein wesentliches Problem bestand in der weitestgehenden Unkenntnis der Betriebsinhaber \u00fcber Zusammensetzung und Belastung der Abw\u00e4sser ihrer Betriebe sowie \u00fcber die daf\u00fcr ma\u00dfgebenden Ursachen. Grunds\u00e4tzlich mu\u00df die Katastererstellung mit einer gezielten Begehung, Beratung und Beprobung der Betriebe verbunden werden. Die konsequente Beachtung und Durchf\u00fchrung dieser Aufgabe bei der Abwasserkatastererstellung ergibt bereits deutliche und nachweisbare Reduzierungen der Schadstoffeinleitungen. Die unverzichtbare aktive Mitarbeit der Betriebsinhaber bei der Wassereinsparung und Abwasserverbesserung ist nur zu erreichen, wenn an Erfahrungen und Kenntnissen der Betriebsinhaber angekn\u00fcpft und neben den umweltverbessernden Wirkungen vor allem Aufwands- und Kostenreduzierung nachgewiesen wird. Wasserkennzahlen bezogen auf Geb\u00e4udenutzfl\u00e4chen, Betriebstechniken und Branchen wurden erarbeitet und angewandt. Damit wurden Vergleiche des Wasserverbrauchsniveaus, des -verbauchsverhaltens und vorhandener Einsparpotentiale m\u00f6glich.Besondere Bedeutung hat das Abwasserkataster f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung von Notfallsituationen und Grenzwert\u00fcberschreitungen im laufenden Kl\u00e4ranlagenbetrieb. Mit Hilfe des EDV-gest\u00fctzten Abwasserkatasters und der verf\u00fcgbaren Betriebsberichte ist eine schnelle Feststellung m\u00f6glicher Verursacher im Indirekteinleiterbereich und die Ursachenbeseitigung m\u00f6glich. Das setzt jedoch die systematische Weiterf\u00fchrung, Erg\u00e4nzung und Aktualisierung des Abwasserkatasters voraus. Zur Fortf\u00fchrung der beispielhaft vorgelegten Kataster haben es die beteiligten Kommunen \u00fcbernommen:- kommunale Geb\u00e4ude und Einrichtungen einzubeziehen (Vorbildfunktion)- systematische Beratung der Indirekteinleiter zum Stand der Technik, Rechtsgrundlagen, Gesetzes- und Satzungs\u00e4nderungen durchzuf\u00fchren- Informationen \u00fcber Probe-, Kontroll- und Revisionssch\u00e4chte zu sammeln, auszuwerten, weiterzugeben- Analysehilfe f\u00fcr kleine Betriebe bei der Diagnose des Abwassers zu leisten- fr\u00fchzeitige Beteiligung der Baugenehmigungsbeh\u00f6rden bei betrieblichen Bauma\u00dfnahmen zu sichern- Einbeziehung der Kammern und Verb\u00e4nde zu organisieren- Erl\u00e4uterung des Ortsrechts und Beratung bei der Beachtung und Einhaltung durchzuf\u00fchren- offener, rechtsunverbindlicher Erfahrungsausstausch zwischen Firmen, Kammern und Beh\u00f6rden zu organisieren<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Verlauf der Projektbearbeitung wurden zwei Fachtagungen im Untersuchungsraum durchgef\u00fchrt, es erfolgten wiederholte Ver\u00f6ffentlichungen in der Fach- und regionalen Presse, Ausstellungen und Diskussionen in \u00f6rtlichen Ausstellungsr\u00e4umen wurden organisiert. In kommunalen Fachaussch\u00fcssen und anderen Gremien wurde \u00fcber das Projekt informiert, Vorgehen und Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die mit und im Verlauf des Projektes erzielten Ergebnisse haben die Bedeutung kommunaler Abwasserkataster an praktischen Beispielen nachdr\u00fccklich best\u00e4tigt. Aufbau, Methodik, Vorgehensweise und Anforderungen an diese Kataster wurden entwickelt, beispielhaft angewandt und erprobt und verallgemeinerungsf\u00e4hig dokumentiert. Spezielle EDV-Software-Programme wurden erprobt und f\u00fcr die beteiligten Kommunen eingerichtet und mit den Katasterdaten aufgef\u00fcllt. Durch die modellhafte Projektdurchf\u00fchrung wurden die Absichten der Landesbeh\u00f6rden mit initiiert und nachdr\u00fccklich unterst\u00fctzt, Abwasserkataster f\u00fcr gewerbliche Indirekteinleiter zur Pflichtaufgabe f\u00fcr kommunale Kl\u00e4ranlagenbetreiber zu machen. Das ist in Mecklenburg-Vorpommern noch w\u00e4hrend der Projektlaufzeit durch Verordnungen auf Landesebene erfolgt. Die Abwasserkataster werden durch die im Verlauf des Projektes geschulten und speziell eingewiesenen kommunalen Mitarbeiter als Daueraufgabe weitergef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anla\u00df: Schwerwiegende Umweltbelastungen in den FNL durch erhebliche und dauerhafte M\u00e4ngel bei der Abwasserbehandlung. 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