{"id":18517,"date":"2023-07-13T15:13:58","date_gmt":"2023-07-13T13:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10498-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:01","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:01","slug":"10498-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10498-01\/","title":{"rendered":"Innovative Car-Sharing-Konzepte f\u00fcr Privatkunden und kleine Unternehmen auf kommunaler Ebene"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt soll in der konzipierten Form vor allem die Zahl der CarSharing-Nutzer in Leipzig erh\u00f6hen und dadurch eine Reduktion des PKW-Bestandes herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm das Ziel zu erreichen, soll ein quantitativer und qualitativer Sprung des CarSharing-Angebotes in Leipzig durch:<br \/>\n\u00b7\tdie Erschlie\u00dfung breiterer Zielgruppen f\u00fcr eine CarSharing Nutzung, insbesondere gewerbliche Kunden<br \/>\n\u00b7\teine sp\u00fcrbar h\u00f6here Fahrzeugdichte und damit k\u00fcrzere Entfernung von Wohnung und CarSharing-Auto<br \/>\n\u00b7\tund eine konzentrierte und zielgruppenorientierte Information der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Vorz\u00fcge des CarSharing-Systems erreicht werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zusammenfassung des CarSharing-ProjektVon Januar 1999 &#8211; Dezember 2000 f\u00fchrte der \u00d6KOL\u00d6WE mit finanzieller Unterst\u00fctzung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt das Projekt Innovative CarSharing-Konzepte f\u00fcr Privatkunden und kleine Unternehmen auf kommunaler Ebene durch.<br \/>\nUm einen umfassenden Kenntnisstand von CarSharing zu gewinnen, wurde eine Befragung von bundesweit 66 CarSharing-Organisationen durchgef\u00fchrt. Die Befragung lief in Form telefonischer und Tiefeninterviews ab. Die CarSharing-Organisationen befinden sich seit einigen Jahren in einem Prozess der Professionalisierung als Mobilit\u00e4ts-Dienstleister. Es gibt einen Kern von strukturell wachsenden Organisationen, die ihr Wirken \u00fcberregional ausgedehnt haben, aber auch einen gro\u00dfen Kreis von kleinen Anbietern die nur in einem Ort aktiv sind. Trend ist ein Konzentrationsprozess am CarSharing-Markt, der sich in Form von Fusionen und \u00dcbernahmen darstellt. Das f\u00fchrt auch dazu, dass bisher bestehende Gebietsmonopole in einigen St\u00e4dten durch die Konkurrenz mehrerer Anbieter beendet werden.<br \/>\nDie Kooperation von CarSharing-Organisationen mit geeigneten Partnern, wie Verkehrsbetrieben, hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und wird sich weiter verst\u00e4rken. Die Kundinnen und Kunden des \u00f6ffentlichen Verkehrs sind die beste Zielgruppe f\u00fcr CarSharing. Als Verbindung zwischen dem \u00f6ffentlichen und dem Individualverkehr eignet sich CarSharing, weil hier die Vorteile von beiden Systemen verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnen. Unter dem Motto Soviel \u00f6ffentlicher Verkehr wie m\u00f6glich, so wenig Autoverkehr wie n\u00f6tig kann f\u00fcr diese Kundengruppe ein attraktives Mobilit\u00e4tspaket angeboten werden.<br \/>\nIn der Zusammenarbeit mit den Leipziger Verkehrsbetrieben wurde eine positive Grundsatzentscheidung der LVB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zur Einf\u00fchrung von CarSharing erzielt. Auf einer Pr\u00e4sentationsveranstaltung mit Verkehrsbetrieben aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen hatten vier CarSharing-Organisationen die M\u00f6glichkeit, ihre Konzepte pers\u00f6nlich vorzustellen und Kontakte zu kn\u00fcpfen. Die Projektgruppe unterst\u00fctzte die LVB bei der Auswahl eines Kooperationspartners und empfahl eine Entscheidung f\u00fcr teilAuto Leipzig\/Halle. Parallel zur konzeptionellen Arbeit wurden Standorte f\u00fcr m\u00f6gliche LVB-CarSharing-Stationen recherchiert. Das LVB-CarSharing soll &#8211; nach einiger Verz\u00f6gerung &#8211; nun am 21. April 2001 in Kooperation mit der Schweizer mobility, dem weltweit gr\u00f6\u00dften CarSharing-Unternehmen, eingef\u00fchrt werden. Auch die Chemnitzer Verkehrsbetriebe haben, angeregt durch die Pr\u00e4sentationsveranstaltung, seit Oktober 2000 zusammen mit stadtmobil Dresden CarSharing eingef\u00fchrt. Ebenso wie f\u00fcr Kunden des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs kann CarSharing in Kooperation mit Wohnungsgesellschaften verwirklicht werden, um durch das Angebot eines Zusatznutzens die Vermietbarkeit von Wohnungen zu erh\u00f6hen. Daf\u00fcr wurden die konzeptionellen Grundlagen f\u00fcr die Kooperation von Wohnungsgesellschaften mit der \u00f6rtlichen CarSharing-Organisation erarbeitet.<br \/>\nDazu sind Wohnquartiere in Leipzig hinsichtlich der Bebauungs-, Bev\u00f6lkerungs- und  Eigent\u00fcmerstruktur auf ihre Eignung f\u00fcr CarSharing untersucht worden. Eine Auswahl von vier Wohnungsgesellschaften wurde als Partner f\u00fcr eine Bedarfsermittlung gewonnen. In der Form einer Mieterbefragung wurde gepr\u00fcft, wie viele Haushalte als Zielgruppe f\u00fcr CarSharing in Frage kommen und wie viele CarSharing als Angebot nutzen w\u00fcrden. Die Befragungsergebnisse zeigten, dass die Nutzungswahrscheinlichkeit in den Untersuchungsgebieten kaum gro\u00dfe Unterschiede aufweist. Die zwei Wohnquartiere mit den besten Voraussetzungen wurden ausgew\u00e4hlt, um eine direkte Kooperation von Wohnungsgesellschaft und CarSharing-Organisation zu testen. Studierende stellen f\u00fcr CarSharing eine interessante Zielgruppe dar, weil die Mehrzahl (noch) \u00fcber kein eigenes Auto verf\u00fcgt und ihre Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrfnisse nach rationalen finanziellen Aspekten plant. Mit Hilfe einer Umfrage wurde ermittelt, dass von insgesamt 30.000 Leipziger Studentinnen und Studenten ein CarSharing-Angebot bei ca. 10.000 Studierenden auf Interesse sto\u00dfen w\u00fcrde. Ausgehend von den Er-gebnissen der Umfrage sowie bereits praktizierten Kooperationsprojekten mit Universit\u00e4ten sind Empfehlungen f\u00fcr ein spezielles Angebot f\u00fcr Studierende erarbeitet worden. Angeregt wird, das CarSharing-Angebot f\u00fcr Studierende in das Semesterticket einzubinden, Stellpl\u00e4tze an Wohnheimen und Hochschulstandorten einzurichten sowie bei der Fahrzeugpalette die besonderen W\u00fcnsche der Zielgruppe zu ber\u00fccksichtigen. Am 1.10.2000 f\u00fchrte teilAuto Leipzig\/Halle einen Studententarif ein. Eine weitergehende Kooperationsvereinbarung wurde f\u00fcr Beginn des Sommersemesters 2001 vereinbart.<br \/>\nDie Leipziger Stadtverwaltung verf\u00fcgt \u00fcber einen umfangreichen Fuhrpark, der nicht regelm\u00e4\u00dfig ausgelastet ist. Die Nutzung von CarSharing kann hier zu erheblichen Kostenreduktionen f\u00fchren. Die Ausarbeitung verschiedener konzeptioneller Ans\u00e4tze sowie Gespr\u00e4che haben zu dem Ergebnis gef\u00fchrt, dass ab Januar 2001 ein weitreichender Kooperationsvertrag zwischen teilAuto und  Stadtverwaltung abgeschlossen wurde. F\u00fcr Dienstfahrten k\u00f6nnen jetzt CarSharing-Fahrzeuge genutzt werden. Au\u00dferdem erhalten Angestellte der Stadtverwaltung einen verg\u00fcnstigten Einstiegstarif bei der privaten CarSharing-Nutzung.<br \/>\nDie Nutzung moderner Marketingmethoden entscheidet wesentlich \u00fcber Erfolg oder Misserfolg von CarSharing-Konzepten. Dieser bisher noch eher stiefm\u00fctterlich behandelte Bereich gewann innerhalb des Projektes einen bedeutenden Raum. Es wurden Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ein umfassendes Marketingkonzept erarbeitet. Mit dem \u00f6rtlichen CarSharing-Anbieter wurden einige Ideen bereits in die Praxis umgesetzt. Die Veranstaltung einer bundesweiten Tagung zum Thema Marketing ist auf gro\u00dfe Resonanz gesto\u00dfen. Marketing-Experten waren eingeladen, durch eine kritische Au\u00dfensicht auf die Schw\u00e4chen der Marketing-Aktivit\u00e4ten von CarSharing-Anbietern hinzuweisen. Die Teilnehmenden haben in Workshops zahlreiche Ans\u00e4tze f\u00fcr das eigene lokale wie gemeinsame \u00fcberregionale Marketing erarbeitet, die es nun umzu-setzen gilt.<br \/>\nDas lokale CarSharing-Angebot in Leipzig wird seit M\u00e4rz 2000 in Zusammenarbeit mit dem lokalen CarSharing-Anbieter teilAuto Leipzig\/Halle weiterentwickelt, unter anderem durch die Gewinnung von Koope-rationspartnern wie Stadtverwaltung, Studentenwerk und Konsumgenossenschaft. Gemeinsam mit den Ortsgruppen des ADFC und VCD hat teilAuto im April ein zentral gelegenes City-B\u00fcro in der Gr\u00fcnewaldstra\u00dfe er\u00f6ffnet. In enger Zusammenarbeit mit teilAuto wurde in relativ kurzer Zeit ein dichtes Stationsnetz konzipiert, wobei sich die Unterst\u00fctzung durch das CarSharing-Projekt auch auf die Recherche geeigneter Fl\u00e4chen sowie die Gewinnung von Eigent\u00fcmern erstreckte. Schlie\u00dflich umfasste die Beratung auch die \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Nicht zuletzt dank dieser vielf\u00e4ltigen Unterst\u00fctzung stieg die Kundenzahl von teilAuto von 60 auf 450 (Stand Februar 2001) an. Der Erfolg des Projektes l\u00e4sst sich nicht nur an den Nutzerzahlen ablesen. An zehn, \u00fcber das Stadtgebiet verteilten Stationen k\u00f6nnen 27 Fahrzeuge ausgeliehen werden. Das Wachstum ist rasant, ein weiterer Stationsausbau geplant. In kaum einer Stadt ist das Thema CarSharing derzeit so pr\u00e4sent, ob im Stra\u00dfenraum durch gro\u00dffl\u00e4chige Werbung an den Stationen, mit verschiedenen Kampagnen oder in der Presse.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes erfolge folgende \u00d6ffentlichkeitsarbeit:<br \/>\nZeitungsberichte aufgrund des CarSharing-Projektes (s. Anlage im Projektbericht)Organisation einer bundesweiten Tagung Neue Ideen f\u00fcr das Marketing bei CarSharing-Organisationen (s. Tagungsreader)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>CarSharing ist eine innovative Dienstleistung, die \u00f6konomische Rationalit\u00e4t mit Umweltentlastung verbindet. Dennoch liegen die Nutzerzahlen bei CarSharing deutschlandweit noch deutlich unterhalb des durch wissenschaftliche Studien ermittelten Marktpotenzials. Die zentrale Zielstellung des Projektes Innovative CarSharing-Konzepte f\u00fcr Privatkunden und kleine Unternehmen auf kommunaler Ebene bestand darin, Wege aufzuzeigen und konkrete Schritte zu begleiten, wie CarSharing schneller aus der Marktnische herausgef\u00fchrt und zu einer Dienstleistung f\u00fcr jedermann entwickelt werden kann. Dazu wurden Ideen und Konzepte erarbeitet, die regional und \u00fcberregional umgesetzt werden k\u00f6nnen. Ziel war es, den schon vorhandenen vielf\u00e4ltigen theoretischen Erkenntnissen in der Praxis zur Anwendung zu verhelfen. Die Projektgruppe sah sich dabei vor allem als Moderator und Katalysator. Gespr\u00e4che mit verschiedensten Akteuren und Entscheidungstr\u00e4gern haben das Thema CarSharing bei vielen Stellen auf die Agenda gesetzt. Sie hat zudem Studierende verschiedener Hochschulen gewonnen, neue und frische Ideen f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Mobilit\u00e4t zu entwickeln und in das Projekt einflie\u00dfen zu lassen.<br \/>\nDie Unabh\u00e4ngigkeit des Projektes von CarSharing-Anbietern, Administrationen und potenziellen Kooperationspartnern hat sich als ausgesprochen f\u00f6rderlich f\u00fcr die Akzeptanz als Mittler verschiedener Interessen erwiesen. Das Projekt hat durch seine Arbeit auch bundesweit f\u00fcr Aufmerksamkeit gesorgt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesverband CarSharing, der Organisation einer bundesweiten Tagung und der Auswahl eines Kooperationspartners f\u00fcr die Leipziger Verkehrsbetriebe konnte eine nachhaltige Wirkung auch \u00fcber Leipzig hinaus erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt soll in der konzipierten Form vor allem die Zahl der CarSharing-Nutzer in Leipzig erh\u00f6hen und dadurch eine Reduktion des PKW-Bestandes herbeif\u00fchren. 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