{"id":18516,"date":"2023-07-13T15:14:07","date_gmt":"2023-07-13T13:14:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10640-06\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:08","slug":"10640-06","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10640-06\/","title":{"rendered":"\u00d6kologische Ferienhaussiedlung Lenz-Malchow (Mecklenburg) (Programm des Kuratoriums zur \u00f6kologisch orientierten Siedlungsplanung, hier Kategorie Feriendorf)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Konzept f\u00fcr eine modellhafte \u00f6kologische Ferienhaussiedlung auf einer Tourismusbrache in landschaftlich sensibler Lage. Dies bedeutet im einzelnen: Reduzierung der baulichen und intensiven Nutzung auf ein vertr\u00e4gliches Ma\u00df und einen vertr\u00e4glichen Standort auf dem Gel\u00e4nde &#8211; R\u00fcckbau, Entsiegelung und Renaturierung der Fl\u00e4chen, die nicht intensiv genutzt werden &#8211; Umsetzung \u00f6kologischer Standards beim Bau und Betrieb der Ferienhaussiedlung, weitgehend autofreie Entwicklung des Standortes &#8211; Nutzung alternativer Erschlie\u00dfungsm\u00f6glichkeiten. Im Mittelpunkt der baulich-architektonischen \u00dcberlegungen steht die Konzeption des anpassungsf\u00e4higen Hauses. Im Ergebnis soll die Ferienwohnanlage \u00f6kologische Inhalte auf allt\u00e4gliche und undogmatische Weise an alle vermitteln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Konzept wird mit Hilfe von sieben Themenfelder bzw. Projektbausteine entwickelt: 1. St\u00e4dtebau, 2. Landschaft und Freifl\u00e4chen, 3. Hochbau, 4. Energie, 5. Abwasser\/Wasserversorgung, 6. Tourismus und Vermarktung. In den einzelnen Themenfelder sollen insbesondere folgende Fragestellungen beantwortet und in konkrete Handlungs- und Ma\u00dfnahmenempfehlungen umgesetzt werden: Darstellung der aktuellen Fachdebatte &#8211; Erfahrungen aus anderen gebauten Beispielen, Konkrete Handlungs- und Ma\u00dfnahmenempfehlungen, \u00f6kologische Bewertung der vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen, Kosten und Wirtschaftlichkeit, Multiplikatoreffekte f\u00fcr die Stadt und Region. Die Projektbausteine werden mit Hilfe von regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitskreissitzungen koordiniert, an denen auch die TLG als Eigent\u00fcme-rin des Gel\u00e4ndes sowie wichtige Akteure aus der Region teilnehmen. In zwei Workshops sollen die Zwischenergebnisse einem gr\u00f6\u00dferen Expertenkreis zur kritischen Diskussion vorgestellt werden. Die Zahl der vorhandenen Altstandorte, die haupts\u00e4chliche touristisch ausgerichtete Wirtschaftsstruktur der Region und der Bedarf nach hochwertigen, naturnahen Erholungsstandorten belegen, da\u00df es sich um eine regionstypische st\u00e4dtebauliche, \u00f6kologische und auch \u00f6konomische Aufgabenstellung handelt. Die Umsetzung eines konsequenten \u00f6kologischen Konzeptes k\u00f6nnte Vorbild f\u00fcr \u00e4hnliche Standorte in der Region haben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ein schl\u00fcssiges st\u00e4dtebauliches, freiraumplanerisches und \u00f6kologisches Konzept f\u00fcr die Bebauung und Nutzung der Tourismusbrache liegt seit 1998 in Form eines Zwischenberichtes vor. Das Entwicklungskonzept enth\u00e4lt Aussagen zu den oben genannten Projektbausteinen. In Absprache mit der Stadt Malchow und der Eigent\u00fcmerin des Gel\u00e4ndes, der TLG Treuhand Liegenschaftsgesellschaft, Niederlassung Mecklenburg-Vorpommern wurde auf der Grundlage der inhaltlichen Aussagen und Zielsetzungen des Entwicklungskonzeptes die Vermarktung des Gel\u00e4ndes bundesweit betrieben. Die TLG hatte zum 7.\/8. Februar 1998 in regionalen und \u00fcberregionalen Zeitungen (u.a. Welt am Sonntag, FAZ, Tagesspiegel etc.) eine halbseitige farbige Anzeige geschaltet. Interessenten wurden gebeten, sich bis zum 23. Februar 1998 zu melden. Am 10. M\u00e4rz 1998 haben die Stadt Malchow und die TLG gemeinsam einen Investorentag in Malchow veranstaltet. \u00dcber 40 Interessenten bzw. ca. 20 Investorengruppen wurden die einzelnen Konzepte des Zwischenberichtes von den Bearbeitern erl\u00e4utert. Als Ergebnis des Investorentages wurde allen Teilnehmer sowie weiteren Interessierten detaillierte Bedingungen f\u00fcr die Angebotsabgabe in Absprache mit der Stadt und den Bearbeitern des Zwischenberichts vorgegeben. Angebote waren bis zum 15. April 1998 bei der TLG abzugeben. Am 29. April 1998 wurden im Vergabeausschu\u00df der TLG in Neubrandenburg die Angebote gesichtet und dar\u00fcber entschieden. Am Vergabeausschu\u00df haben u.a. Herr Bgm Stein, Herr Prof. Dehne sowie ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums MV teilgenommen. Es wurden lediglich drei Angebote abgegeben. Es wurde entschieden, mit einem Anbieter aus der Region in Verkaufsverhandlungen einzusteigen. Parallel dazu sollten Abstimmungen zwischen der Stadt, als Tr\u00e4ger der Planungshoheit und dem potentiellen Investor erfolgen. Diese Verhandlungen zogen sich dann \u00fcber nahezu 1,5 Jahre bis Anfang 2000 hin. Im Verlauf der Verhandlungen zeigte sich, dass der Investor nur ein geringes Interesse daran hatte, die siedlungs\u00f6kologischen Eckpunkte, die die Stadt Malchow in Absprache mit den Verfassern des Zwischenberichts in Form eines st\u00e4dtebaulichen Vertrages nach \u00a7 11 BauGB formuliert hatten zu akzeptieren und umzusetzen. Das urspr\u00fcngliche Konzept war am Ende kaum noch zu erkennen. Im Vordergrund stand eindeutig eine m\u00f6glichst risikolose und wirtschaftlich optimale Bebauung des Gel\u00e4ndes in Form von Standardh\u00e4usern auf eigentumsrechtlich parzellierten Einzelgrundst\u00fccken. Der Ansatz einer modellhaften \u00f6kologischen Ferienhaussiedlung w\u00e4re am Ende nur noch eine Farce gewesen. Darauf wollte sich die Stadt am Ende der Verhandlungen nicht einlassen. Die Stadtvertreter bef\u00fcrchteten, dass trotz rechtlicher Absicherung die angestrebten Standards nicht erreicht werden w\u00fcrden und angesichts der gro\u00dfen Grundst\u00fccke der Standort sich in Richtung Dauerwohnen entwickeln w\u00fcrde. Am 19. Januar 2000 empfahl der Bauausschuss der Stadt Malchow der Stadtvertretung und der Verwaltung schlie\u00dflich, die Verhandlungen mit dem Interessenten abzubrechen. Dies geschah dann auch gegen den Widerstand der TLG. Die Stadt Malchow hat damit konsequent ihre kommunale Planungshoheit genutzt, um ihre st\u00e4dtebaulichen und siedlungs\u00f6kologischen Ziele f\u00fcr das Gel\u00e4nde des Lenz zu sichern bzw. nicht verw\u00e4ssern zu lassen. Dies ist letztendlich zwar zu Lasten des Modellvorhabens der DBU gegangen. Das Konzept konnte nicht umgesetzt werden. F\u00fcr die Stadt stand jedoch von vorn herein fest, dass lediglich eine Bebauung entsprechend den modellhaften Zielen des Zwischenberichts f\u00fcr diesen sensiblen Standort in Frage kommt. Auch in der Folgezeit ist es der TLG nicht gelungen, einen Investor zu finden, der den Anforderungen der Stadt gerecht werden konnte. Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Einigung gab es in den Gespr\u00e4chen der Stadt mit der Hapimag AG im M\u00e4rz 2001. Die be-auftragten Architekten hatten eine sehr gute Konzeptstudie vorgelegt. Aus betriebsinternen Gr\u00fcnden hat die Hapimag AG ihr Interesse an einem Standort in Mecklenburg-Vorpommern zun\u00e4chst einmal zur\u00fcckgestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Zwischenergebnisse des Modellvorhabens wurden auf den Veranstaltungen der DBU bzw. des mit der Gesamtkoordination beauftragen Unternehmens ausgestellt. Eine dar\u00fcber hinausgehende \u00d6ffentlichkeitsarbeit fand lediglich im Rahmen der Ausschreibungsaktivit\u00e4ten statt, z. B. auf der Investorenkonferenz, statt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt mu\u00df eingestanden werden, dass es der Stadt Malchow nicht gelungen ist, die Ziele des Modellvorhabens baulich umzusetzen. Ein Grund hierf\u00fcr ist sicherlich auch die seit Ende der 90er Jahre an-gespannte konjunkturelle Lage sowie der Wegfall von F\u00f6rdermittel f\u00fcr den weiteren Ausbau der \u00dcbernachtungskapazit\u00e4ten in Mecklenburg-Vorpommern. Andererseits mu\u00df hervorgehoben werden, dass die Stadt Malchow ihr Ziel entweder eine modellhafte siedlungs\u00f6kologische Bebauung auf dem Lenz oder gar keine trotz erheblicher Widerst\u00e4nde und Anfeindungen konsequent verfolgt hat, dabei in den Verhandlungen mit potentiellen Investoren durchaus kompromissbereit war. Angesichts der naturr\u00e4umlich sensiblen Lage ist die Nichtbebauung des Lenz letztlich auch eine modellhaftes und in dieser Situation richtiges Ergebnis des Modellvorhabens, das es zu w\u00fcrdigen gilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Konzept f\u00fcr eine modellhafte \u00f6kologische Ferienhaussiedlung auf einer Tourismusbrache in landschaftlich sensibler Lage. 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