{"id":18497,"date":"2024-11-27T10:32:51","date_gmt":"2024-11-27T09:32:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07886-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:54","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:54","slug":"07886-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07886-01\/","title":{"rendered":"Reduzierung diffuser N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser durch Erh\u00f6hung nat\u00fcrlicher Retentionsmechanismen in einem Einzugsgebiet des nordostdeutschen Tieflandes (Modellgebiet Demnitzer M\u00fchlenflie\u00df) &#8211; Wissenschaftliche Begleituntersuchungen und A[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zur Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t eutrophierter Fl\u00fcsse und Seen des nordostdeutschen Tieflandes ist eine deutliche Senkung diffuser Eintr\u00e4ge notwendig. Diffuse N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge \u00fcber die Eintragspfade Grundwasser, Dr\u00e4nwasser und Erosion werden durch die in den letzten Jahrzehnten erfolgte \u00dcberd\u00fcngung in der Landwirtschaft verursacht. Zu ihrer Reduzierung wurde beispielhaft ein Restaurierungskonzept f\u00fcr ein Nebengew\u00e4sser der Spree erarbeitet, das die Erh\u00f6hung der P-Retention durch Sedimentation und Einbau in Biomasse in Landschaftselementen mit Retentionsfunktionen zum Ziel hat. Die Umsetzung des Konzeptes erfolgte schwerpunktm\u00e4\u00dfig von 1996 bis 1999 durch den Wasser- und Bodenverband Untere Spree. Die Ma\u00dfnahmen umfassten den R\u00fcckbau der extremen Eintiefungen der Flie\u00dfstrecken (Anlage von Sohlgleiten, Sohlanhebung) und die Anlage eines flachen Teiches am Zufluss eines Dr\u00e4nsystems. Das Makrophytenwachstum soll durch das Aussetzen der Gew\u00e4sserber\u00e4umung gef\u00f6rdert werden.<br \/>\nDie Zielsetzungen des Projektes umfassen:<br \/>\n\u00b7\tErfolgskontrolle der Ma\u00dfnahmen durch Quantifizierung der Stofffl\u00fcsse in ausgew\u00e4hlten Flie\u00dfabschnitten<br \/>\n\u00b7\tKoordination noch nicht erfolgter bzw. die Planung zuk\u00fcnftiger Ma\u00dfnahmen<br \/>\n\u00b7\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit zur Verbesserung der Akzeptanz der Ma\u00dfnahmen seitens der Landnutzer und Eigent\u00fcmer (sozio\u00f6konomische Aspekte)<br \/>\n\u00b7\tBegleitende Forschungen zu Prozessen, die haupts\u00e4chlich die N\u00e4hrstoffretention f\u00f6rdern oder mindern<br \/>\n\u00b7\tAbleitung allgemeiner Handlungsempfehlungen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00b7\tErfassung der P-Konzentrationen und der Durchfl\u00fcsse an vier automatischen Messstationen<br \/>\n\u00b7\tAuswertung der aktuellen und \u00e4lteren Daten hinsichtlich auftretender Trends<br \/>\n\u00b7\tDetailuntersuchungen zum P-R\u00fcckhalt in einem restaurierten Niedermoorabschnitt und einem durchflossenem Teich anhand der Kartierung, Analytik und Nivellierung der Sedimentauflage<br \/>\n\u00b7\tRegelm\u00e4\u00dfige Repr\u00e4sentation der Ergebnisse in der \u00d6ffentlichkeit<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Infolge der intensiven Entw\u00e4sserung ist die Abflussspende des Demnitzer M\u00fchlenfliesses sehr variabel und im Vergleich zu weniger gest\u00f6rten Einzugsgebieten deutlich erh\u00f6ht. Die weit \u00fcber dem nat\u00fcrlichen Background liegenden Phosphorkonzentrationen und -frachten am Gebietsausgang variieren ebenfalls stark. Verantwortlich daf\u00fcr sind wechselnde Eintr\u00e4ge aus Grundwasser, Dr\u00e4nagen und Oberfl\u00e4chenabfluss. Eine verbesserte P-Retention infolge der Sanierungsma\u00dfnahmen lie\u00df sich anhand leicht sinkender Konzentrationen des partikul\u00e4ren Phosphors nachweisen. Die Trendwende f\u00fcr partikul\u00e4ren Phosphor f\u00e4llt in den Zeitraum der Extensivierung der Gew\u00e4sserunterhaltung und der ersten aktiven R\u00fcckbauma\u00df-nahmen durch den Wasser- und Bodenverband (1996). Ursache ist der dauerhafte R\u00fcckhalt von sedimentierten Partikeln in den neu entstandenen Totzonen der sanierten Flie\u00dfabschnitte. Die in einem Niedermoorabschnitt und in einem durchflossenen Teich nach unterschiedlichen Methoden gemessenen durchschnittlichen j\u00e4hrlichen P-Retentionsraten von 4,3-10,8 g m-2 sind vermutlich auch auf andere, \u00e4hnliche Flie\u00dfe \u00fcbertragbar. Trotz aller Schwankungen ist die Akkumulation der Sedimente dauerhaft, was die nachgemessene Aufh\u00f6hung des k\u00fcnstlich eingetieften Profils dokumentiert. Der starke Makrophytenwuchs bewirkt einerseits eine Stabilisierung der abgelagerten Sedimente und andererseits die Au-bildung von str\u00f6mungsberuhigten Bereichen, in denen bevorzugt Material sedimentiert. Im Falle starker Hochwasserereignisse kann zwar abgelagertes Material resuspendiert werden, andererseits f\u00fchrt w\u00e4hrend derartiger Ereignisse die \u00dcberschwemmung der angrenzenden (Niedermoor-) Wiesen gleichzeitig zur Retention au\u00dferhalb des Grabenbettes. All das ist jedoch bei weitem nicht ausreichend, um eine grundlegende Senkung der nach wie vor sehr hohen Phosphorkonzentrationen und -austr\u00e4ge zu bewirken.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden auf unterschiedlichen Ebenen publiziert bzw. der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Das umfasst die Publikation in nationalen und internationalen Fachzeitschriften sowie eine Reihe von Vortr\u00e4gen mit Bezug zu dem Thema. Des weiteren sind wichtige Ergebnisse des Projektes durch Darstellung im Internet, einem Faltblatt, einem Fernsehbericht, diverse Posterbeitr\u00e4ge und im Rahmen mehrerer Exkursionen (Tagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, Statusseminar zum Projekt, Fachtagung des LUA Brandenburg, u.a.) der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht worden. Die entsprechenden beh\u00f6rdlichen Einrichtungen (Landesumweltamt Brandenburg, Umweltamt des Landkreises, Wasser- und Bodenverband) wurden (und werden) durch h\u00e4ufigen Austausch auf die Problematik aufmerksam gemacht. Im Rahmen mehrerer studentischer Projektarbeiten und Exkursionen konnte das Projekt als angewandtes Beispiel in die studentische Ausbildung integriert werden. Innerhalb des IGB erfolgte eine Absprache bzw. Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen bzw. Projekten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Strategie der Umsetzung von Sanierungsma\u00dfnahmen auf der Ebene kleinerer, \u00fcberschaubarer Einzugsgebiete in Form von kleinen Schritten hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Steuerung durch den  ortsans\u00e4ssigen Wasser- und Bodenverband sowie die fr\u00fchzeitige Einbeziehung der Landnutzer war eine Voraussetzung zur Akzeptanz und damit der Realisierbarkeit des Konzeptes. Jedoch zeigen die vorliegenden Ergebnisse am Beispiel des Demnitzer M\u00fchlenflie\u00dfes, dass durch die Umsetzung eines solchen Sanierungskonzeptes ohne wesentliche Nutzungseinschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Landwirtschaft, ein verbesserter Phosphorr\u00fcckhalt nur teilweise erreicht werden konnte. Eine signifikante Senkung der gesamten Phosphoraustr\u00e4ge fand nicht statt. Die Ursachen daf\u00fcr sind, dass zum einen die Phosphoraustr\u00e4ge aus den Landwirtschaftsfl\u00e4chen unver\u00e4ndert hoch sind und zum anderen die Phosphorretention innerhalb des Flie\u00dfes an nat\u00fcrliche Grenzen st\u00f6\u00dft. Um l\u00e4ngerfristige Fortschritte zu erzielen, sind daher Ma\u00dfnahmen sowohl zur Reduzierung der P-Eintr\u00e4ge in das Flie\u00dfgew\u00e4ssersystem als auch zur weiteren Verbesserung der Struktur der Gew\u00e4sser notwendig. Eine Eintragssenkung kann durch eine mittelfristige Reduzierung der P-\u00dcbersch\u00fcsse der B\u00f6den und durch eine erosionsmindernde Landnutzung erzielt werden. Ein langfristig verbesserter P-R\u00fcckhalt lie\u00dfe sich auch durch die Revitalisierung von f\u00fcr das nordostdeutsche Tiefland fr\u00fcher charakteristischen Binneneinzugsgebieten (S\u00f6lle) erzielen. Das w\u00fcrde gleichzeitig die Gebietswasserabfl\u00fcsse reduzieren. Weiterhin ist die Regeneration der nat\u00fcrlichen Stoffsenkenfunktionen der Auen und gew\u00e4sserbegleitenden Niedermoore notwendig. All diese Forderungen haben bei einer konsequenten Umsetzung in der Regel eine Nutzungsauflassung oder zumindest eine starke Nutzungseinschr\u00e4nkung auf den nat\u00fcrlichen Retentionsfl\u00e4chen (Auen und Niedermoore, S\u00f6lle und deren n\u00e4chste Umgebung) zur Folge. Solche Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen jedoch nur unter Wahrung der \u00f6konomischen Interessen der Fl\u00e4chennutzer bzw. -eigent\u00fcmer vorgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zur Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t eutrophierter Fl\u00fcsse und Seen des nordostdeutschen Tieflandes ist eine deutliche Senkung diffuser Eintr\u00e4ge notwendig. Diffuse N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge \u00fcber die Eintragspfade Grundwasser, Dr\u00e4nwasser und Erosion werden durch die in den letzten Jahrzehnten erfolgte \u00dcberd\u00fcngung in der Landwirtschaft verursacht. 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