{"id":18478,"date":"2023-07-13T15:08:45","date_gmt":"2023-07-13T13:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02142-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:46","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:46","slug":"02142-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02142-01\/","title":{"rendered":"Optimierung der Eiwei\u00dfversorgung von Welsen in Warmwasser-Kreislaufanlagen zur Verringerung der Stickstoffverluste"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Futterprotein wird dann optimal f\u00fcr das Wachstum genutzt, wenn die Aminos\u00e4urenzusammensetzung des Proteins auf den Bedarf der Fische abgestimmt ist. Als erstlimitierende Aminos\u00e4uren sind L-Lysin und DL-Methionin bekannt und werden daher zur Aufwertung der Proteinqualit\u00e4t dem Futter zugesetzt. Bei der Fischhaltung in einem Kreislaufsystem wird mit minimaler Zufuhr von Frischwasser gearbeitet sowie mit einer physikalisch-chemisch-biologischen Filtertechnik. Durch die Reduzierung des Stickstoffeintrages in das Kreislaufsystem wird die Wasserqualit\u00e4t f\u00fcr die Fische erh\u00f6ht und gleichzeitig die Stickstofffracht im Abwasser vermindert. Ziel des Projektes war es, durch den Einsatz von L-Lysin und DL-Methionin die Proteinqualit\u00e4t von Welsmastfutter zu erh\u00f6hen, dadurch die Proteinverwertung zu verbessern und insgesamt den Stickstoffeintrag in der Warmwasser-Kreislaufanlage zu vermindern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Versuche wurden in einer Warmwasser-Kreislaufanlage mit 36 Becken zu je 125 l durchgef\u00fchrt. Es wurde mit zwei Welsarten (Ictalurus punctatus und Clarias gariepinus) gearbeitet. Zu Versuchs-beginn wurden jeweils pro Becken 40 Fingerlinge (Lebendmasse ca. 20 g) eingesetzt.<br \/>\nIm Projektteil 1 wurden sechs Futtervarianten (Proteingehalt\/DL-Methionin-\/L-Lysinzusatz %: 38\/-\/-; 24\/-\/-; 24\/0,1\/0,3; 24\/0,2\/0,3; 24\/0,1\/0,6; 24\/0,2\/0,6) an jeweils 3 Becken verf\u00fcttert. In Abschnitten von ca. 200 g Lebendmassezuwachs wurden bis zu 10 Fische aus dem Becken genommen und geschlachtet. Mittels Futterverzehr, Zuwachs sowie vergleichender Schlachttechnik wurde die Mast- und Schlachtleistung in verschiedenen Gewichtsbereichen bzw. Altersstufen erfa\u00dft. Nach der chemischen Analyse der Filet- sowie Ganzk\u00f6rperzusammensetzung wurde die Protein- sowie Phosphorverwertung errechnet.<br \/>\nAufgrund der Ergebnisse aus Projektteil 1 wurden im Projektteil 2 an Clarias gariepinus sechs Futterrationen mit einem Proteingehalt\/DL-Methionin-\/L-Lysinzusatz (%) von 45\/-\/-; 41\/-\/-; 35\/-\/-; 29\/-\/0,5; 23\/0,1\/0,5; 23 \/-\/- an jeweils 3 Becken verf\u00fcttert und an Ictalurus punctatus f\u00fcnf Rationen zu 32\/-\/-; 23\/-\/-; 23\/0,1\/-; 23\/-\/0,5; 23\/0,1\/0,5 an jeweils 4 Becken. Die Besatzdichte der Becken und die Datenerfassung erfolgte wie in Projektteil 1. Zus\u00e4tzlich wurden an den Filets der ausgem\u00e4steten Fische Parameter der Fleischbeschaffenheit (pH-Wert, Farbe, chemische Zusammensetzung) erfa\u00dft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Projektteil 1 zeigten sich bereits enorme Unterschiede im Proteinanspruch zwischen den beiden Welsarten. Aufgrund dieser unterschiedlichen Zuwachsleistung konnten bei Clarias gariepinus 3 Schlachttermine (60., 108., und 149. Masttag) durchgef\u00fchrt werden, bei Ictalurus punctatus zwei (110. und 181. Masttag). W\u00e4hrend Clarias gariepinus mit der 38 %-Ration ein Endgewicht von rund 700 g erreichte, betrug das Endgewicht der Ictalurus punctatus bei gleichem Proteingehalt im Futter und einer um 32 Tage l\u00e4ngeren Mastperiode erst etwas \u00fcber 600 g. Die Gruppen mit reduziertem Proteingehalt im Futter konnten bei beiden Arten trotz der Aminos\u00e4urensupplementierung mit DL-Methionin und L-Lysin diese Leistung nicht erreichen.<br \/>\nAllerdings deutete sich bei beiden Arten eine gewisse Nutzung der supplementierten Aminos\u00e4uren durch tendenziell h\u00f6here Zunahmen an. Insgesamt wiesen die Futtergruppen mit reduziertem Proteingehalt trotz zugef\u00fcgten Aminos\u00e4uren eine schlechtere Futterverwertung auf.<br \/>\nHinsichtlich der Proteinverwertung waren die Werte f\u00fcr Clarias gariepinus g\u00fcnstiger als f\u00fcr Ictalurus punctatus und im Vergleich der Futtervarianten die mit niedriger Proteinversorgung g\u00fcnstiger als mit hoher. Durch die Aminos\u00e4urensupplementierung konnte eine tendenzielle Verbesserung der Proteinverwertung erreicht werden.<br \/>\nEine erhebliche Differenz zwischen den beiden Arten lie\u00df sich im Fettgehalt des Ganzk\u00f6rpers sowie des Filets erkennen, der in der Futtergruppe mit hoher Proteinversorgung mit 2,6 % bei Clarias garie-pinus gegen\u00fcber 7,0 % bei den Ictalurus punctauts erheblich g\u00fcnstiger war. Mit der Proteinabsenkung im Futter ging eine deutliche Steigerung im Fettgehalt des Ganzk\u00f6rpers sowie des Filets einher.<br \/>\nIn Projektteil 2 lie\u00df sich bei Clarias gariepinus eindeutig mit steigenden Proteingehalten im Futter von 23 % auf 45 % eine Verbesserung der Zuwachsleistung bei gleichzeitig verbesserter Futterverwertung aber verschlechteter Proteinverwertung sowie zunehmenden Fettgehalten im Ganzk\u00f6rper nachwei-sen. Die \u00dcberpr\u00fcfung der Aminos\u00e4urenzulage an DL-Methionin und\/oder L-Lysin bei Ictalurus punctatus ergab wiederum kaum eine Verbesserung der Wachstumsleistung. Erneut lie\u00dfen sich die besseren Werte der Proteinnutzung bei den niedrigeren Proteingehalten im Futter feststellen.<br \/>\nIn beiden Projektteilen lag die Phosphorverwertung in der Regel zwischen 45 % und 55 %, wobei die g\u00fcnstigeren Werte bei den Gruppen mit den besseren Zunahmen zu verzeichnen waren. Der Filetanteil f\u00fcr beide Arten sowie \u00fcber alle F\u00fctterungsvarianten hinweg lag relativ konstant bei ca. 33 %. Ein Einflu\u00df der Art auf die Filetfarbe lie\u00df sich nicht nachweisen. Bei den pH-Werten ergaben sich jedoch sowohl hinsichtlich des pH45 Minuten wie auch des pH24 Stunden  deutliche Differenzen zwischen den Arten, wobei die Ictalurus punctatus von Anfang an einen tieferen pH-Wert im Vergleich zu den Clarias gariepinus aufwiesen und in der Folge die pH-Wert-Senkung innerhalb des ersten Tages geringer ausfiel.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ein Teil der Ergebnisse wird auf der Jahrestagung der Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrungsphysiologie am 04.-06. M\u00e4rz 1997 in G\u00f6ttingen unter dem Beitrag Einflu\u00df einer unterschiedlichen Proteinversorgung unter Einsatz von DL-Methionin- und L-Lysinerg\u00e4nzunf auf die Proteinverwertung von zwei Welsarten (Clarias gariepinus und Ictalurus punctatus (B. Tober, Margit Wittmann und M. Kreuzer) vorgestellt.<br \/>\nWeitere Ver\u00f6ffentlichungen sind geplant u.a. in der Zeitschrift Aquaculture sowie auf dem 43rd International Congress of Meat Science and Technology, 1997.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die Zufuhr der kristallinen Aminos\u00e4uren L-Lysin (bis 0,6 %) und DL-Methionin (bis 0,2 %) konnte weder bei Clarias gariepinus noch bei Ictalurus punctatus eine Proteinabsenkung um 10 % bis 50 % hinsichtlich der Mastleistung ausgeglichen werden. Beide Fischarten zeigten mit abnehmenden Proteingehalt im Futter eine verschlechterte Futterverwertung bei gleichzeitiger Zunahme des Fettgehaltes im Ganzk\u00f6rper sowie im Filet. Allerdings verbesserte sich die Proteinverwertung mit abnehmenden Proteingehalten im Futter, soda\u00df das Verh\u00e4ltnis von aufgenommenen Protein durch das Futter (g) zu produziertem Protein im Fischfleisch (g) sich von 8,4 : 1 (bei Proteingehalt im Futter 45 %) auf 6,7 : 1 (Proteingehalt im Futter 23 %) verbesserte.<br \/>\nBezogen auf die Phosphorbilanz ergab sich jedoch mit Absenkung des Proteingehaltes im Futter eine Verschlechterung. Hieraus ergibt sich, da\u00df eine Fischfleischproduktion mit dem Ziel einer Minimierung der Stickstoffausscheidung die Gehalte des Phosphors und sicherlich wetierer N\u00e4hrstoffe dem reduzierten Proteingehalt im Futter angleichen mu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Futterprotein wird dann optimal f\u00fcr das Wachstum genutzt, wenn die Aminos\u00e4urenzusammensetzung des Proteins auf den Bedarf der Fische abgestimmt ist. 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