{"id":18392,"date":"2023-07-13T15:14:39","date_gmt":"2023-07-13T13:14:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11437-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:41","slug":"11437-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11437-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer mechanisch-biologischen Wasserreinigungsanlage f\u00fcr die Fischzucht mit weitgehend geschlossenem Wasserkreislauf und modellhafte Erprobung des Verfahrens in Mecklenburg-Vorpommern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Situation in der Aquakultur, insbesondere der Fischproduktion in Deutschland, ist dadurch gekennzeichnet, dass Anlandungen aus gefangenem Fisch (deutsche Fangeinheiten) zur\u00fcckgehen, der Fischfang in Binnengew\u00e4ssern durch die Einwirkung der Kormorane und der Mehrfachnutzung der Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser zur\u00fcckgeht, f\u00fcr die Fischerei  nutzbaren Oberfl\u00e4chenwasser oder aber Grundw\u00e4sser f\u00fcr die herk\u00f6mmlichen Produktionsverfahren fast nicht mehr Verf\u00fcgung stehen, bzw. dass deren Nutzung nur noch mit hohen (teuren) Auflagen m\u00f6glich sind, dass Fischereibetriebe sehr klein sind und meist in der \u00f6rtlichen Umgebung ihre Produkte vermarkten m\u00fcssen, der Bedarf an Fisch und Fischproduktion in Deutschland im Wesentlichen aus Importen gedeckt wird und der Bedarf an Fisch ansteigt.<br \/>\nIm Projekt sollte daher ein neuartiges Verfahren und eine Anlage entwickelt und erprobt werden, die eine effektive, umweltschonende und rentable Produktion von Fischen im geschlossenen Wasserkreislauf erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Herzst\u00fcck der Wasserkreislaufanlage und damit leistungsbestimmend  ist das Biofilter. Hauptgegenstand der Arbeiten waren deshalb Untersuchungen m\u00f6glicher konstruktiver L\u00f6sungen f\u00fcr die Gestaltung eines Biofilters (Nitrifikation) f\u00fcr die speziellen Belange der Fischproduktion. Im Ergebnis sollte ein Biofilter entwickelt werden, welches wesentlich bessere Betriebs-, Leistungs- und Wartungsmerkmale aufweist, als derzeitig verwendete Filter. Die Kapazit\u00e4t der Biofilter sollte so gro\u00df werden, dass auch gro\u00dfe Fischbest\u00e4nde (> 100 t)  problemlos versorgt werden k\u00f6nnen.Nebenprozesse, die einen gro\u00dfen Einfluss auf den Erfolg der Fischproduktion haben, wie Reinsauerstoffanreicherung und Prozesssteuerung, sollten durch Untersuchungen an weiteren m\u00f6glichen Varianten technisch optimiert werden.<br \/>\nAm Beginn der Arbeiten standen Testl\u00e4ufe mit Einzelkomponenten f\u00fcr Biofilter, um Dimensionierungsgr\u00f6\u00dfen zu erhalten. Im Laufe der Untersuchungen wurden drei verschiedene Varianten von Biofiltern gebaut und unter Praxisbedingungen eingesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegen der Bericht von Januar 2001 sowie der Nachtrag zum Bericht von April 2001 vor.<br \/>\nDas Biofilter wird als System angewendet. Das bedeutet, dass die Funktionen: Selbstreinigung des Granulates, Sauerstoffversorgung der Nitrifikanten und Entgasung des Wassers zusammengefasst werden. Dieses System kann als Modul oder aber auch in kleineren Versionen f\u00fcr beliebig gro\u00dfe Fischbest\u00e4nde eingesetzt werden.<br \/>\nAlle neu zu bauenden geschlossenen Kreisl\u00e4ufe f\u00fcr die Fischproduktion sollen nach den Ausf\u00fchrungen der Firma Fischtechnik mit dem neuen System ausger\u00fcstet werden. Den Fischfarmern steht somit ein sehr leistungsf\u00e4higes und besonders zuverl\u00e4ssiges System zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nParallel zu den Untersuchungen an dem Biofilter wurden auch die f\u00fcr den geschlossenen Kreislauf wichtigen Komponenten: Sauerstoffanreicherung, automatisches F\u00fctterungssystem und das komplexe PC-gest\u00fctzte Mess-, Steuer- und Alarmierungssystem weiterentwickelt. Diese Innovation steht nun ebenfalls f\u00fcr die Anwendung in geschlossenen Kreisl\u00e4ufen f\u00fcr die Fischproduktion zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nDie charakteristischen Merkmale eines solchen Biofilter &#8211; Systems, so wie es zum Beispiel in der Fischfarm B\u00fcsum \/ Schleswig-Holstein genutzt wird, sind:<br \/>\nMa\u00dfe des Biofilters: D = 2.600 mm; H = 4.000 mm, V = 21 m\u00b3;<br \/>\nbiologisch aktive Oberfl\u00e4che \/ Granulatvolumen: 22.000 m\u00b2 \/ 6,3 m\u00b3;<br \/>\nhydraulische Belastung des Filters: etwa 340 m\u00b3 \/ h;<br \/>\nbiologische Belastung des Filters: etwa 15 t Fischbestand bei 15 \u00b0C<br \/>\nund etwa 20 t Fischbestand bei 24\u00b0C  +  F\u00fctterung nach Tabelle.<br \/>\nDas im Biofilter bearbeitete Wasser wird zu den Fischbecken zur\u00fcckgepumpt (auf diesem Wege temperiert und mit Sauerstoff angereichert) und von den Fischen als Frischwasser akzeptiert. Die Wasserparameter liegen in einem derartig g\u00fcnstigen Bereich, dass die Fische mit sehr geringen Verlusten gehalten werden k\u00f6nnen und im Vergleich mit konventionell gehaltenen Fischen wesentlich besser anwachsen. Sehr g\u00fcnstig auf das Fischwachstum wirken sich auch die langfristig konstanten Umweltbedingungen aus, die wesentlich durch das Biofilter bewirkt werden. Das \u00f6konomische Ergebnis der Fischfarm konnte demnach erheblich verbessert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nFischtechnik Fredelsloh GmbH, Platte 1, 37186 Moringen, Tel. 05555 \/ 9930-0, Fax -30, Ansprechpartner: Herr Dr. Meylahn und Herr Dr. M\u00fcller<br \/>\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit:<br \/>\nDas System wurde und wird in Fachzeitschriften, auf Messen im In- und Ausland und auch in Radio- und Fernsehreportagen vorgestellt. Schwerpunkt der regionalen Ver\u00f6ffentlichungen ist das Land Mecklenburg- Vorpommern, aber auch in internationalen Pressemitteilungen wird geworben. F\u00fcr Interessierte besteht auch die M\u00f6glichkeit, das System in Referenzanlagen nach Absprache in Funktion zu sehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bezugnehmend auf die dargestellte Ausgangssituation in der intensiven Fischproduktion in Deutschland wurde mit dem durchgef\u00fchrten F\u00f6rderprojekt nach den Ausf\u00fchrungen der Firma Fischtechnik ein wesentlicher Fortschritt erzielt. Es bestehe nun die M\u00f6glichkeit, geschlossene Kreisl\u00e4ufe f\u00fcr die intensive Fischproduktion sicherer, effektiver und wesentlich leistungsf\u00e4higer zu gestalten. Nach Einsch\u00e4tzung der Projektpartner erh\u00f6ht das neue Verfahren auch die Attraktivit\u00e4t des Produktionsstandortes Deutschland f\u00fcr die Fischproduktion, obwohl kaum fischereilich nutzbare Frischwasservorkommen vorhanden sind. Au\u00dferdem stehe die M\u00f6glichkeit des internationalen Anlagenexportes offen. Das \u0082System des Biofilters der Firma Fischtechnik gibt derzeit den h\u00f6chsten und zuverl\u00e4ssigsten Stand der Technik in Deutschland im Bereich der Besatzfischzucht vor. Hierzu trugen auch die Erkenntnisse aus dem F\u00f6rderprojekt AZ 13750 Einsatz von neuen biologisch abbaubaren Kunststoffen zur Verringerung der Nitratbelastung in der Fischproduktion der Universit\u00e4t Stuttgart bei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Situation in der Aquakultur, insbesondere der Fischproduktion in Deutschland, ist dadurch gekennzeichnet, dass Anlandungen aus gefangenem Fisch (deutsche Fangeinheiten) zur\u00fcckgehen, der Fischfang in Binnengew\u00e4ssern durch die Einwirkung der Kormorane und der Mehrfachnutzung der Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser zur\u00fcckgeht, f\u00fcr die Fischerei nutzbaren Oberfl\u00e4chenwasser oder aber Grundw\u00e4sser f\u00fcr die herk\u00f6mmlichen Produktionsverfahren fast nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,63,51,52,53],"class_list":["post-18392","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-mecklenburg-vorpommern","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"11437\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-11437.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"215.765,17","dbu_projektdatenbank_firma":"Fischtechnik Fredelsloh GmbH\nFischereitechnik & Anlagenbau\nUmwelt-Gew\u00e4ssertechnik\n(FITE)","dbu_projektdatenbank_strasse":"Forellenweg","dbu_projektdatenbank_plz_str":"37186","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Moringen","dbu_projektdatenbank_p_von":"1998-07-23 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-07-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 12 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"05555-9930-0","dbu_projektdatenbank_inet":"www.fischtechnik.com","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Mecklenburg-Vorpommern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"6","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/18392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/18392\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42840,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/18392\/revisions\/42840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}