{"id":18388,"date":"2023-07-13T15:08:12","date_gmt":"2023-07-13T13:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00991-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:13","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:13","slug":"00991-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00991-01\/","title":{"rendered":"Biologische Brauchwasseraufbereitungsanlage &#8211; Bioreaktor zur Emulsionsspaltung gel\u00f6ster Kohlenwasserstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der betriebliche Wasserverbrauch in der Waschstra\u00dfe des Autohauses lag Anfang 1992 bei etwa 3.800 m3 pro Jahr. Nach der Sch\u00e4tzung eines Anlagenbauunternehmens, das sich mit der Behandlung von Abw\u00e4ssern aus KfZ-Betrieben befasste, konnten etwa 60 % des Frischwassereinsatzes durch die Installation der Wasseraufbereitungsanlage bei gleichbleibender Anzahl an Waschvorg\u00e4ngen durch betriebsinternen Wasserkreislauf, d. h. durch Brauchwasserr\u00fcckf\u00fchrung bzw. -wiederverwendung, eingespart werden. Dieses Umweltentlastungspotenzial sollte mit der in der Region erstmaligen Demonstration eines Bioreaktors zur Aufbereitung des in der Waschstrasse anfallenden Abwassers nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Firma Maier Maschinenbau GmbH, Mindelheim, hatte die im Autohaus Wessels vorhandene Abwassersituation analysiert. Bis 1992 gelangten die im Autohaus anfallenden Abw\u00e4sser und Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser ausschlie\u00dflich \u00fcber \u00d6labscheider in die kommunale Kanalisation. Vor diesem Hintergrund wurde die Installation des Aqua-Jet-Bioreaktors zur Brauchwasserbehandlung und Frischwassereinsparung ingenieur- und abwassertechnisch im Entwurf geplant und vom Autohaus baulich umgesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Zuge des Projektes wurde folgende F\u00fchrung und Behandlung des Brauch- und Oberfl\u00e4chenwassers eingef\u00fchrt: das Ablaufwasser aus der Waschanlage wurde zun\u00e4chst zur mechanischen Vorreinigung \u00fcber drei Schlammf\u00e4nge (etwa 3 x 10 m3) gef\u00fchrt, in denen Sand- und Feststoffe sedimentierten. Aus dem dritten Schlammfang heraus wurde das Brauchwasser \u00fcber eine Heberanlage (Kreiselpumpe) in den Bioreaktor gef\u00f6rdert.<br \/>\nIm Bioreaktor wurde durch eine Spezialturbine, dem so genannten \u0082Aqua-Jet, eine Sauerstoff\u00fcbers\u00e4ttigung des noch mit Schwebstoffen und gel\u00f6sten Stoffen behafteten Brauchwassers erreicht. Spezielle Mikroorganismen auf dem nachgeschalteten Aktivkohlefestbett oxidierten dann insbesondere die gel\u00f6sten Kohlenwasserstoffe. Im Bioreaktor behandeltes Brauchwasser wurde wiederum der Waschanlage zugef\u00fchrt, die zwei gesteuerte Zul\u00e4ufe, den Frisch- und Brauchwasserzulauf, besa\u00df.<br \/>\nDer interne Wasserkreislauf auf dem Firmengel\u00e4nde wurde zudem mit Oberfl\u00e4chenwasser von den Dach- und Hoffl\u00e4chen gespeist. Das als unverschmutzt geltende Dachwasser wurde bei starken Niederschl\u00e4gen durch den Einbau von R\u00fcckschlagklappen direkt in einen Vorfluter eingeleitet. Insgesamt wurde mit Abschluss des Projektes vom Autohaus nur noch \u00dcberlaufwasser aus dem dritten Schlammfang \u00fcber Benzinabscheider und einen Revisionsschacht an die kommunale Kanalisation abgegeben.<br \/>\nErste Auswertungen ergaben (Stand Dezember 1992), dass das Autohaus nach der Inbetriebnahme der Anlage noch einen Wasserverbrauch von 70 m3 pro Monat (von urspr\u00fcnglich bis zu 320 m3) zu verzeichnen hatte. Aufgrund des Einsatzes des Bioreaktors sollte der Frischwasserverbrauch dadurch nochmals um 50 m3 pro Monat gesenkt werden k\u00f6nnen, dass auch die Vorwaschanlage in das System integriert werden sollte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Autohaus f\u00fchrte im Dezember 1992 gegen\u00fcber der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aus, dass man die Wittmunder Berufsbildenden Schulen laufend \u00fcber das Projekt informiert und auf die Demonstrationsm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Sch\u00fcler hingewiesen habe. Im April 1993 besichtigte der Landesinnungsverband Niedersachsen des Kraftfahrzeughandwerks, Peine, die Anlage in Wittmund.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der kommunalen Kl\u00e4ranlage in Wittmund hatte es keinerlei Beeintr\u00e4chtigung durch die vom Autohaus eingeleiteten Abw\u00e4sser gegeben. Es gab keine Auflagen von Seiten der Unteren Wasserbeh\u00f6rde beim Landkreis Wittmund, so dass das Projekt freiwillig und in erster Linie \u00f6konomisch motiviert stattfand. Ausgehend von einem Wasserverbrauch einer Portalwaschanlage von 180 l pro W\u00e4sche und 5,00 DM\/m3 Wasser- und Abwassergeb\u00fchren betrugen die Wasserverbrauchskosten pro W\u00e4sche etwa 1,00 DM. Im Falle der Nachr\u00fcstung einer Waschstra\u00dfe mit einem Bioreaktor arbeitete die Anlage bezogen auf einen Abschreibungszeitraum von 10 Jahren ab 22 Autow\u00e4schen am Tag rentabel. Das Autohaus Wessels erreichte durchschnittlich 40 bis 50 KfZ-W\u00e4schen pro Tag. Das System hatte sich vorher bereits insbesondere in S\u00fcddeutschland in der Praxis bew\u00e4hrt. Im nord-deutschen Raum wurde nach Kenntnissen des Landesinnungsverbandes Niedersachsen des KfZ-Handwerks, Peine, sowie des T\u00dcV-Bremen noch keine biologische Aufbereitungsanlage betrieben. Somit kam die Anlage in Wittmund in der dortigen Region modellhaft zum Einsatz. Zudem bestand die M\u00f6glichkeit f\u00fcr interessierte Dritte, sich \u00fcber diese Technik zu informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der betriebliche Wasserverbrauch in der Waschstra\u00dfe des Autohauses lag Anfang 1992 bei etwa 3.800 m3 pro Jahr. 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