{"id":18387,"date":"2023-07-13T15:09:23","date_gmt":"2023-07-13T13:09:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03403-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:24","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:24","slug":"03403-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03403-01\/","title":{"rendered":"Grundlagen, Erarbeitung und Einf\u00fchrung eines Bewirtschaftungskonzeptes f\u00fcr die Umstellung des \u00d6kohofs Seeben von konventionell-intensiver auf \u00f6kologisch-extensive Landnutzung unter den nat\u00fcrlichen und \u00f6konomischen Standortbedingungen des mitteldeutschen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entwicklung und Einf\u00fchrung eines Bewirtschaftungskonzeptes f\u00fcr die modellhafte Umstellung eines ca. 300 ha gro\u00dfen konventionell-intensiv wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebes auf \u00f6kologisch-extensive Wirtschaftsweise unter Beachtung der nat\u00fcrlichen und \u00f6konomischen Standortbedingungen des mitteldeutschen Agrarraumes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege.<br \/>\nDamit verbunden ist die Erzeugung und Vermarktung \u00f6kologischer Produkte. Die Projektergebnisse sollen weiteren umstellwilligen Betrieben mit vergleichbaren Ausgangsbedingungen als Hilfe zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage war die Erfassung der Ausgangssituation. Neben den Standortbedingungen, Ausf\u00fchrungen zur Historie und der Beschreibung der wirtschaftlichen Ausgangssituation wurde eine zusammenfassende betriebswirtschaftliche Beurteilung der Ausgangssituation vorgenommen.<br \/>\nNachfolgend wurden die Ziele und grunds\u00e4tzliche Verfahrensweisen und die Besonderheiten der Umstellphase er\u00f6rtert.<br \/>\nAnschlie\u00dfend erfolgte die konzeptionelle Entwicklung mit der Festlegung der Herangehensweise. Es wurden zwei m\u00f6gliche Entwicklungsvarianten erarbeitet. Beide Entwicklungsvarianten beschreiben die Bodennutzung und Fruchtfolgegestaltung, die Stoffkreisl\u00e4ufe, die Geb\u00e4udenutzung und beinhalten eine \u00f6konomische Betrachtung. Des weiteren wurden beide Varianten miteinander verglichen und hinsichtlich der gestellten Ziele beurteilt. In Absprache mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung wurden dann jeweils die einzelnen Planungsabschnitte in die Praxis umgesetzt. Die erarbeitete Konzeption bedarf einer st\u00e4ndigen Aktualisierung bei sich \u00e4ndernden nat\u00fcrlichen und \u00f6konomischen Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Lage des Betriebes im mitteldeutschen Agrarraum, welcher durch einen typischen L\u00f6\u00dflehmg\u00fcrtel und Niederschlagsarmut gekennzeichnet ist, bedingt eine wassersparende Bearbeitung. Der Anbau von Zwischenfr\u00fcchten und Untersaaten ist nicht empfehlenswert. Besondere Anbaueignung haben Wintergetreide wie Winterweizen und Wintergerste sowie Erbsen, Zwiebeln und Luzerne, aber auch Sommergerste und Hafer. Bei den Hauptn\u00e4hrstoffen wie Phosphor und Kalium wird es zu einer Abreicherung kommen.<br \/>\n\u00d6konomisch gesehen ist dieser Standort durch geringes Eigenkapital, wenig erschlossene Absatzm\u00e4rkte, viel Alttechnik und gro\u00dfe Betriebsfl\u00e4chen gekennzeichnet. Weiterhin sind bei der gegebenen Rechtsform Gratisfaktoren, wie sie in Familienbetrieben vorhanden sind, nicht im vollen Umfang verf\u00fcgbar.<br \/>\nAufgrund der besonderen Ausgangssituation wurden zwei Extremvarianten hinsichtlich ihrer \u00f6konomischen, \u00f6kologischen und sozialen Aspekte untersucht. Die viehlose Variante erwies sich \u00f6konomisch gesehen bei geringem Risiko als sehr effizient und \u00f6kologisch vertretbar. Diese Bewirtschaftung zeichnet sich durch das im Vergleich geringste Arbeitsaufkommen aus. Spezialmaschinen sind nicht erforderlich, die Strohbergung entf\u00e4llt. Die erzeugten Produkte lassen sich direkt vom Feld bzw. nach einer kurzen Zwischenlagerung ohne gro\u00dfe Schwierigkeiten absetzen. Weitere Vorz\u00fcge sind ein geringerer Leitungs- und Verwaltungsaufwand und damit eine h\u00f6here \u00dcbersichtlichkeit. Die sozialen Belange finden hier aber kaum Ber\u00fccksichtigung. Weiterhin stellt bei dieser Variante die Geb\u00e4udenutzung ein wesentliches Problem dar. Die Akzeptanz unter der Bev\u00f6lkerung ist in einer reinen Ackerbauvariante ebenfalls nicht gegeben. Dieses Konzept kann als \u00dcbergangsl\u00f6sung zur Eigenkapitalbildung durchaus seine Berechtigung haben.<br \/>\nIn die zweite Bewirtschaftungsvariante wurde eine Tierhaltung unterstellt. Auf den mitteldeutschen Standorten bedingt die Haltung von Polygastriden den Ackerfutterbau, da nur wenig absolutes Gr\u00fcnland vorhanden und der Zukauf  von Grobfutter nur im geringen Umfang m\u00f6glich ist. Ackerfutter konkurriert deshalb mit dem Marktfruchtanbau. Bei dieser Wirtschaftsweise ist mit erheblich h\u00f6heren Investitionen zu rechnen, die schrittweise erfolgen sollten. Das Arbeitsaufkommen liegt weit h\u00f6her als in der viehlosen Variante. Zus\u00e4tzliche Arbeiten erschweren u.U. die Einhaltung wichtiger agrotechnischer Termine. Die zwingend notwendigen Investitionen erh\u00f6hen den Fremdkapitalanteil und das Risiko nimmt zu. Durch den kontinuierlichen Absatz tierischer Produkte verbessert sich allerdings die Liquidit\u00e4t. Der erzielte Gewinn liegt jedoch unter dem der reinen Ackerbauvariante. \u00dcber eine zunehmende Selbstvermarktung kann jedoch die Rentabilit\u00e4t erheblich gesteigert werden. Hingewiesen sei an dieser Stelle noch auf den im Vergleich h\u00f6heren Verwaltungsaufwand und die gr\u00f6\u00dferen Anforderungen an die Organisation und Leitung des Unternehmens. Durch den abgerundeten Betrieb und die breitere Produktpalette wird die Akzeptanz gegen\u00fcber den potentiellen Kunden erh\u00f6ht und die Direktvermarktung wesentlich erleichtert. Weiterhin k\u00f6nnen die vorhandenen Geb\u00e4ude besser genutzt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse wurden der Landwirtschaftlichen Fakult\u00e4t der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg zur Verf\u00fcgung gestellt. Weiterhin werden Ausf\u00fchrungen zur Bewirtschaftung bei Hoff\u00fchrungen f\u00fcr Studenten, Jugendliche und Interessierte gemacht. In der Fachzeitschrift Pferde- Zucht und Sport Sachsen-Anhalt in der Ausgabe April 1996 wurden der Betrieb und Teilergebnisse des Projektes ver\u00f6ffentlicht. F\u00fcr Landwirte, die Ihren Betrieb umstellen wollen, kann nach Absprache mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der \u00d6kohof Seeben gGmbH ein beratendes Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt werden. Weitere M\u00f6glichkeiten des Erfahrungsaustausches und der Diskussion \u00fcber die Projektergebnisse bestehen in der Verbandsarbeit des Anbauverbandes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen dieses Projektes erarbeitete Betriebskonzeption l\u00e4\u00dft in den ersten Schritten der Umsetzung erkennen, da\u00df eine Umstellung auf \u00f6kologisch-extensiven Landbau m\u00f6glich ist. Jedoch sollte in der Planung ber\u00fccksichtigt werden, da\u00df das erarbeitete Konzept gen\u00fcgend Spielraum f\u00fcr sich \u00e4ndernde Rahmenbedingungen l\u00e4\u00dft. Ebenfalls sollten spezifische Rahmenbedingungen wie die Gr\u00f6\u00dfe des Betriebes, die nat\u00fcrlichen Standortbedingungen, das vorhandene Eigenkapital, rechtliche Grundlagen und Absatzwege der erzeugten Produkte Beachtung finden. Ziel der Umstellung auf \u00f6kologische Wirtschaftsweise soll sein, die Umwelt zu entlasten, in dem weitestgehend geschlossene Stoffkreisl\u00e4ufe angestrebt werden und energiesparend gesunde Lebensmittel erzeugt werden. Voraussetzung daf\u00fcr ist eine ganzheitliche Denkweise unter Ber\u00fccksichtigung \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Aspekte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entwicklung und Einf\u00fchrung eines Bewirtschaftungskonzeptes f\u00fcr die modellhafte Umstellung eines ca. 300 ha gro\u00dfen konventionell-intensiv wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebes auf \u00f6kologisch-extensive Wirtschaftsweise unter Beachtung der nat\u00fcrlichen und \u00f6konomischen Standortbedingungen des mitteldeutschen Agrarraumes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Damit verbunden ist die Erzeugung und Vermarktung \u00f6kologischer Produkte. 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