{"id":18378,"date":"2024-11-29T10:32:19","date_gmt":"2024-11-29T09:32:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08512-01\/"},"modified":"2024-11-29T10:32:19","modified_gmt":"2024-11-29T09:32:19","slug":"08512-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08512-01\/","title":{"rendered":"Strategien zur Effektivit\u00e4tssteigerung der Landwirteberatung in Wassergewinnungsgebieten &#8211; Konzepte f\u00fcr einen vorbeugenden Grundwasserschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Schutz des knappen Gutes Wasser hat im Bereich des Umweltschutzes st\u00e4ndig an Bedeutung gewonnen. Die Wasserschutzberatung ist ein vermittelndes Element zwischen der Wasserwirtschaft und der Landwirtschaft, deren Interessen nicht immer gleichgerichtet sind. Das Ziel dieser Studie ist die Konzeption von Beratungsstrategien zu Effektivit\u00e4tssteigerungen der Wasserschutzberatung. Denn nur ganzheitliche Konzepte, angepa\u00dft an die jeweiligen Probleme eines Standortes, sind erfolgversprechend. Abschlie\u00dfend ist ein methodisches Konzept f\u00fcr die \u00dcbertragbarkeit der abgeleiteten Ergebnisse der Untersuchungsregionen auf andere Gebiete zu erstellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner wurden die Untersuchungsgebiete ausgew\u00e4hlt. Die empirischen Untersuchungen wurden zun\u00e4chst in sechs Wasserschutzgebieten in Mittel- und Ostniedersachsen mit unterschiedlicher Tr\u00e4gerschaft der Wasserschutzberatung durchgef\u00fchrt. Gegenw\u00e4rtige Tr\u00e4ger in Niedersachsen sind die Landwirtschaftskammern, Beratungsringe, private Ingenieurb\u00fcros und die Wasserversorger. Nach Auswertung der Literatur wurden vor Ort in Zusammenarbeit mit Betroffenen zun\u00e4chst lokale Experten aus Grundwasserschutz und Landwirtschaft und anschlie\u00dfend die Landwirte befragt. Anregungen aus diesen Erhebungen wurden in einer im Herbst 1997 durchgef\u00fchrten Befragung \u00fcberregionaler Wasserschutzexperten einbezogen. Parallel zu den Untersuchungen in Niedersachsen wurden zwei Erhebungen in Baden-W\u00fcrttemberg und Nordrhein-Westfalen durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse wurden auf zwei Symposien diskutiert und Notwendigkeiten f\u00fcr die Zukunft erarbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die durchgef\u00fchrten empirischen Analysen sowie die Vortr\u00e4ge und Diskussionen auf den Symposien beleuchten den Stand der Wasserschutzberatung und geben einen Ausblick in die Zukunft. Wasserschutz dient der Sicherstellung reinen Trinkwassers, der Erhaltung\/Wiederherstellung nat\u00fcrlicher Ressourcen und deren Selbstreinigungskr\u00e4fte. Wasseraufbereitung ist keine Alternative zum vorsorgenden Wasserschutz, in den alle Fl\u00e4chennutzer (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Bebauungen, Industrie) einzubeziehen sind.<br \/>\nSpezielle Beratungen f\u00f6rdern die Einsicht in die Schutznotwendigkeiten und die Bereitschaft, aktiv am Schutz mitzuwirken, sp\u00fcrbar. Ge- und Verbote k\u00f6nnen so verringert werden.<br \/>\nFreiwillige Vereinbarungen finden eine hohe Akzeptanz, wenn die Landwirte in die Gestaltung der Auflagen einbezogen werden und angemessene Ausgleichszahlungen erfolgen. G\u00fcnstig wirken mehrj\u00e4hrige Vereinbarungen, die beiden Seiten Planungssicherheit bieten.<br \/>\nEine Erfolgskontrolle ist wichtig, um den Betroffenen den Stand ihrer Bem\u00fchungen zu verdeutlichen und weiteren Handlungsbedarf argumentativ zu untermauern. Die Verkn\u00fcpfung mit der allgemeinen Betriebs-, der Boden- und Naturschutzberatung muss verst\u00e4rkt werden.<br \/>\nWettbewerb unter den verschiedenen Tr\u00e4gern der Wasserschutzberatung f\u00f6rdert die Produktivit\u00e4t der Beratung.<br \/>\nDie lokalen Wasserschutzkooperationen sollten die Ausgestaltung und Verg\u00fctung der gebietsspezifischen Auflagen und freiwilligen Vereinbarungen regionsangepasst umsetzen. Vergleichbare Tatbest\u00e4nde in verschiedenen Gebieten sollten aber auch k\u00fcnftig m\u00f6glichst gleich behandelt werden. Erfahrungsaustausch ist hier sinnvoll.<br \/>\nDer kooperative Wasserschutz und speziell die Wasserschutzberatung sind erfolgreich und sollten auf weitere Gebiete ausgedehnt werden. Wichtige Erfolgsvoraussetzung des kooperativen Wasserschutzes sind aus der Sicht der Landwirte angemessene Ausgleichszahlungen. Dem stehen die begrenzt verf\u00fcgbaren finanziellen Mittel gegen\u00fcber. Den Landwirten muss verdeutlicht werden, dass nicht alle Auflagen ausgleichsf\u00e4hig sind. Die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Landwirtschaft als ohne Ausgleich einzuhaltender umweltpolitischer Mindeststandards muss konkretisiert werden.<br \/>\nDie Notwendigkeit spezieller umweltpolitischer Ma\u00dfnahmen h\u00e4ngt von den allgemeinen agrarpolitischen Rahmenbedingungen ab. Die Entwicklung der EU-Agrarpolitik ist gegenw\u00e4rtig durch die internationalen Handelsvereinbarungen und die Osterweiterung gepr\u00e4gt. Im Vordergrund steht der wirtschaftliche Wettbewerb. Die Umweltstandards in den konkurrierenden Drittl\u00e4ndern und innerhalb der EU sind unterschiedlich. Das bestehende Umweltdumping muss eingeschr\u00e4nkt werden. Soweit nicht entsprechende internationale Vereinbarungen getroffen werden, m\u00fcssen spezielle Ma\u00dfnahmen &#8211; Au\u00dfenschutz, umweltpolitisch motivierte Ausgleichszahlungen &#8211; eingeleitet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Februar 1998 wurden Zwischenergebnisse der Untersuchung auf einem Symposium in Hannover vorgestellt und mit allen an der Studie beteiligten Personen diskutiert. Die Zwischenergebnisse wurden in verk\u00fcrzter Form auf der GEWISOLA-Tagung 1998 in Bonn vorgetragen und diskutiert. Anregungen wurden noch einmal aufgegriffen, so dass spezielle Themenbereiche der Wasserschutzberatung erneut im Dezember 1998 auf einem Workshop intensiv diskutiert wurden. Darauf aufbauend wurde der Endbericht und ein Artikel in der Zeitschrift Ausbildung und Beratung (Heft 2\/99) verfasst.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Aufgabenbereich von Wasserschutzberatern hat sich von der anf\u00e4nglichen Kontaktaufnahme zu den Landwirten hin zur umfassenden Datenerhebung (Erfassung naturr\u00e4umlicher Gegebenheiten, der landwirtschaftlichen Struktur und der einzelbetrieblichen Besonderheiten) und zur Sensibilisierung der Landwirte f\u00fcr den Grundwasserschutz ausgeweitet. Zeitgleich musste sich der Wasserschutzberater in dem neu gebildeten Gremium der Kooperation einf\u00fcgen und das neue Steuerungsinstrument Freiwillige Ma\u00dfnahmen erstellen und umsetzen. Alle Akteure des Grundwasserschutzes sind von der Notwendigkeit der Wasserschutzberatung \u00fcberzeugt und pl\u00e4dieren f\u00fcr deren Erhalt, Ans\u00e4tze zur Reduktion der Beratungsintensit\u00e4t sollten gepr\u00fcft werden. Eine Reduzierung der Beratung unter Ausweitung der Verwaltung w\u00fcrde jedoch die Kreativit\u00e4t der Berater und die Akzeptanz der Landwirte einschr\u00e4nken.<br \/>\nDer erzielte Vermittlungserfolg der Berater zwischen Land- und Wasserwirtschaft wird nur durch Kontinuit\u00e4t auch in Zukunft Bestand haben. Der Berater k\u00f6nnte zus\u00e4tzlich die Umsetzung sonstiger Umweltma\u00dfnahmen koordinieren und so Synergieeffekte der verschiedenen Schutzma\u00dfnahmen ausnutzen. Auch sollten agrarumweltpolitische Ma\u00dfnahmen mit Wasserschutzma\u00dfnahmen koordiniert und M\u00f6glichkeiten der Kofinanzierung durch die EU st\u00e4rker genutzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Schutz des knappen Gutes Wasser hat im Bereich des Umweltschutzes st\u00e4ndig an Bedeutung gewonnen. 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