{"id":18372,"date":"2023-07-13T15:10:22","date_gmt":"2023-07-13T13:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04765-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:24","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:24","slug":"04765-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04765-01\/","title":{"rendered":"Wirtschaftlichkeitsrechnung f\u00fcr regenerative Energietr\u00e4ger und Ma\u00dfnahmen zur Energieeinsparung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Studie ist die Ermittlung risikoad\u00e4quater Kapitalkosten von Realinvestitionen in regenerative Energietr\u00e4ger und von Ma\u00dfnahmen zur Energieeinsparung.<br \/>\nDa der Barwert erwarteter Einzahlungs\u00fcbersch\u00fcsse aufgrund der langen Laufzeit der Projekte \u00fcberaus sensibel auf Variationen des Kalkulationszinsfu\u00dfes reagiert, sind die Kapitalkosten von fundamentaler Bedeutung f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit.<br \/>\nDie Ermittlung risikoad\u00e4quater Kapitalkosten ist vor allem f\u00fcr Contractingunternehmen und andere Institutionen bedeutsam, die eine Vielzahl solcher Projekte finanzieren oder refinanzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer erste Teil der Studie erl\u00e4utert die f\u00fcr die Ermittlung risikoad\u00e4quater Kapitalkosten ben\u00f6tigten Konzepte aus der modernen Kapitalmarkttheorie und \u00d6konometrie. Im zweiten Teil werden auf dieser Grundlage praktisch handhabbare Verfahren zur Ermittlung der Kapitalkosten von Projekten ermittelt. Im dritten Teil werden die Kapitalkosten f\u00fcr eine repr\u00e4sentative Auswahl von Einzelprojekten berechnet. Dabei geht es um zwei Verfahren der betrieblichen Abw\u00e4rmenutzung zur Einsparung von Heiz\u00f6l, die W\u00e4rmed\u00e4mmung eines gro\u00dfen Geb\u00e4udes zur Einsparung von Erdgas und eine Windkraftanlage zur dezentralen Stromerzeugung. Den Abschlu\u00df der Studie bildet eine lehrbuchm\u00e4\u00dfige Darstellung der Methoden und ihrer Anwendung, die es auch dem kapitalmarkt- und investitionstheoretisch unvorbereiteten Leser erlauben, von ihnen praktischen Gebrauch zu machen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der vorliegenden Studie wurde erstmalig untersucht, ob die in der Praxis durchgef\u00fchrten Wirtschaftlichkeitsrechnungen vor dem Hintergrund der modernen Finanzierungslehre \u00fcberhaupt sinnvoll sind. Weil die traditionelle Wirtschaftlichkeitsrechnung f\u00fcr Investitionen in die Energieeinsparung oder regenerative Energietr\u00e4ger bei der Bestimmung der Kapitalkosten mit positiven Risikozuschl\u00e4gen arbeitet, geht sie offenkundig davon aus, da\u00df die Projekte einen positiven Beitrag zum Portfoliorisiko leisten.<br \/>\nDem entgegen konnten wir im Rahmen dieser Studie nachweisen, da\u00df die Vermutung eines positiven Risikobeitrags empirisch nicht zu begr\u00fcnden ist. Die Rendite von Projekten, die der Einsparung von Heiz\u00f6l und Erdgas dienen, steht zur DAX-Rendite in einem statistisch signifikant negativen Zusammenhang. Die Projekte leisten damit einen negativen Risikobeitrag zum Portfoliorisiko des DAX. Negative Risikobeitr\u00e4ge machen in der Kalkulation einen Risikoabschlag vom risikolosen Zinsfu\u00df erforderlich. Dementsprechend liegen die risikoangepa\u00dften Kapitalkosten entgegen allen bislang gel\u00e4ufigen Annahmen unterhalb der Verzinsung risikoloser Anlagen. Gemessen an der traditionellen Kalkulation f\u00fchrt die Rechnung mit risikoangepa\u00dften Kapitalkosten zu einer erheblichen Werterh\u00f6hung der in Frage stehenden Investitionsprojekte.<br \/>\nWeniger extrem, aber dennoch deutlich f\u00e4llt dieser Unterschied f\u00fcr regenerative Energietr\u00e4ger aus, die durch die dezentrale Stromeinspeisung ins \u00f6ffentliche Netz bei der konventionellen Stromerzeugung verbrannte Prim\u00e4renergietr\u00e4ger substituieren. Die risikoangepa\u00dften Kapitalkosten dieser Anlagen entsprechen angesichts der nur unwesentlichen Stochastik der gesetzlichen Einspeiseverg\u00fctungen der Verzinsung risikoloser Anlagen.<br \/>\nEine einfache \u00dcberlegung hat dabei gezeigt, da\u00df die Versicherung gegen systematische Marktrisiken lediglich von Projekten ausgeht, die zu direkten Einsparungen von \u00d6l und Gas f\u00fchren. Als logische Konsequenz aus der einzelwirtschaftlichen Perspektive ist dies u. a. f\u00fcr die regenerative Stromerzeugung von Nachteil, die als Bestandteil des Investitionsprogrammes von Elektrizit\u00e4tsversorgungsunternehmen zur Debatte steht. Sofern regenerative Energietr\u00e4ger vor allem die in Mittellastkraftwerken verfeuerte Steinkohle verdr\u00e4ngen, deren Preis &#8211; auch im Falle marktm\u00e4\u00dfiger Bildung &#8211; keinen dem \u00d6lpreis vergleichbaren negativen Beitrag zum systematischen Marktrisiko leisten d\u00fcrfte, fungieren sie nicht als Versicherung gegen das Portfoliorisiko der Kapitalgeber des EltVU. Ein analoges Argument gilt f\u00fcr Kraft-W\u00e4rme-Kopplungsanlagen, die den Investoren bzw. Energienutzern keine direkten Einsparungen von \u00d6l oder Gas erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kreuzberg, Peter: Energieeinsparung als Versicherung gegen Marktrisiken; eine kapitalmarkttheoretisch fundierte Wirtschaftlichkeitsrechnung &#8211; M\u00fcnchen: Oldenburg 1996; Schriften des Energiewirtschaftlichen Instituts, Bd. 47, ISBN 3-468-26325-0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Studie ist die Ermittlung risikoad\u00e4quater Kapitalkosten von Realinvestitionen in regenerative Energietr\u00e4ger und von Ma\u00dfnahmen zur Energieeinsparung. Da der Barwert erwarteter Einzahlungs\u00fcbersch\u00fcsse aufgrund der langen Laufzeit der Projekte \u00fcberaus sensibel auf Variationen des Kalkulationszinsfu\u00dfes reagiert, sind die Kapitalkosten von fundamentaler Bedeutung f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit. 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