{"id":18347,"date":"2023-07-13T15:11:22","date_gmt":"2023-07-13T13:11:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06363-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:22","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:22","slug":"06363-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06363-01\/","title":{"rendered":"Energieberatung f\u00fcr Kommunen in den neuen L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch beispielhafte Beratung und Betreuung in der Umsetzung von Energieeinsparma\u00dfnahmen in 15 bis 20 Kommunen sollen M\u00f6glichkeiten zur Realisierung aufgezeigt und bundesweit den Kommunen vorgestellt werden. In 100 Gutachten von \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden in Brandenburg aus 1993\/94 wurden klimarelevante Energieeinsparpotentiale ( CO2-Minderung um ca. 5.000 t\/Jahr) aufgezeigt, die sich im Mittel in 12 Jahren amortisierten. Dar\u00fcber hinaus bestand ein weiteres erhebliches Energieeinsparpotential in anderen \u00f6ffentlichen Objekten. Derzeit besteht eine \u00dcberdimensionierung der Heizzentralen nach dem Stand der Technik , obwohl diese seit 1990 teilweise neu installiert wurden. Diese Erkenntnis gepaart mit einem generellen Misstrauen gegen\u00fcber Beratern, Gutachtern, Energieversorgern und erfolgversprechenden Prognosen, stellt sich als Hemmnis zur Umsetzung von rentierlichen energiesparenden Ma\u00dfnahmen in den kleinen und mittleren Kommunen in den neuen Bundesl\u00e4ndern dar. Dieses Projekt dient der fachlichen Unterst\u00fctzung der Kommunen zur Umsetzung festgestellter o.g. energiesparender Ma\u00dfnahmen unter Ber\u00fccksichtigung der kommunalen Belange mit Kosten-Nutzen-Analyse und ggf. einer Einbindung von Investoren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der Phase 1 soll dieses Projekt mit einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der U.A.N. und der BEA, sowie schriftlicher und direkter Kontaktaufnahme zu Kommunen mit umsetzungsreifen Objekten, unter Ber\u00fccksichtigung der F\u00f6rderprogramme des Landes Brandenburg, die beratende gutachterliche Unterst\u00fctzung zur Realisierung von Energiesparma\u00dfnahmen den Kommunen anbieten. 15 bis 20 Kommunen k\u00f6nnen nach Projektierung durch die U.A.N.,  mit Umsetzungszusage durch ihren Rat in der Phase 1, an der Umsetzungsbetreuung in der Phase 2 teilnehmen. Neben der technisch, wirtschaftlichen und fachlichen Unterst\u00fctzung soll in Qualifizierungsseminaren f\u00fcr Verwaltung, Bediener und Nutzer von \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden mit Einf\u00fchrung von Controllinginstrumenten und Fachgespr\u00e4chen mit den Installationshandwerken die Grundlage zur nachhaltigen Emissions- und Betriebskostensenkung in den Kommunen geschaffen werden. Den Kommunen und Investoren wird mit einer Fachb\u00f6rse (Veranstalter: BEA) zum Contracting f\u00fcr die bearbeiteten Projekte die M\u00f6glichkeit einer Kooperation angeboten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Phase 1 diente der konkreten Feststellung des Handlungsbedarfes und des Umsetzungswillens in kleinen Kommunen unter 10.000 Einwohnern. Mit energetischen Schwachstellenanalysen ihrer \u00f6ffentliche Einrichtungen wurden den Kommunen nichtinvestive und rentierlich investive Ma\u00dfnahmen zur Realisierung in der Phase 2 vorgeschlagen. 18 Kommunen hatten mit Ratsbeschluss Ma\u00dfnahmenpakete beschlossen und sich daf\u00fcr ausgesprochen, dass die U.A.N. im Rahmen des Pilotvorhabens die planerische und fachliche Betreuung f\u00fcr die Umsetzung in der Kommune durchf\u00fchrt.<br \/>\nGesamtenergie- und CO2 &#8211; Bilanz der betreuten Kommunen von 1995 bis 1998In der Bilanz konnten von 18 Kommunen 17 mit insgesamt 96 Liegenschaften in der Phase 2 ausgewertet werden. Die Verbrauchsentwicklung aller Liegenschaften im Berichtszeitraum zeigt fallende Tendenz, obwohl in einigen Kommunen keine Einsparerfolge zu verzeichnen waren. In der Spitze konnten im W\u00e4rmeverbrauch bis zu rd. 33%, im Stromverbrauch bis zu rd. 22% und bei der CO2-Emission bis zu rd. 33% eingespart werden (Im Vergleich der Kommunen: Summe aller Geb\u00e4ude aus Phase 1 und 2). Die h\u00f6chste Einsparquote lag auf spezifischer Geb\u00e4udeebene f\u00fcr den W\u00e4rmeverbrauch in der Gemeinde Beeskow bei 63,2%. Der witterungsbereinigte W\u00e4rmeverbrauch ging in den Vergleichsjahren um 12,5%, entsprechend 4.051 MWh zur\u00fcck. Der Stromverbrauch reduzierte sich im Vergleichszeitraum um 0,9%, entsprechend 24 MWh.<br \/>\nDie CO2-Emission konnte insgesamt um 14,7% entsprechend 1.626 t in den Vergleichsjahren 1995 zu 1998 gesenkt werden. Im Bereich der W\u00e4rme ist ein R\u00fcckgang um 17,2% zu verzeichnen. Der \u00fcberproportionale R\u00fcckgang der CO2-Emission im Bereich der W\u00e4rme ist auf die noch nicht abgeschlossene Umstellung der Energietr\u00e4ger Braunkohle auf Erdgas oder Heiz\u00f6l, bzw. der Umstellung von Heiz\u00f6l auf Erdgas zur\u00fcck zuf\u00fchren. Im Strombereich konnte die CO2-Emission \u00fcberproportional um 1,3% reduziert werden, im wesentlichen bedingt durch die Reduzierung des Stromverbrauchs f\u00fcr Heizzwecke, der aufgrund eines anderen Strommixes im Vergleich zu Lichtstrom eine st\u00e4rkere CO2-Reduzierung bewirkt.<br \/>\nRund 2\/3 der betrachteten Kommunen (11 von 17 Kommunen) haben Einsparungen an W\u00e4rmeenergie in den Vergleichsjahren erzielen k\u00f6nnen. Die prozentuale Verbrauchsentwicklung W\u00e4rme zeigt, welches Einsparpotential f\u00fcr die einzelne Kommune, die bisher nicht so gut in Erscheinung getreten ist, noch zu erschlie\u00dfen ist.<br \/>\nIm Bereich der Stromverbr\u00e4uche konnten nur 1\/3-tel der betrachteten Kommunen in den Vergleichsjahren Einsparungen nachweisen. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind:<br \/>\n\u00b7\tallgemeine Zunahme der technischen Ausstattung der Geb\u00e4ude mit Computern, etc.<br \/>\n\u00b7\tgeringe Investitionsbereitschaft im Bereich der dringend notwendigen Beleuchtungssanierung in allen Schulen. Obwohl mit     einem standardisierten Konzept der U.A.N., eine preiswerte Umsetzungshilfe vorhanden war, die eine rentierliche Sanierung erm\u00f6glichen kann, haben nur zwei Kommunen (Beeskow und Plessa) in drei Schulen im Sommer 1999 Beleuchtungssanierungen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nZusammenfassung der Beratungsergebnisse<br \/>\nIn den 18 Kommunen haben wir ein breites Spektrum an Umsetzungsbereitschaft vorgefunden, von kurzfristig umfassender Umsetzung auch mit knappen Finanzmitteln bis zur Ausnutzung aller Hemmnisse des Verwaltungshandelns. Die gr\u00f6\u00dften Erfolge waren in den Kommunen zu erzielen, in denen einzelne Entscheider mit hoher Motivation und pers\u00f6nlicher \u00dcberzeugungskraft Hemmnisse nicht entstehen lie\u00dfen.<br \/>\nDie erfolgreichste Bilanz der Aktivit\u00e4ten konnten wir in Beeskow in allen Bearbeitungsbereichen feststellen. Hier war die Motivation, vertreten durch den K\u00e4mmerer, am h\u00f6chsten, mit rentierlichen Ma\u00dfnahmen kurzfristig Einsparma\u00dfnahmen umzusetzen, die mittelfristig den Verwaltungshaushalt erheblich entlasten. Hier konnten besonders die von der U.A.N in Phase 1 festgestellten hohen Kosten der Fernw\u00e4rmelieferungen, durch deutliche Minderung der Vertragsleistungen gegen den Widerstand des W\u00e4rmelieferanten, minimiert werden. Die W\u00e4rme &#8211; Einsparerfolge an Beispiel von vier Geb\u00e4uden belaufen sich hier auf rd. 102.000 DM pro Jahr, rd. 57% Minderung der W\u00e4rmekosten in 1998 gegen\u00fcber 1996, eingeschlossen waren hier auch investive Ma\u00dfnahmen. Diese Einsparerfolge h\u00e4tten in der Summe \u00fcber alle Objekte noch h\u00f6her ausfallen k\u00f6nnen, wenn immer das Beraterpotential der U.A.N. im Vorfeld von Planerbeauftragungen hinzu gezogen worden w\u00e4re. Weiterhin sind in Beeskow \u00fcberwiegend alle vorgeschlagenen organisatorischen Ma\u00dfnahmen in der Verwaltung und in den Objekten integriert worden. Das Energiemanagement mit kontinuierlicher Verbrauchserfassung und einem technischen Oberhausmeister f\u00fcr alle Objekte, sichert die erzielten Erfolge und erm\u00f6glicht weitergehende Optimierungen, die bisher noch nicht realisiert werden konnten.<br \/>\nDie Einsparungen in der Stadt Herzberg betrugen f\u00fcr die untersuchten Objekte rd. 36.000 DM pro Jahr an W\u00e4rmeverbrauchskosten und zus\u00e4tzlich rd. 58.999 DM pro Jahr an Einsparung der W\u00e4rmevertragsleistungen.<br \/>\nIn den Kommunen wird auf Grundlage der gemeinsam mit der U.A.N. erarbeiteten Erkenntnis kontinuierlich der Energieeinspargedanke im Sinne der Betriebskostenminimierung und der CO2-Minderung in der Folgezeit fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Projektlaufzeit wurde in den Medien \u00fcber Inhalte berichtet. Die Ergebnisvorstellung sollte in Form einer Pressekonferenz in Potsdam durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die erzielten Einsparerfolge in den Kommunen mit hochmotivierten Entscheidern zeigen das mittelfristig erzielbare Klimaschutzpotential mit einer CO2-Minderung um ca. 35% auf. Die Arbeitsmethoden und-instrumente der Berater haben sich bew\u00e4hrt und zeigen den Bedarf f\u00fcr die notwendige neutrale und unabh\u00e4ngige Beratung unter Ber\u00fccksichtigung der kommunalen Belange auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch beispielhafte Beratung und Betreuung in der Umsetzung von Energieeinsparma\u00dfnahmen in 15 bis 20 Kommunen sollen M\u00f6glichkeiten zur Realisierung aufgezeigt und bundesweit den Kommunen vorgestellt werden. 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