{"id":18346,"date":"2024-12-01T10:32:08","date_gmt":"2024-12-01T09:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00769-01\/"},"modified":"2024-12-01T10:32:08","modified_gmt":"2024-12-01T09:32:08","slug":"00769-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00769-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Verfahren zur Wassereinsparung und Verhinderung von Nitrateintr\u00e4gen in das Grundwasser bei der Beregnung von Baumschulkulturen auf Freilandquartieren"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Eine Umfrage in 90 \u00fcberwiegend norddeutschen Baumschulen hat gezeigt, da\u00df f\u00fcr Baumschulkulturen auf Freilandquartieren grundlegende standort- und kulturspezifische Daten f\u00fcr die Bew\u00e4sserung fehlen. Als Folge davon kommt es fast w\u00e4hrend des gesamten Jahres zu einer hohen Sickerwasserbildung und zu einer Auswaschung von Stickstoff. Ziel des Projektes ist es, f\u00fcr einen typischen Baumschulboden (humoser Sand) und 2 Kulturen (Forsythia intermedia und Picea abies) in 2 Altersstadien die f\u00fcr eine \u00f6konomisch sinnvolle und \u00f6kologisch vertretbare Bew\u00e4sserung erforderlichen Kriterien zu ermitteln. Als Folge der Ergebnisse sollen konkrete und praktikable Handlungsanweisungen f\u00fcr die Bew\u00e4sserungspraxis in Baumschulen ermittelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAm Versuchsstandort werden die f\u00fcr die Bew\u00e4sserung erforderlichen Daten ermittelt. Boden: Aufstellen der Wasserspannungskurve und Berechnung der nutzbaren Feldkapazit\u00e4t, Klima: Ermittlung der potentiellen Evapotranspiration mit zwei verschiedenen Verfahren, Registrierung des Niederschlags. Der Wasserhaushalt wird mit zwei verschiedenen Methoden verfolgt: a) kontinuierliche Messung der Wasserspannung mit Tensiometern, b) Aufstellen der klimatischen Wasserbilanz aus den Daten des agrarmeteorologischen Dienstes. Die beiden Methoden sollen im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis bewertet werden. Der Einsatz der Zusatzberegnung erfolgt getrennt f\u00fcr die unter a) und b) genannten Methoden jeweils bei 50 und 70 % der nutzbaren Feldkapazit\u00e4t bzw. den entsprechenden Wasserspannungen. Im Verlauf der Vegetationszeit werden Nmin-Untersuchungen f\u00fcr die Bodentiefe 0-90 cm durchgef\u00fchrt. Das Wachstum der Pflanzen wird mit Triebmessungen und \u00fcber die Ermittlung der Frisch- und Trockensubstanz erfa\u00dft. Die Ergebnisse der Nmin-Untersuchnungen und des Pflanzenwachstum sind mit der H\u00f6he der Zusatzberegnung in Beziehung zu setzen. F\u00fcr die Praxis soll daraus eine Beregnung abgeleitet werden, die einen ausreichenden Ertrag bei Verminderung von Nitratauswaschungen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Verfahren \u0084klimatische Wasserbilanz\u0093 und \u0084Tensiometer-Methode\u0093 f\u00fchren gegen\u00fcber der praxis\u00fcblichen Bew\u00e4sserung zu einer deutlichen Verringerung der Sickerwasserbildung und damit der potentiellen Nitratauswaschung. Mit beiden Verfahren, allerdings in unterschiedlichem Ausma\u00df, wurde f\u00fcr die Beregnung wesentlich weniger Wasser verbraucht als es zur Zeit praxis\u00fcblich ist. Die \u0084klimatische Wasserbilanz\u0093 ist besonders mit zunehmender Anzahl der zu beregnenden Quartiere arbeitstechnisch g\u00fcnstiger (Eingabe der n\u00f6tigen Daten in ein Tabellenkalkulationsprogramm). Die \u0084Tensiometer-Methode\u0093 ist bei Grenzwerten f\u00fcr die Beregnung unter 300 hPa besonders bei Sandb\u00f6den genauer.Bei \u0084jungen\u0093 und \u0084alten\u0093 Picea abies hat die Zusatzbew\u00e4sserung keinen f\u00f6rdernden Einflu\u00df auf das Spro\u00dfwachstum. Bei \u0084jungen\u0093 und \u0084alten\u0093 Forsythia x intermedia steigen die Spro\u00dffrischgewichte mit steigender Bew\u00e4sserung an. Dabei wird das Wasser bei den \u0084jungen\u0093 Forsythia x intermedia effektiver genutzt als bei den \u0084alten\u0093. Bei der niedrigsten Bew\u00e4sserungsstufe erreicht die Beregnung die h\u00f6chste Produktivit\u00e4t pro Bew\u00e4sserungseinheit.Eine Auswaschung von Nitrat findet auf dem Sandboden wegen seiner geringen Feldkapazit\u00e4t auch schon ohne Zusatzberegnung w\u00e4hrend der Vegetationszeit statt. Bei unberegneten \u0084jungen\u0093 Picea abies liegt die N-Auswaschung im Minimum bei 83 kg N\/ha und Jahr, bei hoher Beregnung wurden mindestens 126 kg N\/ha ausgewaschen. Bei unberegneten \u0084jungen\u0093 Forsythia x intermedia wurden im Minimum 32 kg N\/ha und Jahr ausgewaschen. Da es bei den beregneten Forsythia zu einem verst\u00e4rkten Spro\u00dfwachstum und damit zu einer h\u00f6heren N-Aufnahme kam, konnte hier durch die standortangepa\u00dfte Zusatzberegnung (Wasserspannungskurve) die Nitratauswaschung w\u00e4hrend der Vegetationszeit sogar fast vollst\u00e4ndig vermieden werden. Ob eine Baumschulkultur auf eine Zusatzberegnung mit einem st\u00e4rkeren Wachstum und damit mit einer h\u00f6heren N-Aufnahme reagiert, ist gattungs- und wahrscheinlich auch artabh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge, Poster, Ver\u00f6ffentlichungen:Tagung der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft, M\u00e4rz 1997, HannoverTagung der International Society for Horticulture Science, Symposium on Irrigation of Horticultural Crops, September 1996, Chania, GriechenlandTagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, September 1997, KonstanzTaspo Gartenbaumagazin 6(8), S. 32-35, 1997<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus den Ergebnissen wird deutlich, da\u00df ein sowohl \u00f6kologisch als auch \u00f6konomisch sinnvoller Einsatz von Wasser f\u00fcr eine Zusatzberegnung m\u00f6glich ist. Allerdings m\u00fc\u00dften die hier dargestellten Zusammenh\u00e4nge noch f\u00fcr eine gro\u00dfe Anzahl an Kulturen und Alterstadien \u00fcberpr\u00fcft und angepa\u00dft werden. Solche Ergebnisse sind f\u00fcr die Baumschulwirtschaft besonders dann von Bedeutung, wenn es, wie es z.T. schon der Fall ist, zu einer st\u00e4rkeren Einschr\u00e4nkung der Wasserentnahme f\u00fcr die Zusatzberegnung kommt. Insbesondere ist die Erarbeitung von kulturspezifischen Wasserspannungsgrenzwerten f\u00fcr die Beregnung und Kc-Werten (Korrekturwerte f\u00fcr die potentielle Verdunstung bei der klimatischen Wasserbilanz) f\u00fcr eine sichere und praktikable Anwendung erforderlich. F\u00fcr Baumschulen in Wasserschutzgebieten sind besonders die Ergebnisse zur Nitratauswaschung von Bedeutung. Um eine standortgerechte, d.h. standortspezifische Beregnung zu gew\u00e4hrleisten, mu\u00df die Wasserspeicherleistung (nFk) von typischen Baumschulstandorten bekannt sein. Dieses ist zur Zeit nicht der Fall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Eine Umfrage in 90 \u00fcberwiegend norddeutschen Baumschulen hat gezeigt, da\u00df f\u00fcr Baumschulkulturen auf Freilandquartieren grundlegende standort- und kulturspezifische Daten f\u00fcr die Bew\u00e4sserung fehlen. Als Folge davon kommt es fast w\u00e4hrend des gesamten Jahres zu einer hohen Sickerwasserbildung und zu einer Auswaschung von Stickstoff. 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