{"id":18310,"date":"2023-07-13T15:08:43","date_gmt":"2023-07-13T13:08:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02064-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:44","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:44","slug":"02064-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02064-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Abwassersystem zur Ermittlung illegaler Einleitungen in das Kanalsystem der Stadt Krefeld"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Stadt Krefeld beabsichtigte, ein fl\u00e4chendeckendes Kontrollsystem zur Ermittlung illegaler Indirekteinleitungen in das Kanalnetz der Stadt Krefeld anhand verschiedener messbarer Parameter im online-Betrieb aufzubauen. Durch die Branchenvielfalt der Krefelder Gro\u00dfeinleiter (Textil-, N\u00e4hrmittel-, Getr\u00e4nke-, Stahl- und chemische Industrie, Gro\u00dfkrankenh\u00e4user) barg das Abwasser diverse Probleme biotechnologischer und physikalisch &#8211; chemischer Art.Im Rahmen der ersten Projektphase sollte eine erste Messstation modellhaft mit einer automatischen Probenahme und Aufzeichnung verschiedener messbarer Parameter ausgestattet werden. Dazu war eine probeweise Ausr\u00fcstung eines Messcontainers (Probenahmeger\u00e4te f\u00fcr das Rohabwasser, Sensoren\/ Elektroden, Probek\u00fchlung und -aufbewahrung, Datenerfassung, -weiterleitung und -auswertung) am so genannten Nordsammler sowie die Kalibrierung des Systems vorgesehen. Auf Basis der Erfahrungen mit dem ersten Messcontainer sollten dann in einer Anschlussphase weitere Messcontainer f\u00fcr die fl\u00e4chendeckende Me\u00dfsystem gebaut, installiert und im Verbund mit Umweltamt und Kl\u00e4ranlage getestet werden.<br \/>\nDer Abschlussbericht der ersten Phase datiert von 02\/1994. Aufgrund unvorhergesehener Zusatzaufgaben in der ersten Phase wurden F\u00f6rdermittel im Rahmen von AZ 02064\/02 nachbewilligt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Labor-Messstationen wurden in einem speziell f\u00fcr das Bedienpersonal hergerichteten Messcontainer installiert. Die Messeinrichtungen bestanden in erster Linie aus den Probenehmern f\u00fcr die Leitparameter pH-Wert, Leitf\u00e4higkeit, Wassertemperatur, F\u00fcllstand, Flie\u00dfgeschwindigkeit und Durchflussmenge. Die in den Messstationen gemessenen Parameter wurden im online-Betrieb erfasst. Im Falle einer Grenzwerterreichung \/ \u00dcberschreitung sollten durch entsprechende Alarm-Informationen mit den relevanten Daten an das Umweltamt und das Kl\u00e4rwerk kurzfristig Gegenma\u00dfnahmen eingeleitet werden k\u00f6nnen. Eine Erweiterungsm\u00f6glichkeit zur Erfassung weiterer Parameter wurde vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse und ersten Erfahrungen mit dem Messcontainer am Nordsammler wurden vom Umweltamt der Stadt Krefeld so positiv beurteilt, dass in einem Anschlussprojekt das fl\u00e4chendeckende Kontrollsystem zur Ermittlung illegaler Einleitungen anhand der messbaren Parameter: Temperatur, pH-Wert, Leitf\u00e4higkeit aufgebaut werden sollte. Dazu legte die Stadt Krefeld der DBU den Antrag AZ 02064\/03 Weiterbau und -entwicklung eines Abwasserme\u00dfsystems zur fl\u00e4chendeckenden Ermittlung illegaler Einleitungen in das Kanalnetz vor. In Krefeld wird das gesamte Abwasser der Kl\u00e4ranlage \u00fcber 7 Hauptsammler zugef\u00fchrt. Durch direkte Messungen in den Hauptsammlern, die in etwa 1 bis 2 km Entfernung vor der Kl\u00e4ranlage zusammengef\u00fchrt werden, sollten der Kl\u00e4ranlage fr\u00fchzeitig die M\u00f6glichkeit zur Vermeidung von St\u00f6rf\u00e4llen erm\u00f6glicht und illegale Indirekteinleitungen ermittelt werden. Im Mai 1994 fand in Krefeld ein Expertengespr\u00e4ch mit Vertretern der Universit\u00e4t Hannover, einer Ingenieurgesellschaft sowie des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen, statt.<br \/>\nDemnach erschien die kontinuierliche Messung von G\u00fcteparametern auf die sogenannten Trivialparameter Leitf\u00e4higkeit, pH-Wert und Temperatur hinsichtlich der Zielsetzung, illegale Einleitungen festzustellen, als nicht ausreichend. St\u00f6rf\u00e4lle auf der Kl\u00e4ranlage oder im Netz standen mit anderen Messgr\u00f6\u00dfen im Zusammenhang, die entweder selbst direkt gemessen werden mussten oder gegebenenfalls \u00fcber zu ermittelnde Korrelations- und Regressionsbeziehungen aus anderen abzuleiten waren. Daneben war die Durchflussmessung von gro\u00dfer Wichtigkeit. Die Eignung des daf\u00fcr bisher eingesetzten Verfahrens sollte daher nachgewiesen werden. Schlie\u00dflich fehlte bisher eine Strategie, wie man aufgrund der Messungen illegale Einleiter identifizieren wollte und welche betrieblich umsetzbaren Vorkehrungen bei drohenden St\u00f6rf\u00e4llen zu treffen waren. Im einzelnen wurden Erg\u00e4nzungen des Antrages f\u00fcr die Anschlussphase vorgeschlagen. Unter Ber\u00fccksichtigung der Erg\u00e4nzungen\/ \u00c4nderungen wurde das Projekt f\u00fcr innovativ und f\u00fcr die Praxis relevant gehalten. Es wurde best\u00e4tigt, dass die in der ersten Projektphase eingerichtete Messstation einwandfrei ausgef\u00fchrt wurde. Die Anregungen dieser Gutachter deckten sich mit den Hinweisen des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Stadt Krefeld, Umwelt, Steckendorfer Stra\u00dfe 19, 47799 Krefeld, Ansprechpartner: Herr Jurich, Herr D\u00f6pcke, Telefon: 0251-8631-77,Telefax: 0251-804032<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die intensive gutachterliche Diskussion der abgeschlossenen ersten Projektphase im Hinblick auf die beantragte zweite Phase wurde die Basis f\u00fcr die Installation der weiteren Messcontainer zur Testung des Gesamtsystems geschaffen. Die Hinweise der Gutachter betrafen die Kalibrierungsergebnisse des Durchflussmessverfahrens, die Hauptproblemstoffe in den Abwasserhauptsammlern, den Eignungsnachweis f\u00fcr Trivialparameter, eventuelle alternative Messprogramme f\u00fcr andere relevante Messgr\u00f6\u00dfen und Mehrkosten f\u00fcr ein solches Programm, ggf. Beschr\u00e4nkung auf drei Hauptsammler mit relevanten Indirekteinleiter-Problemen sowie das Analyseprogramm zur \u00dcberpr\u00fcfung der Online-Ger\u00e4tedaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Stadt Krefeld beabsichtigte, ein fl\u00e4chendeckendes Kontrollsystem zur Ermittlung illegaler Indirekteinleitungen in das Kanalnetz der Stadt Krefeld anhand verschiedener messbarer Parameter im online-Betrieb aufzubauen. 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