{"id":18307,"date":"2024-11-27T10:32:46","date_gmt":"2024-11-27T09:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07179-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:50","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:50","slug":"07179-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07179-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Etablierung von Vermarktungswegen f\u00fcr Produkte aus naturgem\u00e4\u00dfer Landwirtschaft und f\u00fcr touristische Angebote als Basis einer umweltschonenden Regionalentwicklung in der mittleren Elbtalaue"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Elbe geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Stromt\u00e4lern in Europa, die als Lebensadern f\u00fcr unsere Landschaft von grundlegender Bedeutung sind. Nach den Planungen zu Beginn des Projektes sollte an der Elbe das gr\u00f6\u00dfte binnenl\u00e4ndische Biosph\u00e4renreservat unter Beteiligung von 5 Bundesl\u00e4ndern entstehen und in der Kernzone ein Nationalpark durch das Land Niedersachsen ausgewiesen werden. Mit diesem Projekt sollte ein Beitrag dazu geleistet werden, dass eine am Biosph\u00e4renreservat und dem Nationalpark orientierte Regionalentwicklung mit Pilotprojekten im Bereich Landwirtschaft und Tourismus initiiert wurde. Als Grundlage dient dazu der Kapitalstock Natur, der durch umweltschonende Nutzungsformen erhalten bleiben sollte.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik zu halten, ist es f\u00fcr die Elbtalaue erforderlich, sich auf die traditionellen St\u00e4rken der Region zu besinnen und die beiden wirtschaftlichen Standbeine, die Landwirtschaft und den Fremdenverkehr, zu selbsttragenden S\u00e4ulen einer eigenst\u00e4ndigen Entwicklung auszubauen. Die im Projekt vorhandenen Mitarbeiter entfalteten ihre Wirkung im beratenden und organisatorischen Bereich zur Unterst\u00fctzung der landwirtschaftlichen Betriebe, zu Fragen des \u00d6kologischen Landbaus bzw. der beteiligten Hoteliers zum Aufbau eines Naturtourismus-Angebotes. Der Ablauf gliedert sich in eine Orientierungs-, eine Beschreibungs-, eine Erprobungsphase und eine Abschlussphase. In enger Abstimmung mit dem Naturschutz wurden Nutzungsformen entwickelt, die die Naturausstattung in der Elbtalaue schonten. Diese Naturausstattung wurde in einem Biomonitoring untersucht, dass als Kontrolle f\u00fcr die wirtschaftlichen Initiativen im Bereich Landwirtschaft angelegt war.<br \/>\nIn der Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben wurde zu Beginn vom Institut f\u00fcr \u00d6kologie und Naturschutz  eine Analyse zur standortgerechten Landbewirtschaftung auf den ausgew\u00e4hlten Betriebsfl\u00e4chen vorgenommen. Parallel dazu wurde in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen eine betriebswirtschaftliche Bestandsaufnahme der Betriebe im Hinblick auf eine Umstellung auf den \u00d6kologischen Landbau vorgenommen. Die Auswertung einer Status quo Analyse des regionalen Fremdenverkehrs erfolgt im Hinblick auf ein potentielles Angebot seitens des im Projekt involvierten Reisemittlers Otto Reisen, \u00fcber den ein Pauschalangebot f\u00fcr Reisen in die Elbtalaue angeboten werden sollte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Naturschutz erlaubt die Gesamtschau der Ergebnisse in bezug auf die Laufk\u00e4fer den R\u00fcckschluss, dass diese Tiergruppe von der Umstellung auf den \u00d6kologischen Landbau profitieren kann. Auf dieser Basis ergeben sich interessante Tendenzen in bezug auf die V\u00f6gel, die die \u00f6kologisch bewirtschafteten Fl\u00e4chen als verbesserte Nahrungshabitate verst\u00e4rkt annehmen k\u00f6nnten. Es ist sehr sinnvoll, diese An-f\u00e4nge weiter zu bearbeiten. Der Naturschutz hat seine Kontroll- und Begleitfunktion im Tourismus vor allem in der Planungsphase entfaltet, z.B. bei der Streckenf\u00fchrung f\u00fcr die Radwanderkarte.<br \/>\nIm landwirtschaftlichen Bereich konnten in Kombination mit dem Marketing ein Betriebe auf den \u00d6kologischen Landbau umgestellt werden. Es handelt sich um eine vollst\u00e4ndige Umstellung eines Milchvieh haltenden Betriebes mit 160 ha und 600.000 Litern Biomilch pro Jahr. Ein weiterer Betrieb gliederte einen Mutterkuhbetrieb aus. Als Verarbeitungsprodukt ist eine Bio-Kalbsbratwurst entwickelt und bei dem Handelsunternehmen Tengelmann gelistet worden. Weitere Testverk\u00e4ufe mit Frischfleisch und Dauerwurstprodukten im Lebensmitteleinzelhandel wurden durchgef\u00fchrt. Der im Projekt entwickelte Frischfleischversand an Endkunden ist von einem weiteren landwirtschaftlichen Partnerbetrieb \u00fcbernommen worden.<br \/>\nIm touristischen Bereich konnten Pauschalreiseangebote entwickelt und bis in die dritte Saison hinein angeboten werden. Diese Angebote sind in namhafte Kataloge wie ITS und TUI aufgenommen worden. Erfolgreich wurde zum ersten Mal ein G\u00e4nsekiekerwochenende als Urlaubsangebot getestet. Ausgehend von zwei Hoteliers waren zuletzt sechs Hotels beiderseits der Elbe als Partner eingebunden. Im Projekt sind 20 qualifizierte G\u00e4stef\u00fchrer aus der Region ausgebildet worden, die k\u00fcnftig f\u00fcr Reiseveranstalter zur Verf\u00fcgung stehen werden. Es wurde ein Kochseminar mit 14 Gastronomen zum Thema regionale Spezialit\u00e4ten (Lammfleisch) durchgef\u00fchrt. Zum Abschluss wird eine Radwanderkarte erstellt, die f\u00fcnf Bundesl\u00e4nder (von Schleswig-Holstein bis Sachsen-Anhalt) und sieben Landkreise verbinden wird.<br \/>\nDer Nationalpark Elbtalaue ist im Januar 1998 per Kabinettsbeschluss und nachfolgend als Verordnung durch das Nieders\u00e4chsische Umweltministerium eingerichtet worden. Gegen die Verordnung wurde mit einer Normenkontrollklage eines Landwirtes vorgegangen und im Februar 1999 erkl\u00e4rte das Oberverwaltungsgericht in L\u00fcneburg den Nationalpark f\u00fcr nichtig. Das Projekt Leben im Gro\u00dfschutzgebiet Elbtalaue begann im Oktober 1996 und verlief f\u00fcr drei Jahre parallel zum Ausweisungsverfahren des Nationalparks Elbtalaue. Im Ergebnis waren beide Handelsbereiche durch den Wegfall des Nationalparks negativ betroffen. Es ist aus Sicht der Projektkonzeption und den mit dem Argument Zusatznutzen Nationalpark erzielten Erfolgen im h\u00f6chsten Ma\u00dfe bedauerlich, dass dieses Schwergewicht in der Pro-duktbewerbung nicht mehr zur Verf\u00fcgung steht. Die Verwendung des zus\u00e4tzlichen Argumentes Nationalpark als Bestandteil der Produktentwicklungsstrategie hat sich bew\u00e4hrt. Im Bereich Marketing wurden Grundsteine f\u00fcr die Erfolge in der Umstellung auf den \u00d6kologischen Landbau gelegt, indem ein Abnehmer am Markt vermittelt werden konnte, der im Jahr 1998 einen Bedarf von circa drei Millionen Litern Biomilch hatte. Mit diesem Angebot konnte ein Betrieb komplett umgestellt werden. Trotz des um circa 30 % h\u00f6heren Entgeltes f\u00fcr den Liter Biomilch im Vergleich zur konventionellen Milch, hat sich ein weiterer konventionell wirtschaftender Betrieb gegen die Umstellung entschieden. Diese Entscheidung l\u00e4sst sich nicht mit einer m\u00f6glichen unterschiedlichen Bewertung der betriebswirtschaftlichen Kalkulationen des Betriebes oder einem nicht ausreichend h\u00f6heren Milchpreis erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber den gesamten Projektverlauf wurde in Zeitung, Rundfunk und Fernsehen regional und \u00fcberregional \u00fcber das Projekt kontinuierlich berichtet. In der Folge entwickelten sich gute und intensive Kontakte zu weiteren Betrieben in der Region, die sich an dem Projekt beteiligen wollten. Es handelte sich um vier landwirtschaftliche Betriebe und zwei Hoteliers. Diese Partner haben den Kontakt zum Projekt nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes L\u00fcneburg zur Aufhebung des Nationalparks Elbtalaue abgebrochen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus dem Blickwinkel der organisatorischen Abwicklung der einzelnen Entwicklungs- und Erprobungsschritte im Projekt ist ein Zeitraum von drei Jahren Projektlaufzeit f\u00fcr alle Bereiche deutlich zu kurz. Es wird empfohlen, Projekte zur Regionalentwicklung mit eigenen Phasen von Umstellung der Produktion, Produktentwicklung und Vermarktung f\u00fcr mindestens f\u00fcnf Jahre zu planen. Das Oberverwaltungsgericht in L\u00fcneburg erkl\u00e4rte im Februar 1999 die Nationalparkverordnung f\u00fcr nichtig. Einen der wesentlichen Bausteine im Projekt bildete der Nationalpark, der &#8211; in Form einer Arbeitshypothese &#8211; als Auszeichnung f\u00fcr die Region verstanden wurde und mit dem wirtschaftliche Chancen und Perspektiven f\u00fcr eine Regionalentwicklung erarbeitet werden sollten. Eine abschlie\u00dfende Bilanzierung und Bewertung dieses Projektansatzes in bezug auf die Richtigkeit der Arbeitshypothese kann nach dem Wegfall des Nationalparks w\u00e4hrend der Projektlaufzeit nicht vorgenommen werden. Es wird angenommen, dass die in Planung befindliche Ausweisung des Gebiets als Biosph\u00e4renreservat als Ersatz genutzt werden kann. Der Nationalpark hat sich aber als das beste Argument in der Ansprache der Handelsunternehmen herausgestellt. Es kann empfohlen werden, dass andere Nationalparkregionen in Deutschland den Begriff Nationalpark in der Bewerbung ihrer regionalen Produkte offensiv und engagiert einsetzten. In dieser Form kann der Naturschutz \u00fcber die Produktvermarktung einen eigenst\u00e4ndigen Beitrag f\u00fcr eine Regionalentwicklung leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Elbe geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Stromt\u00e4lern in Europa, die als Lebensadern f\u00fcr unsere Landschaft von grundlegender Bedeutung sind. 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