{"id":18306,"date":"2023-07-13T15:14:43","date_gmt":"2023-07-13T13:14:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11600-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:46","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:46","slug":"11600-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11600-01\/","title":{"rendered":"Umweltgerechte Regionalentwicklung und Gro\u00dfveranstaltungen am Beispiel der Passion 2000 Oberammergau f\u00fcr das Ammertal"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Viele Kommunen und Regionen versprechen sich von der \u00dcbernahme und Durchf\u00fchrung von Gro\u00dfveranstaltungen langfristige Impulse f\u00fcr ihre Infrastruktur sowie die heimische Wirtschaft. Tatsache ist jedoch, da\u00df die Planung und Vorbereitung jedoch meist nur auf die erfolgreiche Durchf\u00fchrung der eigentlichen Veranstaltung zielt, d.h. es werden keine Fragen der Dauerhaftigkeit der Strukturen f\u00fcr die Zeit nach Abschlu\u00df der Veranstaltung mehr gestellt. Das Projekt hat das Ziel, am Beispiel der Passionsspiele Oberammergau modellhaft aufzuzeigen, wie:<br \/>\n\u00b7\tmittels dieser Veranstaltung regionale und kommunale Strukturen aufgebaut werden k\u00f6nnen, die nach Abschlu\u00df der Gro\u00dfveranstaltung auch in verkleinerter Form funktionsf\u00e4hig bestehen bleiben und eine dauerhaft umweltgerechte Regionalentwicklung einleiten,<br \/>\n\u00b7\talle umweltrelevanten Aspekte bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der Gro\u00dfveranstaltung ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen,<br \/>\n\u00b7\tInformationen zu umweltgerechten Entwicklungsma\u00dfnahmen des Vorhabens zur Motivation an weitere Gemeinden und Akteure regional und \u00fcberregional vermittelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt verbindet modellhaft Aspekte der dauerhaft umweltgerechten Regionalentwicklung, des Umweltmanagements von Gro\u00dfveranstaltungen und der Umweltinformation. Hierzu bedarf es vor allem des Einsatzes und der Anpassung bew\u00e4hrter Instrumente unter besonderen Rahmenbedingungen, d.h.:<br \/>\n\u00b7\tKonzeptionelle Verkn\u00fcpfung der Regionalentwicklungsziele mit der Gro\u00dfveranstaltung unter Ber\u00fccksichtigung wichtiger umweltrelevanter Handlungsalternativen. Erarbeitung von Zielsystemen, Durchf\u00fchrung von St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analysen, Entwicklung von Ma\u00dfnahmen und schrittweise Umsetzung. Anpassung der Nutzungsstrukturen der Gro\u00dfveranstaltung nach deren Beendigung an die Normalsituation.<br \/>\n\u00b7\tEntwicklung und Einsatz eines Umweltmanagementsystems f\u00fcr die eigentliche Gro\u00dfveranstaltung. Dieses regelt insbesondere f\u00fcr die Durchf\u00fchrungszeit Ma\u00dfnahmen und Zust\u00e4ndigkeiten.<br \/>\n\u00b7\tInformation der Region \u00fcber \u00f6rtliche Medien, \u00fcberregionale Information \u00fcber Rundfunk, Fernsehen und Internet. Der Projektfortschritt, die umgesetzten Ma\u00dfnahmen werden dabei jeweils aktualisiert unter Hinweis auf den\/die F\u00f6rderer dargestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Gemeinsam mit den politischen Entscheidungstr\u00e4gern sowie regionalen und lokalen Akteuren wurden zun\u00e4chst einzelne Projektbausteine festgelegt. Die Erarbeitung von Zielsetzungen, die Durchf\u00fchrung von St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analysen sowie die Entwicklung von Ma\u00dfnahmen und deren schrittweise Umsetzung erfolgte innerhalb der einzelnen Bausteine:<br \/>\nRegionalvermarktung:<br \/>\nAufgebaut wurde das regionale Markenprogramm Ammergauer Alpen mit festgelegten Erzeugungsrichtlinien f\u00fcr eine naturnahe Produktion, an dem sich im Rahmen der Fleischvermarktung Landwirte, Metzger und Wirte beteiligen. Die Fleischvermarktung wurde nach Aktionswochen vor den Passionsspielen und teilweisem Absatz w\u00e4hrend der Passion in ein Dauerangebot \u00fcberf\u00fchrt. Etabliert hat sich der Wiesmahdverein als selbsttragende Struktur f\u00fcr die Heuvermarktung. Eine regionale K\u00e4serei wurde konzipiert und kann \u00fcber das Projektende hinaus mit dem Kloster Ettal als Investor umgesetzt werden. Die Regionalvermarktung tr\u00e4gt zur Existenzsicherung der Landwirte und damit zur Erhaltung der Kulturlandschaft des Ammertals bei. In herausragender Weise zeigt der Baustein auf, wie aus Anlass einer Gro\u00dfveranstaltung mit ihrem hohen G\u00e4steaufkommen und dadurch gesichertem Absatzmarkt dauerhaft Strukturen einer nachhaltigen Regionalentwicklung aufgebaut werden k\u00f6nnen.<br \/>\nTourismuskonzept:<br \/>\nDen langfristigen Erfolg der Regionalvermarktung wird die Dachmarke Ammergauer Alpen unterst\u00fctzen, unter der zuk\u00fcnftig die Destination Ammertal und die regionalen Produkte vermarktet werden sollen. Die Vorbereitung einer gemeinsamen touristischen Organisation im Tal soll die B\u00fcndelung der Marketingaktivit\u00e4ten gew\u00e4hrleisten. Erarbeitet wurde au\u00dferdem ein konkreter, mit den Verantwortlichen und Akteuren abgestimmter Ma\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr die Angebotsentwicklung und -verbesserung im Bereich eines naturnahen, erlebnisorientierten Qualit\u00e4tstourismus in Oberammergau.<br \/>\nEinsatz regionalen Holzes \/ \u00d6kologisches Bauen:<br \/>\nAufkl\u00e4rungsarbeit und Information hat sich als we-sentliche Voraussetzung f\u00fcr den vermehrten Einsatz regionalen Holzes herausgestellt. Vorbereitet wurde ein Holzbauwettbewerb sowie Pressearbeit auf Landkreis-Ebene, um die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr das Thema zu sensibilisieren. Landkreisweit aufgelegt wurde die Brosch\u00fcre Bauen mit Holz, die Startprodukt einer Informationskampagne zum Thema ist. Gef\u00f6rdert wird dadurch die regionale Kreislaufwirtschaft ebenso wie die Aufrechterhaltung einer nachhaltigen Waldnutzung in der Region.<br \/>\nNaturschutzinformationszentrum:<br \/>\nFavorisiert und konzeptionell ausgearbeitet wurde auf Basis umfassender Recherchen zu bestehenden Umweltbildungseinrichtungen der Ansatz einer innovativen und er-lebnisorientierten Einrichtung, die das Ziel einer Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung im Kontext Alpen verfolgt. Die weitere Konkretisierung erfolgt im Rahmen eines eigenst\u00e4ndigen Vorhabens, so dass die f\u00fcr die Umsetzung erforderliche weitere Vorbereitung auch \u00fcber das Projekt hinaus voranschreitet.<br \/>\nVerkehrskonzept:<br \/>\nRealisiert wurde eine Parkraumbewirtschaftung in Oberammergau sowie ein Park- und Busleitsystem, was zu einer sp\u00fcrbaren Verkehrsentlastung im Ort f\u00fchrt. Die Ma\u00dfnahmen trugen sowohl zur umweltgerechten Durchf\u00fchrung der Festspiele bei, wirken aber in z.T. an Normalbedingungen angepasster Form auch langfristig nach der Passion umweltentlastend durch Verkehrsreduzierung.<br \/>\n\u00d6ko-Audit:<br \/>\nDurchgef\u00fchrt wurde ein \u00d6ko-Audit f\u00fcr den kommunalen Eigenbetrieb Oberammergau Tourismus mit zwei ausgew\u00e4hlten Standorten (Erlebnisbad u. Lifte) sowie dem Verkehrsb\u00fcro. Zu erwarten sind v.a. Ressourceneinsparungen, Verbesserung landschafts\u00f6kologischer Funktionen und eine st\u00e4rkere Umwelt-Sensibilisierung. Das eingef\u00fchrte Umweltmanagementsystem wird dauerhaft wirken und kann langfristig auch in die Vorbereitung und umweltgerechte Durchf\u00fchrung der Passion integriert werden.<br \/>\nAktualisierung Landschaftsplan:<br \/>\nDer landschaftsplanerische Ziel- und Ma\u00dfnahmenkatalog Oberammergaus wurde \u00fcberarbeitet und mit der Gemeinde abgestimmt. Zu erwarten sind v.a. positive Auswirkungen auf die Bevorratung und Pflege landschafts\u00f6kologisch wertvoller Fl\u00e4chen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurde vor allem auf lokaler und regionaler Ebene betrieben. Dar\u00fcber hinaus sind Internet-Pr\u00e4sentationen zur Bewerbung der Regionalvermarktung und zur Information \u00fcber die Projektergebnisse erstellt worden. Ein Fachgespr\u00e4ch erm\u00f6glichte die \u00dcbermittlung und Diskussion des Projektansatzes mit einem breiten Spektrum von Vertretern anderer Gro\u00dfveranstaltungen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Nutzung der Gro\u00dfveranstaltung Passionsfestspiele 2000 als Motor einer umweltgerechten Regionalentwicklung hat sich als treibender Faktor des Umsetzungsprozesses innerhalb der Region best\u00e4tigt. Die mit der Gro\u00dfveranstaltung verbundenen lokalen und regionalen Aktivit\u00e4ten, die entstehenden Nachfragepotentiale, aber auch die besonderen Belastungen, die eine Gro\u00dfveranstaltung hervorruft, sensibilisieren und motivieren regionale und lokale Akteure f\u00fcr die Umsetzung umweltrelevanter Ma\u00dfnahmen, die auch nach den Passionsfestspielen langfristig wirken k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Viele Kommunen und Regionen versprechen sich von der \u00dcbernahme und Durchf\u00fchrung von Gro\u00dfveranstaltungen langfristige Impulse f\u00fcr ihre Infrastruktur sowie die heimische Wirtschaft. 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