{"id":18291,"date":"2023-07-13T15:13:13","date_gmt":"2023-07-13T13:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09205-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:15","slug":"09205-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09205-01\/","title":{"rendered":"Gezielte Unkrautbek\u00e4mpfung in Winterraps als Teilaspekt einer \u00f6kologisch orientierten Landbewirtschaftung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In einem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Projekt der Projektgruppe Raps der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft und der amtlichen Pflanzenschutzdienste in Ost- und Westdeutschland sollte am Beispiel der gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps nach Schadensschwellen anschaulich gezeigt werden, da\u00df umweltvertr\u00e4gliche Produktionsverfahren auch in der Landwirtschaft praktikabel und wirtschaftlich sind. Insbesondere mit Demonstrationsversuche und durch \u00d6ffentlichkeitsarbeit sollte das Projekt einen Beitrag zum Umdenken der landwirtschaftlichen Basis hin zu einer \u00f6kologisch orientierten Landbewirtschaftung f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt beinhaltete zwei Schwerpunkte. Zum einen wurden von den beteiligten Pflanzenschutz\u00e4mtern in zwei Jahren Versuche zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps nach dem G\u00f6ttinger Schadensschwellenmodell angelegt. Neben der Bestimmung des Einflusses der Verunkrautung auf die Qualit\u00e4t des Erntegutes wurde dabei die Erntemenge erfa\u00dft, um den Praktikern anschaulich unter Beweis zu stellen, da\u00df allgemein ein hoher Anteil der Herbizidma\u00dfnahmen im Winterraps unwirtschaftlich ist. Durch eine Unkrauterhebung im dem Raps folgenden Winterweizen sollte ebenfalls anschaulich gezeigt werden, da\u00df ein Verzicht auf Herbizidma\u00dfnahmen im Raps, sofern die Bek\u00e4mpfungsschwellen nicht \u00fcberschritten waren, keine erh\u00f6hte Folgeverunkrautung im Winterweizen nach sich zieht. In zwei zus\u00e4tzlichen Versuchen wurde die Auswirkung der Bodenbearbeitung auf die Schadenswahrscheinlichkeit von Unkr\u00e4utern im Raps gepr\u00fcft.<br \/>\nDer zweite Projektschwerpunkt war das Computermodell RAPUS. Es beinhaltet wertvolle Informationen zu allen wichtigen Einflu\u00dffaktoren auf das Konkurrenzgeschehen im Winterraps, es beurteilt die Wirtschaftlichkeit einer Unkrautbek\u00e4mpfung und verf\u00fcgt \u00fcber ein Auswahlprogramm f\u00fcr mechanische und chemische Bek\u00e4mpfungsverfahren. Ziel war es, RAPUS als Instrumentarium des Integrierten Pflanzenschutzes auf eine benutzerfreundliche Oberfl\u00e4che unter Windows zu bringen, um es sowohl den amtlichen Pflanzenschutzdiensten als auch lehrenden Institutionen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Projektes wurden in den Vegetationsperioden 1995\/96 und 1996\/97 in 10 verschiedenen Bundesl\u00e4ndern insgesamt 34 Versuche mit Demonstrationscharakter angelegt. In 21 der Versuche konnten Ertragsdaten ermittelt werden. Durch die Anwendung des Schadensschwellenmodells wurden alle notwendigen Bek\u00e4mpfungsentscheidungen erkannt. 2 der 34 Standorte w\u00e4ren dabei nach Modellentscheidung unbehandelt geblieben. Auf diesen Standorten wurden durch die Herbizidbehandlungen keine gesicherten Mehrertr\u00e4ge erzielt. Der Anteil der unbehandelten Standorte h\u00e4tte durch das Ansetzen h\u00f6herer Bek\u00e4mpfungsschwellen, als im Modell vorgegeben waren, erh\u00f6ht werden k\u00f6nnen, ohne da\u00df Problemf\u00e4lle bei der Verunkrautung unerkannt geblieben w\u00e4ren. F\u00fcr den einzelnen Landwirt empfiehlt es sich im Grenzbereich der Wirtschaftlichkeit der Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen eine individuelle Bek\u00e4mpfungsschwelle anzusetzen, die seiner eigenen Risikoneigung gerecht wird.<br \/>\nUntersuchungen zur Verunkrautung in der Folgekultur Winterweizen zeigten, da\u00df es bei einem prinzipiellen Verzicht auf Unkrautbek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen im Raps zu erh\u00f6hten Unkrautdichten in der Folgekultur kommen kann. Trotzdem h\u00e4tte diese auf manchen Standorten erh\u00f6hte Folgeverunkrautung keine Mehraufwendungen an Herbiziden im Weizen zur Folge gehabt, da dann in der Regel auch in den im Raps behandelten Parzellen die Unkrautbek\u00e4mpfungsschwellen im Winterweizen \u00fcberschritten wurden. Auf einem nach Schadensschwellenmodell unbehandelten Standort konnte keine erh\u00f6hte Folgeverunkrautung nachgewiesen werden. Insbesondere bei einer fruchtfolge\u00fcbergreifenden Unkrautbek\u00e4mpfungsstrategie ist nicht zu erwarten, da\u00df die Anwendung des Schadensschwellenmodells zu langfristigen Verunkrautungsproblemen in einer Winterraps-Getreidefruchtfolge f\u00fchren wird.<br \/>\nAuf zwei Standorten wurden im Vergleich eine reduzierte und eine wendende Bodenbearbeitung in bezug auf die Schadenswahrscheinlichkeit von Unkr\u00e4utern im Winterraps gepr\u00fcft. Die reduzierte Bodenbearbeitung f\u00fchrte zu deutlich erh\u00f6hten Ausfallgetreidedichten, so da\u00df in diesen Varianten ihre Bek\u00e4mpfung zwingend notwendig wurde. Auf einem Standort f\u00fchrte die reduzierte Bodenbearbeitung au\u00dferdem zu einer Dichteerh\u00f6hung dikotyler Unkr\u00e4uter. Dadurch lag der prognostizierte Verlust um ca. 200,- DM h\u00f6her als in der Pflugvariante. Anhand der Ertragsdaten dieser Versuche konnte gezeigt werden, da\u00df durch den Pflugeinsatz eine wir-kungsvolle Unkrautbek\u00e4mpfung durchgef\u00fchrt werden kann. Es bleibt aber abzuw\u00e4gen, welches der Verfahren einerseits den h\u00f6heren \u00f6konomischen und andererseits den gr\u00f6\u00dferen \u00f6kologischen Nutzen hat.<br \/>\nZur Bestimmung der Gesamtunkrautdichten auf drei Praxisschl\u00e4gen mit Gr\u00f6\u00dfen zwischen 12,1 und 20 ha reichte ein Umfang von 30 &#8211; 50 Stichproben \u00e0 0,1 m\u00b2 aus. Zur weiteren Reduzierung des Erhebungsaufwandes empfehlen sich auf dem Schlag definierte Laufwege, wie z. B. zwei \u00fcber das Feld gelegte Diagonalen. Die Verunkrautung war auf den Schl\u00e4gen eher ungleichm\u00e4\u00dfig verteilt. Sofern die technischen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine kleinr\u00e4umige Unkrauterfassung vorhanden sind, ist eine Unkrautbek\u00e4mpfung nur auf Teilfl\u00e4chen anzustreben. Es zeigte sich, da\u00df \u00fcber diese Methode die Menge an ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln reduziert werden kann. Aus \u00f6kologischer Sicht ist f\u00fcr die Unkrautbek\u00e4mpfung ein Teilfl\u00e4chenmanagement zu begr\u00fc\u00dfen, da Herbizide gezielt nur dort ausgebracht werden, wo eine bek\u00e4mpfungsw\u00fcrdige Verunkrautung vorherrscht.<br \/>\nDas Computermodell RAPUS als Entscheidungshilfe f\u00fcr die gezielte Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps wurde inzwischen \u00fcberarbeitet und neu gestaltet. Die wichtigsten Ver\u00e4nderungen sind eine vereinfachte Benutzeroberfl\u00e4che und die Installation der Maus in allen Bereichen des Programms. In Bezug auf die zur Zeit zugelassenen Bek\u00e4mpfungsverfahren und ihre Kosten wurde das Programm aktualisiert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>WERNER, B., V. GARBE 1998: Bedeutung der Unkrautverteilung im Winterraps f\u00fcr eine gezielte Bek\u00e4mpfung nach Schadensschwellen.- Z. PflKrankh. PflSchutz, Sonderh. XVI, 279-288.<br \/>\nWERNER, B., V. GARBE 1998: Bedeutung der Bodenbearbeitung zu Winterraps f\u00fcr eine gezielte Unkrautbek\u00e4mpfung nach Schadensschwellen.- 51. Deutsche Pflanzenschutztagung, Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die gezielte Unkrautbek\u00e4mpfung nach Schadensschwellen, entweder mit dem von Hand zu rechnenden G\u00f6ttinger Schadens- schwellenmodell oder mit der computergest\u00fctzten Entscheidungshilfe RAPUS, bleibt ein wichtiger Ansatz, um den Herbizideinsatz im Raps reduzieren zu k\u00f6nnen. Besondere Bedeutung kommt aber flankierend durchzuf\u00fchrenden acker- und pflanzenbaulichen Ma\u00dfnahmen zu. Dazu geh\u00f6ren unter anderem verschiedene Aspekte der Bodenbearbeitung und der Fruchtfolgegestaltung. Aber insbesondere ein ausgefeiltes Teilfl\u00e4chenmanagement von Unkrautpopulationen ist ein wichtiger L\u00f6sungsansatz, um die Ausbringung von Herbiziden auf bek\u00e4mpfungsw\u00fcrdige Teilbereiche eines Schlages begrenzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In einem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Projekt der Projektgruppe Raps der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft und der amtlichen Pflanzenschutzdienste in Ost- und Westdeutschland sollte am Beispiel der gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps nach Schadensschwellen anschaulich gezeigt werden, da\u00df umweltvertr\u00e4gliche Produktionsverfahren auch in der Landwirtschaft praktikabel und wirtschaftlich sind. 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