{"id":18286,"date":"2023-07-13T15:14:17","date_gmt":"2023-07-13T13:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10891-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:19","slug":"10891-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10891-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Verfahrens zur Reduzierung diffuser Deponiegasemissionen und Optimierung des Nachbetriebes einer Altdeponie durch Abdeckung und geregelte Wasserzuf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die bisher verfolgten Strategien des Umgangs mit Altdeponien nach Abschluss der Verf\u00fcllung f\u00fchren entweder zu dauerhafter Neubildung von Sickerwasser oder zur Mumifizierung des Deponiek\u00f6rpers. Die vielfach aufgebrachten tempor\u00e4ren Abdeckungen vermeiden zwar die Sickerwasserneubildung, bringen aber die biologische Prozesse zum Stillstand mit der Folge, dass diese zu einem weit sp\u00e4teren Zeitpunkt bei Versagen der Oberfl\u00e4chenabdichtung wieder in Gang kommen k\u00f6nnen. Am Beispiel des M\u00fcllk\u00f6rpers der Deponie Wilsum im Landkreis Grafschaft Bentheim sollten daher die Auswirkungen einer gezielten Sickerwasserr\u00fcckf\u00fchrung auf die Gasentwicklung untersucht werden. Dazu wurden vorhandene Infiltrationseinrichtungen f\u00fcr nicht aufbereitetes Sickerwasser weiter ausgebaut und weitere Infrastruktur zur Durchf\u00fchrung und Auswertung der Versuche geschaffen. Zugleich sollte das Vorhaben insofern der betrieblichen Optimierung dienen, als dass die kostentr\u00e4chtige Sickerwasseraufbereitung minimiert, die Dauer der Nachsorgephase verk\u00fcrzt und die Gasnutzung verbessert werden sollten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf dem Bauabschnitt I A der Deponie Wilsum im Landkreis Grafschaft Bentheim wurde eine Oberfl\u00e4chenabdeckung aufgebracht. Unter diese Abdeckung wurden Schluckbrunnen in einem relativ engen Raster (24 St\u00fcck auf etwa 3 ha) eingebaut. In diese Brunnen wird Rohsickerwasser infiltriert; damit sollte nicht nur das bisherige Niveau der Gasbildung (= biologischer Umsetzung) aufrechterhalten, sondern ein h\u00f6heres Niveau erreicht werden.<br \/>\nKern des Projektes war die Installation einer angepassten Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Die Infiltration wurde \u00fcber einen Industrie-PC gesteuert und konnte somit optimiert erfolgen. Zur Beschreibung der Reaktion des Deponiek\u00f6rpers wurden Gasmengen, Methangehalte und Sickerwasseraustritt kontinuierlich erfasst.<br \/>\nIn der ersten Projektphase wurde das System installiert und der Zustand der Deponie vor Projektbeginn &#8211; u.a. durch Bohrungen mit Trockensubstanzanalysen und G\u00e4rtests &#8211; beschrieben. In der zweiten Phase wurden verschiedene Betriebszust\u00e4nde eingestellt und das Verhalten der Deponie beobachtet. Als Methoden zur Beschreibung des Befeuchtungserfolgs wurden &#8211; neben umfangreichen Auswertungen des Datenbestands &#8211; elektromagnetische Untersuchungen sowie Tracerversuche eingesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Ist-Zustandserhebung und insbesondere die durchgef\u00fchrten Bohrungen ergaben einen fortgeschrittenen Stabilisierungszustand des Deponiek\u00f6rpers, der in dieser Form &#8211; ungef\u00e4hr 3 Jahre nach den letzten Einlagerungen und etwa 10 Jahre nach dem Schwerpunkt des Ablagerungsbetriebs &#8211; nicht erwartet worden war. Dies ist f\u00fcr sich genommen ein wertvolles Ergebnis. Es zeigt, dass ein st\u00e4ndig feucht gehaltener Deponiek\u00f6rper sehr viel schneller stabilisiert, als es die g\u00e4ngigen Abbauprognosen erwarten lassen. Im Sinne des Projektablaufs war dieses Ergebnis jedoch insofern unerfreulich, dass die Infiltration am Standort der Deponie Wilsum keine nennenswerten Auswirkungen auf den Stabilisierungsprozess mehr entfalten konnte.<br \/>\nDa die Infiltrationsanlage bereits installiert war, wurde der Projektschwerpunkt dahingehend ge\u00e4ndert, die Funktionalit\u00e4t des installierten Systems zu \u00fcberpr\u00fcfen, insbesondere die Ver\u00e4nderung des Deponiewassergehalts aufgrund der Wasserzugabe.<br \/>\n*\tDie Schluckbrunnen erwiesen sich als kosteng\u00fcnstige, robuste und funktionable Technik. Die EDV-technische Steuerung funktionierte nach einigen Kinderkrankheiten einwandfrei.<br \/>\n*\tDie zu Pegeln ausgebauten Bohrl\u00f6cher zeigten eine deutliche Ver\u00e4nderung des Wasserstands aufgrund der Zugabe.<br \/>\n*\tMittels der geophysikalischen Erkundungen konnte nachgewiesen werden, dass trotz punktf\u00f6rmiger Wasserzugabe eine fl\u00e4chenhafte Erh\u00f6hung des Wassergehaltes auch in den obersten Schichten erfolgt.<br \/>\n*\tDie Tracerversuche ergaben eine relativ lange Retentionszeit des zugef\u00fchrten Wassers (Durchfluss-geschwindigkeit < 0,4 m\/d) selbst bei Brunnen mit hoher Infiltrationskapazit\u00e4t.Eine Absch\u00e4tzung der Umweltentlastung durch diese Technik - die aus den beschriebenen Gr\u00fcnden f\u00fcr eine Modelldeponie durchgef\u00fchrt werden musste - ergab ein g\u00fcnstiges Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis, mit  CO2-Vermeidungskosten von rd. 20 DM\/t gegen\u00fcber den mittleren Vermeidungskosten nach Klima-schutzprogramm von 67 DM\/t.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nAm 13.September 2000 wurde eine Fachtagung in Uelsen (Grafschaft Bentheim) mit anschlie\u00dfender Anlagenvorf\u00fchrung durchgef\u00fchrt, die mit rd. 50 Fachbesuchern gut wahrgenommen wurde. Die gehaltenen Vortr\u00e4ge wurden in einem Tagungsband dokumentiert.\nDie Projektergebnisse wurden in zwei Statements anl\u00e4sslich des UBA-Fachgespr\u00e4chs Infiltration von Wasser in den Deponiek\u00f6rper am 14.12.00 sowie auf der Trierer Deponiegastagung 2001 vorgestellt.\n\n\nFazit\n\nDie Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass die Beeinflussung des Wasserhaushalts einer Deponie durch Sickerwasserr\u00fcckf\u00fchrung m\u00f6glich ist. Dies l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass an anderen Standorten mit erheblichem Feuchtigkeitsdefizit mit dieser Technik Vorteile auch hinsichtlich der Beschleunigung des biologischen Abbaus erreicht werden k\u00f6nnen. Angesicht der st\u00e4rker werdenden Diskussion um die Sickerwasserr\u00fcckf\u00fchrung und der anstehenden Schlie\u00dfung von Hausm\u00fclldeponien in Deutschland geht die ATUS GmbH von weiteren Anwendungsf\u00e4llen aus.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die bisher verfolgten Strategien des Umgangs mit Altdeponien nach Abschluss der Verf\u00fcllung f\u00fchren entweder zu dauerhafter Neubildung von Sickerwasser oder zur Mumifizierung des Deponiek\u00f6rpers. 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