{"id":18283,"date":"2025-04-10T10:32:05","date_gmt":"2025-04-10T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04490-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:06","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:06","slug":"04490-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04490-01\/","title":{"rendered":"Neues Korrosionsschutzverfahren durch Passivierung von Metallen mit Polyanilin"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Seit 1981 f\u00fchrte die Zipperling Kessler &#038; Co. Grundlagenforschung auf dem Gebiet der leitf\u00e4higen Polymere (Organische Metalle) durch. Dabei wurde ein chemisch neuartiges Polyanilin entwickelt sowie ein Dispersionsverfahren zur weiteren Verarbeitung dieses unl\u00f6slichen und unschmelzbaren Stoffes. Weitere Forschungen f\u00fchrten zu der Entdeckung, da\u00df Polyanilin in der Lage ist, Metall zu veredeln und zu passivieren, wodurch ein enormer Korrosionsschutzeffekt erzielt werden kann. Die Fragestellung des Vorhabens lag nun darin, entsprechende Produkte f\u00fcr die Praxis zu entwickeln. Angesichts der Tatsache, da\u00df durch Korrosion 4% des BSP j\u00e4hrlich verloren gehen, wird die Bedeutung dieser neuen Entwicklung f\u00fcr den Umweltschutz verst\u00e4ndlich. Durch die neue Technologie k\u00f6nnen au\u00dferdem umweltsch\u00e4dliche Korrosionsschutzmittel, die Chromate, Bleioxide, Zink u.\u00e4. enthalten, ersetzt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Basis der Dispersionstechnologie wurden unterschiedliche Grundierungssysteme entwickelt. Aus dem Markt wurden zudem zahlreiche Decklacksysteme beschafft und zun\u00e4chst bzgl. Trocknungs- und H\u00e4rtungsverhalten auf Vertr\u00e4glichkeit untersucht. Dabei schieden bereits eine Gro\u00dfzahl von Systemen aus. Wir entwickelten parallel dazu Screening-Verfahren zum Testen kompletter Beschichtungssysteme, um die langwierigen Korrosionstests (die selbst als beschleunigte Tests 3-9 Monate dauern) auf diejenigen Systeme zu beschr\u00e4nken, die auf der Basis von Screening-Messungen positive Aussichten auf gutes Langzeitkorrosionsverhalten zeigten. Das Screening-Verfahren bestand zun\u00e4chst aus einer elektrochemischen Messung (die wir heute auf eine neuartige Impedanzspektroskopie hin weiterentwickelt haben) kombiniert mit einem Wechseltauchtest. Desweiteren untersuchten wir die Schutzmechanismen der Veredelung und Passivierung auch in praktisch relevanter Umgebung. Als Tests wurden Wechseltauchtest, Salzspr\u00fchtest, VDA-Wechseltest, Dauertauchtest, Au\u00dfenbewitterung und andere Korrosionstests eingesetzt. Dar\u00fcber hinaus wurden bereits mit zahlreichen potentiellen Abnehmern Versuche in der Praxis durchgef\u00fchrt (z.B. im industriellen Korrosionsschutz, im Bootsbau, bei der Beschichtung von Sch\u00fcttg\u00fctern und im Korrosionsschutz von Aluminium).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es ist w\u00e4hrend des Projektes gelungen, nicht nur alle Ziele des Vorhabens zu erreichen, sondern weit zu \u00fcbertreffen. Ormecon Chemie entwickelte im Verlaufe des Vorhabens komplette Korrosionsschutzsysteme, darunter:<br \/>\n\u00b7 CORRPASSIV\u00ae 4900, ein System f\u00fcr den industriellen Korrosionsschutz<br \/>\n\u00b7 CORRPASSIV\u00ae 4902, wie 4900, aber mit h\u00f6herer mechanischer Belastung<br \/>\n\u00b7 CORRPASSIV\u00ae 4901, zum Schutz von Aluminium gegen Filiformkorrosion<br \/>\n\u00b7 CORRPASSIV\u00ae 4003, zur Beschichtung von metallischen Sch\u00fcttg\u00fctern (Kleinteile)<br \/>\n\u00b7 Skippers CORRPASSIV\u00ae, ein System f\u00fcr Boote aus Stahl (ein analoges System f\u00fcr Aluminiumboote konnte ebenfalls fertiggestellt werden).<br \/>\nAlle diese Systeme wurden in Labortests beschleunigter Korrosion unterworfen und mit f\u00fchrenden, bew\u00e4hrten Beschichtungssystemen verglichen. In allen Tests, auch wenn diese bei potentiellen Kunden oder bei neutralen Instituten durchgef\u00fchrt wurden, haben die Systeme sich als \u00fcberlegen erwiesen.<br \/>\nWeitere Produkte, so f\u00fcr das coil coating oder f\u00fcr extrem aggressive Korrosionsumgebungen (z.B. Entschwefelungsanlagen) sind in der Entwicklung und konnten w\u00e4hrend des Projektes bereits in gewissem Umfang vorentwickelt werden.<br \/>\nDas Unternehmen geht derzeit, nach den bisher vorliegenden Testergebnissen, davon aus, da\u00df die Lebensdauer von mit CORRPASSIV\u00ae beschichteten Metallprodukten um etwa den Faktor 5 verl\u00e4ngert werden kann. Sollte sich diese Vorhersage best\u00e4tigen, kann die Bedeutung der neuen Technologie Korrosionsschutz mit Organischen Metallen f\u00fcr die Umwelt nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden.<br \/>\nVon zus\u00e4tzlicher Bedeutung f\u00fcr die Umwelt ist die Feststellung mehrerer Unternehmen (u.a. eines Flugzeugherstellers), da\u00df die Chromatierung von verzinkten Stahloberfl\u00e4chen bzw. von Aluminium ersetzt werden kann. Es scheint sich auch als richtig zu erweisen, da\u00df die Verzinkung als solche ersetzt werden k\u00f6nnte.<br \/>\nIm Unterschied zu Grundierungen nach dem bisherigen Stand der Technik wird die CORRPASSIV-Grundierung nur mit 20 \u00b5m aufgebracht. Herk\u00f6mmliche Grundierungen verlangen in den jeweils vergleichbaren Korrosionsanforderungen zwischen 60 und 150 \u00b5m. Bezogen auf die Gesamtschichtst\u00e4rke ist dies allein schon eine Reduzierung auf 20-30%. Die Praxis wird zeigen, ob nicht zus\u00e4tzlich sogar noch eine Reduzierung der Schichtdicke der weiteren Schichten und des Decklacks m\u00f6glich wird im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Systemen.<br \/>\nAlle Produkte werden bereits im Markt angeboten, z.T. auch dem Direktverbraucher (dann in kleinen Verpackungseinheiten). Industrieunternehmen befassen sich intensiv mit der neuen Technologie, eine Umstellung ist jedoch nicht innerhalb k\u00fcrzerer Zeiten zu erwarten.<br \/>\nInsbesondere die Tatsache, da\u00df Korrosion letztendlich nicht aus Labortests heraus beurteilt werden kann, erschwert es den meisten Industriebetrieben und Werften, selbst nach erfolgreichen Vortests in die erste echte praktische Erprobung zu gehen. Hier mu\u00df das Unternehmen in der n\u00e4chsten Zeit mit erheblichen Investitionen Referenzobjekte unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen, Fachaufs\u00e4tze und Artikel in Publikumszeitschriften sowie zahlreiche Vortr\u00e4ge auf Kongressen und Seminaren wurde versucht, die neue Technologie bekanntzumachen. Dar\u00fcber hinaus gibt die Ormecon Chemie umfangreiches Informationsmaterial (Brosch\u00fcren, technische Informationen und Datenbl\u00e4tter, Referenzberichte) heraus.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben ist trotz seiner Komplexit\u00e4t, trotz der kompletten Neuheit des Verfahrens \u00fcber die Ma\u00dfen erfolgreich gewesen. Es sind weit mehr als die gesteckten technischen Ziele erreicht worden. Die neue Korrosionsschutztechnologie ist auf eine Weise leistungsf\u00e4hig, wie dies von Fachleuten nicht erwartet werden konnte.<br \/>\nAllerdings ist der Widerstand gegen die Einf\u00fchrung der neuartigen Beschichtungssysteme aber un\u00fcbersehbar. Die \u00dcberzeugung des Marktes wird nur mit erfolgreichen Referenzobjekten gelingen, deren Durchf\u00fchrung und begleitende wissenschaftlich-technische Untersuchung viel Geld erfordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Seit 1981 f\u00fchrte die Zipperling Kessler &#038; Co. Grundlagenforschung auf dem Gebiet der leitf\u00e4higen Polymere (Organische Metalle) durch. Dabei wurde ein chemisch neuartiges Polyanilin entwickelt sowie ein Dispersionsverfahren zur weiteren Verarbeitung dieses unl\u00f6slichen und unschmelzbaren Stoffes. 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