{"id":18278,"date":"2023-07-13T15:08:43","date_gmt":"2023-07-13T13:08:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02064-03\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:44","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:44","slug":"02064-03","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02064-03\/","title":{"rendered":"Weiterbau und -entwicklung eines Abwassermesssystems zur fl\u00e4chendeckenden Ermittlung illegaler Einleitungen in das Kanalnetz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Gesamtprojektes sollte ein fl\u00e4chendeckendes Abwasserme\u00dfsystem zur Ermittlung von illegalen Einleitungen in das Kanalnetz der Stadt Krefeld entwickelt, installiert und in der Praxis erprobt werden. Das Abwasserme\u00dfsystems sollte, unterst\u00fctzt durch flexibel einsetzbare Messtrupps, eine Vergleichm\u00e4\u00dfigung und Reduzierung der Schadstoffbelastung f\u00fcr die Kl\u00e4ranlage gew\u00e4hrleisten und eine Art Fr\u00fchwarnsystem bedeuten. Bei \u00dcberschreitung der Grenzwerte sollten Kanalnetz- und Kl\u00e4ranlagenbetreiber technische Vorkehrungen zum Schutz ihrer Anlagen treffen k\u00f6nnen. Die kontinuierliche Probenahme mit anschlie\u00dfender Analyse sollte Aufschluss \u00fcber die Ganglinie von wassergef\u00e4hrdenden Stoffen (z. B. Schwermetalle) geben. Durch das Messschachtsystem sollte erstmals die M\u00f6glichkeit gegeben sein, eine umfassende Darstellung der Inhaltsstoffe des jeweiligen Abwassersammlers zu erhalten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wurde in zwei Phasen durchgef\u00fchrt. Auf  Basis der Ergebnisse und Erfahrungen mit einem ersten Labor-Messcontainer als Prototypen, der 1993 im Projekt AZ 02064\/01 &#8211; 02 auf dem Hauptstrang des n\u00f6rdlichen Krefelder Stadtgebietes, dem \u0082Nordsammler, aufgestellt worden war, beinhaltete die zweite Phase \/03 die Entwicklung und Ausf\u00fchrung eines Konzeptes f\u00fcr die \u00fcbrigen sechs Messstationen des Messnetzes Verbindungskanal Uerdingen, Sammler Bruchh\u00f6fe, Mittelsammler, S\u00fcdsammler, Hafensammler und Linner Sammler. Die Planungsleistungen umfassten folgende Aspekte: Durchflussmengenmessung, Hauptproblemstoffe, Detektion der Hauptproblemstoffe, Probenahmeeinrichtung, F\u00f6rdereinrichtung, Probenehmer. Die technische Ausf\u00fchrung betraf: allgemeine technische Ausstattungsmerkmale der Abwasserdatenerfassungsanlagen (ADAs), Hardware, Software.<br \/>\nZur Beantwortung wissenschaftlicher Fragen vergab das Umweltamt Krefeld Begleituntersuchungen und Beratungsleistungen an die Fachhochschule Niederrhein, Herrn Professor Herbertz (Nasschemie im Hinblick auf die Aufnahme des IST-Zustandes, der Erarbeitung von Verfahrensverbesserungen und \u00dcberpr\u00fcfung der Aussagekraft der Analytik in Bezug auf m\u00f6gliche St\u00f6rungen), der Universit\u00e4t Hannover, Herrn Professor Sieker (Definition der Hauptproblemstoffe und Entwicklung bzw. Anwendung eines Simulationsmodells zur Absch\u00e4tzung des Vorsorgebedarfes der Kl\u00e4ranlage), und der Fachhochschule Osnabr\u00fcck, Herrn Professor Weil (Durchflussmesssystem und st\u00f6rungsfreier Transport des Rohabwassers).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Abwassermesssystem zur Ermittlung der illegalen Einleitungen in das Kanalnetz umfasst 5 Messcontainer mit 7 Messpunkten an jedem der Abwassersammler jeweils kurz vor deren Zufluss in den Hauptsammler, der die Abw\u00e4sser der Kl\u00e4ranlage zuf\u00fchrt. Das Messnetz wurde in die Lage versetzt, die der Kl\u00e4ranlage zugeleiteten Abw\u00e4sser anhand der \u0082Trivialparameter zu \u00fcberwachen. Kontinuierlich gemessen und automatisch aufgezeichnet werden die Leitparameter pH-Wert, Leitf\u00e4higkeit und Temperatur im Rohabwasser sowie F\u00fcllstand, mittlere Flie\u00dfgeschwindigkeit und Durchfluss. Die Messdaten werden mittels Modem an die zentrale Steuerung im Umweltamt \u00fcbermittelt, Ereignisdaten werden automatisch an die Kl\u00e4ranlage und das Tiefbauamt weitergeleitet.<\/p>\n<p>Das Umweltamt konnte bisher bestimmte Erfahrungen aus dem Betrieb des Systems f\u00fcr sich ableiten. Die Einsatz- und Nutzungsm\u00f6glichkeiten des Systems sind seit der Inbetriebnahme in die Einsatzroutine des Umweltamtes integriert worden. Es hat sich herausgestellt, dass teilweise nur anhand der Ganglinien der Online-Messungen der einzelnen Sammler verschiedene Indirekteinleiter erkennbar sind. Diese werden im Falle von Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten dann gezielt beprobt und vom Umweltamt um Stellungnahme gebeten. Die Abhandlung der Unregelm\u00e4ss\u00edgkeiten hat vielfach dazu gef\u00fchrt, dass Einsatzprodukte gegen neutralere ausgetauscht, Kreislaufanlagen geplant und die Anlagensicherheiten erh\u00f6ht wurden. Das Umweltamt vertritt die Ansicht, dass bei dem gr\u00f6\u00dften Teil der Indirekteinleiter die kontinuierliche \u00dcberwachung bekannt ist. Dies sei erkennbar an der Vielzahl der Beratungsw\u00fcnsche der Industrie durch die Beh\u00f6rde. Nach eigener Einsch\u00e4tzung des Umweltamtes habe sich das Me\u00dfsystem, abgesehen von Kapazit\u00e4tsgrenzen bei der Verarbeitungssoftware, Reparaturanf\u00e4lligkeiten der Schlauchpumpen, Probleme bei den elektronischen Bauteilen sowie bei der geforderten Ansteuerung der Probenehmer \u00fcber die SPS-Steuerung, nach Anlaufschwierigkeiten bew\u00e4hrt und die Erwartungen erf\u00fcllt. Nach den Vorstellungen des Umweltamtes sollte das Me\u00dfsystem noch um weitere Parameter (z. B. TOC; Schwefelwasserstoffmessung; UV) erweitert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nUmweltamt der Stadt Krefeld, Amt 36, Steckendorfer Stra\u00dfe 19, 47727 Krefeld, Ansprechpartner: Herr Jurich, Herr D\u00f6pcke, Tel. 02151\/86-2407, Fax 86-2430.<\/p>\n<p>Neben den Hochschulen waren folgende Unternehmen t\u00e4tig: Firma ELBAGU Mess- und Regelungstechnik GmbH, Osnabr\u00fcck, als Generalunternehmer; als wesentliche Subunternehmer: Turbo-Werk Messtechnik GmbH, K\u00f6ln (Mengenmessung); Ingenieurb\u00fcro Meier GmbH, Elsdorf (Einrichtung der Mengenmessung); Goosens Engineering, Lingen (Hardware, Messtopf und Messtechnik); U. Maltzahn (Software); Platal Mobilbau, Osnabr\u00fcck (Container); Kickartz &#038; S\u00f6hne, Krefeld (Tiefbau); St\u00e4dtische Werke Krefeld AG (Strom und Wasser); Elektro Kleinh\u00fctten, Krefeld (Strominstallation); Bloser\/ Schneiders, Krefeld (Frischwasserinstallation); Deutsche Telekom, Krefeld (Fernsprechanlage).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Bericht verdeutlicht, was jedem Interessierten an Messungen im Abwasser (Mischwasser) klar sein muss: es handelt sich um ein \u00e4u\u00dferst schwieriges und fehleranf\u00e4lliges Gebiet. Insofern sind die im Bericht enthaltenen Aufz\u00e4hlungen von nicht erf\u00fcllten Zielstellungen und technischen M\u00e4ngeln bei der Durchf\u00fchrung des Projektes keine \u00dcberraschung.<br \/>\nAuf der anderen Seite hat das Projekt mit der Einrichtung des Messnetzes und den nun laufenden Messungen wesentlicher Grundparameter ein wichtiges Ziel des Projektantrages erreicht. Die bisher gesammelten (auch negativen) Erfahrungen und Erkenntnisse sind nicht nur f\u00fcr die Stadt Krefeld, sondern auch f\u00fcr andere Interessenten, die \u00e4hnliche Absichten der messtechnischen \u00dcberwachung von Kanalnetzen verfolgen, von Bedeutung, so dass empfohlen wird, vor einem eventuell beabsichtigten Einstieg in eine weitere Phase einen Workshop zu diesem Thema auszurichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Gesamtprojektes sollte ein fl\u00e4chendeckendes Abwasserme\u00dfsystem zur Ermittlung von illegalen Einleitungen in das Kanalnetz der Stadt Krefeld entwickelt, installiert und in der Praxis erprobt werden. Das Abwasserme\u00dfsystems sollte, unterst\u00fctzt durch flexibel einsetzbare Messtrupps, eine Vergleichm\u00e4\u00dfigung und Reduzierung der Schadstoffbelastung f\u00fcr die Kl\u00e4ranlage gew\u00e4hrleisten und eine Art Fr\u00fchwarnsystem bedeuten. 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