{"id":18273,"date":"2023-07-13T15:08:31","date_gmt":"2023-07-13T13:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01634-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:08:33","modified_gmt":"2023-07-13T13:08:33","slug":"01634-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01634-01\/","title":{"rendered":"Hydraulischer Kalk als Bindemittel f\u00fcr unter den heutigen Umweltbedingungen dauerhafte Verfug- und Verputzm\u00f6rtel ben\u00f6tigt f\u00fcr Restaurierungsma\u00dfnahmen an Baudenkm\u00e4lern aus Naturstein"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Vorhabens standen nat\u00fcrliche hydraulische Kalke, die durch Brennen entsprechend zusammengesetzter mergeliger Kalksteine hergestellt werden. Ziel des Entwicklungsvorhabens war es, die Eigenschaften, Einsatzm\u00f6glichkeiten und -grenzen von Verfug- und Verputzm\u00f6rteln mit nat\u00fcrlichem hydraulischem Kalk als Bindemittel f\u00fcr Restaurierungsma\u00dfnahmen an Baudenkm\u00e4lern zu untersuchen. Die Kalkbindemittelgruppe \u0082nat\u00fcrliche hydraulische Kalke spielte bisher f\u00fcr der Herstellung von an der Baustelle oder werkseits gemischten M\u00f6rteln kaum eine Rolle. Mit Hilfe der Untersuchungsergebnisse sollte versucht werden, die Palette der f\u00fcr die verf\u00fcgbaren, unter den gegebenen Umweltbedingungen dauerhaften Verfug- und Verputzm\u00f6rtel um eine Produktgruppe mit einer langen, leider in den letzten Jahrzehnten in Deutschland in Vergessenheit geratenen Tradition im Bauwesen zu erweitern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen gliederten sich in die drei Teile:<br \/>\n&#8211;\tErmittlung der Zusammensetzung und Eigenschaften der Bindemittel. Hier wurden neben dem im Mittelpunkt stehenden Kalk der Fa. Hessler auch andere nat\u00fcrliche und gemischte hydraulische Kalke in die Untersuchungen einbezogen.<br \/>\n&#8211;\tUntersuchung von historischen M\u00f6rtelproben, vor allem unter dem Aspekt der Verwendung von hydraulischem Kalk in fr\u00fcherer Zeit.<br \/>\n&#8211;\tUntersuchungen an M\u00f6rtelproben auf der Basis des nat\u00fcrlichen hydraulischen Kalks der Fa. Hessler, einerseits an Laborm\u00f6rteln, an denen Bindemittelgehalt, Zuschlagsieblinie, Zusatzstoffe und Zusatzmittel variiert wurden, und andererseits an M\u00f6rteln von Musterfl\u00e4chen, die nach verschiedenen Standzeiten nachuntersucht wurden. An folgenden Baudenkm\u00e4lern konnten Musterfl\u00e4chen angelegt werden: ehemalige Klosterkirche Spieskappel und Stiftskirche Wetter in Hessen, sowie Schloss Stolzenfels und Klosterkirche Marienstatt in Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die umfangreichen an der Universit\u00e4t Gie\u00dfen im Labor und an Musterfl\u00e4chen durchgef\u00fchrten Untersuchungen, die vollst\u00e4ndig publiziert wurden, machen deutlich, in welchen Grenzen die Eigenschaften von M\u00f6rteln mit nat\u00fcrlichem hydraulischem Kalk (Putz- und Mauerkalk NHL2 der Fa. Hessler) als alleinigem Bindemittel durch die Rezeptur beeinflusst werden konnten. Vor allem wurde deutlich:<br \/>\n&#8211;\tDurch die \u00c4nderung des Bindemittelgehalts lassen sich die M\u00f6rteleigenschaften deutlich beeinflussen. Dagegen sind die festgestellten Unterschiede der M\u00f6rteleigenschaften bei den verwendeten unterschiedlichen Zuschlagsieblinien nicht sehr ausgepr\u00e4gt und lassen sich nur vereinzelt mit den Kenngr\u00f6\u00dfen der Sande korrelieren. Kalksteinmehl und organische Zusatzmittel f\u00fchren wiederum zu deutlichen Ver\u00e4nderungen der M\u00f6rteleigenschaften.<br \/>\n&#8211;\tIn der Praxis sollte darauf geachtet werden, da\u00df der Bindemittelgehalt nicht beliebig verringert wird, um bestimmte M\u00f6rteleigenschaften zu erreichen. Bindemittelarme Kalkm\u00f6rtel sind verwitterungsanf\u00e4lliger und haben nur einen geringen Carbonatgehalt f\u00fcr Bindemittelumlagerungen. Anstatt dessen ist aus der Produktgruppe nat\u00fcrliche hydraulische Kalke ein anderes Kalkbindemittel auszuw\u00e4hlen.<br \/>\n&#8211;\tDie Saugf\u00e4higkeit des Untergrunds wirkt sich auf wichtige M\u00f6rteleigenschaften wie Festigkeit und Wasseraufnahmeverhalten entscheidend aus.<br \/>\nMan kann nat\u00fcrliche hydraulische Kalke im Au\u00dfenbereich f\u00fcr Verfugm\u00f6rtel, Putzm\u00f6rtel Anb\u00f6schm\u00f6rtel oder Hinterf\u00fcllm\u00f6rtel einsetzen. Diese Kalke sind aber kein Bindemittel f\u00fcr Sanierputze. Die bisherigen Erfahrungen mit der Verarbeitbarkeit und der Haltbarkeit sind gut. Die \u00e4ltesten Anwendungen liegen mittlerweile sieben Jahre zur\u00fcck. Es muss aber weiterhin die Zeit zeigen, ob das allgemein erwartete positive Langzeitverhalten, d.h. das gew\u00fcnschte, dem alten Mauerwerk angepasste Verwitterungsverhalten, sich einstellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse:<br \/>\nInstitut f\u00fcr Steinkonservierung e. V., Gro\u00dfe Langgasse 29, 55116 Mainz, Telefon: 06131-2016-500, Fax:06131-555,  Ansprechpartnerin: Frau Dr. Kraus<br \/>\nVer\u00f6ffentlichungen:<br \/>\nG\u00f6dicke-Dettmering, T. (1997): Mineralogische und technologische Eigenschaften von hydraulischem Kalk als Bindemittel von Restaurierungsm\u00f6rteln f\u00fcr Baudenkm\u00e4ler aus Naturstein. Dissertation Universit\u00e4t Gie\u00dfen. Zugl. IFS-Bericht Nr. 6.<br \/>\nKraus, K.; A. Qu; G. Str\u00fcbel (2001): Eigenschaften von M\u00f6rteln aus Baukalken mit nat\u00fcrlichen und zugemischten hydraulischen Anteilen. IFS-Bericht Nr. 12, im Druck.<br \/>\nInstitut f\u00fcr Steinkonservierung e.V. (2001): Hersteller von Baukalk mit nat\u00fcrlichen hydraulischen Anteilen. Mitteilung Nr. 11 (05\/2001)<br \/>\n3. Internationales Eurolime Meeting in Mainz, 1.-2. Mai 1998, mitveranstaltet vom IFS. Der Tagungsband ist beim IFS erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die vom IFS initiierten und von der DBU gef\u00f6rderten Untersuchungen haben das Bindemittel \u0082nat\u00fcrlicher hydraulischer Kalk in Deutschland bekannt gemacht. Dabei fand nicht nur der Kalk der Firma Hessler, Wiesloch, sondern auch vergleichbares Material von zwei anderen Herstellern aus dem Raum Fulda (Firmen Meister und Otterbein, Gro\u00dfenl\u00fcder-M\u00fcs) Verwendung.<br \/>\nIn Hessen und Rheinland-Pfalz wurden in den letzten 5 Jahren auf Empfehlung des IFS M\u00f6rtel mehrere Bauwerke mit nat\u00fcrlichem hydraulischen Kalk als Bindemittel appliziert. Die bisherigen Erfahrungen mit der Verarbeitbarkeit und Haltbarkeit der M\u00f6rtel sind gut. Es kam aber auch vereinzelt zur Feststellung von Sch\u00e4den nach dem ersten Winter. In fast allen F\u00e4llen waren diese Sch\u00e4den darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die M\u00f6rtel unter einer ausgeh\u00e4rteten Oberfl\u00e4chenschicht nicht ausreichend trocknen und abbinden konnten, so dass es zu Frostsch\u00e4den kam. Es ist nach den Ausf\u00fchrungen des IFS deshalb darauf zu achten, dass die eingebrachten M\u00f6rtelschichten nicht zu dick sind, dass sie gleichm\u00e4\u00dfig austrocknen k\u00f6nnen und dass sp\u00e4t in der Jahreszeit ausgef\u00fchrte Mauerwerksbereiche vor Frost zu sch\u00fctzen sind. Soweit m\u00f6glich sollen die ausgef\u00fchrten Musterfl\u00e4chen und Ma\u00dfnahmen in den n\u00e4chsten Jahren immer wieder auf ihr Langzeitverhalten \u00fcberpr\u00fcft werden. Mittlerweile gibt es eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Objekten, an denen Musterfl\u00e4chen oder Ma\u00dfnahmen mit M\u00f6rteln auf der Basis nat\u00fcrlicher hydraulischer Kalk ausgef\u00fchrt worden sind. Dabei st\u00fctzt man sich auf Ergebnisse und Erfahrungen, die durch das von der DBU gef\u00f6rderte Projekt gewonnen worden sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Mittelpunkt des Vorhabens standen nat\u00fcrliche hydraulische Kalke, die durch Brennen entsprechend zusammengesetzter mergeliger Kalksteine hergestellt werden. Ziel des Entwicklungsvorhabens war es, die Eigenschaften, Einsatzm\u00f6glichkeiten und -grenzen von Verfug- und Verputzm\u00f6rteln mit nat\u00fcrlichem hydraulischem Kalk als Bindemittel f\u00fcr Restaurierungsma\u00dfnahmen an Baudenkm\u00e4lern zu untersuchen. 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