{"id":18268,"date":"2023-07-13T15:09:16","date_gmt":"2023-07-13T13:09:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03105-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:16","slug":"03105-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03105-01\/","title":{"rendered":"Systemvergleich der Logistikstrategien Sch\u00fcttgut\/St\u00fcckgut bei Transport\/Umschlag und Lagerung kontaminierter B\u00f6den"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Altlasten gef\u00e4hrden als Relikt der industriellen Vergangenheit unsere Umwelt. Bei der anstehenden Sanierung von kontaminierten Fl\u00e4chen wird ein nicht unerheblicher Teil des Materials zwischen Sanierungsstandort und Behandlungsstandort zu transportieren sein. Die Standardl\u00f6sung war bisher der Stra\u00dfentransport mit Lkw in loser Sch\u00fcttung. Alternative Verkehrstr\u00e4ger oder eine gekapselte Bef\u00f6rderung in Containern stellten bisher Ausnahmeerscheinungen dar.<br \/>\nZiel der Studie ist es, betriebswirtschaftliche Potentiale und Umweltvertr\u00e4glichkeitsaspekte der Logistikstrategien Sch\u00fcttgut- und St\u00fcckguttransport mit unterschiedlichen Verkehrstr\u00e4gern auf der Basis eines methodischen Bewertungsansatzes und eines realen Anforderungsprofils miteinander zu vergleichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAm Beispiel des Bundeslandes Sachsen-Anhalt wird zun\u00e4chst untersucht, welche Mengen an kontaminiertem Bodenmaterial in einem mittel- bis langfristigen Zeitraum zur Sanierung anstehen.<br \/>\nF\u00fcr die ganzheitliche Untersuchung des Logistiksystems Ex-Situ-Altlastensanierung werden die Elemente und Komponenten der Logistikkette systematisch strukturiert und deren Einflu\u00dfparameter und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten untersucht. Zu den wesentlichen Einfl\u00fcssen geh\u00f6ren ebenfalls juristische Restriktionen.<br \/>\nF\u00fcr den Systemvergleich wird die Logistikkette in Einzelelemente unterschiedlicher Funktionalit\u00e4t gegliedert. Durch das strukturierte Proze\u00dfkettenmodell lassen sich durch Elementvariation, Proze\u00dfkettenvariation und Modulation unterschiedlichste Anwendungsf\u00e4lle darstellen.<br \/>\nUnterschiedliche Szenarien bilden die Grundlage f\u00fcr die Bewertung. Es werden Sanierungsmenge, Transportentfernung, Hauptverkehrstr\u00e4ger und Logistikstrategie gestaffelt miteinander verglichen und bewertet. \u00dcber Lkw-Vor- und Nachl\u00e4ufe flie\u00dfen KLV-Varianten ein. Durch eine sinnvolle Eingrenzung ergibt sich ein Bewertungsfeld von 54 Hauptvarianten und 48 Nebenvarianten (Abbildung 8.14 des Endberichtes). Jede Variante wird durch ein logistisches Grobkonzept dimensioniert und beschrieben, das als Planungsgrundlage f\u00fcr den Entsorger beispielhaft genutzt werden kann.<br \/>\nIm Rahmen einer Schwachstellenanalyse werden Optimierungspotentiale f\u00fcr unterschiedliche Logistikkonzepte vorgestellt und Randbedingungen f\u00fcr deren Einsatz genannt. Die Integration alternativer Verkehrstr\u00e4ger in ein ganzheitliches Logistikkonzept wird vor dem Hintergrund umweltpolitischer Notwendigkeit und betriebswirtschaftlicher Zw\u00e4nge erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie werden &#8211; in 4 Hauptziele untergliedert &#8211; zusammengefa\u00dft:<br \/>\nZiel 1:\tOrientierungshilfe zur Vorauswahl logistischer L\u00f6sungen<br \/>\nIm Bereich von 62 &#8211; 500 t Tagestonnage und 25 &#8211; 500 km Entfernung liegen f\u00fcr 102 Varianten Beispielkonzepte als Grobplanung vor. F\u00fcr alle Konstellationen ist eine Absch\u00e4tzung der Kosten der wesent-lichen Einzelpositionen, der spezifischen und der Gesamtkosten vorgenommen worden. Trotz der starken Abh\u00e4ngigkeit der Organisation und Planung vom Einzelfall lassen sich Tendenzen deutlich machen.<br \/>\nZiel 2:\tErstellung von Basiskonzepten \/ Planungshilfe<br \/>\nDie logistischen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten werden systematisiert dargestellt und in ihren technischen Parametern beschrieben (incl. Ansprechpartnern). Die Grobkonzepte k\u00f6nnen als Grundlage f\u00fcr die Feinplanung dienen, Anregungen geben und auf Planungsschwerpunkte aufmerksam machen (Planungshilfe). Erkenntnisse \u00fcber Kostenschwerpunkte k\u00f6nnen auf konkrete Situationen angewandt und bei der Planung ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nZiel 3:\tEinsatzfelder und Rahmenbedingungen f\u00fcr umweltfreundliche Transportstrategien und Verkehrstr\u00e4ger &#8211; 1. Vergleich Sch\u00fcttgut \/ St\u00fcckgut<br \/>\nEs wurden technische und organisatorische Aufw\u00e4nde, Risiken und Kosten bewertet, eine Bewertung nach Umweltgesichtspunkten lie\u00df sich aufgrund mangelnder Quantifizierungsm\u00f6glichkeiten diffuser, bewegter Emittenten nicht durchf\u00fchren. Eindeutige Vorteile besitzen Container durch die Vermeidung von Emissionen. Er gew\u00e4hrleistet eine sichere Trennung von Bodenchargen und erleichtert die Zwischenlagerung in rechtlicher Hinsicht. Wird der Lkw als Transportmittel eingesetzt, ist der Container vor allem dann im Vorteil, wenn der Lkw w\u00e4hrend der Beladung freigesetzt werden kann. Bei allen Bahnl\u00f6sungen weisen Container durch einen schnellen, preiswerten Umschlag prinzipielle Kostenvorteile auf. Auf dem Binnenschiff lassen sich Containertransporte nur in Ausnahmef\u00e4llen wirtschaftlich darstellen, f\u00fcr das typisches Massenguttransportmittel besitzt Sch\u00fcttgut eindeutige Vorteile.<br \/>\nZiel 3:\tEinsatzfelder und Rahmenbedingungen f\u00fcr umweltfreundliche Transportstrategien und Verkehrstr\u00e4ger &#8211; 2. Vergleich der Verkehrstr\u00e4ger<br \/>\nExakte Zuweisungen f\u00fcr verkehrstr\u00e4gerspezifische Einsatzgebiete kann es nicht geben, die Grenzen sind diffus und h\u00e4ngen vom konkreten Einsatzfall ab. Es lassen sich aber eindeutige Tendenzen und Vorzugsbereiche darstellen. Pinzipielle Vorteile des Lkw\u00b4s in der Netzbildung und Fl\u00e4chenausbildung der Verkehre. Der Lkw besitzt als personalintensives Verkehrsmittel und durch relativ geringe Nutzlast Kostennachteile gegen\u00fcber Bahn und Binnenschiff bei gr\u00f6\u00dferen Entfernungen (sobald der Lkw keinen kompletten Umlauf je Arbeitstag schafft). Das Binnenschiff ist sogar f\u00fcr geringere Entfernungen bei gr\u00f6\u00dferen Mengen kosteng\u00fcnstiger, wenn Sch\u00fcttgut gefahren wird und Verf\u00fcgbarkeit \/ Anschlu\u00df gegeben ist.<br \/>\nZiel 4: \tSchwachstellenanalyse \/ Entwicklungspotentiale<br \/>\nDurch eine Zusammenfassung der Einzelprozesse zu einem ganzheitlichen System bei gleichzeitiger Optimierung der Einzelprozesse kann ein hoher Rationalisierungseffekt im Logistiksystem Ex-situ-Sanierung erreicht werden. Weitere konkrete Hinweise ergeben sich aus den Konzeptplanungen und sind im Abschlu\u00dfbericht beschrieben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es wurden 2 Workshops mit guter Beteiligung am 13.7.94 und am 27.3.96 durchgef\u00fchrt. Im Rahmen der Arbeit entstanden 5 Ver\u00f6ffentlichungen (4 Beitr\u00e4ge in Tagungsb\u00e4nden und ein Beitrag in der Zeitschrift terratec). Die Thematik wurde in der Dissertation Logistikplanung bei der Altlastensanierung von Herrn Matthias Hoffmann weitergef\u00fchrt (eingereicht Oktober 1997).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Fehlende Bewertbarkeit von Emissionen diffuser und bewegter Staubquellen lassen einen exakten Vergleich von Sch\u00fcttgut \/ St\u00fcckgut unter Umweltgesichtspunkten nicht zu.<br \/>\nDurch die ganzheitliche Betrachtung erhalten gekapselte Systeme und alternative Verkehrstr\u00e4ger auch betriebswirtschaftlich Einsatzfelder, die bisher nicht ausreichend genutzt werden. Die Ergebnisse der Studie k\u00f6nnen wertvolle Hilfestellung bei der Planung logistscher Systeme in der Altlastensanierung geben. Die hohe Komplexit\u00e4t der logistischen Planungen erfordert trotz der vorgegebenen Konzeptplanungen sachbezogene Erfahrung f\u00fcr die Feinplanung.<br \/>\nDie Planung der Logistik sollte daher, um kosteng\u00fcnstige und umweltgerechte L\u00f6sungen zu erreichen, nicht als Anh\u00e4ngsel der Sanierungsplanung nebenbei erledigt werden. Die Hinzuziehung eines kompetenten Logistikplaners aus dem Bereich der Entsorgungslogistik ist unbedingt zu empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Altlasten gef\u00e4hrden als Relikt der industriellen Vergangenheit unsere Umwelt. Bei der anstehenden Sanierung von kontaminierten Fl\u00e4chen wird ein nicht unerheblicher Teil des Materials zwischen Sanierungsstandort und Behandlungsstandort zu transportieren sein. Die Standardl\u00f6sung war bisher der Stra\u00dfentransport mit Lkw in loser Sch\u00fcttung. 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