{"id":18262,"date":"2023-07-13T15:09:23","date_gmt":"2023-07-13T13:09:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03440-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:25","slug":"03440-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03440-01\/","title":{"rendered":"City-Logistik f\u00fcr die Hansestadt Rostock"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Modellprojektes bestand darin, Ma\u00dfnahmen zu entwickeln und dann umzusetzen, mit denen die Stadtvertr\u00e4glichkeit des Verkehrs verbessert, die Umwelt entlastet und die innerst\u00e4dtische Wirtschaft, insbesondere die klein und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, gef\u00f6rdert werden. Den Untersuchungsgegenstand bildeten das Verkehrsaufkommen, die Quell- und Zielverkehre in der Hansestadt Rostock und der Wirtschaftsverkehr als Lebensnerv f\u00fcr die st\u00e4dtischen Funktionen wie Ver- und Entsorgung von Unternehmen, Verwaltungen und privaten Haushalten. Veranla\u00dft wurde das Vorhaben durch die Verkehrsentwicklung in der Hansestadt Rostock, die in den letzten Jahren einen Anstieg erfahren hat, der zu ernsthaften St\u00f6rungen im Stadtbereich f\u00fchrte. Mit der schnellen Entwicklung im G\u00fcter- und Personenverkehr innerhalb der letzten Jahre und mit dem gleichzeitig vollzogenen \u00fcberproportionalen Anstieg des Stra\u00dfenverkehrs im Vergleich zu anderen Verkehrstr\u00e4gern, sind die kommunalen Gebietsk\u00f6rperschaften f\u00fcr Fragen des Wirtschaftsverkehrs sensibilisiert. Die Kommunen sind gefordert, Strategien und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine stadtvertr\u00e4gliche Gestaltung des G\u00fcter- und Wirtschaftsverkehrs zu entwickeln. Die gewollte Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen im Stadtbereich bedingt deren Mobilit\u00e4t im Wirtschaftsverkehr bzw. setzt diese gerade voraus. Von den Verb\u00e4nden, die die im Stadtbereich angesiedelten Unternehmen vertreten, wird seit einiger Zeit mit Nachdruck gefordert, einer erkennbaren Standortverlagerung im Handel aus der Innenstadt an den Stadtrand durch kommunalpolitische Ma\u00dfnahmen entgegenzuwirken. Eine Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg des Projektes wurde darin gesehen, Speditionen und Transportunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen, die unmittelbar in ihrem Unternehmenskonzept von der \u00f6rtlichen Verkehrspolitik abh\u00e4ngig sind, direkt in die Projektarbeit einzubeziehen. Die Einbeziehung umweltschonender Verkehrstr\u00e4ger stellt die neue Qualit\u00e4t im Wirtschaftsverkehr dar.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Arbeitsprogramm f\u00fcr das Projekt City-Logistik-Rostock umfa\u00dfte folgende Arbeitsschritte, die sachlich und zeitlich ineinander greifen:<\/p>\n<p>1. Vorbereitung und Abstimmung<br \/>\n2. Problemanalyse und M\u00e4ngelfeststellung<br \/>\n3. Entwicklung eines Zielkonzeptes<br \/>\n4. Systeml\u00f6sungen und Bewertungen<br \/>\n5. Ma\u00dfnahmekonzept und Handlungsrahmen<\/p>\n<p>Zur rationellen Projektbearbeitung wurde der st\u00e4dtische Untersuchungsraum im Hinblick auf Einwohnerdichte und Handelsbesatz strukturiert. Die mit der Problemanalyse offensichtlichen M\u00e4ngel wurden gemeinsam mit den Vertretern der Kommune und der Interessenverb\u00e4nde nicht nur festgestellt, sondern es wurde auch die Machbarkeit einer Beseitigung mit ihren Folgen und Nebenwirkungen er\u00f6rtert, um daraus das Zielkonzept f\u00fcr die L\u00f6sung der Probleme abzuleiten. Das abgestimmte Zielkonzept gab dem Bearbeitungsteam die Orientierung f\u00fcr die Bildung der L\u00f6sungsvarianten und deren Bewertung sowie die Aufstellung der erneut abzustimmenden Ma\u00dfnahmepl\u00e4ne. Das im Ergebnis der Projektarbeit vorge-schlagene City-Logistik-Konzept wurde mit dem Ausgangszustand verglichen und hinsichtlich seiner Umwelt- bzw. Stadtvertr\u00e4glichkeit sowie seiner Wirtschaftseffekte f\u00fcr das st\u00e4dtische Gemeinwesen bewertet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der entwickelten Systeml\u00f6sung bildet das nach einem Bewertungsmodus ausgew\u00e4hlte Modell Innerst\u00e4dtisches G\u00fcternahverkehrssystem unter Nutzung von City-Terminals in Form eines Entwicklungs- und Betriebskonzeptes. Dieses sieht vor, im wesentlichen nur noch gr\u00f6\u00dfere Liefermengen in die Stadt zu f\u00fchren. Kleinere Sendungsmengen werden \u00fcber ein Distributionssystem geliefert bzw. abgeholt, das in enger Verkn\u00fcpfung mit den Schnittstellen zum Fernverkehr steht. Dabei wurde aufgrund der regionalen Gegebenheiten f\u00fcr die Hansestadt Rostock empfohlen, den Stra\u00dfeng\u00fcterfernverkehr in die Stadt durch ein leistungsf\u00e4higes und flexibles innerst\u00e4dtisches G\u00fctertransportsystem zu ersetzen, welches besonders belastete Gebiete im Stadtraum bedient. Mit der Entwicklung eines Systems von kleinr\u00e4umigen stadtnahen bzw. innerst\u00e4dtischen G\u00fcterzentren, die ringf\u00f6rmig um die Innenstadt anzu-siedeln sind, besteht die M\u00f6glichkeit, G\u00fcterstr\u00f6me aus dem Fern- und Nahverkehr \u00fcber wenige Zug\u00e4nge in die Stadt zu f\u00fchren. Desweiteren sollte die Paarigkeit der G\u00fcterstr\u00f6me im innerst\u00e4dtischen Verkehr erh\u00f6ht werden, um Leerfahrten einzuschr\u00e4nken. Die Zug\u00e4nglichkeit der einzelnen Stadtzonen f\u00fcr Nfz kann durch ein System von ineinandergreifenden Nutzervorteilen und Nutzungsbeschr\u00e4nkungen reguliert und an spezifische Bedingungen, wie z.B. die Stadtvertr\u00e4glichkeit der Nfz gekoppelt werden.<br \/>\nDas Gesamtkonzept ist aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht komplett einf\u00fchrbar, sondern \u00fcber verschiedene Phasen. Die auch als Einstiegsphase zu bezeichnende Phase 1 des Modellvorhabens legt den Grundstein f\u00fcr den langfristigen Erfolg des Projektes.<br \/>\nPhase 1:<br \/>\nNachweis der technischen und betrieblichen Machbarkeit einer Warendistribution \u00fcber die empfohlenen City-Terminal-Standorte bei Ber\u00fccksichtigung des G\u00fcteraufkommens in den definierten Einzugsbereichen. Alle am Warentransport Beteiligten sind bez\u00fcglich der Problematik eines G\u00fcterverkehrssystems zu sensibilisieren. In dieser Phase ist die finanzielle F\u00f6rderung unbedingt abzusichern.<br \/>\n1. Etappe:\tGr\u00fcndung der City-Logistik-Gesellschaft, Bildung des Beirates, Validierung des Konzeptes, Investitionsbestimmung, Finanzierungskonzept<br \/>\n2. Etappe:\tBildung der Betreibergesellschaft f\u00fcr Terminal und Fahrzeuge<br \/>\n3. Etappe:\tUmsetzung des Konzeptes f\u00fcr Marketing und Akquisition in abgestimmter Weise<br \/>\n4. Etappe:\tEr\u00f6ffnung<br \/>\nPhase 2:<br \/>\nErh\u00e4rtung des Wirtschaftlichkeitsnachweises und Sicherung einer weiteren Finanzierung. Neben der Distribution der G\u00fcter von Mitgliedern der City-Logistik-Gesellschaft sind zus\u00e4tzliche logistische Dienst-leistungen in das Angebotsspektrum aufzunehmen.<br \/>\nPhase 3:<br \/>\n\u00dcberf\u00fchrung des Modellprojektes in die Marktwirtschaft auf Grundlage einer nachgewiesenen Wirtschaftlichkeit und des Nutzens f\u00fcr alle Beteiligten. Das Projekt City-Logistik-Rostock wird erst unter Ber\u00fccksichtigung einer langfristigen Entwicklung seine Wirtschaftlichkeit nachweisen k\u00f6nnen. Erst nach Einbezug eines Prognosezeitraumes von 5 Jahren wird eine objektive Beurteilung m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mit dem Beginn des Projektes City-Logistik f\u00fcr die Hansestadt Rostock im Juli 1994 erfolgten Abstimmungen, Problemanalysen, M\u00e4ngelfeststellungen sowie Beratungen \u00fcber L\u00f6sungsans\u00e4tze und Vorschl\u00e4ge mit Interessenvertretern der Wirtschaft und Vertretern der entsprechenden \u00c4mter der Stadtverwaltung. Desweiteren wurde in \u00f6ffentlichen Veranstaltungen \u00fcber das Projekt City-Logistik-Rostock berichtet. Alle Arbeitsschritte, von der Bestandsaufnahme bis zum Handlungskonzept wurden in Thesen, Tischvorlagen, Zwischenberichten und einem Abschlu\u00dfbericht den beteiligten Mitgliedern der Arbeitsgruppen und Gespr\u00e4chsrunden zugestellt. Die Ergebnisse und Vorschl\u00e4ge sind f\u00fcr die weitere Umsetzung und Realisierung von logistischen L\u00f6sungen in einem Umsetzungskonzept dargelegt und im Juni 1996 den betreffenden Spediteuren, Interessengruppen des Handels und der Stadtverwaltung \u00fcbergeben worden. W\u00e4hrend der Projektbearbeitung gab es durch unsere \u00d6ffentlichkeitsarbeit zahlreiche Anfragen aus anderen St\u00e4dten und Institutionen, die zu Kontaktgespr\u00e4chen und Materialaustausch f\u00fchrten. Damit konnte auch den Zielen des Modellvorhabens entsprochen werden. In der regelm\u00e4\u00dfig tagenden projektbegleitenden Arbeitsgruppe waren Vertreter \u00f6ffentlicher Belange und verschiedener Interessenverb\u00e4nde anwesend, wie Senat der Hansestadt, IHK, Handwerkskammer, Spediteure, Projektgesellschaft GVZ, \u00d6PNV-Unternehmen, Einzelhandels- und Unternehmerverband. Informationen zur City-Logistik-Rostock wurden auf Anforderungen Ingenieurb\u00fcros, Interessenverb\u00e4nden, Unternehmen, Bildungseinrichtungen (z.B. Zentrum f\u00fcr Innovative Verkehrsl\u00f6sungen Berlin und Hamburg, Verkehrs- und LogistikConsult GmbH Halle, Uni Rostock, Arbeitsgemeinschaft PIW-Progress-Institut f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung, B\u00dcSTRO-B\u00fcro f\u00fcr Strukturforschung Rostock GmbH, BVL Bundesvereinigung Logistik e. V., DGfL Deutsche Gesellschaft Logistik e. V., Emch+Berger GmbH Bern, Hatzfeld-Junker Stadtforschung\/Stadtplanung Dortmund, IVU Berlin, Preu\u00dfag AG Hannover, Seehafen Rostock, Stadt Frankfurt-Oder, Stadt Halle, Stadt Leipzig, Stadt Mainz, Uni Stuttgart) \u00fcbergeben. Neben den Veranstaltungen zum Projekt City-Logistik-Rostock fand im April 1996 eine Podiumsdiskussion der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Logistik e. V., DGfL, zum Thema City-Logistik &#8211; Im Spannungsfeld von \u00d6kologie und \u00d6konomie statt. Auf dieser wurde das Projekt City-Logistik-Rostock vorgestellt und die Aspekte der Notwendigkeit gerade in den neuen Bundesl\u00e4ndern und die M\u00f6glichkeiten zur Gestaltung einer funktionierenden City-Logistik dargelegt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Hansestadt wurde ein ganzheitlicher, logistischer Handlungsrahmen mit Empfehlungen f\u00fcr ein ordnungspolitisches Instrumentarium zur umweltvertr\u00e4glichen F\u00f6rderung des Wirtschaftsverkehrs \u00fcbergeben. Die Interessenverb\u00e4nde des Wirtschaftsverkehrs und des Handels wurden mit der Umsetzung des Projekts City-Logistk-Rostock vertraut gemacht. Die Effekte zur Verbesserung der Lieferf\u00e4higkeit bei Gewerbe und Einzelhandel und zur Kostensenkung im Liefer- und Versorgungsverkehr wurden nachgewiesen. Der Verband der Spediteure und die Stadtverwaltung wollen sukzessive die Umsetzung des erarbeiteten Konzepts durchf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Modellprojektes bestand darin, Ma\u00dfnahmen zu entwickeln und dann umzusetzen, mit denen die Stadtvertr\u00e4glichkeit des Verkehrs verbessert, die Umwelt entlastet und die innerst\u00e4dtische Wirtschaft, insbesondere die klein und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, gef\u00f6rdert werden. 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