{"id":18242,"date":"2023-07-13T15:10:22","date_gmt":"2023-07-13T13:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04741-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:23","slug":"04741-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04741-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung umweltvertr\u00e4glicher Anbausysteme im Kartoffelbau unter Ber\u00fccksichtigung verwertungsgerechter N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnisse und der Krankheitsentwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Vordergrund der Untersuchungen stehen Wechselwirkungen zwischen Ern\u00e4hrung, Vitalit\u00e4t, Ertrag, Qualit\u00e4t der Sorten verschiedener Verwertungsrichtungen sowie der Krankheitserregerentwicklung. Gesucht werden N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnisse, welche die Qualit\u00e4tskriterien der Verwertungsrichtung sichern. Hierzu geh\u00f6ren neben dem Nitratgehalt, die Verarbeitbarkeit, Lagerf\u00e4higkeit und weitere innere Eigenschaften. Des weiteren soll die Vitalit\u00e4t der Einzelpflanze und damit die Toleranz gegen\u00fcber Schaderregern verbessert werden. Die Ma\u00dfnahmen stehen vor dem Hintergrund, dass eine nat\u00fcrliche Abreife der Best\u00e4nde gew\u00e4hrleistet ist. Eine gezielte Bek\u00e4mpfung der auftretenden Schaderreger wird \u00fcber die st\u00e4ndige Beobachtung der Schaderregerentwicklung im Bestand vorgenommen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen werden auf zwei Standorten (Lehm-, Sandboden mit Beregnung) mit vier Sorten unterschiedlicher Verwertungsrichtung durchgef\u00fchrt. Es wird der Einfluss unterschiedlicher N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnisse auf Ertrag und Qualit\u00e4tskriterien gepr\u00fcft. Hierbei wird neben konstanten N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnissen auch eine flexible Variante getestet, die aufgrund von Pflanzenanalysen auf die wichtigsten N\u00e4hrstoffe dem Versorgungszustand der Pflanzen angepasst wird. Um die zeitliche Entwicklung der Krankheitserreger in Abh\u00e4ngigkeit von der Vitalit\u00e4t der Pflanzen sowie der Witterung zu beobachten, werden w\u00f6chentlich in allen Varianten Analysen der Schaderreger durchgef\u00fchrt. Aufgrund dieser Beobachtungen und der Witterung werden Bek\u00e4mpfungsentscheidungen gegen die Erreger gef\u00e4llt. Hierbei werden sowohl der Zeitpunkt der Bek\u00e4mpfung als auch die Wahl der Wirkstoffe flexibel den Erregern angepasst. Als Vergleichsvariante werden die Best\u00e4nde nach amtlichem Warndienst behandelt. Nach der Ertragsfeststellung werden folgende Qualit\u00e4tsparameter untersucht: Lagerf\u00e4higkeit, St\u00e4rkegehalt, Nitratgehalt, Vitamin C &#8211; Gehalt, Rohbreiverf\u00e4rbung, Schwarzfleckigkeit sowie eine Bonitur der Krankheitserreger im Lager. Im Boden wird unmittelbar nach der Ernte mittels Nmin &#8211; Analyse der Reststickstoffgehalt ermittelt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im dreij\u00e4hrigen Feldversuch wurde der Frage nachgegangen, welchen Einfluss variierte N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnisse auf Wachstum und Ertrag sowie auf Inhaltsstoffe von Kartoffeln haben. Des weiteren wurde \u00fcberpr\u00fcft, inwieweit es durch eine gezielte Beobachtung der Krankheitserreger m\u00f6glich ist, zu einem gegen\u00fcber der \u00fcblichen Spritzfolge reduzierten Fungizideinsatz zu gelangen. Es wurden hierzu Kartoffeln verschiedener Verwertungsrichtungen an zwei Standorten verschiedener Bodenbonit\u00e4t angebaut.<br \/>\nDie Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:<br \/>\n1.\tDie Jahreswitterung hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Ertragsh\u00f6he. Insbesondere war das Wasserangebot im dem jeweiligen Jahr ertragsentscheidend. Auf dem beregneten Sandstandort wurden in den drei Jahren recht einheitlich 520 dt\/ha Kartoffeln geerntet. Auf dem Lehmstandort (unberegnet) schwankte der Ertrag zwischen 387 dt\/ha in 1995 und 657 dt\/ha in 1997.<br \/>\n2.\tDie Ertragsunterschiede zwischen den Sorten waren eher gering, wobei jeweils Agria und Solara sowie Ponto und Saturna in etwa ein Niveau realisierten.<br \/>\n3.\tDer Einflu\u00df der D\u00fcngung war im Jahr 1997 st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als in den Vorjahren. Insbesondere auf dem Sandstandort f\u00fchrte die Steigerung der D\u00fcngungsintensit\u00e4t zu einem um ca. 160 dt\/ha h\u00f6heren Knollenertrag.<br \/>\n4.\tDie St\u00e4rkegehalte wurden durch Standort und D\u00fcngung beeinflusst. Auf dem Lehmstandort wurde im Vergleich zum Sand der jeweils h\u00f6here St\u00e4rkegehalt erzielt. Mit steigendem D\u00fcngungsniveau reduzierte sich der St\u00e4rkegehalt. Die Sorten Ponto und Saturna waren Agria und Solara immer \u00fcberlegen.<br \/>\n5.\tDie St\u00e4rkeertr\u00e4ge variierten zwischen den einzelnen Versuchsjahren. 1995 und 1996 wurden auf dem Sandstandort die h\u00f6heren Ertr\u00e4ge ermittelt, w\u00e4hrend auf dem Lehmstandort im Jahr 1997 der h\u00f6chste St\u00e4rkeertrag erzielt wurde. Der Einfluss der D\u00fcngung war in den ersten beiden Untersu-chungsjahren sehr schwach ausgepr\u00e4gt, im Jahr 1997 konnte eine Zunahme der St\u00e4rkeertr\u00e4ge mit steigendem D\u00fcngungsniveau festgestellt werden.<br \/>\n6.\tDie Nitratgehalte der Knollen lagen in allen drei Untersuchungsjahren deutlich unter 100 mg\/kg FM. Lediglich die Sorte Solara wies hohe Nitratgehalte auf. Der Einfluss der D\u00fcngung war zu erkennen, jedoch nur schwach ausgepr\u00e4gt.<br \/>\n7.\tDie Vitamin C-Gehalte schwankten in einem weiten Rahmen. In der Tendenz nahmen die Gehalte mit steigender D\u00fcngungsintensit\u00e4t zu. Die Varianz zwischen den Sorten war im jeweiligen Jahr gr\u00f6\u00dfer als jegliche andere Varianz.<br \/>\n8.\tDie N\u00e4hrstoffbilanzen fielen f\u00fcr Stickstoff und Kalium negativ aus, d. h. es wurde jeweils erheblich weniger N\u00e4hrstoff ged\u00fcngt, als durch die Best\u00e4nde entzogen wurde. F\u00fcr Phosphor konnten leicht positive Bilanzen nachgewiesen werden.<br \/>\n9.\tDer Einsatz der Fungizide konnte durch die gezielte Anwendung deutlich reduziert werden. Die Auswertung der Witterungsdaten gibt Hinweise darauf, dass sich die verschiedenen Krankheitserreger in ihrem Auftreten vorhersagen lassen. Dieses kann eine Basis f\u00fcr Bek\u00e4mpfungsentscheidungen darstellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>* Vortrag bei der Gesellschaft f. Pflanzenbauwissenschaften, 41. Jahrestagung September 1997: Einflu\u00df differenzierter N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnisse auf Ertrags- und Qualit\u00e4tsparameter von Kartoffeln verschiedener Verwertungsrichtungen (K. Westrum, W. Bosse, H. Hanus)<br \/>\n* Tagungen des Arbeitskreises Kartoffelbau vom 22.02.1996, 07.02.1997 und 19.02.1998<br \/>\n* Artikel Produktionssysteme f\u00fcr unterschiedliche Verwertungsrichtungen Teil 1\/Teil 2 in Kartoffelbau, 11 + 12\/1998, TH-Mann-Verlag Bonn<br \/>\n* Artikel Neues zum Pflanzen und zur D\u00fcngung von Kartoffeln in Top Agrar 4\/98<br \/>\n* Artikel Controlling im Pflanzenbau DLG-Mitteilungen Fr\u00fchjahr 1997<br \/>\n* Artikel Aussichten f\u00fcr den Fr\u00fchkartoffelanbau 1996 in Bauernverlag, Fr\u00fchjahr 1996<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>1. Ern\u00e4hrung<br \/>\nEs gibt Sortenunterschiede in der N\u00e4hstoffausnutzung. Zuk\u00fcnftig m\u00fcssen Sorten genauer beschrieben werden, um eine gezielte Produktionstechnik anwenden zu k\u00f6nnen. Stickstoff muss an den Bedarf angepasst werden, w\u00e4hrend die Kaliumd\u00fcngung in der Regel zu gering ausf\u00e4llt.<br \/>\n2. Krankheits\u00fcberwachung<br \/>\nDurch gezielte \u00dcberwachung des Krankheitsaufkommens im Bestand sowie die konsequente Zuhilfenahme der aufgezeichneten Wetterdaten l\u00e4sst sich der Fungizideinsatz deutlich reduzieren, ohne dass die Ertr\u00e4ge sich ver\u00e4ndern.<br \/>\n3. Sortenspezifische Einteilung und Anspr\u00fcche<br \/>\nSorten unterscheiden sich im Wachstumsverlauf und der Ertragsbildung, so dass mit Produktionstechnik hierauf reagiert werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Vordergrund der Untersuchungen stehen Wechselwirkungen zwischen Ern\u00e4hrung, Vitalit\u00e4t, Ertrag, Qualit\u00e4t der Sorten verschiedener Verwertungsrichtungen sowie der Krankheitserregerentwicklung. Gesucht werden N\u00e4hrstoffverh\u00e4ltnisse, welche die Qualit\u00e4tskriterien der Verwertungsrichtung sichern. 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