{"id":18221,"date":"2025-12-22T10:32:02","date_gmt":"2025-12-22T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/01679-01\/"},"modified":"2025-12-22T10:32:02","modified_gmt":"2025-12-22T09:32:02","slug":"01679-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/01679-01\/","title":{"rendered":"Verminderung des Herbizideinsatzes im Raps durch die Einf\u00fchrung eines Schadensschwellenmodells zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung in die landwirtschaftliche Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Kultur Winterraps ist sowohl aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden als auch aufgrund der \u00f6konomischen Rahmenbedingungen eine pr\u00e4destinierte Fruchtart f\u00fcr eine deutliche Reduzierung der Herbizidausbringung auf landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen. Einerseits erfuhr der Anbau von Winterraps in der Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren eine stetige Zunahme, andererseits stellen die seit 1992 deutlich gesunkenen Erzeugerpreise die Wirtschaftlichkeit der chemischen Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps im-mer st\u00e4rker in Frage. In unabh\u00e4ngigen Auswertungen von Herbizidversuchen wurde ermittelt, da\u00df hinsichtlich der Ertragsleistung ein hoher Anteil der Herbizidma\u00dfnahmen unwirtschaftlich ist.<br \/>\nZiel dieses Forschungsvorhabens war die weitere \u00dcberpr\u00fcfung und die Einf\u00fchrung eines an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen entwickelten Schadensschwellenmodells in die landwirtschaftlichen Praxis, um somit zu einer Reduzierung des Herbizideinsatzes im Winterraps beizutragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm eine Einf\u00fchrung des Schadensschwellenmodells in die landwirtschaftliche Praxis zu erreichen, kam dieses sowohl in dreij\u00e4hrigen Versuchen auf Betrieben in S\u00fcdniedersachsen als auch in einem zweij\u00e4hrigen bundesweiten Versuchsprogramm in Zusammenarbeit mit den amtlichen Pflanzenschutzdiensten der L\u00e4nder und der Projektgruppe Raps des Arbeitskreises Integrierter Pflanzenschutz der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft zur Anwendung. Au\u00dferdem sollten die Versuche Aufschlu\u00df \u00fcber die Bedeutung von ertragsunabh\u00e4ngigen Schadeffekten der verschiedenen Unkrautarten wie Unkrautdurchwuchs, Kornfeuchte und Fremdbesatz des Erntegutes f\u00fcr die Modellentscheidung geben. Des weiteren sollte gezeigt werden, in welchem Ausma\u00df der Herbizideinsatz im Winterraps unter Ber\u00fccksichtigung der genannten Kriterien reduziert werden kann. In weiteren Versuchen in der Region G\u00f6ttingen wurde der Verlauf und das Ausma\u00df der Unkrautkonkurrenz im Raps in ihrer Bedeutung f\u00fcr eine gezielte Unkrautbek\u00e4mpfung gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Anwendbarkeit des G\u00f6ttinger Schadensschwellenmodells wurde unter praktischen Bedingungen auf 72 Standorten in S\u00fcdniedersachsen von 1992\/93 bis 1994\/95 gepr\u00fcft. Bei der Anwendung des Schadensschwellenmodells war auf 20,8 % der Standorte eine Herbizidanwendung nicht erforderlich, auf keinem dieser Standorte kam es zu unkrautbedingten Erntebehinderungen oder Qualit\u00e4tsverlusten des Rapses. Eine erste Bek\u00e4mpfungsentscheidung kann mit dem Modell bereits im Keimblattstadium der Unkr\u00e4uter getroffen werden. Ab dem 4. bis 6. Laubblattstadium des Rapses kann der relative Unkrautdeckungsgrad f\u00fcr eine Bek\u00e4mpfungsentscheidung herangezogen werden.<br \/>\nG. aparine war die einzige Unkrautart, f\u00fcr die ein bedeutender Einflu\u00df auf Erntebehinderung, Kornfeuchte und Fremdbesatz nachgewiesen werden konnte. Die vom Kulturzustand abh\u00e4ngigen Schwellenwerte zwischen 0,5 und 2 Pfl.\/m\u00b2 erwiesen sich f\u00fcr G. aparine als praktikabel.<br \/>\nDie \u00fcberregionale Anwendbarkeit des Schadensschwellenmodells wurde in den Jahren 1993\/94 und 1994\/95 in einem bundesweiten Gemeinschaftsversuch in Zusammenarbeit mit den amtlichen Pflanzenschutzdiensten der L\u00e4nder auf 55 Standorten gepr\u00fcft und best\u00e4tigt. Das Unkrautspektrum unterschied sich nicht von dem in S\u00fcdniedersachsen festgestellten. Ein Verzicht auf Unkrautbek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen wirkte sich nicht negativ auf unkrautbedingte Erntebehinderungen sowie die Qualit\u00e4t und den Ertrag des Rapses aus. Vorbehalte der Versuchsteilnehmer bestanden gegen\u00fcber der praktischen Handhabung des Modells. So sahen sie Probleme f\u00fcr den Anwender u. a. bei der Unkrauterkennung im Keimblattstadium der Unkr\u00e4uter und im Zeitaufwand f\u00fcr die Unkrauterfassung.<br \/>\nUnter Ber\u00fccksichtigung dieser Aspekte wurde das Schadensschwellenmodell weiter vereinfacht. So wurden z. B. einzelne Unkrautarten zu Artengruppen zusammengefa\u00dft und die Berechnung der Kornfeuchteerh\u00f6hung durch G. aparine ge\u00e4ndert. Ein Vergleich dieses vereinfachten Modells mit dem Ausgangsmodell zeigt eine gute \u00dcbereinstimmung der Bek\u00e4mpfungsentscheidungen. Gleichzeitig ist mit dem vereinfachten Modell ein verringerter Erhebungs- und Auswertungsaufwand verbunden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>BODEND\u00d6RFER, H., B. WERNER, R. HEITEFUSS 1994: RAPUS &#8211; eine computergest\u00fctzte Entscheidungshilfe zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung in Winterraps.- Z. PflKrankh. PflSchutz, Sonderh. XIV, 167-176.<br \/>\nHEITEFUSS, R., L. MUNZEL, B. WERNER 1993: Unkr\u00e4uter z\u00e4hlen zahlt sich aus.- Bauernzeitung, 31, 18-20.<br \/>\nWERNER, B. 1996: Das G\u00f6ttinger Schadensschwellenmodell zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps; \u00dcberpr\u00fcfung, Weiterentwicklung und Einf\u00fchrung in die landwirtschaftliche Praxis.- Diss. G\u00f6ttingen.<br \/>\nWERNER, B., H. BODEND\u00d6RFER, R. HEITEFUSS 1994: Gezielte Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps nach dem Computermodell RAPUS.- Raps 3, 98-101.<br \/>\nWERNER, B., R. HEITEFUSS 1994: Schadensschwellen im Winterraps.- Agrar-\u00dcbersicht 8,<br \/>\n32-33.<br \/>\nWERNER, B., R. HEITEFUSS 1994: Erfahrungen bei der Einf\u00fchrung eines Schadensschwellenmodells zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung in Winterraps in die landwirtschaftliche Praxis.- Rapssymposium zu Fragen der Phytopathologie und des Pflanzenschutzes, Rostock, Oktober 1994, 135-138.<br \/>\nWERNER, B., R. HEITEFUSS 1996: Einsatz eines Schadensschwellenmodells zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps unter praktischen Bedingungen in S\u00fcdniedersachsen.- Z. PflKrankh. PflSchutz, Sonderh. XV, 149-158.<br \/>\nWERNER, B., R. HEITEFUSS 1997: M\u00f6glichkeiten der \u00fcberregionalen Anwendung des G\u00f6ttinger Schadensschwellenmodells zur gezielten Unkrautbek\u00e4mpfung im Winterraps.- Nachrichtenbl. Deut. Pflanzenschutzd., 49 (8), 191-200.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die \u00fcberregionale Anwendbarkeit des G\u00f6ttinger Schadensschwellenmodells konnte im Rahmen dieses Projektes unter Beweis gestellt werden. Ausgehend davon, da\u00df mindestens eine Herbizidma\u00dfnahme im Winterraps in der Praxis Standard war, sind die 20,8 % unbehandelte Fl\u00e4chen in den Pilotbetrieben in S\u00fcdniedersachsen bereits ein erheblicher Beitrag zur Entlastung der Umwelt von \u00fcberfl\u00fcssigen Pflanzenschutzmitteleintr\u00e4gen. Die Anwendung des Modells k\u00f6nnte zu weiteren erheblichen Reduzierungen des Herbizidaufwandes im Winterraps f\u00fchren, wenn alle anbautechnischen Ma\u00dfnahmen zur Verminderung der Schadenswahrscheinlichkeit von Unkr\u00e4utern im Raps optimiert w\u00fcrden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Kultur Winterraps ist sowohl aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden als auch aufgrund der \u00f6konomischen Rahmenbedingungen eine pr\u00e4destinierte Fruchtart f\u00fcr eine deutliche Reduzierung der Herbizidausbringung auf landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen. 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