{"id":18218,"date":"2023-07-13T15:12:28","date_gmt":"2023-07-13T13:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08190-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:32","slug":"08190-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08190-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Holz: Demonstration des gesamten Lebensweges einer optimierten Holzbauweise am Beispiel Eine-Welt-Kirche Schneverdingen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es soll die Anwendbarkeit der Brettstapelbauweise in der norddeutschen Region unter Beurteilung \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Gesichtspunkte am ausgef\u00fchrten Objekt \u00fcberpr\u00fcft werden. Hierbei spielt der regionale Bezug sowohl bei Material (Verwendung heimischer H\u00f6lzer) als auch Arbeitskraft (Ausf\u00fchrung durch regionale, mittelst\u00e4ndische Firmen) eine besondere Rolle. Nach Beendigung des Vorhabens soll eine in der Praxis \u00fcberpr\u00fcfte Dokumentation erstellt werden, die neben der Vorstellung des Projekts vor allem einen Leitfaden f\u00fcr alle an dieser Bauweise interessierten Fachleute darstellt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenPlanung:<br \/>\nDen Leistungsphasen der HOAI entsprechend wurde durch Architekten und Fachplaner die Planung bis zur Leistungsphase 7 (Mitwirkung bei der Vergabe) ausgef\u00fchrt. Um eventuelle, durch die Fertigung der Brettstapelelemente notwendige \u00c4nderungen in die Planung aufzunehmen und den Zimmereien die Kalkulation zu erleichtern, wurden des weiteren Probenagelungen durchgef\u00fchrt. Zum gleichen Zweck fand eine gemeinsame Exkursion des Architekturb\u00fcros und der Zimmereien zu einem Schweizer Holzbauer statt.<br \/>\nAusf\u00fchrung:<br \/>\nDie notwendigen Holzmengen f\u00fcr die Brettstapelelemente und das Fachwerk wurden eingeschnitten, ges\u00e4gt und gehobelt, aus optischen Gr\u00fcnden teilweise gefast. In den folgenden Wochen erfolgte in den Zimmereibetrieben der Abbund des Fachwerks und die Vorfertigung der Brettstapelelemente. Vor Ort wurden das Fachwerk als Prim\u00e4rkonstruktion und im Anschluss die Brettstapelelemente f\u00fcr W\u00e4nde, Decken, Dach und Fassade montiert. F\u00fcr das erwartete Quell-Schwind-Verhalten der Fassade wurden ent-sprechende Details erarbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Vorgabe regionale Firmen mit der Ausf\u00fchrung zu beauftragen, f\u00fchrte zu Angebotspreisen, welche deutlich \u00fcber den Erwartungen lagen. Aussagen, die die Brettstapelbauweise als einfach und wirtschaftlich darstellen, haben sich f\u00fcr dieses Bauwerk noch nicht bewahrheitet. Dies ist u.a. auch den Umst\u00e4nden zu verdanken, dass bei der Eine-Welt-Kirche die Brettstapel in versetzter Bauweise (Plus-Minus) gebaut und die Fassadenelemente dar\u00fcber hinaus aus dem schwerer zu bearbeitenden Eichenholz hergestellt wurden. F\u00fcr Eichenholzbrettstapel fehlten jegliche Vergleichswerte. Dar\u00fcber hinaus waren einzelne H\u00f6lzer bei der Anlieferung verzogen, was einen erh\u00f6hten Arbeitsaufwand zum Vorrichten der Stapel erforderlich machte.<br \/>\nDas anstatt der \u00fcblichen Fichte verarbeitete Kiefernholz lie\u00df sich problemlos f\u00fcr die inneren Brettstapelbauteile der Kirche (W\u00e4nde, Decken, Dachelemente) verwenden. Dennoch muss erw\u00e4hnt werden, dass Importholz in der verwendeten Veredelungsform auf dem freien Markt preisg\u00fcnstiger zu erhalten ist. In diesem Punkt stehen \u00f6kologische und \u00f6konomische Anforderungen im Gegensatz zueinander. F\u00fcr die Fassade wurde heimisches Eichenholz gew\u00e4hlt. F\u00fcr eine schadensfreie Fassaden-Konstruktion war die Ber\u00fccksichtigung des Schwind- und Quellverhaltens von Eichenbrettern erforderlich.<br \/>\nDer verschiedentlich propagierte Einsatz von Seitenware als preisg\u00fcnstiges Konstruktionsholz f\u00fcr Brettstapel kam bei der Eine-Welt-Kirche nicht in Frage, weil die h\u00f6heren Toleranzen und die minderwertigere Qualit\u00e4t der Seitenware im Hinblick auf das sp\u00e4tere optische Erscheinungsbild der sichtbar bleibenden Brettstapel nicht in Kauf genommen werden sollten. Schwachholz konnte nur bedingt verwendet werden, da die hierbei kurzen Brettl\u00e4ngen bei den hohen Wandelementen der Kirche wegen der zahlreichen St\u00f6\u00dfe zu statischen Problemen gef\u00fchrt h\u00e4tten.<br \/>\nZu einer kosteng\u00fcnstigen und \u00f6kologisch sinnvollen Herstellung der Brettstapel geh\u00f6rt eine m\u00f6glichst wenig energieaufwendige Holztrocknung. Im Idealfall wird f\u00fcr die Trocknung \u00fcberhaupt keine k\u00fcnstliche Energie verbraucht sondern es werden lediglich Wind- und Klimaverh\u00e4ltnisse hierzu herangezogen. Allerdings k\u00f6nnen die Vorteile der reinen Lufttrocknung im feuchten norddeutschen Klima kaum genutzt werden, da Gleichgewichtsfeuchten unter 20% nur schwer zu erzielen sind.<br \/>\nDie Ergebnisse der 2-Komponenten-Heizung, bestehend aus einer WW-Fu\u00dfbodenheizung und einer Luftheizung, lassen sich noch nicht er\u00f6rtern. Hier sind Langzeiterfahrungen aus dem Gebrauch notwendig. Gleiches gilt f\u00fcr die Konzepte der nat\u00fcrlichen L\u00fcftung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>1.\tBuch Eine-Welt-Kirche, Eine-Erde-Altar, ISBN 3.00.006361-7<br \/>\n2.\tTechnische Dokumentation Eine-Welt-Kirche Schneverdingen &#8211; Auswertung der Planungs- und Bauphase<br \/>\n3.\tst\u00e4ndige Ausstellung Vom Baum zum Bauwerk in der Eine-Welt-Kirche Schneverdingen<br \/>\n4.\tInternetauftritt unter www.Eine-Welt-Kirche.de<br \/>\n5.\tPr\u00e4senz bei Seminaren, z.B. Seminar der ARGE-Holz 28.\/29.09.00 in Soltau<br \/>\n6.\tGeb\u00e4udef\u00fchrungen<br \/>\n7.\tDIN-A4 Informationsblatt als Auslage in der Eine-Welt-Kirche sowie als Briefanlage<br \/>\n8.\tVer\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften (Holzzentralblatt, Informationsbl\u00e4tter der ARGE-Holz etc.)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Brettstapel als Deckenkonstruktionen weitgehende Marktrelevanz zugestanden werden kann, muss dies f\u00fcr W\u00e4nde vor allem aus technischen (Schallschutz) und \u00f6konomischen (Kosten) Gr\u00fcnden stark eingeschr\u00e4nkt werden. Einschr\u00e4nkungen hinsichtlich des wirtschaftlichen Einsatzes dieser Konstruktionstechnik gelten auch f\u00fcr D\u00e4cher. Im Bereich der Fassaden sind in jedem Falle weitere Untersuchungen erforderlich. Hier liegen noch zu wenig Erfahrungswerte f\u00fcr den sinnvollen Einsatz von Brettstapeln vor (alternative Holzarten; Herstellungsverfahren etc.). Als wichtigstes Teilergebnis erscheint die positive Auswirkung des Plus-Minus-Versatzes der Brettstapel &#8211; vor allem im Innenbereich. Hier kann besondere Innovationsh\u00f6he vermutet werden. Weitere Untersuchungen in diesem Bereich w\u00e4ren empfehlenswert. Sie sollten genauere Aufschl\u00fcsse \u00fcber m\u00f6gliche Wirkungseigenschaften der durch den Versatz vergr\u00f6\u00dferten Holzoberfl\u00e4che bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es soll die Anwendbarkeit der Brettstapelbauweise in der norddeutschen Region unter Beurteilung \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Gesichtspunkte am ausgef\u00fchrten Objekt \u00fcberpr\u00fcft werden. Hierbei spielt der regionale Bezug sowohl bei Material (Verwendung heimischer H\u00f6lzer) als auch Arbeitskraft (Ausf\u00fchrung durch regionale, mittelst\u00e4ndische Firmen) eine besondere Rolle. 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