{"id":18211,"date":"2023-07-13T15:14:03","date_gmt":"2023-07-13T13:14:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10526-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:03","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:03","slug":"10526-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10526-01\/","title":{"rendered":"Innovationspotentiale, Innovationshemmnisse und F\u00f6rderbedarfe kleiner und mittelst\u00e4ndischer Unternehmen im Umweltschutzsektor"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der vorangegangenen Studie des Klaus Novy Institutes \u00fcber die Umweltschutzwirtschaft in NRW (1996) hatten 85 % aller Betriebe F\u00f6rdermittel f\u00fcr Forschung und Entwicklung in Anspruch genommen. Es stellt sich also die Frage, welche Innovationspotentiale bei den vorwiegend mittelst\u00e4ndischen Betrieben im Umwelt-schutz des Landes NRW vorhanden sind, welche Umsetzungshemmnisse vorliegen und wie der unterstellte latent vorhandene Finanz- bzw. F\u00f6rderbedarf der KMU effizienter abgedeckt werden kann.<br \/>\nEs soll am Beispiel der NRW Umweltschutzindustrie eine Informationsgrundlage geschaffen werden, die zu einem besseren Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die F\u00f6rderprobleme und Innovationsanstrengungen der KMU in einem sich wandelnden Umweltschutzsektor beitr\u00e4gt. Dabei ist auch die wachsende Bedeutung produktionsnaher Dienstleister zu ber\u00fccksichtigen. Auf Grundlage der Befragungsergebnisse sollen Ma\u00dfnahmen er\u00f6rtert werden, die zum effizienteren Transfer von Mitteln zum relevanten Klientel f\u00fchren. Das Projekt hat Pilotcharakter f\u00fcr eine m\u00f6gliche bundesweite Ausdehnung der Befragung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Unterschied zu anderen Erfassungssytemen bezieht die Datensammlung Dienstleistungen (Engineering, Beratung, Handwerk, Handel, u.\u00e4. ) explizit mit ein. Eine weitere Besonderheit bildet die erweiterte Definition der Umweltschutzindustrie unter Einbeziehung dreier sonst eher vernachl\u00e4\u00dfigter Bereiche: erneuerbare Energie, Stadt- und Bau\u00f6kologie, umweltfreundliche Konsumg\u00fcter. Die schriftliche Befragung der Anbieter von G\u00fctern und Dienstleistungen f\u00fcr Umweltschutzzwecke mit Sitz in Nordrhein-Westfalen fand in der Zeit von Januar 1998 bis April 1998 statt. Der Fragebogen enthielt 32 offene und geschlossene Fragen auf 11 Seiten. Zur Vorbereitung und erg\u00e4nzend zu der schriftlichen Befragung f\u00fchrten Interviewer face-to-face Gespr\u00e4che und ein Gruppeninterview mit 64 Vertretern aus Unternehmen durch. Die R\u00fccklaufquote von 410 auswertbaren Frageb\u00f6gen (464 insgesamt) aus 3500 Betrieben betr\u00e4gt rund 12%. Die Stichprobe spiegelt im wesentlichen die Gr\u00f6\u00dfen &#8211; und Angebotsverteilung in der Grundgesamtheit wieder und ist somit als repr\u00e4sentativ anzusehen. Der Stichprobenumfang liegt im Rahmen vorangegangener nicht amtlicher Erhebungen anderer Forschungsinstitute. Im Erhebungszeitraum f\u00fchrte das statistische Bundesamt eine amtliche Sonderbefragung der Umweltschutzwirtschaft durch, so da\u00df die Grundgesamtheit als \u00fcberbefragt betrachtet werden kann. Die Ergebnisdarstellung erfolgt in tabellarischer Form und enth\u00e4lt Daten zu den Innovationsaktivit\u00e4ten (Fragen 2.1; 3.7; 2.2 ff.), dem F\u00f6rderbedarf (Fragen 3.5-3.9), dem Informationssgrad (3.1-3.4). Aufgezeigte ungenutzte Innovationsbereiche und w\u00fcnschenswerte F\u00f6rderschwerpunkte signalisieren zuk\u00fcnftige Innovationsschwerpunkte. Abschlie\u00dfend benennen die Betriebe Innovationshemmnisse und geben Auskunft \u00fcber ihre wirtschaftliche Lage (Umsatz, Besch\u00e4ftigung, Investition) und ihre Trendeinsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Ergebnis liegt eine erste Datengrundlage vor, die zumindest \u00fcber Innovationsrichtungen im Umweltschutz Auskunft gibt, F\u00f6rderbedarfe benennt und eine Absch\u00e4tzung der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Auswirkungen erm\u00f6glicht. Die Betriebe der Stichprobe weisen ein Umsatzvolumen von 7,6 Mrd. DM aus bei 20.300 Besch\u00e4ftigten (Basis 1997; nur im Umweltschutzbereich). Die Investitionen sanken von 624 Mio. DM 1995 auf 437 Mio. DM im Jahre 1997. Das Wachstum in der Umweltsparte betrug zwischen 1995 und 1997 + 16 % und \u00fcberragt damit die sonstigen Aktivit\u00e4ten der Betriebe. 59 % erwarten weitere Umsatzzuw\u00e4chse, 39 % Besch\u00e4ftigungszuw\u00e4chse.<br \/>\nFast alle schriftlichen und m\u00fcndlichen Bemerkungen lassen Informationsdefizite und erheblichen Beratungsbedarf der Betriebe erkennen. Dementsprechend bewerten in der schriftlichen Befragung gut 50 % der Betriebe die Idee der Bezuschu\u00dfung von Beratungsleistungen f\u00fcr Antragstellung, Dokumentation und Abrechnung gef\u00f6rderter Projekte als besonders wichtig. Die Skepsis von 47 % der Betriebe gegen\u00fcber \u00f6ffentlicher F\u00f6rderung begr\u00fcnden viele Befragte mit dem Eigenkapitalmangel der Betriebe bei an-teilsfinanzierter Projektf\u00f6rderung und der Furcht vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Nachweispflichten, die auch eine Offenlegung technischer Entwicklungsvorspr\u00fcnge beinhalten k\u00f6nnen, und dies schon bei Antragstellung. Deutliche Informationsschw\u00e4chen zeigten 74 % der Betriebe in Bezug auf die F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten der Bundesstiftung. Nur 17 % waren \u00fcber die F\u00f6rderaktivit\u00e4ten der Bundesstiftung informiert. Dieses Defizit konnte zumindest durch diese Befragung und der nachfolgenden Information der antwortenden Betriebe reduziert werden.<br \/>\nDie durchschnittliche Projektdauer errechnet sich mit 14,3 Monaten, der durchschnittliche Betrieb sch\u00e4tzt den F\u00f6rderbedarf auf 930.000 DM f\u00fcr ein Projekt, allerdings mit erheblichen Abweichungen (Median 350.000 DM). Auffallend hoch sch\u00e4tzen die Betriebe den Finanzbedarf f\u00fcr Sach- und Materialkosten bei Entwicklungsprojekten ein (38 % des Finanzbedarfs). Der Rest  des Finanzbedarfs entf\u00e4llt auf personalintensivere Konstruktions- und Erprobungsphasen (41 %) und die Markteinf\u00fchrung (17 %).<br \/>\nBei 83 % gab es in der Vergangenheit Innovationsaktivit\u00e4ten. Fast alle Betriebe (96 %) planen zumindest f\u00fcr die Zukunft Innovationen entweder f\u00fcr neue Produkte und Verfahrenstechniken mit Umweltentlastungseffekten oder organisatorische Innovationen zur F\u00f6rderung bzw. Verbreitung umweltrelevanter G\u00fcter und Dienstleistungen. 70 % der Betriebe erkennen Handlungsfelder f\u00fcr neue Produkte, mit 62 % etwas weniger Betriebe bei den Verfahrenstechniken und 65 % sehen organisatorische Neuerungen als zuk\u00fcnftige Potentiale. Bei den Produktinnovationen liegen die gr\u00f6\u00dften Potentiale nach Ansicht von 17 % der Betriebe im Bereich von Systemverbesserung und im Anlagen- und Maschinenbau (14 %). Bei den verfahrenstechnischen Innovationen, verstanden als umweltverbesserte Herstellungsverfahren, konzentriert sich die Mehrheit der Betriebe mit 21 % auf die Abfallverwertung bzw. Kreislauff\u00fchrung der Abfallstoffe, 14 % auf den Einsatz regenerativer Energien und 12 % auf die Abw\u00e4rmenutzung. Organisatorische Entwicklungen f\u00fcr mehr Umweltschutz sehen 23 % der Befragten in erweiterten Serviceleistungen, beispielsweise beim Eigenbetrieb umwelttechnischer Anlagen, dem Geb\u00e4udemanagement, der Abfallberatung u. \u00e4.. 20 % sind der Ansicht, da\u00df eine ressourcensparendere Logistik mit einem reduzierten Transportaufkommen und Nutzung anderer Verkehrtstr\u00e4ger Potentiale birgt. Der Trend zum integrierten Umweltschutz spiegelt sich auch wieder bei der Wunschfrage nach m\u00f6glichen F\u00f6rderschwerpunkten der Bundesstiftung. Recyclingtechniken und regenerative Energien teilen sich als m\u00f6gliche Schwerpunktthemen die Spitzenpl\u00e4tze mit 47 % bzw. 51 %.<br \/>\nDas kein Innovationsbedarf im Umweltschutz besteht, weil nach einigen Presseurteilen angeblich alles getan sei, glauben nur 6 % der Betriebe, wenn sie marktseitige Hemmnisse bewerten. Eine zunehmende Preiskonkurrenz setzt den meisten (68 %) Betrieben enge Grenzen f\u00fcr neue Produkte und Verfahren. 51 % beklagen zudem Informationsdefizite bei den potentiellen Kunden. Fehlende eigene Finanzen, insbesondere bei 56 % der eigenkapitalschwachen KMU, bilden innerbetrieblich das Haupthindernis f\u00fcr Ent-wicklungsprojekte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in einem geplanten Handbuch der Umweltschutzwirtschaft ist vorgesehen. Dar\u00fcber hinaus erfolgt eine Pr\u00e4sentation in Abstimmung mit der Stiftung , z.B. in Form von Fachartikeln.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Hervorragenden Wachstumsbedingungen, erhebliche technische und organisatorische Innovationspotentiale mit Umweltentlastungseffekten im Bereich Abfall, Luft\/Klima und Wasser und einem Trend zu mehr integriertem Umweltschutz stehen fehlende eigene Finanzierungsm\u00f6glichkeiten in Kombination mit einer erheblichen Skepsis und Uninformiertheit bez\u00fcglich der F\u00f6rderchancen gegen\u00fcber. Dies gilt ver-st\u00e4rkt f\u00fcr Betriebe unter 100 Besch\u00e4ftigten. Personelle und finanzielle Ma\u00dfnahmen zur besseren Infor-mation und Beratung der Betriebe vor und w\u00e4hrend eines gef\u00f6rderten Projektes von der Antragstellung bis zur Dokumentation und Abrechnung k\u00f6nnten den Transfer von Technologief\u00f6rderung, insbesondere zu den kleineren Unternehmen, verbessern helfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der vorangegangenen Studie des Klaus Novy Institutes \u00fcber die Umweltschutzwirtschaft in NRW (1996) hatten 85 % aller Betriebe F\u00f6rdermittel f\u00fcr Forschung und Entwicklung in Anspruch genommen. 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