{"id":18182,"date":"2026-03-08T10:32:02","date_gmt":"2026-03-08T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11842-01\/"},"modified":"2026-03-08T10:32:03","modified_gmt":"2026-03-08T09:32:03","slug":"11842-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11842-01\/","title":{"rendered":"Nutzung der arbuskul\u00e4ren Mykorrhiza-Technologie in der gartenbaulichen Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Arbuskul\u00e4re Mykorrhizapilze (AMP) haben f\u00fcr ihre pflanzlichen Symbiosepartner Wirkungen, die verfa-renstechnische Vorteile f\u00fcr den Produzenten gartenbaulich genutzter Pflanzen mit sich bringen (z.B. eine Kulturzeitverk\u00fcrzung und dadurch theoretisch Energieeinsparungen in der Fr\u00fchjahrskultur). Als obligat biotrophe Mikroorganismen k\u00f6nnen die symbiontischen AMP gro\u00dftechnisch bislang nur auf den Wurzeln lebender Pflanzen vermehrt werden. Spontan auftretende Begleitorganismen (faunistische Komponenten, Pflanzen, Bakterien, Pilze usw.) k\u00f6nnen deshalb bei der Herstellung von AMP-Inokulum mitvermehrt und anschlie\u00dfend auf Zielkulturen \u00fcbertragen werden. Zu ihrer pr\u00e4ventiven Kontrolle werden gew\u00f6hnlich Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Ihre Verwendung widerspricht dem Grundgedanken des als umweltschonenden Pflanzenst\u00e4rkungsmittels konzipierten produziertem AMP-Inokulums. Wegen der Absicht der beteiligten Betriebe, die Mykorrhizatechnologie in ihre jeweiligen Pflanzenproduktionsverfahren nach-haltig zu integrieren, m\u00fcssen im Rahmen dieses Projektes vorab folgende drei Ziele erreicht werden:<br \/>\n1.\tUmweltschonende Produktion von AMP-Inokulum in Pflanzerden in gro\u00dftechnischem Ma\u00dfstab<br \/>\n2.\tEntwicklung von Qualit\u00e4tskontrollstandards zur Beschreibung der Wirksamkeit und Belastung des produzierten Inokulums<br \/>\n3.\tPraxisgerechter Einsatz des produzierten Inokulums an in vitro vermehrten Heilpflanzen bei einem Pflanzenproduzenten (IFP) und an Zierpflanzen im Betrieb eines Jungpflanzenherstellers (Chr. Eggers) bzw. in einem Floristik-Endverkaufsbetrieb (Symbionta).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden(Details s. Kennblatt 1998)<br \/>\n1.\tHerstellung umweltschonenden Inokulums arbuskul\u00e4rer Mykorrhizapilze.<br \/>\n2.\tKontrolle von Kontaminationen und Bestimmung der Wirksamkeit sowie quantitativer Kennzahlen (z.B. Anzahl besiedelnder Einheiten) des Inokulums.<br \/>\n3.\tPraktischer Einsatz des produzierten Inokulums an verschiedenen Kulturen der beteiligten Betriebe.<br \/>\n4.\tStudien zur \u00dcbertragbarkeit und Schadensschwelle im produzierten Inokulum aufgefundener, potentieller Schadorganismen auf die Zielkulturen (15 Zierpflanzensorten, Baptisia tinctoria).<br \/>\n5.\tWiederholung von Pkt. 1-4; ggf. mit modifizierten Kulturparametern. Juni 1999 &#8211; M\u00e4rz 2000.<br \/>\n6.\tEvaluierung der Ergebnisse unter den Aspekten der Umweltanalyse (Energieeinsparung durch den AMP-Einsatz, Reduzierung von Abfall usw.) und allgemeine \u00f6konomische Bewertung der Ma\u00dfnah-me; Januar &#8211; Februar 2000.<br \/>\n7.\tParallel zu Pkt. 6 allgemeine biologische, speziell populations\u00f6kologische Auswertung der Versuche und Publikation der Ergebnisse, Abfassung des Abschlu\u00dfberichtes; M\u00e4rz-Juni 2000.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im zweiten Jahr des Projektes wurden die Experimente des ersten Jahres bei gleichzeitiger Vergr\u00f6\u00dferung des Umfanges sowohl der Inokulumsproduktion als auch des AMP-Einsatzes wiederholt. Damit wurden die Grundlagen f\u00fcr eine nachhaltige Etablierung der Mykorrhizatechnologie in den beteiligten Be-trieben gelegt. Die umweltschonende AMP-Inokulumsproduktion im Jahre 1999 f\u00fchrte wie im Vorjahr zu qualitativ hochwertigem Pilzmaterial, mit dem die Versuche im Jahr 2000 durchgef\u00fchrt werden konnten. Durch Gute Gartenbauliche Praxis war der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln w\u00e4hrend der Inokulumsproduktion erneut unn\u00f6tig. Geringf\u00fcgige Modifikationen des Vermehrungssystems f\u00fchrten zu einer Verbesserung der Vorhersagbarkeit der AMP-Wirksamkeit beim sp\u00e4teren Einsatz. Die Methodik der Qualit\u00e4tskontrolle des Inokulums erwies sich in der Wiederholung als geeignet, eine sichere Anwendung des Inokulums ohne Auftreten von schaderregenden Kontaminationen an Zielpflanzen zu gew\u00e4hrleisten. Das hier erarbeitete Qualit\u00e4tskontrollverfahren wird als Standard auf europ\u00e4ischer Ebene (COST Action 838) diskutiert. Bei der Produktion von Baptisia tinctoria im eigenen Betrieb gab es witterungsbedingt so wenig Pflanzenverluste wie seit 1995 nicht mehr. Trotzdem traten klonabh\u00e4ngig bis zu 24 % Verringerung der Ausf\u00e4lle auf. Die \u00d6kobilanz der Produktion von B. tinctoria konnte damit wirkungsvoll verbessert werden. In der Zierpflanzenproduktion zeigte sich keine vollst\u00e4ndige Wiederholung des Einsatzerfolges des Vorjahres. Die optimalen Wachstumsbedingungen im Fr\u00fchjahr 2000 und die warme Witterung im Zeitraum des Hauptabverkaufes im Endverkaufsbetrieb liessen keine Wuchsf\u00f6rderung und Standzeitverk\u00fcr-zung der mykorrhizierten Pflanzen erkennen, doch trat ein Sichtbarwerden der AMP-Wirkungen beim Endverbraucher ein.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Beitr\u00e4ge in Zeitschriften\/B\u00fccher<br \/>\nFeldmann, F., Hutter, I., Niemann, P., Weritz, J. , Grotkass, C. und Boyle, C., 1999: Einbindung der Mykorrhizatechnologie in die Heil- und Zierpflanzenproduktion sowie den Endverkauf. Mitteilungen der Biologischen Bundesanstalt, 06\/99 akzeptiert<br \/>\nFeldmann, F., 1999: Mykorrhizaeinsatz im Pflanzenbau. Deutscher Gartenbau, 17,  24-26<br \/>\nFeldmann, F., 1998: Qualit\u00e4t von Inokulum arbuskul\u00e4rer Mykorrhizapilze. Deutscher Gartenbau 24, 34-36<br \/>\nFeldmann, F., 1998: Arbuskul\u00e4re Mykorrhiza im Gartenbau. Thalacker-Medien, Braunschweig, ISBN 3-87815-109-8Vortr\u00e4ge<br \/>\nFeldmann, F., 1999: Einbindung der Mykorrhizatechnologie in die Praxis des Zierpflanzenbaus. 1. Tagung der Arbeitsgruppe Mykorrhizaanwendung des Arbeitskreises Deutscher In Vitro Kulturen (ADIVK), 02.06.99, Solkau<br \/>\nHutter, I., Grotkass, C., Feldmann, F., 1999: Erfahrungen in der Praxis mit dem Einsatz von arbuskul\u00e4ren Mykorrhizasymbiosen in der Produktion der in vitro-vermehrten Heilpflanze Baptisia tinctoria. 1. Tagung der AG Mykorrhizaanwendung des Arbeitskreises Deutscher In Vitro Kulturen (ADIVK), 02.06.99, Sol-kau<br \/>\nFeldmann, F., 1999: Perspektiven des Mykorrhizaeinsatzes im Pflanzenbau Deutschlands. 1. Jahrestagung der Freunde und F\u00f6rderer der Angewandten Mykologie e.V., Krefeld, 17.04.99, Vortrag anl\u00e4\u00dflich der F\u00f6rderpreisverleihung<br \/>\nHutter, I., Grotkass, C., Feldmann, F., 1999: Vorl\u00e4ufige \u00d6kobilanz des Einsatzes arbuskul\u00e4rer Mykorrhiza bei der Produktion von Baptisia tinctoria. 4. Workshop Anwendung arbuskul\u00e4rer Mykorrhizatechnologie 14.-15.01.99, BBA, Braunschweig<br \/>\nFeldmann, F., 1998: Arbuskul\u00e4re Mykorrhizasymbiosen an Heil- und Gew\u00fcrzpflanzen in Deutschland. Forschungsvereinigung der Arzneimittelhersteller (AG Arzneipflanzenanbau) FAH, 06.11.98, Bonn<br \/>\nFeldmann, F., 1998: Anwendung von Mykorrhizapilzen bei in vitro- vermehrten Pflanzen13. Tagung des Arbeitskreises Deutscher In Vitro Kulturen (ADIVK), 17.-18.09.98, Bingen<br \/>\nFeldmann, F., 1998: M\u00f6glichkeiten der Nutzung arbuskul\u00e4rer Mykorrhizapilze im integrierten Pflanzenbau3. Workshop Anwendung arbuskul\u00e4rer Mykorrhizatechnologie, 23.04.98, Institut f\u00fcr Pflanzenkultur, Solkau<br \/>\nFeldmann, F., Grotkass, C., Boyle, C., Hutter, I. 1998: Quality control of commercial arbuscular mycorrhizal inoculum. COST Meeting 06.-08.04.98, Southampton, Action 821<br \/>\nPoster<br \/>\nGrotkass, C.; Hutter, I.; Boyle, C. und Feldmann, F., 1999: Begleitorganismen bei der Massenproduktion arbuskul\u00e4rer Mykorrhizapilze in Torfsubstrat. 36. Gartenbauwissenschaftliche Tagung, 3.-5.3.1999, Dresden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Integration der Mykorrhiza in konventionelle, voll optimierte Pflanzenproduktionsprozesse wird vom Jungpflanzenhersteller nur dann vorgenommen werden, wenn der Kunde\/Endverbraucher mit mykorrhizierten Pflanzen positive Erfahrungen gemacht hat. In jedem Fall ist die Wirksamkeit und phytosanit\u00e4re Unbedenklichkeit des Inokulums gegeben. Die umweltschonende Produktion von AMP-Masseninokulum ist unproblematisch m\u00f6glich. Eine Markteinf\u00fchrung von Inokulum ist in Vorbereitung. Eine Ausweitung der Technologie auf in vitro vermehrte Pflanzen wird als sehr aussichtsreich erachtet. Eine Vermehrung von AMP in Sterilkultur ist in Planung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Arbuskul\u00e4re Mykorrhizapilze (AMP) haben f\u00fcr ihre pflanzlichen Symbiosepartner Wirkungen, die verfa-renstechnische Vorteile f\u00fcr den Produzenten gartenbaulich genutzter Pflanzen mit sich bringen (z.B. eine Kulturzeitverk\u00fcrzung und dadurch theoretisch Energieeinsparungen in der Fr\u00fchjahrskultur). Als obligat biotrophe Mikroorganismen k\u00f6nnen die symbiontischen AMP gro\u00dftechnisch bislang nur auf den Wurzeln lebender Pflanzen vermehrt werden. 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