{"id":18158,"date":"2024-11-27T10:32:43","date_gmt":"2024-11-27T09:32:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06400-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:32:44","modified_gmt":"2024-11-27T09:32:44","slug":"06400-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06400-01\/","title":{"rendered":"Effizienz mechanischer Unkrautregulationsma\u00dfnahmen im Gem\u00fcsebau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Ertragswirksamkeit mechanischer Unkrautregulierungsma\u00dfnahmen ist eine Funktion der positiven (Verminderung der Unkrautdichte, Bodenlockerung) und der negativen (Kulturpflanzensch\u00e4den) Effekte. Ziel des Vorhabens ist es, diese Effekte in Abh\u00e4ngigkeit von den technischen, \u00f6kologischen und pflanzenbaulichen Rahmenbedingungen in Gem\u00fcsekulturen zu quantifizieren um die Unkrautregulation in der Praxis zu optimieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn den Versuchsjahren 1995 und 1996 wurden Feldversuche mit den den drei unterschiedlich konkurrenzstarken Gem\u00fcsearten S\u00e4zwiebeln, M\u00f6hre und gepflanzter Blumenkohl auf biologisch bewirtschafteten Praxisschl\u00e4gen (Sandboden) und der Versuchsstation Ruthe (L\u00f6\u00df) durchgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Auf 5 M\u00f6hren- und 5 S\u00e4zwiebelschl\u00e4gen wurden in Praxisbetrieben die Bek\u00e4mpfungserfolge bei betriebs\u00fcblicher Unkrautregulation (thermisch \u00ae mechanisch mit Scharhacke \u00ae Nachj\u00e4ten durch Betriebspersonal) ermittelt. Durch Varianten mit unterlassenem J\u00e4ten bzw. st\u00e4ndiger Unkrautfreiheit waren Aussagen \u00fcber die Konkurrenzwirkung verschieden hoher Unkrautdichten m\u00f6glich. Eine unbearbeitete, durch J\u00e4ten unkrautfrei gehaltene Varianten diente als Kontrolle zur Absch\u00e4tzung der Ertragswirkung von Kulturpflanzensch\u00e4den und Bodenbearbeitungseffekten.<\/p>\n<p>Da in den Praxisbetrieben die Ger\u00e4teart und -einstellung sowie die Witterungsbedingungen nach der Regulationsma\u00dfnahme nur im begrenzten Umfang systematisch variiert werden k\u00f6nnen, wurden auf der Versuchsstation Zusatzuntersuchungen in praxis\u00fcblichen M\u00f6hren-, S\u00e4zwiebel- und Blumenkohlbest\u00e4nden durchgef\u00fchrt. Dabei wurden die Ger\u00e4teart, Berbeitungstiefe- bzw. -h\u00f6he, sowie klimatische Gr\u00f6\u00dfen (\u00ae klimatische Wasserbilanz) variiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die auf den Praxisschl\u00e4gen und der Versuchsstation erreichten Bek\u00e4mpfungserfolge gegen einj\u00e4hrige Unkr\u00e4uter verschiedener Gr\u00f6\u00dfe waren erstaunlicherweise sehr variabel und umfa\u00dften nahezu die gesamte Bandbreite von 0 bis 100%. Bei mehrmaliger Durchf\u00fchrung konnten die Best\u00e4nde jedoch zwischen den Reihen praktisch vollst\u00e4ndig unkrautfrei gehalten werden. Im Reihenbereich konnten kleine Unkr\u00e4uter durch Anh\u00e4ufeln gut bek\u00e4mpft werden. In M\u00f6hren, aber insbesondere in Zwiebeln, bestand dennoch die Notwendigkeit des manuellen Nachj\u00e4tens. Interessanterweise verschenkten die Betriebe dennoch rund 15% des erzielbaren Ertrags durch unvollst\u00e4ndiges J\u00e4ten.<br \/>\nAls wesentlicher Einflu\u00dffaktor auf den Bek\u00e4mpfungserfolg im Zwischenreihenbereich erwies sich bei kleinen Unkr\u00e4utern die klimatische Wasserbilanz des Hacktages. Je mm zunehmender Feuchte verminderte sich der Bek\u00e4mpfungserfolg um knapp 4%. Bei gro\u00dfen Unkr\u00e4utern verschlechterte dar\u00fcber hinaus eine zunehmende Ausgangsfeuchte des Bodens, vor allem bei gr\u00f6\u00dferen Hacktiefen, die Bek\u00e4mpfungswirkung erheblich. Jeder Zentimeter zu tiefes Hacken verminderte den Bek\u00e4mpfungserfolg um ca. 15 %. Im Reihenbereich waren die Bek\u00e4mpfungserfolge durch nur m\u00e4\u00dfige H\u00e4ufeleffekte der Scharhacke v\u00f6llig unzureichend. St\u00e4rkeres Anh\u00e4ufeln und der Einsatz des Striegels erh\u00f6hten den Bek\u00e4mpfungserfolg gegen kleine und mittelgro\u00dfe Unkr\u00e4uter z.T. deutlich.<br \/>\nErfreulicherweise f\u00fchrten alle Ma\u00dfnahmen, auch die H\u00e4ufel- und Striegelverfahren, mit denen man den Bek\u00e4mpfungserfolg insbesondere im Reihenbereich deutlich verbessern kann, nicht zu ertragsrelevanten Kulturpflanzensch\u00e4den. Allerdings traten die h\u00e4ufig zitierten positiven Nebeneffekte mechanischer Unkrautregulationsma\u00dfnahmen nur beim Anh\u00e4ufeln auf, einem Verfahren, dem k\u00fcnftig sicherlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Selbst st\u00e4rkere H\u00e4ufelma\u00dfnahmen und Striegelbehandlungen wurden von den Kulturen ohne gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den \u00fcberstanden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Laber, H. &#038; H. St\u00fctzel; 1995: Effizienz mechanischer Unkrautregulationsma\u00dfnahmen im Gem\u00fcsebau. Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Pflanzenbauwissenschaften e.V. 8 , 377.<br \/>\nLaber, H.; 1996: Wirkung mechanischer Unkrautregulation in Abh\u00e4ngigkeit von Standort und Verfahrenstechnik. Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Pflanzenbauwissenschaften e.V. 9, 87-88.<br \/>\nLaber, H.; 1997: Wirksamkeit mechanischer Unkrautregulationsverfahren bei unterschiedlich konkurrenzstarken Gem\u00fcsearten. BDGL-Schriftenreihe Bd. 15, 59.<br \/>\nBeckmann, S., H. Laber &#038; H. St\u00fctzel; 1997: Ma\u00dfnahmen-Wirkungsbeziehungen bei der Unkrautregulation mit der Scharhacke. BDGL-Schriftenreihe Bd. 15, 94.<br \/>\nLaber, H. &#038; H. St\u00fctzel: Bek\u00e4mpfungserfolg bei mechanischer Unkrautregulation. Eingereicht bei Gem\u00fcse<br \/>\nLaber, H. &#038; H. St\u00fctzel: Mechanische Unkrautregulation: Einflu\u00dffaktoren auf den Bek\u00e4mpfungserfolg. Eingereicht bei Gem\u00fcse<br \/>\nLaber, H. &#038; H. St\u00fctzel: Kulturpflanzensch\u00e4den und Bodenlockerungseffekte bei mechanischer Unkrautregulation.  Eingereicht bei Gem\u00fcse<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Effizienz mechanischer Unkrautregulationsma\u00dfnahmen wird wesentlich von der Bodenfeuchte und den Witterungsbedingungen nach der Ma\u00dfnahme bestimmt. Daher sollten sie bei trockenem Boden und an strahlungsreichen Tagen durchgef\u00fchrt werden. Das Hacken sollte m\u00f6glichst flach (ca. 2 cm tief) erfolgen, tiefere Einstellungen f\u00fchren zu deutlichen Abnahmen des Bek\u00e4mpfungserfolgs. Durch die M\u00f6glichkeit, die Hackg\u00e4nge mehrmals zu wiederholen, ist im Zwischenreihenbereich der Bek\u00e4mpfungserfolg i.A. ausreichend. Effizienzsteigerungen wirken sich somit auf die Anzahl der Bek\u00e4mpfungsg\u00e4nge und damit auf den Energieverbrauch aus. Im Reihenbereich der Kulturpflanzen kann durch fr\u00fchzeitiges Anh\u00e4ufeln und Striegeln der Bek\u00e4mpfungserfolg beachtlich gesteigert werden, was bei konkurrenzschwachen Ge-m\u00fcsearten zur Verminderung des Aufwands f\u00fcr die manuelle Bek\u00e4mpfung der Restverunkrautung f\u00fchrt, diese jedoch nicht vollst\u00e4ndig ersetzt. Ein Unterlassen des J\u00e4tens f\u00fchrt auch bei Anwendung mechani-scher Verfahren zum optimalen Zeitpunkt zu inakzeptablen Ertragsverlusten. Die Ertragswirksamkeit der mit den Hackma\u00dfnahmen verbundenen Bodenlockerung sollte nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Ertragswirksamkeit mechanischer Unkrautregulierungsma\u00dfnahmen ist eine Funktion der positiven (Verminderung der Unkrautdichte, Bodenlockerung) und der negativen (Kulturpflanzensch\u00e4den) Effekte. 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