{"id":18156,"date":"2023-07-13T15:10:58","date_gmt":"2023-07-13T13:10:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05912-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:01","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:01","slug":"05912-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05912-01\/","title":{"rendered":"Erarbeitung und Umsetzung von Richtlinien zur M\u00fcllvermeidung auf \u00f6kologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben mit Direktvermarktung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Verbraucher von Produkten aus \u00f6kologischem Landbau stellt hohe Anforderungen an diese Erzeugnisse. Es werden sowohl gesundheitliche Vorteile erwartet, als auch vorausgesetzt, da\u00df die Erzeugung sowie der Vertrieb dieser Produkte besonders um-weltschonend vonstatten geht. Bei Verpackungen von \u00f6kologischen Lebensmitteln wird die Ber\u00fccksichtigung von \u00f6kologischen Kriterien erwartet. Je mehr \u00f6ffentliche Kritik am Gr\u00fcnen Punkt ge\u00e4u\u00dfert wird, desto h\u00f6her ist der Erwartungsdruck an \u00f6kologische Lebensmittel, auch bez\u00fcglich ihrer Verpackungen Alternativen zu bieten.<br \/>\nDa\u00df die Bedeutung der Verpackung als Kaufargument auch von vielen direktvermarktenden Betrieben erkannt ist, zeigen die Ergebnisse einer Befragung von \u00d6ko-Betrieben, die von Sabine Hitschel (Universit\u00e4t Hohenheim) durchgef\u00fchrt wurde: Knapp 40 % der befragten Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sch\u00e4tzen die Bedeutung der Verpackung als Kaufargument f\u00fcr Konsumentinnen und Kon-sumenten als hoch bis sehr hoch ein.<br \/>\nBei der Wahl der richtigen Verpackung f\u00fcr ein \u00f6kologisch erzeugtes landwirtschaftliches Produkt sind jedoch vielf\u00e4ltige Aspekte zu ber\u00fccksichtigen:<br \/>\n\u00b7 Hohes Ma\u00df an Umweltvertr\u00e4glichkeit durch sparsamen Umgang mit Verpackungen und Auswahl der Packstoffe.<br \/>\n\u00b7 Einhaltung lebensmittelrechtlicher Bestimmungen.<br \/>\n\u00b7 Nutzung zur Kennzeichnung, um den Nachweis einer Kontrolle auf der Verpackung zu f\u00fchren.<br \/>\n\u00b7 Nutzung zur Werbung bzw. Verbraucherinformation, um die Kennzeichen der \u00f6kologischen Wirtschaftsweise bzw. des \u00f6kologisch bewirtschafteten Betriebes aufzu-listen.<br \/>\nEs zeigt sich immer wieder, da\u00df es f\u00fcr den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung sehr arbeitsaufwendig ist, all diese Aspekte in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund hat sich die Arbeitsgemeinschaft \u00d6kologischer Landbau mit finanzieller Unterst\u00fctzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entschlossen, im Rahmen ihrer gemeinsamen Richtlinienarbeit mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller einen Leitfaden zu entwickeln, der dem direktvermarktenden landwirtschaftlichen Betrieb praxisnahe Hinweise f\u00fcr eine \u00d6kologisierung des Verpackungsmaterials gibt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm Problembereiche bei der Verpackung landwirtschaftlicher Produkte auf \u00d6ko-Betrieben aufzuzeigen, wurde von Sabine Hitschel eine Befragung von 44 landwirtschaftlichen Betrieben der Verb\u00e4nde Demeter, Bioland und Naturland durchgef\u00fchrt. Als Untersuchungsraum wurde das s\u00fcdliche Stuttgarter Umland gew\u00e4hlt.<br \/>\nEs wurden u.a. folgende Aspekte erhoben:<br \/>\n\u00b7 Art und Menge der eingesetzten Verpackungsmaterialien<br \/>\n\u00b7 Bedeutung von Verpackung im Rahmen des Marketing eines Betriebes<br \/>\n\u00b7 Informationsbed\u00fcrfnis bez\u00fcglich Verpackungsfragen<br \/>\nInformationsbedarf zeigte sich unter anderem in folgenden Punkten:<br \/>\n\u00b7 Hygiene und Hygienevorschriften insbesondere bei Fleisch<br \/>\n\u00b7 Lagerf\u00e4higkeit und Qualit\u00e4tserhaltung<br \/>\n\u00b7 Klarstellung der Frage Einweg oder Mehrweg<br \/>\n\u00b7 Informationen Gr\u00fcnen Punkt und Verpackungsverordnung<br \/>\nDiese Aspekte wurden von den Fachexperten Thomas Karas (Verpackung Trockensortiment, Gem\u00fcse) und Alexander Beck (Milch- und Fleischprodukte) in den Gutachten entsprechend herausgearbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nachdem ein umfangreicher Bericht von der Agentur \u00d6kologie &#038; Marketing in Offenbach mit dem Ziel der einfachen Handhabung und Praxisn\u00e4he gek\u00fcrzt und layoutet wurde, ist der Leitfaden im M\u00e4rz 1996 mit dem Titel Verpackung \u00f6kologischer Lebensmittel in der Reihe S\u00d6L-Sonderausgaben der Stiftung \u00d6kologie &#038; Landbau in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienen.<br \/>\nNeben der Erl\u00e4uterung zentraler Begriffe (z.B. Recycling, Gr\u00fcner Punkt) beschreibt der Leitfaden die Kriterien, die eine Verpackung er-f\u00fcllen mu\u00df. Bezugsquellen und Checklisten geben Hinweise zur Wahl der richtigen Verpackung. Letztendlich dient der Leitfaden dem Ziel der M\u00fcllvermeidung im Rahmen der Vermarktung auf \u00f6kologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt ist in folgenden Punkten an die \u00d6ffentlichkeit getreten.<br \/>\n1. Versand des umfangreichen Zwischenberichts an eine interessierte Fach\u00f6ffentlichkeit (ca. 50 Exemplare wurden verschickt)<br \/>\n2. Druck des Leitfadens (2000 Exemplare)<br \/>\n3. Artikel in der Zeitschrift \u00d6kologie und Landbau mit Ergebnissen der Befragung und Ank\u00fcndigung des Leitfadens<br \/>\n4. Ver\u00f6ffentlichungshinweis im AG\u00d6L-Info und in den Fachzeitschriften des \u00d6kologischen Landbaus<br \/>\n5. Durchf\u00fchrung einer gemeinsame Fachveranstaltung Naturkost und Gr\u00fcner Punkt mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem vorliegenden Projekt konnte &#8230;<br \/>\n1. &#8230; das Problembewu\u00dftsein vieler Direktvermarkter von \u00d6ko-Produkten hinsichtlich Verpackungsfragen geweckt<br \/>\n2. &#8230; und ihnen ein praxisnaher Leitfaden &#8211; mit dem Preis von 9,80 DM zudem relativ preiswert &#8211; zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<br \/>\nDie eingangs ge\u00e4u\u00dferte These, da\u00df die Diskussion um den Gr\u00fcnen Punkt die Diskussion um die Verpackung von \u00d6ko-Produkten verst\u00e4rkt, hat sich mittlerweile best\u00e4tigt, wie ein Artikel aus der Zeitschrift Focus 51\/1996 mit dem Titel M\u00fcll aus dem \u00d6koladen. Verpackungen f\u00fcr Naturkost landen in Containern mit dem Gr\u00fcnen Punkt. Das DSD verliert dabei Millionen belegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Verbraucher von Produkten aus \u00f6kologischem Landbau stellt hohe Anforderungen an diese Erzeugnisse. Es werden sowohl gesundheitliche Vorteile erwartet, als auch vorausgesetzt, da\u00df die Erzeugung sowie der Vertrieb dieser Produkte besonders um-weltschonend vonstatten geht. Bei Verpackungen von \u00f6kologischen Lebensmitteln wird die Ber\u00fccksichtigung von \u00f6kologischen Kriterien erwartet. 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