{"id":18135,"date":"2023-07-13T15:11:33","date_gmt":"2023-07-13T13:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/06630-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:35","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:35","slug":"06630-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/06630-01\/","title":{"rendered":"Vorversuche zur Reduzierung des Wasserverbrauches durch R\u00fcckgewinnung von Wasser aus den Proze\u00dfw\u00e4ssern des Fruchtsaftbetriebes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Firma WeserGold f\u00fcllt eine gro\u00dfe Anzahl von verschiedenen Getr\u00e4nken ab, die ein h\u00e4ufiges Umstellen von einer Saftsorte auf die andere auf ein und derselben Anlage erfordern. Die Projektziele der Firma WeserGold betrafen die Reduzierung des Produktionswasserverbrauchs und der Wasserabgabe an die st\u00e4dtische Kl\u00e4ranlage Rinteln sowie die Aufbereitung und Kreislauff\u00fchrung von Laugen zur Reinigung von Tanks und Rohrleitungen (CIP bedeutet: cleaning in place). Im Projekt sollte vordringlich versucht werden, Wasser aus den Saft-Wasser-\/ Saftgemischen, die beim Wechsel einer Saftsorte auf Abf\u00fcllanlagen und bei Reinigung von Rohwarentanks anfallen, wieder zur\u00fcckzugewinnen. Abwasserfrachten und Abwassermengen sollten auf diese Weise reduziert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Vorversuch sollten Erkenntnisse \u00fcber die richtige Prozessfolge, die Messtechnik und die Verwertungsm\u00f6glichkeiten des wiedergewonnenen Wassers und der Saftreste gewonnen werden. Des Weiteren sollten \u00fcber die Grenze der R\u00fcckgewinnbarkeit des Wassers und des Saftes, die chemisch-technische Zusammensetzung des wiedergewonnenen Prozesswassers und der S\u00e4fte sowie \u00fcber die mikrobiologische Beschaffenheit Daten gesammelt werden.<br \/>\nUm die Anlage im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab auslegen zu k\u00f6nnen, wurde die tats\u00e4chliche Praxis in einem m\u00f6glichst kleinen vergleichbaren Ma\u00dfstab (5.000 l) nachgestellt. Einzelne Teilstr\u00f6me und Bereiche des Produktionsbetriebes wurden in die Untersuchung mit einbezogen, wie Restwasser von Tanks, Mischphasen der Kreislaufreinigung, R\u00fcckl\u00e4ufe von Anlagen, Mischphasen aus der Rohwarenverarbeitung und Reinigung von Kreislauf- und Waschmaschinenlaugen.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfanlage \u00fcbernimmt den gesamten Mischwasserhaushalt bestehend aus Prozesswasser\/ Saft und Laugereinigung aus dem gesamten Betrieb. Die Gro\u00dfanlage ist der Kl\u00e4ranlage vorgeschaltet und leitet s\u00e4mtliche in Frage kommenden Wasser in die entsprechenden Vorratstanks, von denen aus die Weiterbearbeitung innerhalb der Anlage erfolgt. Die Anlagenw\u00e4sser wurden aufgetrennt nach den im Betrieb zu verarbeitenden Prozessw\u00e4ssern und Saftresten. Dar\u00fcber hinaus reinigt die Anlage die Laugen aus der CIP-Anlage, aus den Flaschenwaschmaschinen und aus den Reinigungswassern der Rohwarenverarbeitung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u00dcber die durchgef\u00fchrten Versuche liegt der Kurzbericht von September 2000 vor.<br \/>\nVerschiedene verd\u00fcnnte Fruchts\u00e4fte (Roter Traubensaft, Multivitaminsaft, Karottensaft, Schwarzer Johannisbeersaft, klarer Apfelsaft, tr\u00fcber Apfelsaft, Tropicalsaft, Bananennektar) sowie Zutatengemische, wie sie beim Ausdr\u00fccken aus den Rohrleitungen anfallen, wurden mit Hilfe einer gemieteten Umkehrosmose-Versuchsanlage in Saftreste und Prozesswasser aufgetrennt. Dabei sollte die Filtrationsleistung, das R\u00fcckhalteverm\u00f6gen f\u00fcr bestimmte Saftinhaltsstoffe und die Reinigbarkeit der Membranen<br \/>\n\u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Die einzelnen S\u00e4fte zeigten unterschiedliches Verhalten bei der Wasserabtrennung. Die klaren S\u00e4fte waren ohne Probleme zu filtrieren. Bei den Multivitamins\u00e4ften kam es zu einem sehr starken Verblocken der Str\u00f6mungskan\u00e4le im Modul. Um zu bewerten, inwieweit hier die Fruchtp\u00fcrees und die \u00fcbrigen Zutaten eine Rolle spielten, wurden u.a. Zutatengemische wie Vitamine, Fruchts\u00e4ure und ebenfalls Carotine untersucht. Die Zutatengemische waren f\u00fcr die Verblockung nicht verantwortlich. Im wesentlichen konnte die Verblockung auf die p\u00fcreehaltigen Anteile zur\u00fcckgef\u00fchrt wer-den.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 15 Versuchsserien gefahren. Nach jedem Versuch wurde eine Reinigung durchgef\u00fchrt und im Anschluss daran der Wasserfluss gemessen. Bis zum 7. Versuch musste ein erheblicher Abfall der ur-spr\u00fcnglichen Permeatleistung um etwa 45 % festgestellt werden, der sich dann auf dem niedrigen Niveau stabilisierte. Es zeigte sich, dass eine enzymatische Reinigung von mindestens einer Stunde erforderlich ist. Bei S\u00e4ften, die die Membran zum Verblocken brachten, musste die Reinigung auf 12 bis 16 Stunden ausgedehnt werden. Durch die enzymatische Reinigung alleine konnte der Wasserfluss nicht wiederhergestellt werden. Es musste zus\u00e4tzlich eine alkalische Reinigung nachfolgen.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckhaltung der Membran f\u00fcr organische Stoffe und Mineralstoffe war nicht zufriedenstellend. Die R\u00fcckhaltung f\u00fcr die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Calcium lag bei etwa 98 bis 99 %. Im Permeat wurden CSB-Gehalte (organische Substanzen) von etwa 200 bis 400 mg\/l ermittelt, die eine Wiederverwertung des Permeates als Prozesswasser einschr\u00e4nkten. Es wurde versucht, diese Werte in einer zweiten Umkehrosmosestufe zu reduzieren. Die Gehalte konnten um 80 bis 90 % reduziert werden. Das R\u00fcckhalteergebnis ist f\u00fcr eine Wiederverwertung jedoch nicht ausreichend.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse: Firma WeserGold Getr\u00e4nkeindustrie GmbH &#038; Co. KG, Auf der Behrn 3 &#8211; 5, 31737 Rinteln, Ansprechpartner: Herr F. Driessen, Tel. 05751\/404-0, Fax -169.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden in Fachkreisen diskutiert und werden \u00fcber die beteiligten Partner sowie dem Verband der Fruchtsaftindustrie Interessierten zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das besondere Interesse der Umweltstiftung an der Durchf\u00fchrung des Projektes und damit an der F\u00f6rderung eines Unternehmens wie WeserGold lag in der Erwartungshaltung, dass ein Gro\u00dfunternehmen mit ebenso gro\u00dfen Projektpartnern in der Lage sein w\u00fcrde, ein Problem modellhaft zu l\u00f6sen, das f\u00fcr eine Vielzahl von Lebensmittelfl\u00fcssigkeiten verarbeitende Betriebe von gro\u00dfer Bedeutung ist: die prozessintegrierte R\u00fcckgewinnung von Produktresten und -str\u00f6men aus den Rohrleitungssystemen und deren Peripherie sowie die Vermeidung des Abschlages und der Verschleppung von Produkten in das Abwasser.<br \/>\nAufgrund der Verblockungsprobleme, der unbefriedigenden R\u00fcckhaltung organischer Substanzen durch die Membranen, sowie des extrem hohen Aufwandes f\u00fcr die Reinigung wird eine wirtschaftliche Durchf\u00fchrung des Prozesses zur Aufreinigung von Mischphasen nach den Erfahrungen der Firma WeserGold leider von den Beteiligten als fragw\u00fcrdig beurteilt. Insofern wurde das Projekt nach Beendigung der Vorversuche abgebrochen und nicht erfolgreich abgeschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Firma WeserGold f\u00fcllt eine gro\u00dfe Anzahl von verschiedenen Getr\u00e4nken ab, die ein h\u00e4ufiges Umstellen von einer Saftsorte auf die andere auf ein und derselben Anlage erfordern. 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