{"id":18128,"date":"2023-07-13T15:09:21","date_gmt":"2023-07-13T13:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/03354-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:22","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:22","slug":"03354-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/03354-01\/","title":{"rendered":"Leistungspr\u00fcfung einer Wurzelraumentsorgungsanlage (WRA)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Wurzelraumentsorgungsanlagen (WRA, Bewachsene Bodenfilter) stehen ob ihrer Eignung zur Abwasserkl\u00e4rung immer noch in der Kritik. Eine eingefahrene, mit Schilf bestandene Anlage fiel in den Jahren vor 1993 durch besonders gute Kl\u00e4rleistungen auf. Pr\u00fcfungen ergaben, dass die Anlage in Unterlast, mit 2 bis 2,5 anstatt 5 EW, dazu noch absetzig an den Wochenenden gefahren wurde. Ziel war es, das Anlageverhalten bei kontinuierlicher Vollast zu testen, um Eignung oder Nichteignung abzukl\u00e4ren und um Schwachpunkte aufzudecken<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Anlagen- und Leistungsmerkmale fr\u00fcherer Untersuchungen wurden ausgewertet. Das Material lag in mehreren Diplomarbeiten im Institut vor. Es handelt sich um eine weiterentwickelte Wurzelraumanlage mit sandigem Bodensubstrat, mit Beaufschlagung durch abgesetztes Rohabwasser (Dreikammergrube), unterirdischer Abwasserzufuhr und unterwassergesteuerter F\u00fcllstandsregelung. Die vorhandene Dreikammergrube (7,5 m\u00b3) wurde alle 10 Tage von einem Entsorger mit abgesetztem, kommunalen Abwasser beschickt (5 EW*150 l\/d*10 d = 7500 l). Die angefahrene Abwasserqualit\u00e4t entsprach nicht der normal anfallenden Abwasserqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Nachr\u00fcstungen: Der freie \u00dcberlauf der Dreikammergrube in den Pumpensumpf wurde verschlossen und mit einer Dosierpumpe der nachgeschaltete Pumpensumpf gespeist. Vom Pumpensumpf aus erfolgte in gewohnter Weise die Anlagenbeschickung wasserstandsgesteuert. Vom Pumpensumpf gelangt das Abwasser in einen Verteilerschacht, von dem aus das Abwasser in freiem Gef\u00e4lle, aber mit potentieller Energie, auf die Sohle des Pflanzenbeets geleitet wird. Der Verteilerschacht musste erh\u00f6ht werden. Die jetzt mehr angebotenen Abwassermengen begannen das Pflanzenbeet zu \u00fcberstauen. Durch Querd\u00e4mme (10 cm hoch) aus Sand lie\u00df sich die Infiltrationsleistung befriedigend steigern. Am Ende des Beets wird das behandelte Abwasser in einem Dr\u00e4n gesammelt und dem Kontroll- und Ablaufschacht zugef\u00fchrt. Im Ablaufschacht ist ein sog. Kippm\u00f6nch an den Dr\u00e4n angeschlossen. Durch seine Kippstellung ist eine Wasserstandsregelung gegeben. Zwischendurch waren bereits die \u00fcblichen Abwassersummenparameter nach den Deutschen Einheitsverfahren (DEV) im Zulauf, in Beetmitte und im Ablauf bestimmt worden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Anlage wurde in dreifacher Weise einem H\u00e4rtetest ausgesetzt:<br \/>\na)\tVollast nach geplanten Einwohnerwerten (5 EW),<br \/>\nb)\tUmstellung der Bioz\u00f6nose durch eine andere Abwasserqualit\u00e4t,<br \/>\nc)\tVersuchsdurchf\u00fchrung in den Wintermonaten.<\/p>\n<p>Gemessen am BSB5 sind die Reinigungsleistungen gegen\u00fcber den Sommermonaten kaum abgesunken: Jan. 87 %, Feb. 94 %, Mrz. 88 %, (Sommer 94 %).<br \/>\nGemessen am CSB-Abbau ist der Winter mit dem Sommer gleichzusetzen: Jan. 86 %, Feb. 89 %, Mrz. 83 % (Sommer 86 %).<br \/>\nAuch die gel\u00f6sten Phosphate eliminiert die Anlage sehr gut. Jan., Feb. und Mrz. \u00fcber 98 % (Som-mer 99 %).<br \/>\nDie Filterwirkung und das Retardationsverm\u00f6gen der Anlage wurde an der Fraktion partikul\u00e4res Phosphat getestet. Im Jan. wurden 95 %, im Feb. 90 % und im Mrz. 98 % (Sommer 94 %) zur\u00fcckgehalten.Weiter gemessen wurde die Sauerstoffs\u00e4ttigung:<br \/>\n\tZulauf\tJan.\t20 %\tMitte\tJan\t       34 %\tAblauf\tJan.\t40 %<br \/>\n                    Feb.\t26 %\t\t       Feb.\t45 %\t\t       Feb.\t50 %<br \/>\n                    Mrz.\t32 %\t\t       Mrz.\t46 %\t\t       Mrz.\t51 %<br \/>\nDas aufgegebene Abwasser war nicht angefault und damit einem schnellen bakteriellen Zugriff zug\u00e4ngig. Auch Salze, gemessen als elektrische Leitf\u00e4higkeit, vermag die Anlage bis zu 50 % zur\u00fcckzuhalten: Im Jan. 50 %, im Feb. 49 %, im Mrz. 50 % (im Sommer 50 %).<br \/>\nDie Anlage hat den H\u00e4rtetest bestanden. Einschr\u00e4nkend ist anzumerken: Das angelieferte Abwasser ist als d\u00fcnn zu bezeichnen. Das sandige F\u00fcllmaterial hat die hydraulischen Erwartungen erf\u00fcllt. Die CSB\/BSB-Verh\u00e4ltnisse weisen auf vorwiegend abbaubare organische Abwasserinhaltsstoffe hin. Grenz-werte f\u00fcr die Einleitung in die Vorflut (CSB 100 mg\/l; BSB5 40 mg\/l) wurden niemals \u00fcberschritten.<br \/>\n20 % der Kl\u00e4rleistung sind auf Verd\u00fcnnungen mit Niederschlagswasser zur\u00fcckzuf\u00fchren. Schilf kann ertrinken; es darf nicht zu fr\u00fch und nicht zu tief abgeschnitten werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Anlage ist in mehreren Diplomarbeiten bearbeitet worden. W\u00e4hrend der Bearbeitung waren sie nach au\u00dfen durch ein Hinweisschild des Kieler Instituts und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gekennzeichnet gewesen. Externe Nachfragen und Arbeitsanforderungen sind leider nicht erfolgt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wurzelraumentsorgungsanlagen der 3. Generation mit Vorkl\u00e4rung, F\u00fcllung mit nicht bindigem Boden, mindestens 5 m\u00b2 Behandlungsfl\u00e4che pro Einwohner, Intervallbeschickung, Beerntung der Schilfbest\u00e4nde, frostsicherer Beschickung und Unterwassersteuerung sind zur Abwasserbehandlung sog. Kleineinleiter empfehlenswert. Eine W\u00fchlarbeit von Schilfwurzeln und -rhizomen lie\u00df sich nicht nachweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Wurzelraumentsorgungsanlagen (WRA, Bewachsene Bodenfilter) stehen ob ihrer Eignung zur Abwasserkl\u00e4rung immer noch in der Kritik. Eine eingefahrene, mit Schilf bestandene Anlage fiel in den Jahren vor 1993 durch besonders gute Kl\u00e4rleistungen auf. 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